Better Eyesight in deutscher Übertragung (eine Auswahl)

Hier können interessante Bücher vorgestellt werden.

Better Eyesight in deutscher Übertragung (eine Auswahl)

Beitragvon Flo » 09.06.2013 16:03

Hallo mal wieder! Bild

In diesem Thread werde ich in lockerer Folge eine Auswahl von William Bates' Texten aus dem von Juli 1919 bis Juni 1930 regelmäßig monatlich erschienenen Better Eyesight Magazine in von mir angefertigter deutscher Übertragung posten. Vielleicht ist ja für den einen oder die andere von euch etwas Erhellendes dabei.

Aber bevor es losgehen kann: Ein Schlüsselbegriff in Bates' Schaffen und Werk ist der Begriff strain – als Verb bzw. als Nomen gebraucht. Dieser ist leider nicht immer direkt ins Deutsche übertragbar. Deshalb werde ich es auch nicht tun, sondern ihn praktisch durchgehend unübersetzt und wie einen deutschen Begriff verwenden und abwandeln (ihn also als Lehnwort verwenden). Als Verb gebraucht ("strainen") bedeutet es dann je nach Zusammenhang soviel wie "sich (übermäßig bzw. 'falsch' bzw. grundsätzlich) anstrengen" oder "sich bzw. bestimmte Körperpartien verspannen und/oder übermäßig anspannen" oder "(sich bzw. bestimmte Körperpartien) (ver)krampfen". Als Nomen gebraucht ("der Strain") bedeutet es dann je nach Zusammenhang "(übermäßige bzw. 'falsche' bzw. grundsätzliche) Anstrengung" oder "Verspannung und/oder übermäßige Anspannung (generell bzw. in bestimmten Körperpartien)" oder "(Ver-)Krampfung (generell bzw. in bestimmten Körperpartien)".

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Der Junge mit den Sommersprossen
("The freckle-faced boy", William Bates, M.D., Better Eyesight Magazine, Vol. V, No. 3, September 1921)

In einer der öffentlichen Schulen New Yorks, vor einigen Jahren, war ein Junge von ungefähr zehn Jahren mit sehr vielen Sommersprossen in seinem Gesicht. Er hatte eines dieser Lächeln, die manch ein sorgenfreier Jungen ständig mit sich herumträgt, an allen Orten und zu jeder Zeit. Seine Lehrerin war eine sehr nervöse Person, die eine Brille trug. Immer dann, wenn sie sprach, empfand ich es als sehr störend, nicht so sehr wegen dem, was sie sagte, als vielmehr wegen der unangenehmen Art und Weise, in der sie es sagte. Von dem Augenblick an, indem ich den Raum betrat, kritisierte sie mich scharf dafür, dass ich meine Methode zur Heilung und Vorbeugung von Fehlsichtigkeit bei Kindern in den Schulbetrieb eingeführt hatte. Direkt auf den sommersprossigen Jungen zeigend, sagte sie:

"Dieser Junge ist sehr kurzsichtig. Er hält sein Schulbuch viel zu nahe an seine Augen. Er kann die Schrift an der Schultafel nicht lesen. Die ganze Zeit schaut er auf die Snellen-Sehtafel, anstatt ordentlich zu lernen. Er redet darüber mit den anderen Kindern in der Klasse und er ermutigt sie dazu, zu üben, sie zu lesen. Er erzählt ihnen, dass er sich wohl fühle, wenn er sie liest, es mache seine Augen besser, und helfe ihm dabei, den Unterrichtsstoff zu lernen. Er ist unverschämt, denn er besteht dreist darauf, mir Ratschläge zu erteilen, mir, seiner Lehrerin, dass ich das Lesen dieser dummen Buchstaben praktizieren solle, die noch nicht einmal ein Wort oder in sonst einer Weise irgendeinen Sinn ergeben. Ich wünschte, Sie würden darauf bestehen, dass er eine Brille für seine eigenen Augen bekommt und dass Sie dafür sorgen, dass er damit aufhört, den anderen Kindern die Brillen abzunehmen. Wirklich, Herr Doktor, es ist einfach zu absurd. Dieser Junge hat tatsächlich die anderen Kinder davon überzeugt, dass sie durch das Lesen der Sehtafel ihre Kopfschmerzen heilen und ihre Sehkraft verbessern können. Wäre da nicht der Schuldirektor, ich hätte sie schon vor langer Zeit fortgeworfen.

Sie sagte noch einige andere Dinge, die noch um einiges unhöflicher waren. Die Kinder wurden langsam unruhig. Als sie für einen Augenblick innehielt, um Luft zu holen, ging ich mit dem sommersprossigen Jungen in einen Dunkelraum und untersuchte seine Augen mit dem Handretinoskop. Ich fand zwei perfekte Augen vor, mit nicht der leisesten Spur von Myopie oder Astigmatismus. Ich fragte ihn: "Wie kommt es dazu, dass Deine Lehrerin behauptet, Du könntest die Schrift an der Tafel nicht lesen?" Er antwortete, immer noch mit diesem wundervollen Lächeln: "Weil sie so furchtbar schlecht schreibt und niemand das lesen könne; sie benimmt sich oft so, als würde sie selbst es nicht lesen können." "Und warum," fuhr ich fort, "hältst Du die Bücher so dicht vor Dein Gesicht?" Er antwortete entschuldigend, "Weil mich das Drumherum ermüdet." "Was meinst Du damit?", fragte ich. "Oh", sagte er, "das Gesicht der Lehrerin; ich mag es nicht. Sie ist immer so ärgerlich und mürrisch; ihr Gesicht bereitet mir Schmerzen."

Danach brachte ich ihn zurück in das Klassenzimmer und schickte ihn zurück auf seinen Platz. Ich fragte die Lehrerin, ob sie die unterste Zeile der Snellen-Sehtafel lesen könne. Sie konnte es nicht. Dann zeigte ich ihr eine andere, nichtvertraute Sehtafel, die sie noch schlechter erkennnen konnte. Sie erklärte mir, dass ihre Brille neu angepasst werden müsse. Ich fragte den sommersprossigen Jungen, ob er sie lesen könne. "Ja," sagte er, und tat es prompt.

Die Lehrerin explodierte. Es sei unmöglich, sagte sie, dass er die Buchstaben lesen könne; er müsse auf irgendeinem anderen Wege herausgefunden haben, welche es sind. Sie zeigte auf die Uhr, "Wie spät ist es?", fragte sie. Der Junge antwortete ihr korrekt. Dann hielt sie ein Buch mit sehr großer Schrift empor, welches der Junge aus eineinhalb Metern Entfernung ebenfalls lesen konnte. Nachdem sie damit fertig war, zeigt ich auf einen sehr kleinen Buchstaben, den niemand aus der Entfernung hätte erkennen können, in der der Junge saß. Er lächelte und sagte, er könne ihn nicht erkennen. "Aber," sagte ich, "Du versuchst es ja gar nicht, Du strengst Dich nicht an, ihn zu sehen." In diesem Augenblick schlug die Lehrerin unerwartet mit ihrem Lineal hart auf die Tischplatte und uns allen fuhr der Schreck in die Glieder, mit der Ausnahme des sommersprossigen Jungen, der gelernt hatte, sich vor solchen Einflüssen zu schützen. Mit krächzender Stimme schrie sie: "Warum tust Du nicht, was der Herr Doktor von Dir verlangt?" Nach kurzer Zeit waren meine Nerven wieder zu etwas zurückgekehrt, das einigermaßen dem Normalzustand entsprach und ich wendete mich an den Jungen und fragte: "Warum versuchst Du es nicht?" Er antwortete, immer noch lächelnd, "Hat keinen Sinn, es zu versuchen." [Im Original: "No use tryin'."]

Mit diesen Worten als Vorgabe sprach ich zu der Klasse und sagte, dass der Junge recht habe und dass die Sehkraft niemals perfekt sei, wenn man versucht, zu sehen. Durch den Strain sorge man nur dafür, dass man sich unwohl fühlt, und es werde einem niemals guttun. Danach fuhr ich damit fort, die Schüler einige Fakten demonstrieren zu lassen. Ich wies sie an, ihre Aufmerksamkeit dauerhaft auf den kleinsten Buchstaben fixiert zu halten, den sie von ihrem Sitz aus jeweils gerade noch erkennen konnten. Dass sie also darauf starren sollen, dass sie versuchen sollen, ihn zu sehen, dass sie sich darauf konzentrieren sollen, dass sie ihre Augenlider zu Schlitzen verengen sollen – kurz gesagt: Dass sie einfach alles mögliche tun sollten, um ihre Sehkraft zu verbessern. Ich bemerkte, dass die Lehrerin, welche zuvor zum hinteren Ende des Raums gegangen war, dem zuhörte, was ich sagte.

Die Schüler taten, was ich ihnen vorgeschlagen hatte, und stellten rasch fest, dass sie durch die Anstrengung begannen, sich unwohl zu fühlen, was wiederum ihre Sehkraft verschlechterte. Dann bat ich einen der Schüler, mir den kleinsten Buchstaben zu nennen, den er noch erkennen konnte. Er antwortete: "Ein O in der vorletzten Zeile." "Als Du ihn gesehen hast, war es leicht, ihn zu sehen?" Er antwortete: "Ja, ganz problemlos". Dann sagte ich zu ihm: "Als Du versuchtest, ihn zu sehen, als Du es Deinen Augen schwergemacht hast durch die Anstrengung, durch den Strain, was passierte?" Er antwortete: "Der Buchstabe verschwand und die ganze Tafel wurde verschwommen. Ich habe Kopfschmerzen bekommen, und das mag ich nicht."

"Schließe Deine Augen," sagte ich, "und ruhe sie aus. Bedecke Deine Augen mit den Handflächen, sodass keinerlei Licht mehr hindurchkommt. Nun sage mir, wer Amerika entdeckt hat." "Kolumbus," antwortete er, "im Jahre 1492." "Kannst Du Kolumbus buchstabieren?", fragte ich. "Ja," antwortete er, "K-o-l-u-m-b-u-s." Während dieser ganzen Zeit stand die Lehrerin mit geschlossenen und bedeckten Augen. "Du hast es richtig buchstabiert," sagte ich. "Wie steht es mit Deinen Kopfschmerzen?" "Sie sind verschwunden," sagte er, "und ich fühle mich gut."

Ich bemerkte, dass die Lehrerin immer noch ihre Augen bedeckt hielt, und als der Junge sagte, dass seine Kopfschmerzen verschwunden seien, nickte sie mit dem Kopf. Ich wies nun den Jungen an, seine Hände herunterzunehmen, seine Augen zu öffnen, und mir zu sagen, wieviel er sehen konnte. "Gee", rief er aus, "Ich sehe besser. Der Buchstabe O ist in Ordnung und ich kann einige von den Buchstaben in der untersten Zeile sehen." Das gesagt, steckte er beide Hände in seine Hosentaschen, lächelte mich an, drehte sich um und grinste in die Klasse.

Ein kleines Mädchen mit Brille hob scheu ihre Hand und sagte, als ich ihr bedeutete zu sprechen: "Bitte, Herr Doktor, ich habe schreckliche Kopfschmerzen." Ihre Augen sahen sehr angestrengt aus. Ich wies sie an, ihre Brille abzunehmen und sie auf das Pult zu legen, auf die Sehtafel zu schauen, und zu lesen, was sie erkennen kann. Zu diesem Zeitpunkt nahm die Lehrerin am hinteren Ende des Raumes die Hände von ihrem Gesicht, nahm ihre Brille ab, und legte sie auf das nächstgelegene Pult. Ich frage das kleine Mädchen, was sie sehen könne: "Ich kann nur die größten Buchstaben am oberen Ende der Sehtafel sehen."

Sie wurde angewiesen, ihre Augen zu schließen und sie mit ihren Handflächen zu bedecken. Die Lehrerin tat das gleiche, und all die anderen Kinder, die ebenfalls Brillen trugen, nahmen sie ebenfalls ab, schauten auf die Sehtafel, schlossen ihre Augen und bedeckten sie mit ihren Handflächen. Dann sagte ich zu dem kleinen Mädchen, das die schlimmen Kopfschmerzen hatte: "Wie lautet Dein Vorname?" "Margaret," antwortete sie. "Kannst Du das buchstabieren?", fragte ich sie, und sie buchstabierte es. "Wie lautet Dein Nachname?" Sie sagte ihn mir, und auf meine Bitte hin buchstabierte sie auch ihn. Dann lächelte sie. "Wie steht es mit Deinen Kopfschmerzen?" "Ich habe keine.", antwortete sie. "Nimm nun Deine Hände herunter, öffne Deine Augen und sei dann so lieb, die Buchstaben auf der Sehtafel für mich zu lesen."

Sie las umgehend vier komplette Buchstabenzeilen vor, und sah sehr glücklich aus, als sie es tat. Unterdessen hatten die Lehrerin und die anderen Schüler, die Brillen getragen hatten, dasselbe getan und als sie nun das zweite Mal auf die Sehtafel blickten, lächelten sie, offensichtlich erfreut von dem, was sie sahen. Ich stellte überrascht fest, dass selbst die Lehrerin lächelte und als sie – während ich gerade im Begriff war, den Raum zu verlassen – nach vorne kam und ihre Brille in den Papierkorb warf, war ich darüber einigermaßen erstaunt. Sich zu mir umwendend fragte sie: "Herr Doktor, muss ich noch etwas sagen?" "Sie haben alles gesagt, ich danke ihnen.", antwortete ich. Als ich zur Tür hinausging, hörte ich die Klasse im Chor ausrufen: "Thank you, thank you."

Sehr bald darauf verdammte das Board of Education meine Methode als "unwissenschaftlich und irrig" ["unscientific and erroneous"] und verbat die Verwendung der Snellen-Sehtafel in den Schulen, mit Ausnahme des üblichen Verwendungszweckes, im Rahmen von Sehtests die Sehkraft der Kinder zu vermessen. So kamen meine angenehmen Besuche in den Klassenzimmern zu einem Ende. Einige Jahre später traf ich dennoch die Lehrerin des sommersprossigen Jungen, um mich nach seinem Befinden zu erkundigen. Sie begegnete mir mit einem Lächeln und ohne Brille und ich stellte fest, dass die Snellen-Sehtafel noch immer an der Klassenzimmerwand hing. Auf meine Nachfrage, warum sie denn dort noch hing, obwohl das Board of Education ihre Verwendung verboten hatte, antwortete sie: "Das Board of Education hat nicht die Macht, mich dazu zu bringen, diese Sehtafel fortzunehmen."

Daraufhin fragte ich nach dem sommersprossigen Jungen. "Graduiert.", antwortete sie. Da er noch unterhalb des Alters war, in dem die Kinder für gewöhnlich die öffentlichen Grundschulen verlassen, drückte ich meine Überraschung darüber aus. "Er wechselte in die Klasse für Hochbegabte.", sagte sie. "Durchlief meine Klasse in Windeseile und nahm eine ganze Reihe weiterer Kinder mit sich in die Hochbegabten-Klasse. Muss mittlerweile halb mit der Oberschule durch sein. Sehr gescheiter Junge."

Ich habe ein Buch geschrieben über die Heilung von Fehlsichtigkeit mittels Behandlung ohne Brille, welches mehrere hundert Seiten umfasst. Der sommersprossige Junge hat mit drei Worten im wesentlichen komplett das beschrieben, was in meinem Buch enthalten ist: "No use tryin'."

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Better Eyesight in deutscher Übertragung (eine Auswahl)

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Beitragvon Sina » 09.06.2013 17:20

Hallo Flo, :D

das ist eine tolle Idee! Ich habe diese Geschichte gleich mit viel Vergnügen gelesen.

Vielen Dank für deine Initiative

Liebe Grüße

Sina :D
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Better Eyesight - Übertragung 002

Beitragvon Flo » 09.06.2013 19:54

An dieser Stelle noch eine weitere notwendige Bemerkung: "to practice" bzw. "practice" (als Nomen) werde ich durchgehend mit "praktizieren" bzw. "Praxis/Praktizieren" übersetzen, es kann aber wahlweise auch als "üben" bzw. "Üben/Übung" verstanden werden, wenn einem der Sinn danach steht.

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Zeit zum Praktizieren
("Time to practice", William Bates, M.D., Better Eyesight Magazine, Vol. VIII, No. 11, Mai 1924)


Viele stark ausgelastete Personen beschweren sich, dass sie nicht die Zeit fänden, entsprechend meiner Methode zu praktizieren. Sie sagen, das Tragen der Brille gehe schneller und sei sehr viel einfacher.

Personen mit normaler oder perfekter Sehkraft praktizieren bewusst oder unbewusst jederzeit, wenn sie wach sind. Wenn jemand einen Buchstaben oder ein anderes Objekt perfekt scharf sieht, befinden sich seine Augen in einem Zustand der Ruhe ["the eyes are at rest"]. Jede Bemühung, die Sehkraft zu verbessern, verringert sie. Nur dann befinden sich die Augen in einem Zustand der vollkommenen Ruhe, wenn die Sehschärfe vollkommen ist. Personen mit unvollkommener Sehkraft müssen strainen, um unvollkommen sehen zu können. Personen mit Kopfschmerzen, generellen Schmerzen und anderen Symptomen von Unwohlsein in den Augen oder in anderen Teilen ihres Körpers befinden sich unter einem andauernden Strain zu sehen, was im allgemeinen unbewusst geschieht.

Sagt ein Patient, dass er keine Zeit zum Praktizieren findet, unterliegt er einem grundsätzlichen Irrtum. Er hat alle Zeit der Welt, seine Augen auf die richtige Weise zu verwenden, ganz ebenso wie er sie jederzeit auf die falsche Weise verwenden kann. Er hat stets die Wahl. Und wenn sich Patienten, nachdem sie in der Methode unterwiesen wurden, beschweren, dass sie keine Zeit zum Praktizieren finden, so ist das ein Fehler.

Einige Patienten stoßen sich an der Anweisung, ihre Brille abzulegen, da sie der Auffassung sind, dass ihre Sehkraft nicht ausreichend gut ist, um ihrer gewohnten Arbeit nachzugehen. Sie sind der Meinung, dass sie die Behandlung verschieben müssen, bis sie einen längeren Urlaub oder ähnliches nehmen können. Manche meiner Patienten haben sehr schlechte Sehkraft und finden dennoch Zeit zum Praktizieren ohne Brille. Einige Schullehrer mit -15 Dioptrien und Visen von weniger als 10/200 haben die Zeit zum Praktizieren gefunden, ohne dass es ihre Arbeit gestört hätte. Stattdessen hat sie das Praktizieren ohne Brille letztlich in die Lage versetzt, ihre Arbeit deutlich besser als zuvor zu erledigen.

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Better Eyesight Magazine - Übertragung ins Deutsche 003

Beitragvon Flo » 15.06.2013 17:31

Hallo mal wieder. Bild

An dieser Stelle noch eine weitere notwendige Bemerkung: "to imagine" kann in diesem Text je nach Zusammenhang eher als "sich etwas (bildlich) vorstellen" begriffen werden (etwa, wenn es im Text gerade darum geht, dass der Praktizierende sich etwas mittels des imaginativen Geistes (bildlich) vorstellen solle) – oder aber eher als "ein (Ab-)Bild erzeugen"/"einen Seheindruck vermitteln"; letzteres konkret zum Beispiel dann, wenn es im Originaltext heißt: "the eye imagines" bestimmte visuelle Phänomene; in diesem Verwendungszusammenhang ist also nicht so sehr ein psychologischer Prozess gemeint, sondern vielmehr ein überwiegend physiologisches/neurologisches Phänomen. – Ich werde daher mit Hinweis auf dieses "fließende Bedeutungsspektrum" durchgehend den Begriff mit "imaginieren" übersetzen. Alle Kurzanmerkungen in eckigen Klammern innerhalb des Textes stammen von mir.

Gruß, Bild
Flo

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Werfen Sie Ihre Brille fort
("Throw Away Your Glasses", William Bates, M.D., Better Eyesight Magazine, Vol. XIV, No. 1, Juli 1929)

(Anmerkung des Herausgebers: Der folgende Text ist der Nachdruck eines Artikels, der im Magazin Hearst's International im September 1923 erschien. Auf Anregung einiger unserer Leser erscheint er nun hier in Better Eyesight erneut.)

Vor mehr als dreißig Jahren, es nicht besser wissend und angeleitet durch die Praxis anderer Augenärzte, empfahl ich fehlsichtigen Patienten stets, ihre Augen fortzuwerfen und mittels Brillen zu sehen. Seit der Zeit habe ich einige wertvolle Entdeckungen gemacht, welche mich dazu in die Lage versetzen, Menschen ohne Zuhilfenahme von Brillen zu heilen. Der Satz lautet nun: "Wirf Deine Brille fort und sieh mit Deinen Augen."

Wir entwickeln uns rapide zu einer "bebrillten Nation" ["a four-eyed nation"]. Mit eifriger Begeisterung versehen die Augenärzte viele Menschen mit Brillen, die diese nicht brauchen. Sobald wir zum Arzt gehen und über unsere Augen klagen und über irgendeine andere nervöse Störung in unserem Geist und unserem Kopf, in unserem Magen oder anderswo, verschreibt der Arzt eine Brille. Vor fünfzig Jahren war die Zahl der Personen, die eine Brille trugen, sehr viel geringer, als sie es heute ist. Die menschliche Natur ist dergestalt, dass, sobald eine Person beginnt, eine Brille zu tragen, wir glauben, jedermann müsste ebenso handeln wie diese Person und ebenfalls eine Brille tragen. Wenn prominente Personen eine Mode vorgeben, so glauben die "gewöhnlichen Sterblichen", sie müssten es ihm nachtun. Nach den überbrachten Theorien sollten in diesem Land, mit seiner Population von 110 Millionen Menschen oder mehr, alle Menschen über Vierzig eine Brille tragen.

Einige Augenspezialisten sind sogar so weit gegangen, zu sagen, dass alle schulpflichtigen Kinder eine Brille tragen sollten. Entweder um ihre Fehlsichtigkeit zu lindern oder um ihre Sehkraft vor dem Versagen zu bewahren. Diese Angelegenheit wurde vom Board of Education der Stadt New York im Jahre 1912 behandelt und das Vorhaben wurde mit einigem Nachdruck vorangetrieben. Ich war der einzige Mediziner, der vor das Board trat und die Methode zur Heilung und Verhütung von Fehlsichtigkeit bei Schulkindern ohne die Zuhilfenahme von Brillen empfahl.

Der Wahnsinn mit den Brillen hat mitterweile sogar die Babybetreuung erreicht. Es ist alles falsch und die Beweise dafür, dass unvollkommene Sehkraft ohne die Verwendung von Brillen heilbar ist, haben sich durch die Jahre immer weiter angesammelt. Die meisten von uns sollten ein Interesse am Wohlergehen eines jeden Kindes haben, tätig werden und die Fakten untersuchen. Die medizinische Profession hat ihre diesbezügliche Pflicht missachtet. Es wurde wundervolle Arbeit geleistet bei der Erforschung und der Verhütung von Gelbfieber und anderen Krankheitszuständen, aber wenn es an das Auge geht, können die Ärzte nur Brillen empfehlen. Meine Untersuchungen haben viele Fakten von großer praktischer Bedeutsamkeit aufgezeigt

Zuallererst: Alle fehlsichtigen Kinder unter zwölf Jahren können ohne die Zuhilfenahme von Brillen geheilt werden. Das ist eine Herausforderung: Gibt es auch nur ein einziges Kind, welches durch meine Behandlung nicht geheilt werden kann, so liege ich falsch mit meinem kompletten Anliegen. Es gibt keine Ausnahme und wenn eine Behauptung keine Ausnahme besitzt, so nennen wir dies eine Wahrheit.

Sie können nicht nur von mir geheilt werden, sondern auch von ihren Eltern, ihren Lehrern, von jedermann der normalsichtig ist, aber sie können nicht von Menschen geheilt werden, die selbst fehlsichtig sind. [Der vorhergehende Satz fehlt interessanterweise in der Quackenbush-Edition der Better Eyesight-Gesamtausgabe komplett.] Die Lehrer in den öffentlichen Schulen waren erfolgreich, indem sie mit den Schülern täglich entsprechend meiner Empfehlungen praktizierten, die Snellen-Sehtafel mit jedem Auge einzeln zu lesen, der Praxis zumeist nicht mehr als ein paar Minuten widmend. Die Kinder, deren Sehkraft bereits normal ist, brauchen die Sehtafel nur mit ihrer normalen Sehkraft zu lesen, für eine Minute oder weniger jeden Tag, um Augen-Strain ["eyestrain"] und Fehlsichtigkeit vorzubeugen.

Einmal besuchte ich eine Schulklasse und sagte zu der Lehrerin: "Können Sie all jene Kinder benennen, die fehlsichtig sind?" Sie wählte eine Anzahl Kinder aus, von denen sie annahm, dass sie fehlsichtig seien. In all diesen Fällen traf sie diese Wahl aufgrund der Art und Weise, wie die Kinder ihre Augen gebrauchten. Einige von ihnen schielten, einige strainten auf andere Weise.

Ich testete die Sehkraft dieser Kinder und stellte fest, dass sie unvollkommen war. Ich schlug der Lehrerin vor, dass sie die Kinder bitten möge, ihre Augen ohne Strain zu verwenden, ohne jegliche Anstrengung zu sehen. Ich sagte: "Sie werden erkennen, wie gut die Kinder sehen können, wenn sie ihre Augen leicht und ohne Mühe verwenden."

Zu ihrer großen Überraschung lasen sie alle die Sehtafel mit normaler Sehkraft. Einige dieser Kinder trugen Brillen. Als sie sie abnahmen, war ihre Sehkraft zunächst unvollkommen, aber nachdem sie ihre Augen ausgeruht hatten, indem sie sie für fünf Minuten oder länger geschlossen hielten, verbesserte sie sich sehr. In einer anderen Klasse hatte die Lehrerin festgestellt, dass alle ihre Kinder fehlsichtig waren; aber indem sie ihnen zeigte, wie sie ihre Augen ausruhen können, indem sie Strain vermieden und indem sie sie schlossen, verbesserte sich die Sehkraft bei ihnen allen und alle bis auf eines erreichten vollkommene Sehkraft. Ich erfuhr, dass auch dieses Kind einige Wochen später ebenfalls vollkommene Sehkraft erreicht hatte. Es ist allerdings unmöglich, diese Kinder zu heilen, solange sie noch eine Brille tragen.

Bei all meiner Begeisterung fühlte ich, dass es für mich nicht angemessen ist, mich bei der Behandlung von Kindern einzumischen, die unter der Betreuung eines anderen Arztes standen und eine Brille trugen, die dieser verschrieben hatte. Aber natürlich konnte man es nicht mir anlasten, wenn die Kinder ihre Brillen verloren und dennoch gut ohne sie zurechtkamen.

Es sollte betont werden, dass Lehrkräfte, die selbst eine Brille tragen, einen größeren Prozentanteil von Schülern haben, die ihrerseits fehlsichtig sind, als das bei solchen der Fall ist, deren Sehkraft normal ist und die keine Brille tragen. Warum ist das so? Es ist eine Tatsache, dass Kinder, von Natur aus großartige Imitatoren, nicht nur bewusst oder unbewusst den angestrengten fehlsichtigen Blick der Augen der Lehrkraft nachahmen, sondern auch den Strain in allen Nerven des Körpers. Für das Wohl der Schulkinder sollten keine brillentragenden oder fehlsichtigen Lehrkräfte mit der Betreuung von Kindern an öffentlichen oder privaten Schulen bedacht werden

Eltern, die Brillen tragen, befinden sich praktisch ununterbrochen unter einem nervösen Strain. Es kann in allen Fällen gezeigt werden, dass die Augen dieser Kinder dazu tendieren, zu strainen und dass ihre Sehkraft nachlässt, da die meisten dieser Kinder, wenn nicht alle, den nervösen Strain ihrer Eltern bewusst oder unbewusst imitieren. Die Zukunft unseres Landes liegt in der Hand unserer Kinder und ich glaube, dass wir alle jedes Opfer bringen sollten, das für ihr Wohlergehen gebracht werden kann.

Es hat sich gezeigt, dass alle Personen, die ich testete, ohne die Zuhilfenahme von Brillen heilbar waren. Ich habe die Tatsache aufgezeigt, dass die Augen aller kurzsichtigen Personen normal werden, wenn sie auf eine entfernte kahle Wand schauen, ohne dabei zu versuchen, zu sehen. Das gleiche ist wahr auch für alle anderen Fälle, bei Weitsichtigkeit, bei Astigmatismus; es gibt keine Ausnahmen.

Es kann immer gezeigt werden, dass das normale Auge mit normaler Sehkraft kurzsichtig wird, wenn es sich bemüht, in die Ferne zu schauen; erneut: keine Ausnahmen. Wenn das normale Auge straint, um am Nahpunkt zu sehen, tendiert das Auge zu weniger Kurzsichtigkeit und wird schließlich auch weniger kurzsichtig, erzeugt dafür aber ein gewisses Maß an Weitsichtigkeit.

Der Strain bei Astigmatismus kann stets aufgezeigt werden. Mithilfe des Willens kann im normalen Auge durch den wird erforderlichen Strain jede Art von Fehlsichtigkeit erzeugt werden. Das normale Auge befindet sich immer in Ruhe und nichts wird getan, um zu sehen. ["The normal eye is always at rest and nothing is done in order to see."] Sobald irgendetwas getan wird, ist es immer falsch und erzeugt immer Fehlsichtigkeit. Dies legt gewisse Behandlungs- und Verhütungsmaßnahmen nahe. Eine Behandlung kann nur dann erfolgreich sein, wenn perfekte Ruhe erreicht wird.

Jeder Mediziner, der eine Brille trägt, ebenso wie jedes Kind, jeder Mann, jede Frau, muss strainen, um seine Augen der Brille anzupassen. In jedem einzelnen Fall kann dieses Tatsache aufgezeigt werden. Gewiss kann bzw. sollte die medizinische Profession die Führungsrolle übernehmen in dieser Bewegung, die den Nutzen der Augen der Schulkinder zum Ziele hat und ich glaube, wir vernachlässigen unsere Pflicht, wenn wir es unterlassen, diese Methoden zu studieren und zu praktizieren, welche ohne Zuhilfenahme von Brillen Fehlsichtigkeit heilen.

Fehlsichtigkeit ist für gewöhnlich ansteckend. Schauspieler auf einer Bühne verspüren kein Bedürfnis nach einer Brille. Man stelle sich nur einen Opernstar vor, der während seiner Darbietung eine starke Brille trägt. Der Strain würde die Musik ruinieren.

Viele Menschen fürchten sich vor dem Licht. Sie schützen ihre Augen mit dunklen Brillengläsern, wenn sie an den Strand gehen, sie benutzen Schirme, Sonnensegel; in tropischen Ländern ist eine besondere Art von Hüten sehr populär; Hüte, die dafür gedacht sind, die schädlichen Effekte des Sonnenlichtes zu vermeiden.

Bibliothekare und andere Leute, die bei künstlichem Licht arbeiten, verwenden alle möglichen Erfindungen, um ihre Augen vor dem künstlichen Licht abzuschirmen. Ist Sonnenlicht schädlich? Nein. Natürlich fühlt man die Veränderung, wenn man nach einem längeren Aufenthalt im Dunklen in das volle Sonnenlicht hinaustritt, und wenn man nervös ist, so ist die Wirkung auf das Auge verstärkt – übersteigert . Manche Menschen glauben, es sei schädlich für das Auge, bei vollem Sonnenlicht zu lesen, wenn die Sonne direkt auf das Papier scheint. Sie beklagen, das Licht blende ihre Augen .

Ich kenne einen Farmer, der für fünfzehn Jahre nicht in der Lage war, in der Sonne auch nur einen Handschlag zu tun. Er klagte, dass das Licht ihn vollständig blendete und so blieb er die meiste Zeit im Dunklen und war nicht so glücklich, wie er es hätte sein können. Er hatte eine große Familie und weil man ihn gern hatte, glaubte man, was er glaubte und so ermahnte man ihn laufend, seine Augen zu schützen. Wenn jemand plötzlich eine Tür öffnete und das Tageslicht hereinließ, gab es jedesmal viel Hast und Hektik, um die Türe zu schließen und den Herrn vor dem Licht zu schützen.

Er kam zu mir mit komplett in Tuch eingewickelten und so vor jeglichem Lichteinfall abgeschirmten Augen. Ich verdunkelte den Raum und ließ ihn nach unten schauen. Als er sehr weit nach unten schaute, hob ich eines der oberen Augenlider an und bündelte das Licht einer sehr hellen Lichtquelle auf den weißen Teil des Auges – zunächst ein künstliches Licht und dann das kräftige Licht der Sonne.

Die Wirkung war wunderbar. Er lächelte und ging im Raum umher, schaute aus dem Fenster, setzte seinen Hut auf, ging die Straße hinab und kam wieder zurück und fühlte sich erstklassig. Von diesem Tag an genoß er das Sonnenlicht, anstatt darunter zu leiden. Alles, was er benötigte, war ein wenig Ermutigung. Das starke Licht mithilfe einer Lupe zu bündeln und in sein Auge zu leiten verursachte ihm keinerlei Schmerzen oder Unwohlsein.

Ich kenne einen Weißen, der auf Borneo lebt, einer Insel in den Tropen. Dieser Mann geht seinen Beschäftigungen im Freien nach, ohne einen Hut zu tragen. Er sagte mir, dass die Eingeborenen keine Hüte trügen und dennoch kein Unwohlsein durch die Sonne empfänden. Und was für die Eingeborenen gut genug ist, das wäre auch für ihn gut genug. Und freilich funktionierte es. Er lebt dort bereits für vierzig Jahre oder länger und die Sonne fügt ihm keinen Schaden zu. Hatte er jemals einen Sonnenstich? Nein. Hat sonst schon irgendwer auf Borneo einen Sonnenstich gehabt? Es gibt keinen dokumentierten Fall. Weit draußen im kanadischen Nordwesten ist im Sommer das Sonnenlicht sehr kräftig und die Feldfrüchte reifen in wenigen Monaten. Sie bauen dort einen sehr guten Weizen an. Hat man je davon gehört, dass jemand bei der Arbeit in den Weizenfeldern einen Sonnenstich erlitten hätte?

In New York City berichtet die Presse von Zeit zu Zeit über Fälle von Sonnenstich während der heißen Jahreszeit. Ich wurde herbeigerufen, um solche Fälle zu behandeln. Nicht wenige Personen, die in Mietshäusern lebten, waren während des sehr heißen Wetters krank und ich bin sehr sicher, vor vielen Jahren auch Fälle von Sonnenstich behandelt zu haben. Es klingt unwirklich, aber viele dieser Fälle haben praktisch nie die Sonne gesehen und die meisten von ihnen hatten einen Atem, den wir heute in den Tagen der Prohibition beneiden würden.

Ich glaube nicht, dass irgendein Baseball- oder Tennisspieler bei seinem strapaziösen Training an einem hellen sonnenscheinerfüllten Tag je unter irgendeiner negativen Auswirkung des Sonnenlichtes gelitten hat. Die meisten Tennisspieler tragen noch nicht einmal eine Schirmmütze, um ihre Augen vor der Sonne zu schützen und man benötigt gute Augen, um eine gute Partie Tennis spielen zu können. Das Licht der Sonne scheint oftmals direkt in ihre Augen wenn sie aufschlagen und die Experten sind in der Lage den Ball sehr akkurat zu führen, ungeachtet der Sonne.

Vor vielen Jahren hörte ich auf die älteren und weiseren Männer, die die Augen behandeln und jene beklagten, dass etwas getan werden müsse, um die Kinder daran zu hindern, ohne Kopfbedeckung draußen in der Sonne zu spielen. Heute sind wir liberaler und behandeln Tuberkulose bei Kindern, indem wir nicht nur den Kopf und die Augen, sondern ihre kompletten Körper direkt von der Sonne bescheinen lassen und mir ist zur Kenntnis gekommen, dass dies eine sehr erfolgreiche Behandlungsmethode darstellt. Minenarbeiter, welche nur selten die Sonne sehen, haben immer auch Augenkrankheiten. Alle Menschen, die dunkle Brillengläser tragen und das volle Sonnenlicht meiden, haben ebenfalls immer auch Schwierigkeiten mit ihren Augen.

Ich hatte einmal eine Patientin, die zwei Jahre in einem Krankenhaus hier in New York verbracht hatte. Ihr Zimmer war komplett abgedunkelt und ihre Augen waren mit einem schwarzen Tuch bandagiert, so dass nicht ein einziger Lichtstrahl in ihre Augen fallen konnte. Als sie das Krankenhaus verließ, ging es ihr noch schlechter, als zuvor. Ich heilte sie, indem ich sie die Sonne anschauen ließ. Als sie begann, war sie zunächst vorübergehend geblendet. Sie sagte, dass sie keinerlei Lichtwahrnehmung hätte, aber nach ein paar Stunden erholte sie sich und ihre Augen fühlten sich besser an.

Ich unternahm den Versuch, sie zur Vorsicht zu gemahnen, dass sie es schrittweise angehen solle, um nicht zuviel Sonne auf einmal zu bekommen, zu warten, bis sie mehr daran gewöhnt sei; aber sie schenkte meinen Worten keine Aufmerksamkeit, fuhr fort, blendete ihre Augen erneut und wiederholte dies jeden Tag, was mit sehr rascher Verbesserung ihrer Sehkraft einherging. Bis sie nach nicht mehr, als ungefähr einer Woche oder so, ohne unter irgendwelchen Unwohlseinsgefühlen zu leiden, direkt auf die Sonne blicken konnte. Ihr Visus, der mit Brille 1/10 des Normalen betrug, wurde normal ohne Brille nach der Sonnenlicht-Behandlung.

Einige Wissenschaftler in Boston experimentierten an den Augen von Kaninchen. Sie fokussierten das kräftige Licht der Sonne direkt in die Augen, untersuchten dann die Netzhäute mit einem Mikroskop und fanden zu ihrer Überraschung keinerlei Schädigungen. Sie versuchten es mit starkem elektrischen Bogenlampenlicht [vermutlich von Xenon-Gasentladungslampen stammend] und fanden, dass die Netzhaut nicht verletzt war. Sie versuchten jedes nur bekannte Licht an den Augen dieser Tiere und in keinem einzigen Falle verursachte das Licht eine Verletzung. [1]

Vor zehn Jahren veröffentlichte der Scientific American eine Artikelserie über die Wirkung von Licht auf die Augen und berichtete, dass manche Arten von Licht Verletzungen hervorrufen können. Ich prüfte die Fakten und stellte fest, dass der Mann, der diesen Artikel geschrieben hatte, es versäumt hatte, über die Ausnahmen zu berichten.

Vor nicht allzu langer Zeit erzählte ein Bekannter von mir, er habe in den letzten drei Monaten vierundsiebzig Fälle von Augenerkrankungen gesehen, die durch das starke Licht der Bogenlampe verursacht wurden. Ich sagte ihm, dass ich das sehr ungewöhnlich fände, aber in meinem Herzen wusste ich, dass er unrecht hatte.

KONZENTRATION

Für viele Jahre wurde es von meinen Lehrern in meinen Kopf gehämmert, zunächst während der Schulzeit, später bei meinen Professoren an der Universität, dass man, um Dinge zu vollbringen und im Leben erfolgreich zu sein, das Konzentrieren üben müsse. Kürzlich erhielt ich in New York einen Werbebrief von einem Mann, der Populärliteratur schreibt – eine Einladung, an einem Seminar teilzunehmen mit dem Titel "Konzentration, der Schlüssel zum Erfolg". Etwa zur selben Zeit litt einer meiner Patienten sehr unter seiner Fehlsichtigkeit. Der Patient hatte ein 500seitiges Buch über Konzentration gekauft. Er las das Buch, um sein Gedächtnis und seine Sehkraft zu verbessern.

Über viele Jahre von Zeit zu Zeit kommen Patienten zu mir, die den Fakultäten von Columbia, Yale, Harvard, Princeton, Cornell und anderen Universitäten angehören, um ihre Augen behandeln zu lassen. Sie alle sagen, dass sie nicht nur nicht in der Lage sind, ihre Augen für kurze oder auch für längere Zeit normal zu gebrauchen, sondern auch in vielerlei anderer Hinsicht krank sind, physisch, mental, mit Nerven, die regelrecht zerstört sind ["with their nerves shot to pieces"]. Sie beklagen sich, sie hätten die Kraft verloren, sich zu konzentrieren.

Indem ich die Fakten untersuchte, fand ich heraus, dass sie alle ohne Ausnahme das Konzentrieren gelehrt hatten. Es tut mir persönlich gut, mit diesen Menschen in Konflikt zu geraten, denn dies sind die Menschen, die so viel Fehlsichtigkeit verursachen. Es kann gezeigt werden, dass alle fehlsichtigen Menschen versuchen, sich zu konzentrieren. Ich habe wiederholt den Beweis veröffentlicht und beschrieben, dass Konzentration bei den Augen unmöglich ist.

Das Unmögliche zu versuchen ist ein Strain, ein furchtbarer Strain und der schlimmste Strain, den die Augen nur erfahren können. So viele Menschen haben eine Theorie darüber, dass Konzentration eine Hilfe darstellt, und wenn wir alle uns nur konzentrieren könnten, wären wir alle viel besser dran. Die Schwierigkeit besteht darin, dass Konzentration eine Theorie ist und keine Tatsache. Wird etwa versucht, sich auf einen Teil eines großen Buchstabens der Snellen-Sehtafel in einer Entfernung von drei oder sechs Metern zu konzentrieren, so kann gezeigt werden, dass die Anstrengung fehlschlägt und die Sehkraft unvollkommen wird.

Das gleiche gilt für die Erinnerung und die Vorstellungskraft. Das Wörterbuch sagt, Konzentration sei eine Anstrengung, den Geist auf einen einzelnen Punkt fixiert zu halten. Ich habe eine große Anzahl Menschen geprüft und nicht einer von ihnen war jemals in der Lage, dies – und sei es auch nur für kurze Zeit – zu vollbringen und das Ergebnis ist immer schlecht für die Augen, für das Gedächtnis, für die Nerven und für den Körper als ganzen. Wären die Professoren, die Konzentration befürworten, weise, so würden sie den Versuch, sie zu praktizieren, aufgeben. Nur auf diese Weise könnten sie die Schwierigkeiten vermeiden.

BEHANDLUNG

Wenn Sie fehlsichtig sind und das Bedürfnis haben, normale Sehkraft ohne Brille zu erlangen, schlage ich vor, einige Fakten im Gedächtnis zu behalten. Zunächst einmal besitzt auch das gesunde Auge nicht in allen Momenten die volle Sehkraft. Sollten also zu Beginn Rückschläge auftreten, seien Sie nicht entmutigt. Überprüfen sie zunächst ihre Sehkraft an einer Snellen-Sehtafel mit jedem Auge einzeln bei sechs Metern Entfernung, dann schließen Sie ihre Augen und ruhen sie aus. Bedecken Sie sie mit einer oder beiden Händen in einer Weise, die das Licht komplett ausschließt und tun sie dies für mindestens eine Stunde. Öffnen Sie dann ihre Augen für einen Augenblick und überprüfen sie ihre Sehkraft mit beiden Augen gleichzeitig.

Ihre Sehkraft sollte sich vorübergehend verbessert haben, wenn sie ihre Augen ausgeruht haben. Sollte ihre Sehkraft sich nicht verbessert haben, so bedeutet dies, dass sie Dinge unvollkommen und unter einem Strain stehend erinnert oder imaginiert haben. Mit geschlossenen und zur Ruhe bedeckten Augen, mit ruhigem Geist, sollte überhaupt nichts gesehen werden – alles sollte schwarz sein. Falls sie Farben sehen – Rot, Grün, Blau, oder Lichtblitze – so ruhen Sie nicht ihre Augen aus, sondern Sie strainen sie.

Manche Menschen lassen, wenn sie ihre Augen schließen, den Geist wandern und denken an Dinge, die angenehm für sie zu erinnern sind; Dinge, die ihnen ohne ihr Zutun in den Sinn kommen und welche schnell, leicht und perfekt erinnert werden. Einige Patienten haben große Schwierigkeiten, ihre Sehkraft zu verbessern, indem sie ihre Augen schließen und versuchen, sie auszuruhen. Wenn Ihr Versuch fehlschlägt, finden Sie jemanden mit vollkommener Sehkraft, um ihnen vorzuführen, dass das Ausruhen der Augen hilfreich ist und der ihnen dann auch zeigen kann, wie man es bewerkstelligt.

Wenn Personen mit normalen Augen normale Sehkraft haben, so empfinden sie keine Schmerz-, Kopfschmerz- oder Erschöpfungsgefühle. Wenn eine Person mit unvollkommener Sehkraft ihre Augen schließt und sie erfolgreich ausruht, so wird das Auge einstweilen normal. Wenn solch eine Person in die Ferne schaut und sich an einen Buchstaben, eine Farbe oder irgendein Objekt vollkommen erinnert, so sind die Augen normal und die Sehkraft ist vollkommen. Das ist ein sehr beachtenswertes Faktum; es wurde an Tausenden Fällen geprüft und man kann stets zeigen, dass es wahr ist.

Einer der schnellsten und befriedigendsten Wege, die Sehkraft zu verbessern, ist die vollkommene Imagination. Das normale Auge imaginiert einen kleinen Buchstaben in sechs Metern Entfernung in der selben Größe, wie in dreißig Zentimetern Entfernung. Das fehlsichtige Auge sieht für gewöhnlich den Buchstaben in sechs Metern Entfernung größer, als er wirklich ist.

Das normale Auge imaginiert das Weiß der Snellen-Sehtafel in sechs Metern, drei Metern Entfernung ebenso weiß, wie in dreißig Zentimetern Entfernung. Das fehlsichtige Auge sieht die Weiße der Sehtafel weniger weiß beziehungsweise in einer Grauschattierung.

Die weißen Zentren der Buchstaben werden vom normalen Auge weißer imaginiert, als andere Teile der Sehtafel, während das Auge mit unvollkommener Sehkraft die weißen Zentren weniger weiß imaginiert als die Randbereiche der Sehtafel. Personen mit unvollkommener Sehkraft wurden sehr rasch geheilt, indem ihnen diese Fakten vorgeführt wurden und indem sie ermutigt wurden, die Buchstaben in der gleichen Weise zu imaginieren, wie das normale Auge sie imaginiert.

Wenn kleine Schrift gelesen wird, etwa in einer Zeitung oder in einem Buch, ist das normale Auge in der Lage die weißen Flächen zwischen den Zeilen weißer zu imaginieren, als sie wirklich sind. Je weißer die Flächen imaginiert werden, desto schwärzer und distinkter erscheinen die Buchstaben.

Personen mit unvollkommener Sehkraft imaginieren die weißen Flächen zwischen den Zeilen feiner Schrift, die sie zu lesen bestrebt sind als ebenso weiß, wie die Randbereiche der Seite. Personen mit unvollkommener Sehkraft werden nicht in der Lage sein, feine Schrift zu lesen, bis sie fähig werden, die weißen Flächen zwischen den Zeilen der Buchstaben weißer zu imaginieren, als sie es in Wirklichkeit sind.

Wenn Menschen mit normaler Sehkraft normal schauen, so sind sie immer in der Lage, einen Buchstaben oder einen Teil eines Buchstabens besser zu sehen, als alles Restliche. Es ist unmöglich, einen kompletten Buchstaben in einem einzigen Augenblick vollkommen wahrzunehmen. Man muss unterschiedliche Teile jeweils am Besten imaginieren. Personen mit unvollkommener Sehkraft, wenn sie eine Zeile mit Buchstaben betrachten, die sie nicht lesen, so entdecken sie, dass sie nicht einen Teil der Buchstabenzeile am besten sehen, sondern dass ihnen vielmehr der Großteil der Zeile in einem blassen Grau erscheint, mit keiner klaren Trennung zwischen den einzelnen Buchstaben.

Mit "Zentraler Fixation" ist die Fähigkeit gemeint, dort am besten zu sehen, wohin man schaut. Wenn ein kleiner Buchstabe klar oder perfekt gesehen wird, so kann gezeigt werden, dass während der gesamte Buchstabe auf einmal gesehen wird, dennoch jeweils immer ein Teil des Buchstabens zur Zeit am besten gesehen oder imaginiert wird. Hat das normale Auge normale Sehkraft, so unterliegt es einer Sinnestäuschung und sieht in einem gegebenen Moment jeweils einen Buchstaben einer Zeile oder einen Teil eines Buchstabens am besten.

Wir sehen diese Sinnestäuschungen nicht im strengen Sinne, sie sind imaginiert. Zentrale Fixation ist eine Wahrheit, zu der es keine Ausnahmen gibt. Und dennoch ist es alles Imagination. Je vollkommener die Imagination, desto vollkommener die Sehkraft, desto vollkommener die Zentrale Fixation.

Es ist interessant, zu realisieren, dass die Wahrheit über das Sehen in all seinen Erscheinungsformen nicht den Gesetzen der Physiologie, der Optik, der Mathematik gehorcht [bzw. "zu gehorchen scheint"] und zu versuchen, auf einleuchtende Weise darzulegen, warum oder auf welche Weise diese Dinge sind, wie sie sind, ist Zeitvergeudung, denn ich glaube nicht, das irgendjemand all die vielfältigen Erscheinungsformen der Imagination erklären kann.

Die meisten Menschen besitzen eine Imaginationskraft, die gut genug ist, um sich selbst zu heilen, wenn sie sie nur gebrauchten. Was wir sehen, ist nur das, was wir denken, dass wir es sehen oder was wir imaginieren, dass wir es sehen. Wenn wir auf die korrekte Weise imaginieren, so sehen wir korrekt, wenn wir unvollkommen imaginieren, so sehen wir unvollkommen. Menschen mit unvollkommener Sehkraft haben Schwierigkeiten, zu imaginieren, dass sie den gleichen Buchstaben in sechs Metern Entfernung klar erkennen können, den sie in dreißig oder weniger Zentimetern Abstand sehen.

Es kann gezeigt werden, dass wenn jemand einen Buchstaben vollkommen erinnert, er nicht zur selben Zeit einen anderen Buchstaben unvollkommen erinnern kann. Das Gleiche gilt für die Imagination und für die Sehkraft. Dieses Faktum ist von allergrößter Wichtigkeit für die Behandlung von Fehlsichtigkeit ohne die Verwendung von Brillen. Kann jemand das mentale Bild eines Buchstabens zu jeder Zeit, an jedem Ort, vollkommen erinnern, so ist die Imagination und die Sehkraft für alle anderen jeweils betrachteten Buchstaben ebenfalls vollkommen.

Die Erinnerungskraft kann verbessert werden, indem ein Buchstabe jeweils abwechselnd für den Teil einer Minute oder länger mit geschlossenen Augen erinnert wird und dann derselbe Buchstabe für den Bruchteil einer Sekunde mit geöffneten Augen erinnert wird. Unglücklicherweise ist es wahr, dass viele Menschen mit unvollkommener Sehkraft nicht in der Lage sind, mentale Bilder vollkommen zu erinnern oder zu imaginieren. Die Behandlung dieser Fälle ist kompliziert.

Ein Patient sah ein weißes Kissen, auf das er blickte, ohne jede Schwierigkeit. Er dachte, er sehe alles daran auf einmal. Wenn er seine Augen schloß, konnte er kein mentales Bild des Kissens erinnern.

Ich lenkte seine Aufmerksamkeit bei geöffneten Augen auf die Tatsache, dass er das Kissen nicht in jedem Augenblick an allen Stellen gleich weiß wahrnahm, sondern dass seine Augen von einer Ecke des Kissens, die er gerade am besten sah, zu einer anderen Ecke oder zu einer anderen Stelle wanderten, und dass er erfolgreich jeweils einen kleinen Teil des Kissens am besten imaginierte. Mit geöffneten Augen konnte er nicht zwei Ecken des Kissens zugleich am besten sehen. Er musste sie jeweils mittels zentraler Fixation sehen, jeweils eine Stelle am besten, um das Kissen vollkommen scharf zu sehen. Ich schlug vor, dass er das Kissen mit geschlossenen Augen auf die gleiche Weise erinnern solle, jeweils eine Ecke oder zur Zeit, oder jeweils eine kleine Stelle zur Zeit.

Augenblicklich erhielt er zum ersten Mal in seinem Lebem ein klares mentales Bild des Kissens. So wurde er dazu fähig, ein mentales Bild des Kissens mit geschlossenen Augen gut zu erinnern oder zu imaginieren, indem er weiter nach eben dieser Methode vorging. Er wurde dazu fähig, ein mentales Bild jweils eines einzigen Buchstaben zur Zeit zu imaginieren. Er stellte dabei durchgehend fest, dass er zu keiner Zeit den gesamten Buchstaben auf einmal erinnern konnte. Der Strain war offenkundig und verunmöglichte dies. Mittels abwechselnden Erinnerns des mentalen Bildes eines Buchstabens mit geschlossenen Augen und Erinnern des gleichen Bildes mit geöffneten Augen für den Bruchteil einer Sekunde, wurde er dazu fähig, das mentale Bild eines Buchstabens ebenso gut zu erinnern, wenn er auf eine kahle Wand blickte, auf der es nichts zu sehen gab, als wenn seine Augen geschlossen waren.

Es erforderte einige Stunden des Praktizierens, bevor er den Buchstaben vollkommen erinnern konnte, wenn er irgendwo in die Nähe der Snellen-Sehtafel blickte, da er nicht einen Buchstaben vollkommen erinnern und einen Buchstaben auf der Snellen-Sehtafel unvollkommen imaginieren konnte, ohne das mentale Bild zu verlieren. Mit anderen Worten: Er konnte nicht zur gleichen Zeit eine Sache vollkommen imaginieren und eine andere unvollkommen.

Sobald ein Patient dazu fähig geworden ist, unter günstigen Bedingungen ein mentales Bild mit geöffneten Augen ebenso gut zu imaginieren, wie mit geschlossenen, so kann seine Heilung in überschaubarer Zeit erreicht werden. Ein Patient beispielsweise konnte den größten Buchstaben der Snellen-Sehtafel aus nicht mehr als einem Meter Entfernung erkennen, aber durch das Praktizieren der Erinnerung eines mentalen Bildes des Buchstabens, abwechselnd mit geschlossenen Augen und mit geöffneten Augen, wurde er innerhalb weniger Wochen dauerhaft geheilt.

Zu Beginn betrug seine Sehkraft, selbst mit der starken Brille, nur ein Zehntel des Normalen, aber mithilfe der mentalen Bilder wurde er fähig, aus sechs Metern Entfernung eine Zeile der Snellen-Sehtafel zu lesen, die die Notierung "3 Meter" trug. [Was 200% Sehkraft entspricht.] Schulkinder unter zwölf Jahren, die niemals Brillen getragen haben, können leicht von ihren Lehrern innerhalb von zwei Wochen oder weniger geheilt werden.

Es ist sehr wichtig, dass alle Patienten, die von ihrer Fehlsichtigkeit geheilt zu werden wünschen, ihre Brille ablegen und sie niemals für irgendwelche Notfälle wieder aufsetzen. Ebenso ist es nicht ratsam, Operngläser zu verwenden. Ohne die Brille zu gehen hat wenigstens einen Vorteil: Es dient dem Patienten als Ansporn, die richtigen Methoden zu praktizieren, um all die Sehkraft zu erlangen, die möglich ist.

VERHÜTUNG VON KURZSICHTIGKEIT BEI SCHULKINDERN

Vor etwa fünfzehn Jahren stellte ich meine Methode zur Verhütung von Kurzsichtigkeit bei Schulkindern an einer Reihe von Schulen in der Stadt New York vor. In einem Jahr untersuchte ich die Aufzeichnungen von zwanzigtausend Kindern, die jeweils vor und nach der Behandlung getestet wurden. Eine negative Behauptung zu beweisen, also zu beweisen, dass etwas nicht auftritt, obwohl etwas anderes getan wurde, ist sehr schwierig bis unmöglich. Als ich meine Behandlung für die Schulkinder empfahl, stellte ich die Behauptung auf, dass jedes Kind, welches meine Methode auf die richtige Weise verwendet, besser sehen würde und egal, wie schlecht die Sehkraft sein möge oder für wie lange die Fehlsichtigkeit bereits bestehe, stets eine Verbesserung des Sehvermögens eintreten werde.

Ich traf die Aussage, dass, sollte auch nur eine Ausnahme auftreten, meine Methode nur eine Arbeitshypothese oder bestenfalls eine Theorie wäre, und dass ich in diesem Falle mit allem falsch läge, was ich je gesagt habe. Da aber alle Kinder, die die Methode verwendeten, ihre Sehkraft verbessern konnten, ist es evident, dass Fehlsichtigkeit in Form von Kurzsichtigkeit bei diesen Kindern zu dieser Zeit erfolgreich verhütet wurde.

Von Zeit zu Zeit habe ich Berichte zu den Ergebnissen meiner Methode zur Verhütung von Kurzsichtigkeit bei Schulkindern veröffentlicht. Diese Berichte liegen bei der New York Academy of Medicine vor und können von jedermann eingesehen werden.

Im Jahre 1912 hielt ich eine Vorlesung zu diesem Thema vor der New York County Medical Association, während der ich die Aussage traf, dass jedes Kind mit normalen Augen und normaler Sehkraft, das straint um in größerer Entfernung klar zu sehen, vorübergehend oder längeranhaltend kurzsichtig wird. Es gibt keine Ausnahmen.

Sollte ein kompetenter Ophtalmologe beweisen können, dass ich auch nur in einem einzigen Falle hiermit falsch liege, so liege ich mit all meinen Aussagen falsch, die ich über Kurzsichtigkeit getroffen habe. Das Experiment kann in den Büro- oder in den Praxisräumen eines Arztes durchgeführt werden und die Fakten können mithilfe des Retinoskops festgestellt werden, eines Instrumentes, welches verwendet wird, um die Stärke der Kurzsichtigkeit zu messen, die jeweils im Auge vorliegt.

Bei dieser Veranstaltung war eine große Anzahl prominenter Augenärzte der Stadt New York anwesend. Sie wussten, dass ich diese Aussage treffen und diese Herausforderung stellen würde, da ich ein Handout meiner Vorlesung an diese Herren schickte, zwei Wochen bevor ich selber sie hielt. Es wäre für jeden von ihnen sehr einfach gewesen, den Sachverhalt zu überprüfen und festzustellen, ob ich richtig oder falsch liege, aber als der Vorsitzende der Gesellschaft zur Diskussion meiner Aussagen aufrief, lehnten sie es ab, irgendetwas darüber zu sagen oder sie öffentlich zu bestreiten.

Ich habe Aufzeichnungen über sehr viele Menschen, die ihre Brille fortwarfen und nun vollkommene Sehkraft mit normalen Augen haben.

Es ist ihnen gelungen.
Jedem kann es gelingen.
IHNEN kann es gelingen.



[1] Inwiefern Bates' Aussagen aufgrund der durch den Menschen verursachten – teilweise signifikanten – Abnahme der Ozonkonzentration in der Hochatmosphäre und der damit einhergehenden Zunahme der UV-B-Intensität der Sonnenlichtes (das "Ozonloch", das sich nach neuesten Modellrechnungen etwa im Jahre 2050 wieder weitestgehend geschlossen haben dürfte), an dieser Stelle – zumindest vorübergehend – relativiert bzw. eingeschränkt werden müssen, gilt es gründlich zu überprüfen. Vermutungen, dass das vermehrte Auftreten von Katarakt bei bestimmten Schafspopulation in Südargentinien und Südchile zu Beginn der neunziger Jahre durch die dort zu der Zeit stark reduzierte Ozonschicht verursacht wurde, blieben meines Wissens nach bis zum heutigen Tage plausibel angezweifelt. Siehe dazu auch hier.
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Re: Better Eyesight Magazine - Übertragung ins Deutsche 003

Beitragvon Sina » 22.06.2013 09:23

Bates hat geschrieben:Viele Menschen fürchten sich vor dem Licht. Sie schützen ihre Augen mit dunklen Brillengläsern, wenn sie an den Strand gehen, sie benutzen Schirme, Sonnensegel; in tropischen Ländern ist eine besondere Art von Hüten sehr populär; Hüte, die dafür gedacht sind, die schädlichen Effekte des Sonnenlichtes zu vermeiden.

Bibliothekare und andere Leute, die bei künstlichem Licht arbeiten, verwenden alle möglichen Erfindungen, um ihre Augen vor dem künstlichen Licht abzuschirmen. Ist Sonnenlicht schädlich? Nein. Natürlich fühlt man die Veränderung, wenn man nach einem längeren Aufenthalt im Dunklen in das volle Sonnenlicht hinaustritt, und wenn man nervös ist, so ist die Wirkung auf das Auge verstärkt – übersteigert . Manche Menschen glauben, es sei schädlich für das Auge, bei vollem Sonnenlicht zu lesen, wenn die Sonne direkt auf das Papier scheint. Sie beklagen, das Licht blende ihre Augen ..

Das finde ich interessant. Ich habe bisher lieber indirektes Licht auf meine Lektüre vorgezogen.

Wenn ich direkte Sonne auf meiner Lektüre habe, ist das Nachbild, wenn ich die Augen schließe und palmiere, eine smaragdgrüne Fläche.

Wenn ich die Augen geschlossen in Sonne bade, ist die Fläche beim Palmieren danach dunkellila.

Weiß jemand, ob diese Farben etwas zu bedeuten haben? Kann es den Sehzellen schaden?

Ich habe gelernt, dass man niemals direkt in die Sonne blicken darf, weil man dann blind wird.
Stimmt das nicht?

LG

Sina :)
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Beitragvon Flo » 23.06.2013 11:11

Hallo Sina.

Bates hat geschrieben:Viele Menschen fürchten sich vor dem Licht. Sie schützen ihre Augen mit dunklen Brillengläsern, wenn sie an den Strand gehen, sie benutzen Schirme, Sonnensegel; in tropischen Ländern ist eine besondere Art von Hüten sehr populär; Hüte, die dafür gedacht sind, die schädlichen Effekte des Sonnenlichtes zu vermeiden.

Bibliothekare und andere Leute, die bei künstlichem Licht arbeiten, verwenden alle möglichen Erfindungen, um ihre Augen vor dem künstlichen Licht abzuschirmen. Ist Sonnenlicht schädlich? Nein. Natürlich fühlt man die Veränderung, wenn man nach einem längeren Aufenthalt im Dunklen in das volle Sonnenlicht hinaustritt, und wenn man nervös ist, so ist die Wirkung auf das Auge verstärkt – übersteigert . Manche Menschen glauben, es sei schädlich für das Auge, bei vollem Sonnenlicht zu lesen, wenn die Sonne direkt auf das Papier scheint. Sie beklagen, das Licht blende ihre Augen (...)


Das finde ich interessant. Ich habe bisher lieber indirektes Licht auf meine Lektüre vorgezogen. // Wenn ich direkte Sonne auf meiner Lektüre habe, ist das Nachbild, wenn ich die Augen schließe und palmiere, eine smaragdgrüne Fläche. // Wenn ich die Augen geschlossen in Sonne bade, ist die Fläche beim Palmieren danach dunkellila.

Was passiert mit dem Nachbild, wenn Du es ausreichend lange aufmerksam bei geschlossenen Augen betrachtest? Wie verändert es sich dadurch?

Weiß jemand, ob diese Farben etwas zu bedeuten haben?

Es sind Blendungsnachbilder. Siehe dazu (zum Beispiel) erneut die Better-Eyesight-Übertragung 003.

Kann es den Sehzellen schaden? // Ich habe gelernt, dass man niemals direkt in die Sonne blicken darf, weil man dann blind wird. Stimmt das nicht?

Ein guter Beweis dafür, dass direktes Sonnenlicht die Netzhaut nicht zwangsläufig schädigt, besteht darin, dass letztlich jederzeit direktes Sonnenlicht (irgendwo) auf die Netzhaut fällt, sofern die Sonne gerade am Himmel ist und irgendwo im Gesichtsfeld steht. Schaut man zum Beispiel für sagen wir drei Minuten durchgehend auf einen schönen Baum am Horizont, während die Sonne gerade noch im Gesichtsfeld schräg oberhalb des Baumes steht (was bei durchschnittlicher Lichtempfindlichkeit stets unwohlseinsfrei möglich ist, wie die meisten hier bestätigen können) so fällt das direkte Licht der Sonnenscheibe gebündelt und durchgehend auf ein und dieselbe Stelle der Netzhaut in beiden Augen entgegengesetzt schräg unterhalb der jeweiligen Zentralstelle. Wäre das schädlich für die Sehzellen in dieser Netzhautregion, so wären wir logischerweise alle längst komplett (peripher) blind. Da das durch einfache Befragung der alltäglichen Wirklichkeit erwiesenermaßen nicht so ist, scheinen zumindest diese Sehzellen – die sich nach heutigem Stand der Wissenschaft physiologisch relevant in nichts von denen in der Zentralstelle der Netzhaut unterscheiden – "ganz gut" mit direktem gebündeltem Sonnenlicht klar zu kommen. Schließt man nun von dieser Erkenntnis ausgehend analog auf die Zentral-Netzhautzellen zurück, so ergibt sich die Behauptung. Die Angst vor dem direkten Blick auf die Sonne erscheint also physiologisch unbegründet. Die intensiven (teils unangenehmen) Wahrnehmungen bzw. Empfindungen bei (vielleicht erstmaligen) Versuchen von Seiten des typischen Fehl- oder Normalsichtigen begründen sich dann einfach aus mangelnder Praxis und – daraus folgend – mangelnder Gewohnheit beziehungsweise mangelnder Gewöhnung.

Gruß, Bild
Flo
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Re: 507

Beitragvon Susa » 25.06.2013 10:05

Hallo zusammen,

>Die intensiven (teils unangenehm) Wahrnehmungen bzw. Empfindungen bei (vielleicht erstmaligen) Versuchen von Seiten des typischen Fehl- oder Normalsichtigen begründen sich dann einfach aus mangelnder Praxis und – daraus folgend – mangelnder Gewohnheit beziehungsweise mangelnder Gewöhnung.<

Ich kann persönlich vermelden, dass ich, seit ich das Sehen nach Flo-Methode wiedererlerne und praktiziere, auch insgesamt wesentlich lichtunempfindlicher geworden bin. Mit dem von Flo irgendwo einmal geschilderten Ansatz klappt es ganz gut: Bei zu starkem Blendungsgefühl beim Ansehen eines Sehobjekts einfach etwas an einer Stelle anschauen, bei der man sich weniger stark geblendet fühlt und sich dann peu à peu wieder an die helleren Teile der Sehszenerie "herantasten".

Viele Grüße
Susa
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Better Eyesight Magazine - Übertragung ins Deutsche 004

Beitragvon Flo » 01.07.2013 19:19

Vernunft und Autorität
("Reason and Authority", William Bates, M.D., Better Eyesight Magazine, Vol. I, No. 5, November 1919)

Jemand – vielleicht war es Bacon – sagte: "Es ist unmöglich, die fehlerhaften Ansichten eines Menschen mittels vernünftigen Denkens zu korrigieren, welche er sich niemals mittels vernünftigen Denkens angeeignet hat." Er hätte noch einen Schritt weitergehen und feststellen können, dass es weder mittels Vernunftsargumenten noch mittels direkter Vorführung der Tatsachen möglich ist, einige Leute davon zu überzeugen, dass ihre Anschauung, die sie von einer Autorität vermittelt bekommen und akzeptiert haben, falsch ist. Eine Person, auf deren Namensnennung ich verzichte, ein Professor der Ophtalmologie und Verfasser von Büchern, die hier in diesem Land und in Europa wohlbekannt sind, sah mich ein Experiment am Auge eines Kaninchens durchführen, welches nach Ansicht anderer, die dem Experiment beiwohnten, jenseits allen möglichen Irrtums bewies, dass die Augenlinse bei der Akkomodation keinerlei Rolle spielt. Während jedes Schrittes der Operation bestätigte er die Fakten; bei der Schlussfolgerung allerdings zog er es vor, die Beweiskraft der Sinne zu verleugnen, anstatt die einzige Schlussfolgerung zu akzeptieren, die diese Tatsachen zulassen.

Zunächst untersuchte er das Auge des Tieres, an dem experimentiert werden sollte, mit dem Retinoskop und stellte fest, dass es normal sei. Diese Tatsache wurde niedergeschrieben. Dann wurde das Auge mittels Elektrizität stimuliert, und er stellte fest, dass es akkomodierte. Dies wurde ebenfalls niedergeschrieben. Nun durchtrennte ich den musculus obliquus superior [den oberen schrägen Augenmuskel] und das Auge wurde erneut mittels Elektrizität stimuliert. Als dies vollzogen war, untersuchte der Arzt das Auge mit dem Retinoskop und sagte: "Sie haben keine Akkomodation bewirkt." Auch diese Tatsache wurde niedergeschrieben. Der Arzt verwendete nun selber die Elektrode, konnte aber erneut keine Akkomodation beobachten. Auch diese Tatsache wurde niedergeschrieben. Daraufhin nähte ich die durchtrennte Stelle des Muskels wieder zusammen und ein weiteres Mal wurde das Auge mit Elektrizität stimuliert. Der Arzt sagte: "Jetzt ist es ihnen gelungen, Akkomodation hervorzurufen." und es wurde ebenfalls niedergeschrieben. Ich fragte: "Denken Sie, dass der obere schräge Augenmuskel irgendetwas mit der Hervorbringung von Akkomodation zu tun hat?" "Gewiss nicht", antwortete er. "Warum?" fragte ich. "Nun", sagte er, "Ich habe nur das Zeugnis des Retinoskops. Ich bin nicht mehr der Jüngste und ich habe nicht mehr das Vertrauen in meine Fähigkeit, das Retinoskop zu verwenden, die ich früher einmal hatte. Ich würde es vorziehen, wenn Sie mich in dieser Angelegenheit nicht zitierten."

Solange die Operation in Gange war, gab er allerdings keinerlei Anlass zu der Vermutung, dass er seine Fähigkeit, das Retinoskop zu führen, anzweifelte. Er war sogar sehr eingenommen von der Tatsache, dass es misslang, Akkomodation hervorzubringen, nachdem der schräge Augenmuskel durchtrennt worden war und der Ton in seiner Stimme ließ vermuten, dass er dieses Misslingen als schmähliche Niederlage empfand. Erst, als er sich in einer logischen Falle wiederfand, mit keinem Ausweg, außer dem einen, seine eigenen Beobachtungen zu verleugnen, begann er Zweifel an ihrer Stichhaltigkeit anzumelden.

Manche Patienten, die ich von unterschiedlichen Formen der Fehlsichtigkeit geheilt habe, kehren zu den Spezialisten zurück, die ihnen die Brille verschrieben haben und demonstrieren ihnen die Tatsache, dass sie tatsächlich geheilt sind, an feiner Druckschrift sowie an der Snellen-Sehtafel. Allerdings ohne, dass diese Fachleute in ihrem blinden Vertrauen in die Doktrin, dass solche Heilungen unmöglich seien, erschüttert würden. Einem sechzehnjährigen Mädchen, welches unter einer fortschreitenden Kurzsichtigkeit litt, die bereits so stark war, dass ihr nicht mehr gestattet wurde, zu lesen und das ohne Begleitperson nicht mehr auf der Straße unterwegs sein konnte, wurde von dem Spezialisten, der von ihrer Familie hinzugezogen wurde, versichert, dass ihre Situation ziemlich hoffnungslos sei, und die Fehlsichtigkeit wahrscheinlich weiter voranschreiten würde um schließlich in Blindheit zu enden. Sie wurde mittels der Methoden, die in diesem Magazin beschrieben werden, in sehr kurzer Zeit geheilt, wodurch es ihr möglich wurde, auf die Brille zu verzichten und all die gewöhnlichen Aktivitäten des Lebens wieder aufzunehmen. Dann kehrte sie zu dem Spezialisten zurück, der sie zu Blindheit verdammt hatte ["who had condemned her to blindness"], um ihm die erfreuliche Neuigkeit mitzuteilen; aber obgleich es ihm unmöglich war, die Tatsache, dass ihre Sehkraft ohne Brille normal war, zu bestreiten, sagte er, dass es unmöglich sei, dass sie von Kurzsichtigkeit geheilt worden sei, da Kurzsichtigkeit nicht heilbar ist. Wie er diese Aussage mit dem Zustand seiner früheren Patientin in Einklang zu bringen vermochte, konnte er ihr nicht nachvollziehbar erklären.

Eine Dame mit zusammengesetzem myopischem Astigmatismus ["compound myopic astigmatism"] litt nahezu durchgehend unter Kopfschmerzen, welche noch schlimmer wurden, wenn sie ihre Brille abnahm. Zu allen Zeiten, egal, was sie tat, war sie dermaßen von Augenstrain geplagt, dass sie immer einige Tage der Woche im Bett verbringen musste; und wenn sie in ein Kino ging oder einer anderen sozialen Verpflichtung folgte, verlängerten sich diese Phasen weiter. Ich riet ihr, die Brille abzunehmen und sich einen Film anzuschauen: Zunächst auf eine Ecke der Leinwand zu blicken, dann hinaus in die Dunkelheit, dann wieder zurück auf die Leinwand, ein wenig näher am Zentrum und so weiter. Sie tat es und war bald in der Lage, ohne Unwohlsein direkt auf die Bilder zu schauen. Danach brachte sie nichts mehr aus der Ruhe. Eines Tages besuchte sie ihren vormaligen ophtalmologischen Berater, in Begleitung einer Freundin, die sich eine neue Brille verschreiben lassen wollte und erzählte ihm von ihrer Heilung. Die Tatsachen schienen ihn jedoch in keiner Weise zu beeindrucken. Er lachte nur und sagte: "Ich schätze, Dr. Bates steht bei Ihnen höher im Kurs, als ich das tue." ["I guess Dr. Bates is more popular with you than I am."]

In einigen Fällen lassen sich die Patienten, nachdem sie geheilt wurden, selbst davon überzeugen, dass es unmöglich sei, dass so etwas passiert sein könne und kehren zu ihrer Brille zurück. Ein Geistlicher und Schriftsteller, siebenundvierzig Jahre alt, der für Jahre eine Brille für die Ferne und zum Lesen getragen hatte, hatte das, was ich das besondere Glück einer sehr schnellen Heilung nennen würde. Mit der Hilfe seiner Vorstellungskraft war es ihm gelungen, sich in weniger als fünf Minuten zu entspannen und entspannt zu bleiben. Als er auf feine Druckschrift blickte, erschien sie ihm grau und er konnte sie nicht lesen. Ich fragte ihn, ob er jemals schwarze Drucktinte gesehen habe. Er antwortete, selbstverständlich habe er das. Daraufhin sagte ich ihm, dass die Absätze der Leseprobe, die er in Händen hielt, mit Drucktinte gedruckt seien und dass sie nicht grau sondern schwarz sei. Ich fragte ihn, ob er nicht wüsste oder glaubte, dass sie schwarz sei, oder ob er sie sich nicht zumindest schwarz vorstellen könne. "Ja", sagte er, "das kann ich" und augenblicklich las er die Schrift. Es kostete ihn ungefähr eine Minute, dies zu vollbringen und er befand sich noch nicht länger als fünf Minuten in der Praxis. Die Heilung war stabil und er war sehr dankbar – für eine Weile. Dann fing er an, mit ihm bekannten Augenspezialisten zu sprechen und daraufhin begann er, skeptisch zu werden bezüglich des Wertes dessen, was ich für ihn getan hatte. Eines Tages begegnete ich ihm im Hause eines entfernten Freundes und in der Anwesenheit einer Reihe anderer Leute beschuldigte er mich, dass ich ihn hypnotisiert hätte, hinzufügend, dass das Hypnotisieren eines Patienten ohne dessen Wissen oder Einverständnis bedeutete, ihm schlimmes Unrecht zuzufügen. Einige der Zuhörer protestierten, dass, ob ich ihn nun hypnotisiert hätte oder nicht, ich ihm dennoch nicht nur kein Leid zugefügt hätte, sondern ihm stattdessen sogar in höchstem Maße wohlgetan habe und dass er mir deswegen verzeihen sollte. Er war jedoch nicht in der Lage, diese Sicht der Dinge anzunehmen. Später wandte er sich an einen prominenten Augenspezialisten, der ihm sagte, dass die Presbyopie (Alterssichtigkeit) und der Astigmatismus, unter dem er gelitten hatte, unheilbar seien und dass er, sollte er weiterhin darauf bestehen, auf die Brille zu verzichten, sich selbst großen Schaden zufügen könnte. Die Tatsache, dass seine Sehkraft für die Ferne wie auch für den Nahpunkt perfekt war, hinterließ keinerlei Wirkung bei dem Spezialisten und der Patient ließ es zu, sich soweit einschüchtern zu lassen, dass er selbst sie missachtete. Er kehrte zu seiner Brille zurück und soweit ich weiß, trägt er sie heute immer noch. Die Geschichte erlangte viel Aufmerksamkeit, da dieser Mann einen großen Freundes- und Bekanntenkreis besaß; und hätte ich seine Sehkraft zerstört, hätte ich schwerlich mehr leiden können, als ich es tat, weil ich ihn heilte.

Vor etwa fünfzehn bis zwanzig Jahren hielt der Spezialist, der in der vorhergehenden Geschichte erwähnt wurde, einen Vortrag über die ophtalomogische Abteilung der American Medical Association in Atlantic City und behauptete, jeder, der sage, dass Katarakt ["Grauer Star"] ohne ein Messer heilbar sei, ein Kurpfuscher ["a quack"] sei. Zu dieser Zeit war ich Assistenzarzt für Chirurgie an der New Yorker Augen-und-Ohren-Klinik und es traf sich, dass ich gerade zu der Zeit im Auftrage des leitenden Oberarztes dieses Krankenhauses, Dr. Henry G. Noyes, Professor der Ophtalmologie an der Bellevue Hospital-Ärzteschule statistische Daten zu Spontanheilungen von Katarakt gesammelt hatte. Als Ergebnis meiner Untersuchung hatte ich Aufzeichnungen über eine große Zahl von Fällen gesichert, die geheilt waren, nicht nur ohne das Messer, sondern sogar ganz ohne jegliche Behandlung. Ich besaß außerdem Aufzeichnungen über Fälle, die ich an Dr. James E. Kelly in New York überwiesen hatte und die er geheilt hatte, großteils mittels hygienischer Maßnahmen. Dr. Kelly ist kein Kurpfuscher und war zu jener Zeit Professor der Anatomie an der New Yorker Graduiertenschule für Mediziner mit angeschlossenem Krankenhaus ["New York Post Graduate Medical School and Hospital"] und praktizierender Chirurg an einem großen städtischen Krankenhaus. In den fünf Minuten, die jenen zugeteilt wurden, die über den Vortrag diskutieren wollten, war es mir möglich, der Zuhörerschaft genug von diesen Fällen zu berichten, dass sie mehr darüber hören wollte. Meine Sprechzeit wurde daraufhin verlängert, zunächst auf eine halbe Stunde, dann auf eine Stunde. Später erhielten sowohl Dr. Kelly als auch ich selber viele Briefe von Männern aus verschiedenen Teilen des Landes, welche seine Behandlungsmethode mit Erfolg angewendet hatten. Der Mann, der den Vortrag gehalten hatte, hatte sich blamiert, aber er verlor trotz meines Angriffes auf seine Theorien mit Fakten dennoch nicht an Ansehen. Er ist immer noch ein prominenter und geehrter Opthalmologe und in seinem jüngsten Buch gibt er nicht den geringsten Hinweis darauf, dass er jemals auch nur von erfolgreichen Methoden zur Behandlung von Katarakt abgesehen von Operationen gehört hätte. Er ließ sich weder von meinen Aufzeichnungen zu spontanen Heilungen überzeugen, noch von Dr. Kellys Aufzeichnungen zu Heilungen mittels Behandlung; und während einige wenige Männer ausreichend beeindruckt waren, die notwendigen Behandlungsschritte auszuprobieren, und während sie befriedigende Ergebnisse erhielten, hatten die Fakten dennoch keinerlei Wirkung auf den Berufsstand als ganzen und änderten auch nichts an der Lehre an den Ärzteschulen. Dass spontane Heilungen von Katarakt von Zeit zu Zeit auftreten, kann nicht bestritten werden; aber die Fälle sind üblicherweise sehr selten, und jeder, der andeutet, dass dieser Zustand mittels gezielter Behandlung geheilt werden könne, setzt sich immer noch dem Verdacht aus, ein Kurpfuscher zu sein.

Zwischen 1886 und 1891 war ich Dozent an der Graduiertenschule für Mediziner mit angeschlossenem Krankenhaus. Der Leiter der Institution war Dr. D. B. St. John Roosa. Er war der Autor zahlreicher Bücher und bei der gesamten medizinischen Fachwelt geehrt und angesehen. An der Schule hatte man die Angewohnheit die kurzsichtigen Ärzte mit Brillen zu versehen und ich hatte die Angewohnheit, sie ohne Brillen zu heilen. Es war natürlicherweise ärgerlich für einen Mann, der einem Studenten eine Brille aufgesetzt hatte, ihn zur Vorlesung ohne diese erscheinen zu sehen und ihn sagen zu hören, Dr. Bates habe ihn geheilt. Dr. Roosa fand es ganz besonders ärgerlich und die Schwierigkeiten erreichten eines Abends während eines jährlichen Banketts der Fakultät ihren Höhepunkt, als sich, in Anwesenheit von einhundertundfünfzig Ärzten, plötzlich sein ganzer Zorn über mich ergoss. Er sagte, ich würde die Reputation der Graduiertenschule verletzen, indem ich für mich beanspruchte, Kurzsichtigkeit heilen zu können. Jedermann wisse, dass Donders sagte, dass dies unmöglich sei, und ich hätte nicht das Recht, für mich in Anspruch zu nehmen, dass ich mehr als Donders wisse. Ich erinnerte ihn daran, dass manche der Männer, die ich geheilt hatte, von ihm höchstselbst eine Brille angepasst bekommen hatten. Er erwiderte, dass er, sollte er gesagt haben, dass sie kurzsichtig gewesen seien, einen Fehler gemacht hätte. Ich schlug eine weitergehende Untersuchung vor. "Passen sie weiteren Ärzten Brillen für Kurzsichtigkeit an", sagte ich, "und ich werde sie heilen. Es ist ein Einfaches für Sie, sie danach zu untersuchen und zu überprüfen, ob die Heilung echt ist." Diese Vorgehensweise sagte ihm allerdings nicht zu. Er wiederholte, dass es unmöglich sei, Kurzsichtigkeit zu heilen und um zu beweisen, dass es unmöglich sei, verwies er mich der Graduiertenschule, sogar ohne mir das Privileg des eigenständigen Rücktrittes zu belassen. Es ist eine Tatsache, dass der Mensch, außer in seltenen Fällen, kein vernunftgelenktes Wesen ist. Er wird beherrscht mittels Autorität und wenn die Fakten nicht in Einklang mit der Sichtweise stehen, die von der Autorität vorgegeben wird, so ist dies umso nachteiliger für die Fakten. Auf lange Sicht mögen und in der Tat müssen sie gewinnen; aber bis es soweit ist, tappt die Welt unnötig in Dunkelheit umher und erträgt viel Leid, welches hätte verhindert werden können. ["The fact is that, except in rare cases, man is not a reasoning being. He is dominated by authority, and when the facts are not in accord with the view imposed by authority, so much the worse for the facts. They may and indeed must win in the long run; but in the meantime the world gropes needlessly in darkness and endures much suffering that might have been avoided."]
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Re: Better Eyesight Magazine - Übertragung ins Deutsche 004

Beitragvon Sina » 03.07.2013 09:14

Solange die Operation in Gange war, gab er allerdings keinerlei Anlass zu der Vermutung, dass er seine Fähigkeit, das Retinoskop zu führen, anzweifelte. Er war sogar sehr eingenommen von der Tatsache, dass es misslang, Akkomodation hervorzubringen, nachdem der schräge Augenmuskel durchtrennt worden war und der Ton in seiner Stimme ließ vermuten, dass er dieses Misslingen als schmähliche Niederlage empfand. Erst, als er sich in einer logischen Falle wiederfand, mit keinem Ausweg, außer dem einen, seine eigenen Beobachtungen zu verleugnen, begann er Zweifel an ihrer Stichhaltigkeit anzumelden.


Hallo Flo, :)

ich finde es toll, dass Du Dir die Mühe machst, diese Artikel zu übersetzen. Nochmals vielen Dank dafür!

Zu obigen Abschnitt kommt mir die Frage, ob eigentlich das Führen des Retinoskops eine normale, übliche Technik von Augenärzten ist, die sie immer noch lernen, und anwenden, oder ob diese Kunst völlig in der Vergangenheit verschwunden ist.

Gruß Sina :)
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Beitragvon Flo » 10.07.2013 19:43

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Re: 507

Beitragvon Sina » 12.07.2013 10:15

Hallo Flo,

das mit der Sonne war nochmal ein ganz besonderes Kapitel Der Glaube, davon blind zu werden, wenn ich direkt in die Sonne blicke, saß sehr tief. Und ich erinnere mich, gehört zu haben, dass bei Sonnenfinsternissen, wenn die Menschen nicht mit Schutzgläsern hingeschaut haben, sondern nur mit Sonnenbrillen, dass es großen Schaden an den Augen gab. Ich denke mir, der Impuls, sofort wegzugucken bei direktem Sonnenlicht, hat schon seinen Sinn.

Aber deine Argumente leuchteten mir ein und ich wollte das prüfen. Vorsichtige Experimente. Leider schien erst mal eine Zeitlang keine Sonne. Jetzt habe ich aber einige Untersuchungen gemacht. Hier sind meine Ergebnisse:

Flo hat geschrieben:Wenn ich direkte Sonne auf meiner Lektüre habe, ist das Nachbild, wenn ich die Augen schließe und palmiere, eine smaragdgrüne Fläche.

Was passiert mit dem Nachbild, wenn Du es ausreichend lange aufmerksam bei geschlossenen Augen betrachtest? Wie verändert es sich dadurch?


Das Nachbild nach dem Lesen mit Sonne auf der Lektüre verändert sich farblich: zunächst smaragdgrün, dann wird es gelb durchsetzt, das hellt sich auf in weißlich-milchiges Gelb, langsam kommt dunkles Lila auf.

Dann geht es weiter, wie:

Flo hat geschrieben:Wenn ich die Augen geschlossen in Sonne bade, ist die Fläche beim Palmieren danach dunkellila.

Was passiert mit dem Nachbild, wenn Du es ausreichend lange aufmerksam bei geschlossenen Augen betrachtest? Wie verändert es sich dadurch?


... beim Nachbild nach dem Sonnenbaden mit geschlossenen Augen:

Zunächst ist es dunkellila das durchsetzt sich mit himmelblauen Pünktchen, es kommt ein Grünton rein und langsam wird es nach und nach durchsetzt von orange und geht dann in das rötliche orange über, das ich auch so habe, wenn ich die Augen schließe. Das Ganze ist ein leichtes Wallen, z. T. wie mit Äderchen durchsetzt.

Gestern ist mir auch noch aus Versehen passiert, dass ich beim Gardine zuziehen voll in die Sonne geblickt habe für einen winzigen Moment. Der Reflex reagiert sofort. Das ergab als Nachbild einen Daumennagel großen Fleck, der sich lange hielt. Die Farben waren noch tiefer dunkellila, blau, rot lila, einmal war die ganze Fläche auch reinweiß. Zum Teil sah ich das Nachbild auch noch bei geöffnetem Äugen. Es verlor sich dann aber nach einer Weile doch noch.

Später hatte ich noch ein interessantes Erlebnis: Die Augen fingen irgendwann an zu zittern, und taten das eine ganze Weile. Ich hielt sie geschlossen. Danach hatte ich ein Nachbild, das war leuchtend himmelblau, anders als die sonstigen Nachbilder, die bei mir immer mit dunkel hinterlegt sind.

So long und noch einen schönen Sommer
von
Sina :D
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Re: 507

Beitragvon Mrs.Robinson » 12.07.2013 15:55

Susa hat geschrieben:Hallo zusammen,

>Die intensiven (teils unangenehm) Wahrnehmungen bzw. Empfindungen bei (vielleicht erstmaligen) Versuchen von Seiten des typischen Fehl- oder Normalsichtigen begründen sich dann einfach aus mangelnder Praxis und – daraus folgend – mangelnder Gewohnheit beziehungsweise mangelnder Gewöhnung.<

Ich kann persönlich vermelden, dass ich, seit ich das Sehen nach Flo-Methode wiedererlerne und praktiziere, auch insgesamt wesentlich lichtunempfindlicher geworden bin. Mit dem von Flo irgendwo einmal geschilderten Ansatz klappt es ganz gut: Bei zu starkem Blendungsgefühl beim Ansehen eines Sehobjekts einfach etwas an einer Stelle anschauen, bei der man sich weniger stark geblendet fühlt und sich dann peu à peu wieder an die helleren Teile der Sehszenerie "herantasten".

Viele Grüße
Susa


Hallo an alle,

ich habe mehrere Ansätze, die mir bei greller Sonne helfen:

1. Prüfen ob die Gesichtsmuskeln entspannt sind
2. Nach unten sehen und stückchenweise immer weiter nach oben arbeiten (so weit, wie es eben möglich ist). Kann man mit dunklen Flächen gut kombinieren. Macht bei mir aber komischerweise keinerlei Unterschied.
3. Eine Weile die Augen schließen

Der letzte Punkt ist bei mir der effektivste. Ich kann danach sogar direkt in die Sonne sehen, ohne dass ich geblendet werde oder ein unangenehmes Gefühl/Schmerzen auftauchen. Nach einer Weile nimmt die Lichtempfindlichkeit wieder zu, dann schließe ich einfach noch mal die Augen. Geht halt nur, wenn man gerade irgendwo sitzt :D


Liebe Grüße

Mrs.Robinson
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Beitragvon Flo » 12.07.2013 23:04

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Beitragvon Sina » 13.07.2013 08:52

Hallo Flo, :D

weißt du zufällig, in welchem Kapitel von Better Eyesight der Artikel von William B. MacCracken zu dem Umgang mit Nachbildern ist?

Gruß
Sina :D
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Beitragvon Flo » 13.07.2013 10:18

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