Ein Esel namens Jan

Hier ist Platz für alle kleinen und grossen Erfolge auf dem Weg zur Verbesserung der Sehleistung. Ausserdem könnt ihr euch hier vorstellen.

Re: Ein Esel namens Jan

Beitragvon TMN » 08.03.2015 20:45

Selbst singe, summe und pfeife ich auch nur ganz selten. Bei mir im Kopf habe ich aber mehrere hundert Songs gespeichert und da weise ich meinen internen DJ einfach an, die eine oder andere Scheibe aufzulegen. Nicht zu vergessen sind natürlich die chartverdächtigen Eigenkompositionen, die mir auch immer wieder Spaß machen. Die zentrale Frage ist natürlich, was dann passiert. Man kann die Songs einfach nur abspielen lassen oder diese als Einleitung für gezielte Gedanken oder Emotionen verwenden, was ich immer mehr versuche.

Beim Lesen von Eselsweisheit ist mir nämlich aufgefallen, dass so manche positive Gedanken, wie z. B. die uneingeschränkte Zufriedenheit, einen starken Effekt auf den Körper und damit auch auf die Augen haben, emotional gesehen aber bei mir nur wenig passiert. Echte Freude sieht anders aus. Das fand ich sehr interessant, weil eine positive Einstellung mit viel Übung und regelmäßigem Warmhalten möglich, große Emotionen künstlich zu erzeugen hingegen schwierig ist. Deshalb teile ich deine Aussage in Bezug auf die Modi nur insofern, dass man durch Bewusstsein über seine Gedanken eine Objektivierung erreicht, durch die jegliche Art von Emotionen, seien sie positiv oder negativ, abgemildert oder gar neutralisiert werden. Falls man sich also beim Grübeln erwischt, dann kann man dieses recht einfach beenden. Sich aber zeitnah über Aktuelles oder Zukünftiges zu freuen, hängt von weiteren Faktoren ab, wie die allgemeine Stimmungslage und der Übung. Wenn ich z. B. gerade das Nachdenken über meinen mäßigen Fortschritt beim Augentraining beendet habe, ist es nicht leicht, mich einfach über das geplante Mittagessen des nächsten Tags zu freuen.
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Re: Ein Esel namens Jan

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Re: Ein Esel namens Jan

Beitragvon Jan-San » 06.06.2016 13:03

Ich musste mich erstmal einen Moment schütteln, weil ich erst jetzt den Tod von Flo "entdeckt" habe und ich echt traurig bin. Nun will ich aber noch meinen Beitrag schreiben, der letzte ist ja nun Ewigkeiten her.

* * *

In den letzten Monaten habe ich bemerkenstwerte Fotschritte gemacht. Vor allem das linke Auge holt immer mehr auf, ich kann mittlerweile ganz bewußt besser sehen, das geht sogar schon bis hin zur richtigen Scharfsichtigkeit, teilweise ohne Schlieren.

Das Geheimnis liegt für mich in drei Dingen:
1. Ich versuche nicht mehr aktiv zu sehen. Ich entspanne mich und meine Augen und schaue irgendwo hin, aber ohne scharf sehen zu wollen. Ich lasse die Augen praktisch einfach machen. Das ist am Anfang komisch, weil es ja unscharf ist, aber dann geht es los. Die Augen stellen sich von selbst (so gut es geht) scharf und ab und an habe ich das heftige Ziehen, Brennen und Tränen. Und dann sehe ich immer besser, bis hin zur völlig scharfen Sicht auf beiden Augen. Klappt nicht immer, und auch nicht immer so gut, aber es ist machbar und wird häufiger.

2. Ich öffne den Blick und versuche nicht mehr krampfhaft auf das Ziel zu starren. Stattdessen versuche ich die Welt als ganzes und mein Sehziel gleichzeitig zu sehen. Das entspannt die Augen sofort merklich und hilft zur besseren Sicht.

3. Ich erfreue mich an dem, was ich ansehe. Klingt bekloppt, hilft aber auch deutlich.

Steht alles auch so in den Ratgebern, es umzusetzen erfordert aber anscheinend massig Gefühl und Erfahrung.

Die Herausforderung liegt darin, diesen anderen Seh-Modus auch beizubehalten. Ich hänge so im "verkrampften" sehen drin, dass es echte Konzentration erfordert, nicht ruckzuck darin zu verfallen. Mein Augentraining besteht also darin, das andere Sehen zu erlernen.

Mal sehen, wie es weitergeht, wenn ich jetzt fleißiger und häufiger mich bewusst um meine Augen und mein Sehen kümmere, kriege ich vielleicht auch mal mein nerviges fast nicht vorhandenes beidäugiges/3-D-Sehen wieder hin.

* * *

Übrigens habe ich noch einen Prominenten gefunden, der Augentraining gemacht hat. Es ist - Überraschung - Kirk Douglas, der im Dezember 100 wird. Ich habe vor einiger Zeit seine Autobiographie aus den 80ern gelesen. Da erzählt er, dass er während des zweiten Weltkriegs zur AirForce wollte, aber abgelehnt wurde. Aber er gab nicht auf:
"Dann bewarb ich mich bei der Marine. Wieder war ich entsetzt über die Testergebnisse: Mein Sehvermögen war unzureichend. Es bewegte sich gerade so an der Grenze. Ich kaufte das Buch Sight Without Glasses. Ich studierte es und machte einen Monat lang die vorgeschriebenen Übungen. Dann kam ich durch den Augentest und trat in die Navy ein."
Ob ihr wirklich richtig seht, sehr ihr, wenn das Licht angeht. ;)
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Re: Ein Esel namens Jan

Beitragvon TMN » 06.06.2016 21:36

Ich denke, die Schwierigkeit liegt allgemein darin, sein wahres oder zweites "Ich" erst einmal besser kennenzulernen und dann konsequent in seinen Alltag zu integrieren, sozusagen mit ins Boot zu nehmen. Wenn man ein sehr hohes Maß an Selbstverwirklichung hätte, bräuchte man dies nicht, da das zweite "Ich" dann auch immer mit dabei wäre. Dies ist aber leider nur bei sehr wenigen Personen der Fall. Deine Punkte 1. und 2. deuten eigentlich nur auf eine höhere Wahrnehmung der eigenen Person inklusive Umfeld hin.
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Re: Ein Esel namens Jan

Beitragvon Sina » 07.06.2016 08:46

Hallo Jan-San,

ich bin sehr erschrocken.

Ich war lange nicht im Augenforum, bei mir läuft es ganz gut mit den Augen.

Nun sehe ich mal wieder rein, weil ich gern die Nachrichten derer „von damals“ aufmache

- und muss lesen, dass Flo tot ist.

Bitte teil mir mit, wo du das entdeckt hast.

Liebe Grüße
Sina
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Re: Ein Esel namens Jan

Beitragvon Jan-San » 07.06.2016 09:48

Hallo Sina,

ich hab es auch erst gestern hier im Forum gesehen und zwar hier (und war genauso erschüttert):

Im "Diskussionsforum": http://www.augen-training.com/wer-von-euch-hatte-zu-flo-kontakt-t2327.html
Bei "Sonstiges": http://www.augen-training.com/abschied-t2323.html


Hallo TMN,
ich weiß nicht, ob das was mit einem wahren oder zweiten Ich zu tun hat. Was soll das überhaupt sein, das wahre Ich?
Mit der Wahrnehmung sehe ich es genauso. Man (bzw. ich) ist in Gedanken so gerne in den Erinnerungen unterwegs oder schmiedet Pläne für die Zukunft und malt sich Szenarien aus. Entspannender und vermutlich besser für die Augen ist es jedoch, im Moment zu leben und diesen wahrzunehmen. Das ist dann die Wahrnehmung der eigenen Person und Umfeld, von der du schreibst.
Ich denke in letzter Zeit häufig daran, wie es war, als Kind so gut zu sehen, wie es bei mir der Fall war, und versuche auch, das zu fühlen. Und damals habe ich tatsächlich weder über die Vergangenheit gegrübelt, noch Pläne für die Zukunft geschmiedet, sondern die Welt so erlebt, wie sie gerade ist. Vielleicht ist das ein Seh-Geheimnis?
Ob ihr wirklich richtig seht, sehr ihr, wenn das Licht angeht. ;)
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Re: Ein Esel namens Jan

Beitragvon TMN » 07.06.2016 17:46

Das "zweite Ich" stammt zum Teil aus den einzelnen Bausteinen des eigenen Idealismus, der in der Jugend noch ausgeprägter war. Mit dem Erwachsenenwerden und dem Kennenlernen der Realität ist vieles davon nicht mehr aktiv, aber es ist eben doch noch vorhanden, wenn man es möchte. Daraus kann dann auch das entstehen, was ich das "wahre Ich" nenne. Ich trainiere meine Augen z. B. durchaus mit Interesse und manchmal auch mit einem gewissen Spaß. Bei der Formulierung, "Augentraining ist doch der reinste Mist" erhalte ich aber von innen eine viel größere Zustimmung. Dies hängt mit meiner (wahren) idealistischen Einstellung zusammen, dass die Sinnesorgane eines Lebewesens auf einem Planeten einfach zu funktionieren haben, ohne wenn und aber. Zum zweiten "Ich" zähle ich auch noch leichte Trancen, die ich mittlerweile durch alltägliche Tätigkeiten sehr schnell hervorrufen kann.

Sich beim Augentraining auf die Gegenwart zu beschränken, ist nicht zwingend, obwohl sie natürlich für Wahrnehmungen als einzige Zeit geeignet ist. Du kannst also ruhig in die Vergangenheit oder in die Zukunft schauen. Es kommt immer auf die konkreten Gedanken an. Der Teil des Unterbewusstseins, der sinnvollerweise dabei angesprochen werden sollte, kennt ohnehin keine Zeiten. Er produziert nur mehr oder weniger konkrete oder abstrakte Bilder. Wenn du z. B. denkst, "ich habe früher einen tollen Urlaub gehabt" ist es das gleiche, als wenn du denkst, "ich werde nächstes Jahr einen tollen Urlaub haben".

Ein wesentlicher Baustein des Idealismus ist der Faktor - Zeit -. Kinder haben meistens viel Zeit, insbesondere wenn sie noch nicht zur Schule gehen.
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Re: Ein Esel namens Jan

Beitragvon Jan-San » 12.06.2016 11:24

TMN hat geschrieben:Das "zweite Ich" stammt zum Teil aus den einzelnen Bausteinen des eigenen Idealismus, der in der Jugend noch ausgeprägter war. Mit dem Erwachsenenwerden und dem Kennenlernen der Realität ist vieles davon nicht mehr aktiv, aber es ist eben doch noch vorhanden, wenn man es möchte. Daraus kann dann auch das entstehen, was ich das "wahre Ich" nenne. Ich trainiere meine Augen z. B. durchaus mit Interesse und manchmal auch mit einem gewissen Spaß. Bei der Formulierung, "Augentraining ist doch der reinste Mist" erhalte ich aber von innen eine viel größere Zustimmung. Dies hängt mit meiner (wahren) idealistischen Einstellung zusammen, dass die Sinnesorgane eines Lebewesens auf einem Planeten einfach zu funktionieren haben, ohne wenn und aber. Zum zweiten "Ich" zähle ich auch noch leichte Trancen, die ich mittlerweile durch alltägliche Tätigkeiten sehr schnell hervorrufen kann.

Sich beim Augentraining auf die Gegenwart zu beschränken, ist nicht zwingend, obwohl sie natürlich für Wahrnehmungen als einzige Zeit geeignet ist. Du kannst also ruhig in die Vergangenheit oder in die Zukunft schauen. Es kommt immer auf die konkreten Gedanken an. Der Teil des Unterbewusstseins, der sinnvollerweise dabei angesprochen werden sollte, kennt ohnehin keine Zeiten. Er produziert nur mehr oder weniger konkrete oder abstrakte Bilder. Wenn du z. B. denkst, "ich habe früher einen tollen Urlaub gehabt" ist es das gleiche, als wenn du denkst, "ich werde nächstes Jahr einen tollen Urlaub haben".

Ein wesentlicher Baustein des Idealismus ist der Faktor - Zeit -. Kinder haben meistens viel Zeit, insbesondere wenn sie noch nicht zur Schule gehen.


Das klingt alles sehr interessant, da werde ich beizeiten mal drüber nachdenken.
Im übrigen bin ich der Ansicht, dass es keine Zeit gibt. Das Unterbewusstsein liegt also völlig richtig, ebenso wie die eine oder andere Kultur, die in ihrer Sprache nur die Gegenwart kennt.
Ob ihr wirklich richtig seht, sehr ihr, wenn das Licht angeht. ;)
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