EyeBody von Peter Grunwald

Hier können interessante Bücher vorgestellt werden.

Beitragvon Gisander » 13.02.2008 02:48

emt hat geschrieben:ab wann ist eigentlich etwas anhaften .. ?


Wenn es mich vereinnahmt und unfrei macht? Das wäre sowohl beim Unter- wie auch beim Überfokus der Fall.

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Beitragvon emt » 20.02.2008 09:35

hallo gisander,

gute hilfreiche definintion!

lg e.
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eyebody von grundwald / zusätzliche literatur

Beitragvon emt » 20.02.2008 10:03

hallo,

da peter grundwald aus der alexandertechnik kommt habe ich zusätzlich zu seinem buch 3 weitere bücher gelesen, die in den kontext passen, v.a. wenn man einen ganzheitlichen ansatz zur kurzsichtigkeit als angemessen betrachtet. es handelt sich dabei allerdings um bücher, die nicht dezitiert auf augentraining eingehen.

kurzsichtigkeit hat meiner meinung teilweise auch mit unangemessenen sehverhalten zu tun und ich denke die meisten hier würden dies bestätigen. bei den büchern geht es um den gebrauch des selbst bzw. körper im alltag. ich denke durch das alltägliche wiederholen von unpassenden körperbewegungen schadet man dem körper oft in der art wie der tropfen wasser den stein höhlt. gestern etwa gehe ich zu einer massage und die masseurin sieht auch, dass mein rechtes bein etwas länger ist was ich schon länger weiss. als ursache nennt sie mir z.b. überschlagene beine - und tatsächlich lege ich gern das rechte über das linke bein - also jetzt nicht mehr und hoffe ich kanns mir abgewöhnen. vorher hab ich lang links über rechts geschlagen und lange gebraucht, bis ich rausfand, dass deshalb meine linke kniesehne beim dehnen schmerzt. dann hab ich gewechselt von rechts auf links .. was dann zu oben beschriebenen problemen führte ..

die folgenden bücher haben mich sehr inspiriert mein verhalten im alltag
wahrzunehmen. ich habe etwa immer wieder nackenschmerzen, wie sie angeblich bei vielen kurzsichtigen vorkommen. nicht zuletzt durch diese bücher denke habe ich nun etwas gefunden, dass bei der ursache dafür ansetzt. ich schreibe hier nur ein paar stichworte dazu, vielleicht interessiert es noch andere hier.

f. m. alexander: der gebrauch des selbst.
etwas schwierig zu lesen, von den 30er jahren vom gründer der alexander-technik. alexander hat viel mit sich experimentiert weil er stotterte und heiserkeitsprobleme hatte und dabei die primärkontrolle gefunden, d.h. verbindung kopf-rumpf. er beschäftigt sich auch mit der oft zu ausgeprägten zielstrebigkeit, wo die mittel-wodurch auf der strecke bleiben.

michael gelb: körperdynamik.
ein sehr inspirierendes buch, dieses würde ich als einstieg zur alexandertechnik empfehlen. er meint wie wir mit uns selbst umgehen bestimmt unsere lebensqualität. und unterscheidet zwischen aufmerksamkeit und konzentration (= übermässige anspannung). achtsamkeit auf einen selbst und auf die umgebung mit einem leichten akzent auf das, was gerade ansteht (das ist es, was ich gerne lernen würde. ich konzentrier mich oft viel zu sehr auf eines). statt zielstreberei das wie beachten wäre wichtig. und auch fehler machen ist wichtig - genau das wird in der schule oft mit angst belegt. etwas nicht-zu-tun ist oft die herausforderung, nicht etwas zu tun.

moshe feldenkrais: das starke selbst.
fand ich ausgesprochen inspirierend und wie ich es las hatte ich teilweise das gefühl beim gehen auf der strasse ich bin 10 cm grösser geworden, vmtl. weil ich meinen kopf mehr aus dem nacken entlies. er hat das buch später geschrieben und ich denke er wurde durch alexander inspiriert. mir scheint er jedenfalls der spannendere autor zu sein. auch bei ihm geht es um den selbstgebrauch. er schreibt über spontanität, zwang (= alles das mit widerstand getan wird). gutes handeln zeichnet sich aus durch mühelosigkeit, widerstandslosigkeit, umkehrbarkeit. durch ein zwanghaftes bedürfnis brav zu sein und gut zu sein wird die spontanität gehemmt (hehe). auch er beschreibt fehler als wichtigestem bestandteil von lernen - lernen wie es nicht zu tun ist. er meint die halsreflexe werden von den augen beherrscht (das meint auch grunwald). ziel = motivation und nicht die handlung selbst.

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Re: eyebody von grundwald / zusätzliche literatur

Beitragvon Nicole » 20.02.2008 10:13

Hallo e.,

emt hat geschrieben:f. m. alexander: der gebrauch des selbst.
etwas schwierig zu lesen, von den 30er jahren vom gründer der alexander-technik. alexander hat viel mit sich experimentiert weil er stotterte und heiserkeitsprobleme hatte und dabei die primärkontrolle gefunden, d.h. verbindung kopf-rumpf. er beschäftigt sich auch mit der oft zu ausgeprägten zielstrebigkeit, wo die mittel-wodurch auf der strecke bleiben.


Das Buch würde mich interessieren.
Allerdings hat es nur 95 Seiten und soll über 20 Euro kosten!

Gerade weil es von ihm selbst ist, würde ich es anderen vorziehen.

Lohnt es sich? Kannst du ein wenig mehr zu diesem Buch schreiben?

lg
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Beitragvon emt » 20.02.2008 10:21

hallo nicole,

ich hab mir die bücher aus der bibliothek geholt - und da es ein solcher klassiker ist, ist die wahrscheinlichkeit hoch, dass es in vielen bibliotheken zu finden ist.

meiner meinung nach lohnt es sich nur bedingt. mir scheint schreiben war nicht seine sache, dass ist ja auch wieder eine eigene sache .. wer kann etwas neues rausfinden, wer kann gut wissen praktisch vermitteln, wer kann gut schreiben .. er war wohl gut in den ersteren zwei dingen, meiner meinung nach nicht so gut in letzterem.

feldenkrais und gelb fand ich um klassen besser geschrieben und praktischer für den hausgebrauch. den original alexander würd ich eher nachlegen zu einem späteren zeitpunkt. da ich zumindest schon 2 kurze seminare alexander technik besuchte und auch mehrere seminare in feldenkrais hatte ich zumindest schon eine idee worum es geht. ohne diese praktische erfahrung bleibts theoretisches geplänkel und sehr schwer nachvollziehbar denke ich.

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Beitragvon Nicole » 20.02.2008 10:36

Dann gehe ich mal in unserer Dorf-Bücherei nachsehen. :wink:
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Beitragvon emt » 20.02.2008 17:50

hallo,

nochmal zur grunwald-methode zurückkommend - er beschreibt das sehen mit tiefenwahrnehmung und beschreibt dies in etwa mit hinter die oberfläche sehen.

ich versuche dies nun manchmal beim gehen oder strassenbahnfahren und mir hilft es, wenn ich mir alles anschaue und mir dabei in etwa denke wie sich das, was ich da sehe, anfühlen würde, z.b. der rauhe asphalt (ihh wenn ich da mit dem motorrad stürzen würde ..), die kalten schienen, der rauhe baumstamm, glatte glasscheiben .. vielleicht auch mehr so, wie ich es als kind sah - alles als spielplatz, das man angreifen kann oder irgendwie zum spielen verwenden, herumlaufen - jedenfalls mit mehr kontakt zur umwelt - statt nur immer darüber hinwegzuschreiten eiligen schrittes. dieses prinzip steht für mich dann fast wieder im gegensatz zum umwandern, wo ich objekte als reine 2D-projektionen erfahre - als reine visuelle muster und strukturen. und grunwald hat recht, durch diese sichtweise fühle ich mich mehr oder weniger augenblicklich weniger isoliert und abgeschottet von der umwelt und integrierter, wirklicher .. nicht so in gedanken versunken und aufmerksamer im augenblick.

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Re: eyebody von grundwald / zusätzliche literatur

Beitragvon Gisander » 21.02.2008 12:18

Hallo emt,

emt hat geschrieben:moshe feldenkrais: das starke selbst.


Ich bin dir dankbar für diesen Tipp. Ich werde mir das Buch besorgen.

Das andere Buch von F.M. Alexander "Die konstruktive bewusste Kontrolle des individuellen Menschen" ist übrigens noch viel mühsamer zu lesen, hat für meinen Geschmack auch einen etwas unangenehm missionarischen Ton. Interessant ist es gleichwohl. Auf S. 150 geht er auch auf Sehprobleme ein:

"Im Zusammenhang mit genau dieser Frage der spezifischen Entwicklung eines bestimmten Sinnes ist heute tatsächlich weithin anerkannt, dass beispielsweise das Sehvermögen ganz stark von «Muskelkontraktionen» allgemein im Organismus beeinflusst wird, und dies trifft auch für die anderen Sinne zu. Über lange Jahre hinweg konnten wir an praktischen Beispielen beweisen, dass das Sehvermögen jener Schüler verbessert werden konnte, die auf einer allgemeinen Basis bewusster Kontrolle umgeschult und koordiniert worden waren. Und in jedem dieser Fälle trat diese Besserung ein, nachdem eine allgemeine Verbesserung des koordinierten Gebrauchs des ganzen Organismus erfolgt war. [...] Ein Mensch mit ungenügendem Sehvermögen hat eine ganze Anzahl anderer psycho-physischer Defekte, und eine Umschulung auf allgemeiner Basis muss immer Priorität haben über jeden Versuch spezifischer Umschulung."

Liebe Grüsse
Gisander
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Beitragvon emt » 21.02.2008 14:24

hallo gisander,

danke fürs zitat und genau das ist es, was ich mir auch schon seit einiger zeit denke. deshalb widme ich meine aufmerksamkeit derzeit alexandertechnik und feldenkrais - also einer ganzheitlichen verbesserung des selbstgebrauchs - nicht nur in bezug auf augen. mein bestreben wäre es, das ganze zusammenspiel zu verbessern. und überfokus auf die augen vermeiden - so gut wie halt möglich jetzt wo mich das thema so fesselt.

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Wochenendseminar: Es funktioniert!

Beitragvon esteffi » 25.03.2009 22:23

Ich war am 22.03 bei einem Eintages-Schnupperseminar und bin immer noch ganz überwältigt von meinem neuen Zustand.

Ich kann jetzt nicht nur sehen - alles ist anders. Farben springen mich mit ihrer Intensität an, plötzlich schweift mein Blick in Entfernungen, an die ich mich früher nur mit dem Fernsehglas gewagt habe. Die Welt präsentiert sich mir mit einer Tiefe, von der ich nicht wusste, dass sie existierte, ich nehme Dreidimensionalität viel stärker wahr, alles ist heller, glänzt ... die Welt ist tatsächlich schöner als vorher.

Gehen fühlt sich jetzt leichter an als vorher, auch meine Haltung hat sich verändert, es fällt mir leichter gerade zu sitzen, es kommt von innen und nicht durch äußere Anstrengung und Koordination.

Das alles ist extrem aufregend - teilweise weiß ich noch nicht, wie ich mit dem neuen Sinn umgehen soll - ich fühle mich, als ob ich vorher blind gewesen sei, dabei war ich nur leicht kurzsichtig mit hornhautverkrümmung.

ich glaube die schnellen erfolge habe ich auch der meditation zu verdanken.

Trotzdem komme ich mir vor wie ein Alien - sehe ich jetzt mehr, als normalsichtige oder fehlte mir die ganze zeit nur etwas?

wer hat diese erfahrungen noch gemacht - ich würde mich total gerne austauschen!!!!! schreibt an esteffi -at- fantasymail.de
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eyebody kurs rorschach juli 2009

Beitragvon emt » 22.06.2009 17:14

hallo,

ich habe noch einen restplatz für den einwöchigen eyebody kurs ende juli in rorschach/schweiz bekommen und freue mich schon sehr darauf. letztes jahr war ich zu spät .. nach der beschreibung des eintagesseminars freu ich mich gleich noch viel mehr darauf. ich hab ca. - 4,5 dioptrien kurzsichtigkeit und möchte mit dem motorrad anreisen. jetzt zerbreche ich mir den kopf welche linsen/brillen ich mitnehmen soll - vor allem auch für die rückfahrt.

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