Gibt es ''typische Heilungsverläufe''?

Akkomodieren, Fusionieren, Lichtbaden, Lichtblitzen, Palmieren, Visualisieren u.a.

497

Beitragvon Flo » 29.05.2013 19:57

Hallo Brigitka.

Wenn ich selbst meinen Brechungsfehler bestimmen will, brauche ich aber auch meine Pupillengröße.

Richtig. Du kannst sie entweder messen/abschätzen oder von einer zweiten Person messen/abschätzen lassen.

Habe mir gerade überlegt, wie da am besten vorzugehen wäre. // Einfach schätzen? Wäre für den Anfang zu unsicher.

Wieso? Und wieso "für den Anfang"?? – Kalkuliere doch den Fehler, den Du bei Deiner Helligkeits-/Pupillendurchmesserschätzung zu machen erwartest, einfach großzügig in die Rechnung mit ein, und schaue, wie stark und um welchen Wert das Endergebnis für die maximalen Brechungsfehler dadurch schwankt. Spätestens ab einem Visus von ungefähr 0.4 liegen die Werte für praktisch alle Durchmesser der Pupille (außer den extrem kleinen Werten) bereits dichter beieinander, als ±0.2 Dioptrien. Und selbst bei größeren Schwankungen (zum Beispiel bei Visen von 0.4 abwärts) gilt ja: Falls Deine Ergebnisse um mehr, als die jeweils ermittelte Schwankung von Deiner aktuellen Brillenverschreibung abwichen, ergäbe auch das bereits in sich einen Erkenntnisgewinn. Und zwar einen um so bedeutsameren, je größer die Abweichung zwischen beiden Ergebnissen wäre.

Viele Grüße, Bild
Flo
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Beitragvon augenauf » 30.05.2013 10:51

Hi Flo,

doch doch, ich schau immer wieder mal vorbei. Nach dem sich bei mir jedoch schon seit längerem keine weitere Verbesserung ergeben hat, hat auch die erste Euphorie etwas nachgelassen. Auch gab es für mich längere Zeit hier im Forum keine zusätzlichen hilfreichen Infos. Nach all deinen Beiträgen, deiner Übersetzung von David und dem mehrfachen Lesen von Bates habe ich das Gefühl, genau zu wissen, wie ich meine Augen richtig gebrauchen muss. Mein Problem ist, dass ich es im Eifer des Gefechts (=Alltag) einfach nicht hinbekomme bewusst zu sehen. Mein Wissen ist quasi noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen. Ich praktiziere das richtige Sehen also nur bewusst (wenn ich mich darauf konzentriere) aber noch nicht unterbewusst (also automatisch). Das Resultat ist, dass ich während eines Tages nur einige Minuten wirklich richtig meine Augen gebrauche und den Rest zu wenig darauf achte....

Jetzt noch kurz zum eigentlichen Thema: Ich habe den Thread noch mal durchgelesen, trotzdem ist mir immer noch nicht alles klar. Ist halt sehr mühsam, die Kernaussagen aus drei verschiedenen Threads zusammen zu klauben. Folgende Fragen habe ich noch:

Gilt die Methode für Weit- und Kurzsichtigkeit?

Wie ermittle ich den für mich persönlich richtigen Abstand in dem ich den Fehlsichtigkeitsstern aufstellen soll?

Wie ermittle ich den „gerade noch visuell auflösbaren minimalen Keildurchmessers als Sehdetail“? Entlang der Optimal-Achse ist das noch relativ einfach, da schärfer, aber entlang der Pessimal-Achse fällt mir das aufgrund der Unschärfe und den Doppelbildern sehr schwer. Hinzu kommt, dass sich hier schwarz und weiß zum Zentrum hin allmählich invertieren, d.h. außen ist der Keil noch kräftig schwarz, wird weiter zur Mitte hin verschwommen und erscheint dann im Zentrum wieder relativ scharf, aber das was weiß sein sollte ist schwarz und umgekehrt....

Nachdem Du Flo garantiert schneller schreiben kannst, als ich lesen (das Gefühl hatte ich beim Lesen deiner Beiträge wirklich schon öfter), wäre es super, wenn Du die ganze Methode in einen eigenen aufgeräumten Thread packen und samt allen Diagrammen und Downloads irgendwo im Forum oben anpinnen könntest. Ich glaube die meisten hier würden sich darüber freuen, eine Methode zur Ermittlung des Brechungsfehlers zu bekommen, ohne einen AA oder Optiker aufsuchen zu müssen.

LG
Franz
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Beitragvon Flo » 30.05.2013 12:41

Hallo Franz! Bild

Folgende Fragen habe ich noch: //Gilt die Methode für Weit- und Kurzsichtigkeit?

Ja. Denn ein bestimmter Brechungsfehler erzeugt optisch die gleiche "Verschwimmung" des Bildes/Reduktion des Visus', egal, ob er mit positivem oder negativem Vorzeichen auftritt.

Wie ermittle ich den für mich persönlich richtigen Abstand in dem ich den Fehlsichtigkeitsstern aufstellen soll?

Die Entfernung, in der Du zumindest noch die äußersten Bereiche aller Keile/Spalten mühelos erkennen/voneinander trennen kannst, sollte nicht überschritten sein. Sonst ist eine Visusbestimmung entlang der Pessimalachse(n) nicht möglich.

Wie ermittle ich den „gerade noch visuell auflösbaren minimalen Keildurchmessers als Sehdetail“? Entlang der Optimal-Achse ist das noch relativ einfach, da schärfer, aber entlang der Pessimal-Achse fällt mir das aufgrund der Unschärfe und den Doppelbildern sehr schwer.

Nähere Dich mit dem Blick langsam und behutsam von außen kommend entlang einzelner Spalten/einzelner Keile dem Zentrum. Da, wo der jeweilige Keil/der jeweilige Spalt zu sehr "zerfließt", als dass er noch als "Steg" zwischen zwei Spalten/Spalt zwischen zwei "Stegen" registriert werden kann, ist das vorläufige "Ende der Fahnenstange"/die vorläufige Grenze Deines visuellen Auflösungsvermögens entlang dieser Achse.

Hinzu kommt, dass sich hier schwarz und weiß zum Zentrum hin allmählich invertieren, d.h. außen ist der Keil noch kräftig schwarz, wird weiter zur Mitte hin verschwommen und erscheint dann im Zentrum wieder relativ scharf, aber das was weiß sein sollte ist schwarz und umgekehrt...

Achte einmal in den verschwommenen Bereichen dieser "interferenziellen Inversion" darauf, ob Du neben der "Verschwommenheit" in ihnen auch noch anderes wahrnehmen kannst – zum Beispiel Farben/Farbsäume. Überanstrenge Dich bei der "Suche" nicht, sondern weite den Blick einfach ein wenig bzw. dehne ihn auf eher größere Bereiche des Fehlsichtigkeitssterns aus.

Noch zwei generelle Anmerkungen zum Schluss: Falls Du vorhast, für länger als nur "für ein paar Augenblicke" auf den Fehlsichtigkeitsstern zu schauen: Denke daran, zwischenzeitlich immer einmal wieder die Augen zu schließen und etwas auszuruhen, damit Deine innere Anspannung bei diesem "Sehtest" irgendwohin abfließen kann und sich nicht etwa zu sehr anstaut und mit der Zeit immer stärker die Qualität des Seheindruckes/des optischen Bildes/der Augenempfindungen negativ beeinflusst. – Ebenfalls sehr erholsam ist es, immer wieder einmal auch bewusst auf die weniger "anstrengenden" Bereiche, zum Beispiel die um die Optimalachse(n) herum, zu blicken.

Gruß, Bild
Flo
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Beitragvon augenauf » 30.05.2013 14:29

Hi Flo,

danke für die ausführliche Antwort :-)

Ich hab jetzt mal deine Methode ausprobiert. Das kam dabei heraus:

Entfernung 1,2 m

Auflösung Optimal-Achse: ca. 1 mm
Auflösung Pessimal-Achse: ca. 1,5 mm

>> Visus Optimal-Achse: ca. 0,35
>> Visus Pessimal-Achse: ca. 0,23

Brechungsfehler (abgelesen an 2. gelben Linie von Oben / Beleuchtung Halogenlicht)
>> Optimal-Achse: ca. 0,8
>> Pessimal-Achse: ca. 1,2

Hier zum Vergleich die Werte meiner voll korrigierten Brille, mit der ich zwar noch am klarsten Sehe, aber der Unterschied zur 0,5 D unterkorrigierten Brille nicht auffällig ist:
R: Sph -1,5 Zyl -0,75
L: Sph -1,75 Zyl -0,25

Der oben ermittelte Visus entspricht in etwa dem, was ich auch auf meiner Sehtafel als dauerhafte Sehkraft ermittle (obwohl ich auch schon Momente mit deutlich besserem Visus hatte).

Wie erklärt sich der „relativ“ hohe Visus im Bezug auf meine Messwerte vom Optiker? Eigentlich sollte mein Visus doch deutlich schlechter sein, oder?

LG
Franz
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Beitragvon Flo » 30.05.2013 15:09

(momentan entfernt /Flo)

____Bild
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Beitragvon Flo » 30.05.2013 21:15

Und nochmal Hallo! Bild

Entfernung: 1.2 m

Auflösung Optimal-Achse: ca. 1 mm
Auflösung Pessimal-Achse: ca. 1.5 mm

>> Visus Optimal-Achse: ca. 0.35
>> Visus Pessimal-Achse: ca. 0.23


Noch eine Frage dazu: Wie breit sind bei Deiner Darstellung des Sternes die Keile an ihrer Basis?
Möglicherweise ist da noch etwas Spiel um die Messgenauigkeit noch einmal deutlich zu erhöhen.

Gruß, Bild
Flo
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Beitragvon augenauf » 31.05.2013 14:29


Hi Flo,

jetzt hab ich alles nochmal mit beiden Augen getrennt vermessen. Da ich Probleme hatte die richtige Stelle des noch sauber trennbaren Keilabschnittes zu identifizieren, habe ich die Methode etwas verändert. Ich habe jeweils den Abstand von der Tafel gemessen, bei dem ich den Stern bis ins Zentrum sauber auflösen konnte (im Zentrum sind die Stege bei mir ca. 0,2 mm breit). „Leider“ kommen dabei noch höhere Visen heraus.

L optim. Visus 0,87 (Abstand = 0,6 m)
L pess. Visus 0,65 (Abstand = 0,45 m)

R optim. Visus 1,16 (Abstand = 0,8 m)
R pess. Visus 0,87 (Abstand = 0,6 m)

Ich denke das ist einfach zu nah an der Tafel. Ich werde mal versuchen die Tafel größer auszudrucken, mit ca. 1mm Keilbreite in der Mitte...

LG
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Beitragvon augenauf » 02.06.2013 09:59

So, jetzt habe ich eine Stern mit 1 mm Keilduchmesser im Zentrum ausgedruckt. Anschließend habe ich jeweils die Entfernungen ermittelt, bei denen ich den Stern bis ins Zentrum auflösen konnte:

Links
Optim. - d=1,0m – BP=0,001m – v=0,29 - Dpt. -1,0
Pessim. - d=0,8m – BP=0,001m – v=0,23 - Dpt. -1,2

Rechts
Optim. - d=1,2m – BP=0,001m – v=0,35 - Dpt. -0,85
Pessim. - d=1,0m – BP=0,001m – v=0,29 - Dpt. -1,0

Die ermittelten Werte sind um ca. 0.25 Dpt. schwächer als die meiner um ca. 0,5 Dpt. Unterkorrigierten (lt. AA) Brille, mit der ich aber einen Visus von ca. 1,2 erreiche.

Alles in allem würde ich sagen die Methode funktioniert recht gut. Nur die genaue Ermittlung der max. Auflösung am Stern fällt mir noch etwas schwer. Die vielen Linien nebeneinander bilden Interferenzmuster, welche evtl. eine Auflösung zeigen, die nicht wirklich da ist. Ich werde mal versuchen wie sich nur zwei parallele Linien darstellen, welche im Winkel meiner Optim./Pessim.-Achse ausgedruckt sind. Bei nur Zwei Linien dürfte es keine Interferenzmuster geben, denke ich ….

LG
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Beitragvon Brigitka » 02.06.2013 20:43

Hallo Franz,

das mit den Linien in Richtung Optima und Pessima Achse finde ich gut. Denn der Stern in der Mitte iss ja schon etwas heikel.

Bei mir dauert es aber noch ein bißchen. Mein linkes Auge hat schon wieder eine grö0ere Pupille. Und ich wollte davor unbedingt ausprobieren, wie ich den Durchmesser möglichst genau feststellen kann.

LG, Brigitka
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Beitragvon augenauf » 02.06.2013 21:36

Hallo Brigitka,

schau doch mal in einen Rasierspiegel und halte dir ein Lineal direkt unter das Auge. Da müsstest Du den Pupillendurchmesser auf ca. 0,5mm genau abschätzen können.

LG
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Beitragvon Brigitka » 03.06.2013 11:41

Franz, das hat schon beim Augenabstand messen nicht so hingehauen. Wenn man das alleine macht, bewegen sich dann die Augen.

Werde es mit fotografieren probieren (und mir gleichzeitig ein Lineal zum kalibrieren ins Gesicht halten)

Leider ist das Menü meiner Digitalkemara etwas fummelig und das geht nicht einfach so nebenher.

Ich nehme mal an, mit Blitz lieber nicht, weil dann die Pupille wieder kleiner wird. Oder reagiert die bestimmt nicht so schnell?

LG, Brigitka
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Re: ...

Beitragvon lukita » 09.11.2014 22:58

Flo hat geschrieben:ich habe jetzt das ganze einmal durchgerechnet. Falls jemand vorhat, die Rechnung zwecks Überprüfung auf Korrektheit einmal unabhängig durchzuführen, hier sind meine Ergebnisse: [...]


Von welchem maximal erreichbaren Visus gehst Du hier denn aus?
1986 Erste Brille R sph -1.50 cyl -0.00, L sph -1.50 cyl -0.00
2008-10 Brille R sph -4.75 cyl -1.00, L sph -5.00 cyl -0.00
2013-04 Beginn Sehtraining
Seit 2013-09 Es gibt Augenblicke mit Visus > 0.7 ohne Brille.

Mein Ziel: Ein Leben ganz ohne Brille
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Beitragvon Flo » 10.11.2014 01:32

Von welchem maximal erreichbaren Visus gehst Du hier denn aus?

'Physiologischer Visus', also 2.0. - Korrespondierend mit dem gewöhnlichen Abstand jeweils zweier Sehzapfenzellen
in der Zentralfoveola (2.5 µm). (Vergleiche hierzu Anhang 5 in der 1999-Ausgabe von "Rechtes Sehen ohne Brille".)
Das heißt aber nicht, dass für den Betrachter nicht noch höhere Visen möglich sind, vergleiche hierzu Posting 492.

Viele Grüße, Bild
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