Ich hab's geblickt: Sehen ist ganzheitlich!

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Ich hab's geblickt: Sehen ist ganzheitlich!

Beitragvon Susa » 19.06.2012 13:29

Hallo zusammen,
diesen Fred habe ich vorzeiten auf der Hauptliste zu den Trainingsmethoden aufgemacht, als mir die Vermutung dämmerte, dass "gutes, sprich dauerhaft vollscharfes Sehen" nach der Methode, wie sie Flo vertritt, derselben Wurzel entspringt wie etwas anderes, was ich schon seit Jahren betreibe, nämlich Cantienica-Training. Inzwischen (Ende Februar 2013) hat es bei mir in puncto Bessersehen so weit "Klick" gemacht, dass ich meiner Vermutung weiter treu die Stange halte. Und da ich eben seit etwa drei Wochen ziemliche Fortschritte mache, weil ich Verschiedenes plötzlich begriffen habe, bat ich die MODs, meinen Fred zu den "Erfolgsgeschichten" zu schieben (Danke an Flo fürs Schieben).


Ab hier nun also das uneditierte Original:

ich habe ja neulich in einem anderen Post erwähnt, dass ich den Eindruck habe, dass das zentrale Sehen von Bates ziemlich stark dem entspricht, was ich von der Cantienica-Methode aus eigener Praxis kenne. Alles, was ich dazu sage, stammt aus den intensiven Diskussionen der letzten Monate, die rund um die Posts von Flo zum Thema Blickpunktverschiebung und zentrales Sehen entstanden sind.

Drum erst mal eine Erklärung: Was ist Cantienica?

Das ist eine Körperarbeitsmethode, die dem Trainierenden im Prinzip die "Grammatik" seines Körpers, sprich seine ursprünglichen anatomischen Zusammenhänge klarmachen und Methoden an die Hand geben will, damit man die Knochen und Muskeln gezielt so im Körper ausrichten kann, dass sie ihren Dienst optimal und im perfekten Zusammenspiel miteinander versehen. Dabei gilt: Je öfter und je länger man den Körper in dieser neuen (eigentlich alten, weil es seine ursprüngliche Natur ist) Weise hält, bewegt und sonstwie gebraucht, desto besser und nachhaltiger werden die neu erlernten Bewegungsmuster auf der eigenen Festplatte gespeichert, desto leichter lassen sie sich abrufen und desto stärker wird auch der Automatisierungsgrad des Ganzen.

Die Hauptprinzipien bei Cantienica sind:

- Alle Muskeln sind von der skelettnahen Tiefenmuskulatur ausgehend nach außen hin optimal gedehnt und so untereinander vernetzt, dass alle Gelenke am Körper immer die jeweils optimale Bewegungsfreiheit haben. Durch diese anatomisch "richtige" Vernetzung und Dehnung sind die Muskeln im Idealfall 24/7 in Aktionsbereitschaft.

- Berücksichtigt wird die anatomisch logische Anordnung der Knochen, Sehnen, Bänder und Muskeln, wie die Natur sie für unseren Bauplan vorgesehen hat. Im Cantienica-Körper geht nichts auf Kosten von etwas anderem. Es gibt nach diesem Konzept im Körper keine antagonistisch gegeneinander arbeitenden Muskeln. Alle Muskeln sind mit allen vernetzt - von Fuß bis Kopf, von innen nach außen und zurück.

- Am optimal aufgerichteten Körper stehen beide Beckenschaufeln gerade (kein Kippen nach hinten oder nach vorne). Scham und Steißbein zeigen lotrecht zum Boden, der Kronenpunkt (der Punkt, an dem der Rückenmarksstrang, gedacht verlängert nach oben, austreten würde) zeigt zum Himmel. Dazwischen spannt sich die Wirbelsäule auf. Sie ist _kein_ S und auch sonst nichts Gebuckeltes, Krummes, Gewundenes, sondern schlicht schnurzgerade, im Sitzen, im Liegen, im Stehen, beim Gehen. Die Beckenhälften sind immerimmerimmer gerade zueinander ausgerichtet. Bei jeder Übung, bei jeder Bewegung.

- Trainiert wird immer nur mit der tiefsten Muskulatur, allem voran die innerste Beckenbodenschicht (Levator ani, aber sie kann mehr, als den Anus heben, ich schwöre es euch) und die vielen kleinen Müskelchen, die an der Wirbelsäule die Wirbel kreuz und quer miteinander verstreben, damit das Ding nicht kollabiert wie ein umgeworfener Klötzchenturm. :-)
Weiterer zentraler Muskelverbund beim C-Training: Das Zwerchfell, das sich wie ein Fallschirm unter dem Brustkorb aufspannt - bzw. aufspannen lässt.

- Leichtigkeit: Alle Bewegungen am anatomisch-logisch bewegten Körper gehen mit Leichtigkeit vonstatten.

- Spiralität: Bei Armen und Beinen rotieren die Oberarm/Oberschenkelmuskeln nach außen, während die des Unterarms/Unterschenkels nach innen rotieren. Das stabilisiert die Achse, man hat dann kein X- oder O-Bein. Das ist dann so wie bei einem Handtuch, was man in sich verdrillt.

- Diagonalität: Viele Muskelverbünde im Körper verlaufen in Diagonalen. Auch das sorgt für Stabilität. So kooperieren z. B. die linke Beckenhälfte und die rechte Schulter miteinander und die rechte Beckenhälfte und die linke Schulter. Auf diese Weise können wir als Menschen den uns eigenen, natürlichen Kreuzgang ausüben.

Sind diese tiefen Muskelschichten geweckt und gekräftigt, haben sie wieder ihren natürlichen Tonus und sind entsprechend daueraktiv. Und so können sie quasi bei jeder Bewegung die äußeren, großen, gut tastbaren Muskeln "mitziehen", sodass diese auch ihre Arbeit versehen können.

Die Tiefenmuskulatur sind also die Chefs, die Äußeren sind die Arbeiter fürs Grobe, sozusagen. Damit die Chefs Befehle geben können, müssen sich die Arbeiter erst mal entspannen. Tun sie dies nicht, so kann die Tiefenmuskulatur nicht richtig arbeiten. Sie ist dann sozusagen im Schraubstock der dicken Muskeln. Das ist immer der Fall, wenn es irgendwo am Körper knochenmäßig zwickt und zwackt. Das Ziel lautet daher immer: Knochen durch optimale Entspannung der äußeren Muskeln auseinanderbringen, die tiefen Muskeln kräftigen und wieder "zur Arbeit schicken".

Viele Leute sind natürlich skeptisch, sie sagen, Cantienica sei nix anderes als Pilates, Callanetics oder meinetwegen Physiotherapie-Methoden wie Craneo-Sacral, Bobath, Schroth, Alexandertechnik, Feldenkrais usw.

Denen sage ich dann immer, dass Cantienica eigentlich keine Methode ist, sondern ein Grammatikwerk für die Sprache "Menschenkörperisch". Kurzum: Man wird mit den anderen Methoden denselben Erfolg haben, solange man den Körper dann wirklich so hält und bewegt, wie er es eigentlich gerne hätte. Und wer das von Natur aus kann (der Glückspilz), der braucht ja dann auch keinerlei Anleitung.

Nun kommen wir zu einem Knackpunkt: Wie vermittle ich dem Trainierenden die Zusammenhänge so, dass er dann auch garantiert das
"Richtige" macht? Genau hier ist Cantienica äußerst präzise, entwickelt seine Anweisungstechnik auch immer weiter - dank immer neuer Erkenntnisse über die logische Anatomie des Menschen. Diese Methode bleibt nie stehen, wird immer weiter exploriert. Immer mit dem Ziel, die Übenden noch genauer zur richtigen Haltung führen und coachen zu können.

Hier:

http://www.augen-training.com/besser-se ... t1596.html

schrieb TMN über Blickpunkt-Lifting und es entspann sich eine Diskussion darüber, ob man darüber dasselbe erreiche wie mit dem zentralen Sehen bei Bates. Ist Bates also Cantienica für die Augen und "Blickpunkt-Lifting" wäre eine Anweisung aus einer anderen Trainingsmethode? Die denselben Effekt haben kann, wenn man sowieso automatisch nach Bates vorgeht beim Gucken? Und was passiert, wenn nicht? Fängt man dann wieder an, in üblicher Maulwurfsmanier flächenhaft zu starren? Dies alles sind Fragen, die sich um die Präzision der Vorstellung und des Tuns drehen, das zur Heilung führen soll.

Bates folgt, wie ich euren Schilderungen entnehme (hab ihn selber nie gelesen), auch dem Prinzip der kreatürlichen Leichtigkeit, wie ich es von Cantienica kenne. Auch bei Bates geht es darum, dass es sozusagen 24/7 möglich sein muss, gutes Sehen zu praktizieren. Ohne Anstrengung. Und das die Muckis in einer Art Optimalzustand sein müssen, damit sich keine Verkrampfungen auf das Sehen übertragen. Und wer "zu viel macht", der wird eher nichts erreichen. So ist das bei C auch. Die verzweifelten Trainierer, die denken, es muss doch, es muss doch...!! - werden nichts erreichen. Aha-Erlebnisse habe ich immer nur dann, wenn ich mich gar nicht bemühe. Selber schon vielfach durchgemacht ...

Von daher kenne ich die Sache mit entspannt sein, damit etwas gelingt, nur zu gut!

So, nun bin ich gespannt auf eure Fragen, Ideen usw. dazu!

Viele Grüße

Susa (seit drei Jahren regelmäßig in einem C-Kurs und zusehends gerader, schmerzfreier und körperglücklicher damit)
Zuletzt geändert von Susa am 25.02.2013 14:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Aniram » 20.06.2012 10:35

Hallo Susa
Vielen Dank für Deine ausführliche Beschreibung!

Susa hat geschrieben:So, nun bin ich gespannt auf eure Fragen,


Gleich eine ganz Menge:

Wie ich sehe, besuchst Du einen Kurs, um das richtige Praktizieren von Cantiencia zu lernen.
Ist das unabdingbar oder kann man die Methode auch aus Übungsbüchern so weit verstehen, dass man die Prinzipien umsetzen kann?
Oder kannst Du vielleicht sogar ein paar ganz grundlegende, einfache Dinge nennen, die man 'einfach so' im alltäglichen Bewegungsablauf anwenden kann?

Hast Du schon versucht, etwas davon auf Dein Sehen zu übertragen oder bist Du noch bei theoretischen Überlegungen?
Beim Sehen habe ich auch festgestellt, dass es nichts bringt, die Augen 'mit Gewalt' gegen einen vorhandenen Widerstand (zB Verspannungen wegen Stress oder einfach weil die gesamte Aufmerksamkeit mit anderen Dingen ausgefüllt ist) 'manipulieren' zu wollen. Dann habe ich das Gefühl, die Augen sind schwer und unbeweglich, ich muss sie richtiggehend 'schieben' und der Versuch, schärfer zu sehen, kostet so viel Kraft, dass es kaum etwas bringt und ich danach noch schlechter sehe...
Wie sähe in diesem Fall das Vorgehen anlog der Cantiencia-Methode aus?
Gruss
Marina
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Beitragvon Susa » 20.06.2012 12:10

Hallo Marina,

>Vielen Dank für Deine ausführliche Beschreibung!<

Gern geschehen. Mein Lieblingsthema. :-) :-)

>
Ist das unabdingbar oder kann man die Methode auch aus Übungsbüchern so weit verstehen, dass man die Prinzipien umsetzen kann?<

Es gibt Leute, die das aus den Büchern umsetzen können - die glücklichen Körpernaturen unter den Menschen. Aus Erfahrung der Erfinderin des Ganzen (die ich seit etwa drei Jahren sogar persönlich kenne) und vieler Praktizierender und C-Instruktoren ist es in der Tendenz aber besser, ein Coaching zu haben. Das muss nicht mal jede Woche sein. Manche Leute gehen auch nur hin und wieder mal zu einem "Brush-up", nehmen sich dann eine Privatlektion - das bieten eigentliche alle Instruktoren an.
Die Bücher enthalten übrigens auch immer nur einen Bruchteil des Erfahrungsschatzes, den eine Instruktorin hat. Auch kann natürlich das Umsetzen einer gelesenen Anleitung naturgemäß nie soviele Aha-Erlebnisse in den Körper zaubern wie das der entsprechend korrigierende Handgriff der Instruktorin direkt bei der Übung kann. (Ich spreche da aus Erfahrung :-) ). Ich selber bin mit den Büchern auf Dauer nicht an meine wirklichen Probleme rangekommen. Das regelmäßige Coaching gibt mir eben auch die Sicherheit, dass ich es "richtig" mache. Die alten Muster schleifen sich halt ganz schön schnell wieder ein. Das liegt daran, dass die Methode so filigran ist. Oft bewirkt schon das Ändern einer Stellung um ein paar Millimeterchen, dass du mehr von den Tiefenmuckis erwischst als vorher. Und das ist ja immer das Oberziel: Die Tiefenmuckis zum Arbeiten zu kriegen. Cantienica ist für mich so ein Wegweiser diesen Dschungel von verschiedenen Muskelschichten, damit ich die richtigen anspreche.

>Oder kannst Du vielleicht sogar ein paar ganz grundlegende, einfache Dinge nennen, die man 'einfach so' im alltäglichen Bewegungsablauf anwenden kann?<

"Einfach so" ist gut - und zwar deshalb, weil die Beherzigung der Grundhaltung - wie das gute Sehen nach Bates - im Grunde einfach ist. Wenn man aber hier und dort Verkürzungen, Verspannungen, jahrelang eingeschliefene Fehlhaltungen hat, dann hält man vielleicht für eine gerade Wirbelsäule etwas, was eigentlich gar nicht gerade ist. Deswegen ist das mit der Fernbeschreibung auch so schwierig, und deswegen müht sich die Autorin um gute Begriffe, um das Wunder dennoch per Text geschehen zu lassen.

Ich schreib dir mal eine Anleitung für das Sitzen - das wir ja fast alle so viele Stunden des Tages machen müssen:
Der Stuhl sollte möglichst eine waagerechte Sitzfläche haben. Hart ist besser als weich. Die Füße hüftschmal und in einem leichten V aufstellen (Zehen etwas weiter voneinander weg als die Fersen), die Zehen sind entspannt, das Fersenbein steht senkrecht. Knie exakt über den Fersen, auch hüftschmal. Die Kniescheiben zeigen wie Scheinwerfer am Auto nach vorne. Das Schambein und Steißbein gedacht in die Sitzfläche (oder durch sie durch Richtung Boden) verlängern. Gleichzeitig die Sitzbeinhöcker (die zwei Knochenknubbel, die du auf einem harten Stuhl beim Sitzen spürst) zart zueinander ziehen, als wollten sie sich in der Mitte berühren. Dieses Bewegen der SBH aktiviert den Levator ani, die innere Beckenbodenschicht, die die Beckenschaufeln auskleidet. Den Kronenpunkt des Kopfes zur Decke richten, an einem Goldfaden aufhängen sozusagen. Der Kopf ist leicht und trägt sich selbst. Spüren, wie der Zug von Scham- und Steißbein und Sitzbeinhöckern nach unten und gleichzeitig des Kronenpunktes nach oben die Wirbelsäule lang ziehen. Du aktivierst so die kleinen Müskelchen an der WS. Den Brustkorb (gedacht) vom Becken nach oben wegziehen, länger werden. Die unteren Rippen nach unten und zum Körperinneren hin entspannen. Das Brustbein sich lang und senkrecht denken, es steht parallel zur Brustwirbelsäule. Sich immer vorstellen, dass die Vorderseite des Körpers genauso lang ist wie die Hinterseite. Die Schlüsselbeine dehnen sich nach rechts und links, sie stehen waagerecht. Die Schulterblätter liegen flach am Rücken an, die Armkugeln nach jeweils außen seitlich wegdenken und die Arme entspannt hängen lassen.
Das Prinzip ist immer: Ein Stockwerk des Hochhauses Mensch ist exakt über dem anderen. Kopf ist direkt über Atlas, Brustkorb ist exakt über Becken. Becken ist exakt über Knie, Knie ist exakt über Ferse.

Das wäre jetzt mal so ungefähr eine Fernanleitung für cantienisches Sitzen. :-) Probier mal aus. Du solltest dich durch diese Sachen insgesamt länger und größer fühlen. Alles, was sich gut und "in die Länge" anfühlt, ist richtig.

>Hast Du schon versucht, etwas davon auf Dein Sehen zu übertragen oder bist Du noch bei theoretischen Überlegungen?<

Es gibt auch Kopfübungen bei Cantienica. Aber da fehlt mir eben noch _der_ Kick, dass ich mit denen gezielt die Sehkraft verbessern kann. Manche berichten, dass die Sehkraft besser wird, aber da denke ich halt wieder: Zufall, sie haben einfach die "richtigen" Muskeln gefunden und benutzt. Der Witz wäre ja dann, es so in Worte und Anleitungen verpacken zu können, dass jeder die richtigen Muckis findet. Es _muss_ eine Verbindung geben! Wenn das Sehen mit Muskeln zu tun hat (und das hat es ja wohl), dann folgen die auch irgendwelchen logischen Prinzipien. Vieles davon hat Bates ja wohl auch beschrieben. Was man jetzt bräuchte, wäre eben, es in der üblichen cantienischen Sprache in Übungen zu gießen.

>Beim Sehen habe ich auch festgestellt, dass es nichts bringt, die Augen 'mit Gewalt' gegen einen vorhandenen Widerstand (zB Verspannungen wegen Stress oder einfach weil die gesamte Aufmerksamkeit mit anderen Dingen ausgefüllt ist) 'manipulieren' zu wollen. Dann habe ich das Gefühl, die Augen sind schwer und unbeweglich<

Richtig. Die Cantienicaner sagen immer: Wenn du einen "ungeliebten" Körperteil (ja, manche machen das, damit die Figur schöner wird, und das wird sie auch - weil das eben auch logisch-anatomisch ist :-) ) zwingen willst, so zu werden, wie du es für richtig hältst, dann sträubt er sich. Dicke Popos, die durch richtiges Training schlanker werden könnten/würden, plustern sich dann noch mehr auf (also die Muskeln an denen). Der Körper gibt uns damit Hinweise: Geh achtsam mit mir um! Ich rede mit dir! So nicht! Versuch es anders! Man muss da halt hinhören lernen, das ist glaube ich das Wichtigste.
>
Wie sähe in diesem Fall das Vorgehen anlog der Cantiencia-Methode aus?<

Man muss gezielt an diese Augenmuckis rankommen. Ich weiß z. B., dass sie hinten am Atlas festgemacht sind. Da hat man dann den evtl. Zusammenhang "gute Haltung - gutes Sehen".

Viele Grüße
Susa
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Beitragvon Aniram » 24.06.2012 11:33

Hallo Susa
Wenn ich das richtig sehe, gehst Du bei der Anwendung/Übertragung der C-Prinzipien eher nach 'Kenntnis über die anatomischen Gegebenheiten' vor als über 'Nachspüren von Muskeltonus' und über 'Bio-Feedback' 'Spannungen auflösen'?

Susa hat geschrieben:Man muss gezielt an diese Augenmuckis rankommen. Ich weiß z. B., dass sie hinten am Atlas festgemacht sind. Da hat man dann den evtl. Zusammenhang "gute Haltung - gutes Sehen".



Gezielte Augenbewegung/Blickpunktverschiebung kann auch Spannungen abbauen, Flo hat dazu Anwendungsbeispiele gepostet in der Traumabewältigung, zum Spannugsabbau zB:

Das Reflektieren der Augenbewe­gun­gen führen bei den Patienten zu einem Zustand innerer Harmonisierung, so dass sie zu generellen Verhaltensveränderungen bereit werden. Erfinder Günter Stielau sieht sein Rückkopplungsgerät unterdessen bereits als unentbehrliches Hilfsmittel gegen den Alltagsstress. „Sie kommen ach einem ermüdendem Arbeitstag mit 1001 Gedanken nach Hause“, verspricht er, „setzen Kopfhörer und Maske auf und sind nach 20 Minuten wieder klar im Kopf“.

( http://www.biomental.de/presse/naturheilpraxis.htm )
vgl Flos post:
http://www.augen-training.com/vorstellu ... html#14655


Wie ich anderswo schon schrieb, hat meine 'Gemütsverfassung' einen sehr starken Einfluss auf meine Sehschärfe.
Ich kann an meiner Sehtafel direkt 'ablesen', wie entspannt ich gerade bin und sie sogar als 'Feedback-Instrument' für eine weitere Entspannung nutzen. Die klaren Linien und das tiefe Schwarz der Buchstaben helfen mit dabei.
Allerdings nur, solange die Verspannungen nicht zu gross sind.
Manchmal ist es aber, als ob die Augenmuskeln an einen unüberwindbaren Widerstand treffen, wo es einfach nicht mehr weiter geht. Als würde man beim Massieren auf einen total verkrampften Muskel stossen, der sich durch den Druck der massierenden Hand noch mehr mehr verhärtet, anstatt sich zu lösen...
ZB habe ich in den letzten Tagen versucht, Glasmosaikfliesen direkt auf die Kacheln der Dusche zu kleben; der 'Spezialkleber' hatte so wenig Haftung, als wäre Schmierseife darin enthalten und ich war einige Stunden lang damit beschäftigt, die rutschenden Fliesen immer wieder hochzuziehen, Fugen ausrichten und überschüssigen Kleber aus den unzählig vielen Fugen zu kratzen (ich kam mir vor wie Don Quichotte im Kampf gegen die Windmühlenflügel), bis der Kleber endlich anzog und die Fliesen dort hängen blieben, wo sie sollten... Anschliessend sah ich so schlecht als hätte ich noch nie Augentraining gemacht.
Selbst auf meiner anschliessenden Fahrradrunde - meine tägliche 'Auszeit', bei der ich sonst gut entspannen und Abstand gewinnen kann und dabei immer besonders gut sehe - hat sich wenig getan. Erst abends beim Fernsehen hat sich langsam die Blockade gelöst und ich konnte wieder Details klar erkennen und kleine Texte lesen.

Beim Fernsehen setzt bei mir oft so etwas ähnliches ein, wie Du es hier beschrieben hast:

Susa hat geschrieben:Dann fangen die Muckis wieder an zu ziehen und puslieren.


Die Augen fangen an zu pulsieren, als ob sie die feinen Details im Bild mit Sakkaden 'bombardieren' wollten; das dauert allerdings nur eine ganz kurze Zeit und ist auch nicht unangenehm oder irritierend.
Es ist, als ob sich die Augen umstellen von der 'normalen' Sicht in der Wohnung, wo ich nicht so sehr 'ins Detail gehe' hin zu den Einzelheiten auf dem relativ kleinen (55 cm) Bildschirm, die dadurch dann viel klarer werden und im Laufe des Films immer deutlicher. Bleibt das Pulsieren aus, kann ich es oft auch bewusst auslösen, indem ich mich daran erinnere, wie sich das in den Augen anfühlt.

Solche und andere 'Entspannungserlebnisse' versuche ich zu vertiefen, indem ich dem 'nachspüre', was dabei in den Augenmuskeln passiert und dem Gefühl 'weiter nachgehe'. Dann 'schaukelt' sich die - durch die zunehmende Entspannung - verbesserte Sicht immer weiter hoch, indem sie wiederum zu immer weiterer Entspannung führt...
Das Gefühl in den sich entspannenden Augenmuskeln versuche ich, im Gedächtnis 'abzuspeichern' und auch in anderen Sehsituationen 'wiederzufinden' bzw darauf zu übertragen, insbesondere beim Radfahren, wo ich sowieso schon ziemlich entspannt bin. Das führt dann zu ganz besonders überwältigenden Seh-Erfahrungen.
Gruss
Marina
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Beitragvon Susa » 25.06.2012 10:30

Liebe Marina,

>
Wenn ich das richtig sehe, gehst Du bei der Anwendung/Übertragung der C-Prinzipien eher nach 'Kenntnis über die anatomischen Gegebenheiten' vor als über 'Nachspüren von Muskeltonus' und über 'Bio-Feedback' 'Spannungen auflösen'?<

Eigentlich nicht, nein. Es ist beides, in erster Linie würde ich aber schon sagen, dass das Nachspüren und Biofeedback das wichtigere Standbein des Erfolgs ist. Mir persönlich hilft das halt ungemein mit der anatomischen Lage der einzelnen Komponenten, die da in die Reihe gebracht werden sollen. Das muss aber nicht bei allen Leuten so sein.
Ich sage es mal so: Ohne Biofeedback nutzen die Anatomiekenntnisse natürlich gar nix, sonst könnte man das Ganze ja auch durch pures Studieren eines Anatomieatlasses erlernen. :-) Wenn schon eine gewisse Ahnung da ist, bestimmte Muskeln schon so leise angeschubst wurden, ich aber noch keinen richtig steuerbaren Zugang zu ihnen habe, dann kann das Wissen um die anatomische Soll-Ausrichtung mir weiterhelfen.

Ein ganz gigantisches Ding bei Cantienica sind die Diagonalatmungen. Die Entwicklerin der Methode hat irgendwann herausgefunden, dass sich die Vorstellung, den Atem von Punkt a nach Punkt b zu lenken, positiv auf die Vernetzung der Muskelverbünde auswirkt. Zur Unterstützung des Körperprinzips "Diagonalität" kann man also an vielen Ecken und Enden des Körpers diagonalatmen, z.B. vom rechten Sitzbeinhöcker zur linken Schulter und vom linken Sitzbeinhöcker zur rechten Schulter, immer wechselweise. Es ist so, als würde man Fäden im Körper einziehen, die das Ganze verstreben und stabilisieren. Das passiert dann irgendwann auch tatsächlich. Die Muskeln richten sich entlang deiner Vorstellung des Atems (der ja faktisch nicht durch den ganzen Körper durchgehen kann, sondern immer nur in die Lungen und wieder raus) aus.
Du kannst mit dem Atmen gezielt neue Vernetzungen aufbauen, und je mehr du hast, desto leichter wird es natürlich, weil das Muskelnetz im Körper immer dichter und stabiler wird. Andererseits wird es auch immer filigraner und du kannst an immer größeren Feinheiten arbeiten. Das sind dann die Punkte, wo du ohne ein Coaching im Unterricht nicht unbedingt weiterkommen würdest.

Das Reflektieren der Augenbewe­gun­gen führen bei den Patienten zu einem Zustand innerer Harmonisierung, so dass sie zu generellen Verhaltensveränderungen bereit werden. Erfinder Günter Stielau sieht sein Rückkopplungsgerät unterdessen bereits als unentbehrliches Hilfsmittel gegen den Alltagsstress. „Sie kommen ach einem ermüdendem Arbeitstag mit 1001 Gedanken nach Hause“, verspricht er, „setzen Kopfhörer und Maske auf und sind nach 20 Minuten wieder klar im Kopf“.


Mich macht der bewusste Blickpunktwechsel auch klarer im Kopf, habe ich den Eindruck. Dazu noch die genialen Blickpunkt-Lifting-Übungen von TMN (hier: http://www.augen-training.com/besser-se ... t1596.html - danke! :-) ) und alles wird klarer, nicht nur die Sicht. Das passiert mir übrigens auch durch Cantienica immer wieder und immer länger anhaltend: Ich werde konzentrierter, fokussierter, ich habe viel mehr Energie als früher. Irgendwie ist es ein bisschen, als wäre ich ohne das früher mit dauerhaft leicht angezogener Bremse durchs Leben geradelt/autogefahren und die Bremsklötze lösen sich jetzt nach und nach.



>
Wie ich anderswo schon schrieb, hat meine 'Gemütsverfassung' einen sehr starken Einfluss auf meine Sehschärfe.<

Das geht mir auch so, unbedingt. Das Schöne an Blickpunktverschiebung und Blickpunkt-Lifting: Diese Nebelzustände lassen sich gezielt verbessern.


>Bleibt das Pulsieren aus, kann ich es oft auch bewusst auslösen, indem ich mich daran erinnere, wie sich das in den Augen anfühlt.<

Das ist auch beim Cantienica eine Methode, mit der man weiterkommt. Sich dran erinnern, das gute Gefühl im Körper/im Hirn abspeichern und es dann (mit einem Bild, einem Gedanken) wieder abrufen zu können.

Ein Ding, das ich erst jüngst entdeckt habe, ist die so genannte Zwerchfellschleife - das ist das Loch im Zwerchfell, durch das die Speise- und Luftröhre durchgehen. An der einen Seite ist dieses "Loch" an der Brustwirbelsäule festgemacht. Damit ist klar: Du kannst das Zwerchfell gezielt dazu verwenden, die Wirbelsäule auf- und auszurichten. Eine Freundin, die auch Cantienica macht, hat mir neulich gesagt, dass diese Schleife an der WS festgemacht ist. Danach habe ich mir das einfach vorgestellt und sie in der Vorstellung schräg nach oben gezogen: Bumms, sprang unten der Levator ani an (und das soll er auch, er wird sozusagen, da alle Muckis aneinander hängen, sprungtuchartig nach oben gezogen), was ich so in der Intensität noch nie gespürt hatte! Jetzt reicht es mir nur, mich an diese Zwerchfellschleife zu erinnern und schon richte ich mich viel stärker an der Tiefenmuskulatur orientiert auf - klasse!

Ich sehe schon, wir kommen noch dahinter, wie es mit den Augen gehen könnte und wie man den Weg zur Sichtverbesserung cantienisch anleiten könnte.

Wichtig ist einfach immer das Dranbleiben: Wenn man mal so eine Sache entdeckt hat: Abspeichern, wie es sich anfühlt und im mer wieder versuchen, das Gefühl abzurufen. Du scheinst das ja bei den Augen auch so zu machen, das spricht dafür, dass sie nach den gleichen Prinzipien reagieren wie der Rest des Körpers. Spannend ... :-)

Viele Grüße
Susa
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Beitragvon Susa » 16.07.2012 09:07

Hallo zusammen,

in diesem Thread hier:
http://www.augen-training.com/jetzt-wil ... t1614.html
ergaben sich übers Wochenende Diskussionszusammenhänge, die auch in meinen Thread hier zu Cantienica passen, weshalb ich meine Antwort dazu gerne hier schreiben würde. Ich habe im anderen Thread auch hierher verlinkt. Hier Zitiertes stammt also aus a. a. Thread:


>
Ich lese gerade Huxley und ich finde, was er schreibt, passt zu dem, was ich bei Dir, Susa, über die Cantienica-Methode gelesen habe.<


Flo:
>Natürlich musst Du Dir dabei auch jeweils überlegen, was Du eigentlich genau gerade anschauen willst – "wohlüberlegt" eben... – und das Gesehene auch jeweils wahrnehmen.<


Das genau ist auch bei Cantienica der Punkt. Weshalb ich die folgenden Gedanken dazu jetzt dort in meinen Thread schreibe.


Ich glaube, so langsam kommen wir der Sache näher, was den Punkt angeht, dass die Dinge möglichst unangestrengt, entspannt, aber dabei bewusst vonstatten gehen sollen. Genau das soll man bei Cantienica nämlich auch lernen und möglichst dauerhaft - Endziel ist dann 24/7 - praktizieren.

C kann man auch als "sinnlose Übung" machen, wie Flo das im anderen Thread nannte - wenn man selbst bzw. die Trainerin nicht aufpasst. Ich würde sagen, das Ganze (also: richtig sehen können/sich richtig bewegen und halten können) ist einfach ein Prozess, der

a) beim einen schneller als beim anderen geht (je nach "Körpertalent" und Vorgeschichte des Einzelnen)

b) sich bei stetiger (und richtiger, sprich der Anatomie des Menschen gerecht werdender) Einübung sehr wohl zu Teilen automatisiert.

Die Automatisierung kann leider auch schnell wieder verloren gehen, wenn der Bewusstheitsgrad des Praktizierenden wieder nachlässt. Dann kommen die alten Muster wieder, denn diese sind halt auch auf der körpereigenen Festplatte gespeichert.

Der Knackpunkt ist die Leichtigkeit, und die wird bei Bates ja auch immer wieder betont. Ist es anstrengend - weg damit! Wenn es sich leicht, elastisch und richtig wohlig anfühlt - her damit!

So ist es auch beim Cantienica. Und das Wunder dabei ist: Man merkt es sofort, wenn es leicht und gut ist. Offensichtlich haben wir Menschen eben auch das auf der eigenen Festplatte gespeichert. Irgendwo, wir müssen die Datei nur finden und öffnen. :-)

Ich achte jedenfalls im Moment nur noch auf ein möglichst häufiges Praktizieren von central vision. Das ist einfach und lässt sich überall durchführen. Ich übe immer wieder auch mit großen Abständen, stresse mich nicht damit, möglichst feine hinzubekommen (sich stressen wäre ja auch wieder Quatsch!). An den groben Abständen kann ich viel besser und entspannter dieses bewusste Hinsehen trainieren.

Und inzwischen stelle ich schon zwei Effekte fest:

a) Kurzzeiteffekt während des Übens: Meine vision gerät beim Hin- und Hergucken in einen Flow, dann schwingt das alles so hin und her und es wird dabei irgendwie ... plastischer, deutlicher ... aber auf eine ultraleichte Art. Es ist so eine Art Pulsieren dabei in den Augen festzustellen. Es ist, als hätte man die Brille auf, sozusagen. Damit meine ich die positiven Aspekte des Brillenblicks, also dieses "Aaah, endlich, ja, so sieht das also aus!"
b) schlicht und ergreifend, dass ich insgesamt schon ein bisschen besser sehe, Zeitungsbuchstaben aus derselben Entfernung etwas müheloser entziffern kann als zuvor.


>passive und vor allem 'dynamische' Entspannung durch Bewegung - nicht, um die Augen 'flinker' zu machen, sondern damit sie zu ihmem natürlichen Bewegungsfluss zurückfinden, wieder so 'funktionieren', wie es ihrer 'eigentlichen Natur' entspricht <

Genau so, aber das wird zumindest von mir schon als größere Flinkheit empfunden, denn vorher war alles eingesteift, verhärtet. Ich glaube schon, dass die Muskeln da mikro- und makroskopisch wirklich feststellbar elastischer, dehnbarer und kontraktionsfähiger werden, wie ein Gummi, das nicht mehr spröde ist, sondern zu seiner ursprünglichen Elastizität zurückfindet. Meine Körpermuckis sind auch "flinker" geworden durch Cantienica. Es ist so eine Art Grundspannung da, wie ein Sprungbrett, dass immer bereit ist, zu federn, wenn einer drauftritt. Man steht anders vom Stuhl oder aus dem Bett auf, es geht alles einfach leichter.

Und diese schöne Leichtigkeit, die jeder von uns immer wieder mal beim Augentraining spürt, auf Dauer zu erhalten, das ist das Ziel. Hach ... :-)

Allen einen schönen Tag mit vielen Durchblicksmomenten!
Susa
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Re: Ist Bates für die Augen, was Cantienica für den Körper?

Beitragvon Susa » 14.09.2012 11:03

Hallo zusammen,

im Fred http://www.augen-training.com/durch-ese ... t1673.html

ging es u. a. um fehlgestellte Zehen, und wie man das loswerden kann. Ich verwies auf "meinen" Fred hier, und Sina zitiert mich daraus mit Folgendem:

>Sind diese tiefen Muskelschichten geweckt und gekräftigt, haben sie wieder ihren natürlichen Tonus und sind entsprechend daueraktiv. Und so können sie quasi bei jeder Bewegung die äußeren, großen, gut tastbaren Muskeln "mitziehen", sodass diese auch ihre Arbeit versehen können.

Die Tiefenmuskulatur sind also die Chefs, die Äußeren sind die Arbeiter fürs Grobe, sozusagen. Damit die Chefs Befehle geben können, müssen sich die Arbeiter erst mal entspannen. Tun sie dies nicht, so kann die Tiefenmuskulatur nicht richtig arbeiten. Sie ist dann sozusagen im Schraubstock der dicken Muskeln. Das ist immer der Fall, wenn es irgendwo am Körper knochenmäßig zwickt und zwackt. Das Ziel lautet daher immer: Knochen durch optimale Entspannung der äußeren Muskeln auseinanderbringen, die tiefen Muskeln kräftigen und wieder "zur Arbeit schicken".<

und schreibt dazu dann selbst:

> das ist ja hochinteressant, was du da schreibst.

Ich habe auch mit einer Bekannten über Hammerzehen gesprochen. Sie erzählte mir, sie habe mehrere gehabt. Und die habe sie ganz leicht entspannt bekommen mit Bioenergetik.

Das kannte ich schon: Da lässt man beim „erden‘“ im Stehen, Knie leicht angewinkelt, den Körper von den Hacken aus vibrieren. Man kann auch von den Hüften oder Schultern aus Anschwung geben. Der Körper vibriert dann in der unteren Muskelschicht in seinen eigenen Koordinationen alles durch, wenn man ihn lässt. So nach 5 bis 10 min ist er von selbst fertig.

So kann der Körper von innen her Verspannungen der äußeren Muskelschicht auflösen. Und das hat ihre Zehen gelöst, mit nur 6 mal, sagte sie. Das werde ich auch mal probieren.<


Meine Antwort dazu passt besser hierher, weswegen ich mit den beiden Zitaten umgezogen bin. Here we go:

Mit Bioenergetik ist es aber - leider? gottseidank? - auf Dauer nicht getan. Denn wie beim Sehen haben auch unsere Körper hartnäckige falsche Programme drauf. Sonst hätte die Bekannte die Krummzehen ja nie entwickelt, die immer etwas mit anderen Fehlstellungen im Körper zu tun haben. Alles lösen von innen - sehr gut! Dann aber kommt die eigentliche Arbeit: den Körper an diese neuen Haltung gewöhnen, sich umprogrammieren, die aufgedehnten Muskeln neu miteinander vernetzen. Sonst schnurzelt das alles wieder zusammen, wie es vor der Behandlung mal war. Warum? Weil der Körper wieder das alte Programm fährt.
Die Umprogrammierung braucht Feingespür für die eigenen schlechten und guten Haltungs- und Bewegungsmuster, Geduld, Hartnäckigkeit, Behutsamkeit. Und ja, natürlich, immer wieder Biofeedback. Im Grunde also wie beim Praktizieren des zentralen Sehens.

Zu "leider oder gottseidank?":

"Leider" deshalb, weil es eine lebenslange Aufgabe bleibt - und damit sind wir auch wieder beim zentralen Sehen.

"Gottseidank", weil uns das dazu zwingt (naja, vielleicht lieber: anregt, bringt, lenkt und hoffentlich auch überzeugt), uns lebenslang um unser Wunderwerk Körper und Augen zu kümmern.
Der Lohn ist eine immer feinere Selbstwahrnehmung und damit auch Wahrnehmung der Umwelt.

Das gilt auch für die Augen. Wenn man es mal draufhat mit der central vision, gibt es doch eigentlich keinen Grund mehr, es nicht zu tun. Es ist ja viel zu schön, wenn die Dinge plötzlich so viel klarer werden, als dass man das je wieder lassen könnte.

Viele Grüße
Susa
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Re: Ist Bates für die Augen, was Cantienica für den Körper?

Beitragvon Susa » 23.02.2013 21:05

Hallo zusammen,

ich wollte mal ein kleines Update zu meinen neuen Fortschritten beim Wieder-richtig-Sehen machen. Da dies hier im Prinzip "mein" Thread ist - auch wenn er nicht bei den Erfolgsgeschichten steht -, tu ich das mal hier - nicht zuletzt deshalb, weil mir auch und gerade meine neuesten Fortschritte einmal mehr zeigen, dass "Wieder-sehen-Lernen à la Flo" - was ich persönlich praktiziere - und Cantienica ziemlich sicher aus demselben Stock sprießen.

Seit gut zwei Wochen - unter PN-Anschubs von Flo zum Thema "Zentraler Blickfeldausschnitt - wie lege ich den für mich beim Sehen fest?" (im Folgenden ZBA genannt [Wortprägungen von mir /F.]) geht es jetzt bei mir stetig vorwärts.

Nach eingehender und sehr bewusster, konzentrierter und für ein oder zwei Stunden ausschließlicher Beschäftigung mit diesem Thema "Wie lege ich diesen Blickfeldausschnitt fest?" merkte ich plötzlich, dass ich schlicht genauer merkte, wohin ich tatsächlich sah oder meinte zu sehen.

Das klingt superbanal, denn genau darum geht es ja. Es ist aber meiner eigenen persönlichen Empfindung nach überhaupt nicht banal - denn sonst wären wir Fehlsichtigen nicht allesamt fehlsichtig. Dieses Gefühl, genauer vom Seh-Geist-System zurückgemeldet zu bekommen, wohin ich schaue, war unheimlich motivierend! Ich habe nicht unbedingt schärfer gesehen, aber das war mir in dem Moment völlig egal. Es war ein Gefühl von Autarkie und Autonomie, wie ich es beim Sehen mit und ohne Brille schon lange nicht mehr hatte!

Vieles von dem, was ich danach weiter unternommen habe - und natürlich noch unternehme -, lässt sich unter den Worten "neugieriges, ergebnisoffenes, forschendes und furchtloses Praktizieren der absolut autonomen Bestimmung des ZBA, wann immer sich auch nur eine Gelegenheit ergibt" subsummieren. Das ist im Prinzip die "Übung", die ich mache - sollte einer von euch fragen.

Auf diese Weise komme ich weiter, ich empfinde immer präziser, wohin ich sehe und je präziser ich es empfinde, desto besser sehe ich. Den letzten Teilsatz kann man auf zwei Weisen verstehen:

1. Das immer präzisere Empfinden verbessert das Sehergebnis nach und nach.
2. Ein schärferes Sehen gibt dir (das mag wiederum banal klingen) einfach eine bessere Gewissheit, dass du tatsächlich dort hinsiehst, wo du hinsiehst.

Somit bedingen sich diese beiden Komponenten irgendwie wechselseitig. Das positive Gegenteil eines Teufelskreises sozusagen.

Wie sehen die Verbesserungen aus?

1. Es ist eine Tendenz zu immer häufigeren und immer längeren Scharfsehmomenten, die inzwischen auch schonmal so eine gute Minute oder länger andauern können.
2. Dies bewirkt eine insgesamt bessere Grundsehqualität über die Tage hinweg.
3. Dazu kommt jeden Tag mehr das Gefühl, immer weniger irgendwelchen tollen "Zufallstreffern" (diesem blitzschnellen, erratischen Scharfstellen der Augen, dass ihr vermutlich alle kennt und das uns Maulwürfe ja so motiviert) ausgeliefert zu sein. Ich empfinde inzwischen ganz stark, dass ich selber etwas zum guten Sehen beitrage. Dass ich das gute Sehen "machen" und das schlechte Sehen "unmachen" kann. Das schwankt im Tagesverlauf natürlich und es gibt da auch gute und schlechte Tage. Aber die Kurve zeigt eindeutig nach oben. :-)
4. Ich sehe auch unter Bewegung deutlich häufiger schärfer oder sogar vollscharf, kann dann Plakate auf der anderen Straßenseite lesen usw. Das war am Anfang, bevor der Groschen mit dem ZBA gefallen war, noch ein Riesenproblem - nur "Sehmatsch" überall. Gute Sehergebnisse bekam ich nur in Ruhe zustande. Inzwischen habe ich sogar den Eindruck, dass die Bewegung hilft bei der Herstellung eines schärferen Seheindrucks.

Top ist alles noch nicht, aber ich habe das Grundprinzip verstanden, den ZBA selbst auswählen zu müssen und zu dürfen - und zwar immer. Was am Anfang noch mühsam war, geht jetzt nach gut zwei Wochen schon langsam in Fleisch und Blut über. Trotzdem streue ich jeden Tag immer wieder "Praktizierinseln" ein, wo ich mich ganz bewusst nur darum kümmere, den ZBA festzulegen.

"ZBA festlegen" heißt nicht möglichst kleine Details ansehen! Da schubste Flo mich wiederum an (Danke! :-) ). Man soll hier ruhig großzügig sein und das, was man jeweils ansehen möchte, etwas "weiter fassen", ich sage mal, als ließe man einen weichen Lichtkegel darauf fallen, der etwas größer als das Objekt ist. Und sich nicht kirre davon machen lassen, wenn es nicht scharf wird, nichts herbeihoffen oder -zwingen wollen, sondern einfach nur entspannt dorthin schauen - mit hellwachem, beteiligtem Geist. Die Schärfe kommt irgendwann.

Mir hat es am Anfang geholfen (ich praktiziere das immer noch ab und zu so, aber nur, wenn ich alleine bin, sonst weist mich irgendeiner aus meiner Umgebung irgendwann in die Klappse hier in der Nähe ein ;-) ), halblaut zu sprechen, wenn ich etwas ansehe, etwa so: "Jetzt sehe ich die drei mal drei Fenster an (im Haus gegenüber). Jetzt sehe ich nur ein Fenster an - ja, das da, mit dem gesamten Rahmen. Jetzt sehe ich den einen Fensterflügel an, jetzt sechs Fenster. Jetzt gucke ich in die rechte obere Ecke des Fensters, jetzt in die linke obere ..." Und so weiter. Das Sprechen unterstützt diese Geistestätigkeit, festzulegen, wohin man schaut, enorm, finde ich. Probiert es mal aus.

Ihr könnt den ZBA beliebig variieren, ich habe ihn erst immer kreisförmig konzentrisch (wie einen Lichtkegel eben) aufgeweitet und zusammengeschnurrt, aber dann bald angefangen, ihn auch längs, quer und in allen möglichen Formen auseinanderzuziehen, eben so, wie die Objekte auch sind, die man ansehen möchte.

Ja, so weit bin ich im Moment. Ich empfinde, dass ich jetzt auch besser die Position des zentralen Blicks verändern kann, präziser mit den Augen springen kann als jemals - und teilweise behalte ich dann sogar die Schärfe. Dann ist es natürlich besonders schön. :-)

Allen einen schönen Abend!
Susa

Frage an die Mods: Evtl verschiebt ihr den Fred zu den Erfolgsgeschichten? [erledigt /F.]
Zweite Frage: Kann ich den Titel einfach umbenennen? Dann würde ich das tun. [Nur zu. /F.]
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Re: Ist Bates für die Augen, was Cantienica für den Körper?

Beitragvon Susa » 07.05.2013 17:31

Hallo zusammen,

mal wieder ein kleines Update von mir, nachdem ich nun wochenlang hier wenig bis gar nichts von mir habe lesen lassen.
Ich verfolge, soweit es meine Zeit zulässt, aber fleißig eure Berichte, insbesondere Merukando, die ja hammermäßige Fortschritte macht, wie ich grade eben wieder nachgelesen habe! Glückwunsch und weiter so!

Ich selber befinde mich in einer Art Phase der Konsolidierung im Sinne von Einüben und Praktizieren von Handlungen oder Unterlassungen, die dem guten Sehen förderlich sind. Das ist die "aktive Seite" des Ganzen. Die "passive" ist, dass ich mehr und mehr das Gefühl habe, der Blick ordnet sich, zuppelt und ruckelt sich gerader und immer gerader.

Ich merke das vor allem an dieser leidigen Doppelbild-Geschichte, der ich vor ein paar Wochen nochmal auf den Grund gegangen bin. Ich entdeckte in einem der unzähligen Postings von Flo - ich glaube, in seinem Haupt-Thread wars - den Hinweis, dass man Sehvorgänge, sobald die Doppler kommen, lieber abbrechen soll, eine Art Reset oder Reboot vornehmen und Objekte ansehen soll, die im Moment eben noch "geeigneter" sind.

Dies - zusammen mit einem im Tagesverlauf immer mal wieder äußerst sorgfältigen Praktizieren des bewussten ZBA-Auswählens und Blickpunktwechsel - erbringt langsam, aber stetig Verbesserungen auch bei den Doppelungen. Also: Ich schau nicht mehr so häufig hin, damit dringen sie eben auch seltener in mein Datenverarbeitungssystem und die "schrägen Algorithmen" für ihre Falschberechnung werden nicht mehr so oft angeworfen. Ich habe den Eindruck, dass sie inzwischen einfach nicht mehr so bereitwillig anspringen und die "guten Algorithmen" in der Zwischenzeit das Ruder übernehmen können, weil die anderen sich nicht vordrängeln.

Jedenfalls ist es inzwischen auch deutlich weniger unangenehm und irritierend, doppelt Erscheinendes anzusehen. Ich spüre immer häufiger, dass die Augen da was übereinanderbringen wollen, es sieht einfach weniger verschoben aus, manchmal ist mein Eindruck, dass die Doppelbilder näher zusammenrücken, als es früher war, manchmal ist der Eindruck aber auch, dass die Ghosts, also diese etwas schwächeren Doppel-Exemplare des Sehobjekts einfach insgesamt schwächer werden. Es gibt alle möglichen Varianten, aber die Entwicklung ist ganz klar in die Richtung: Das Zeuch geht weg!

Schön finde ich auch, dass ich inzwischen das Feedback meines Systems klar und bewusst registrieren kann, immer sicherer werde, dass ein bestimmtes Feedback keine volatile Einbildung ist, sondern tatsächlich durch ein bestimmtes bewusstes Handeln von mir erzeugbar ist. Beispiel: Ich kann ein bestimmtes Objekt nicht so richtig gut sehen wie ich es in der Vergangenheit schon einmal gesehen habe. Dann weite ich den ZBA gezielt ein bisschen auf und beobachte in aller Regel, dass es oder Teile darin deutlicher werden. Dann kann ich wieder besser Blickpunktsprünge darin vornehmen.

Es ist einfach herrlich, diesen Werkzeugkasten zu haben und die Tools darin immer feiner modellieren zu können. Macht einfach Spaß, auch wenn ich immer noch nicht am Ende der Fahnenstange bin. Irgendwie wird mir das auch immer wurschter und ich glaube, dadurch schon alleine kann sich alles noch besser entspannen.

Euch allen weiterhin gute Klarsicht und immer besseren Durchblick!

Susa

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Beitragvon Flo » 07.05.2013 19:34

(momentan entfernt /Flo)

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Re: 476

Beitragvon Susa » 08.05.2013 09:13

Flo hat geschrieben:Ansonsten gleitet man nämlich allzu schnell/allzu sehr in eine "bequeme" Vermeidungsverhaltensweise ab bzw. man wird (zu) gleichgültig gegenüber dem "Bildfehler". Beides verzögert aus meiner Sicht und Erfahrung einen zügigen Fortschritt bei der (Selbst-)Therapie.


Das ist klar, trotzdem danke für den Hinweis, man kann es sich ja nicht oft genug klar machen: Sehen lernt man vom Sehen, und natürlich kommt "lange, gerade Strukturen richtig sehen" in letzter Instanz auch von "lange, gerade Strukturen ansehen". Ich stelle ja eben fest, dass es besser wird und sehe Objekte dieser Klasse demzufolge auch wieder häufiger an, weil sie mir eben nicht mehr so einen Strain bereiten. Das ist ja das Nette daran. :-)

Auch wenn ich keine Anfängerin mehr bin, habe ich an dem Punkt durch das nochmalige Zurückgehen auf "Los" enorme Fortschritte verzeichnet.

Dass es kein dauerhaft sinnvolles Verhalten sein kann, bestimmte Sehobjektklassen zu vermeiden, ergibt sich letztlich wieder aus der Richtschnur "Tu und lasse Dinge, die ein Normalsichtiger tun und lassen würde". Es ist klar, dass der Laternenmasten, Fernsehantennen and the like mühelos perfekt sehen würde.
Also: Da will ich natürlich auch hin ...

Viele Grüße
Susa

PS: Heute zum ersten Mal Mauersegler hier gehört, die Viecher sind pünktlich wie die Maurer (sic!), immer um den 8.5. herum kommen sie hier an. Der Sommer kann kommen!

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Beitragvon Flo » 12.05.2013 16:01

Susa hat geschrieben:Das ist klar, trotzdem danke für den Hinweis, man kann es sich ja nicht oft genug klar machen: Sehen lernt man vom Sehen, und natürlich kommt "lange, gerade Strukturen richtig sehen" in letzter Instanz auch von "lange, gerade Strukturen ansehen". Ich stelle ja eben fest, dass es besser wird und sehe Objekte dieser Klasse demzufolge auch wieder häufiger an, weil sie mir eben nicht mehr so einen Strain bereiten. Das ist ja das Nette daran. :-)
Auch wenn ich keine Anfängerin mehr bin, habe ich an dem Punkt durch das nochmalige Zurückgehen auf "Los" enorme Fortschritte verzeichnet.

Dass es kein dauerhaft sinnvolles Verhalten sein kann, bestimmte Sehobjektklassen zu vermeiden, ergibt sich letztlich wieder aus der Richtschnur "Tu und lasse Dinge, die ein Normalsichtiger tun und lassen würde". Es ist klar, dass der Laternenmasten, Fernsehantennen and the like mühelos perfekt sehen würde.
Also: Da will ich natürlich auch hin ...

Viele Grüße
Susa

PS: Heute zum ersten Mal Mauersegler hier gehört, die Viecher sind pünktlich wie die Maurer (sic!), immer um den 8.5. herum kommen sie hier an. Der Sommer kann kommen!

Ich denke, Du bist (weiterhin) auf einem "guten Kurs". Bild

Viele Grüße,
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Re: 477

Beitragvon Susa » 28.06.2013 16:35

Hallo zusammen,

mal wieder ein Update von mir ...

Das hier schrieb Flo in seinem letzten Post hier:

>Ich denke, Du bist (weiterhin) auf einem "guten Kurs". Bild<

Und das Gefühl habe ich gerade in den letzten Tagen mal wieder. Mein größtes deutlich wahrnehmbares Problem sind ja nach wie vor Doppelstrukturen, besonders an geraden Kanten und Gegenständen, aber da ich hier direkt eine Großbaustelle mit Gerüsten vor der Nase habe und inzwischen auch hinter meinem Haus beim Nachbarn Gerüste aufgestellt wurden, habe ich reichlich, reichlich Gelegenheit, mich an dem Thema abzurackern, Gerüste sind megatückisch, weil sie je nach Blickwinkel auch echte Doppelstrukturen bieten. Daran habe ich auch gemerkt, dass es vorwärts geht, weil ich plötzlich die echten von den "ghostigen" Dopplern besser unterscheiden konnte.
Fragt jetzt mal bitte nicht, WIE ich das mache ... :-) Ich versuche mir schon selber immer über die Schulter zu gucken, so nach dem Motto, hey, was passiert denn da, warum "geht es plötzlich"?
Das eigentlich Gute ist - und das erlebe ich bei jeder neuen Steigerung meines Sehvermögens eigentlich als Neuauflage eines alten Themas: Der gesamte Prozess wird einfach immer besser steuerbar. Ich merke immer genauer, wohin ich wirklich gucke und kann dann (wer hat, dem wird gegeben) immer gezielter wirklich ein Objekt/ein Objektdetail ansehen und den Geist darauf konzentrieren. Darum habe ich das Gefühl, alle meine Berichte zum Thema "Es geht aufwärts" lesen sich gleich: Weil es eben genau darauf ankommt, das Ruder da wieder in die Hand zu bekommen und den Prozess steuern zu können, wie man es grade braucht. Und in diesem Punkt hat das Ganze in den letzten Tagen einfach enorme Fortschritte gemacht.
Letztlich habe ich einfach so weiterpraktiziert wie bisher, wobei ich mir jeden Tag immer eine Zeit nehme, in der ich ganz bewusst "nur sehe" und die "Metadaten dahinter" aktiv mitverfolge, also genau registriere, wie es grade ist, und wie nicht und was passiert, wenn ich xy ausprobiere und abc lasse. So etwas kann man ja nicht den ganzen Tag machen, aber jeden Tag ein bisschen scheint zumindest mir zu helfen, den Prozess des geistigen Aktivseins beim Sehen immer stärker einzuüben und ein Stück weit zu automatisieren. Dieses übende Innehalten jeden Tag sorgt dann auch dafür, dass ich nicht versehentlich wieder dauerhaft in dumpfe Routine abgleite, was mir natürlich den Tag über passiert. Ist ein bisschen wie regelmäßiges Staubwischen, damit man nicht nach Wochen den Wollratten in der Wohnung hinterherjagen muss ...

Ich merke, dass ich mein Handwerkszeug (oder Augwerkszeug vielmehr) immer gezielter anwenden kann. Ich denke mir die Werkzeuge, die ich für geeignet halte, ein bestimmtes Sehobjekt gradegezurrt vor Augen zu kriegen, und dann fängt es immer häufiger an, tatsächlich zu passieren. Irre! Das Sporadische und Zufällige, die nicht berechenbare und unvorhersehbare Natur der bisherigen Gutseh-Momente löst sich immer stärker auf.

Und natürlich ist der Lohn dafür, dieses nächste Plateau erreicht zu haben, dass man viel mehr wahrnimmt, noch lockerer an alles gehen kann, weil das Selbstvertrauen wächst, dass man schon wieder den nächsten guten Sehmoment "herbeizaubern" können wird.

Ich hoffe, mein Update motiviert euch. Bleibt dran, auch wenns grade klemmt. Und befragt euch just dann immer genau, warum es klemmt, die "Klemmphasen" sind wichtig, glaube ich, solange wir noch auf dem Weg sind!

Euphorische Grüße von

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Re: Ich hab's geblickt: Sehen ist ganzheitlich!

Beitragvon lukita » 04.03.2015 15:35

Welche Werte hatten eigentlich die Gläser Deiner Brille zu Beginn des Trainings? Und wie ist der aktuelle Stand?
1986 Erste Brille R sph -1.50 cyl -0.00, L sph -1.50 cyl -0.00
2008-10 Brille R sph -4.75 cyl -1.00, L sph -5.00 cyl -0.00
2013-04 Beginn Sehtraining
Seit 2013-09 Es gibt Augenblicke mit Visus > 0.7 ohne Brille.

Mein Ziel: Ein Leben ganz ohne Brille
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Re: Ich hab's geblickt: Sehen ist ganzheitlich!

Beitragvon Susa » 04.03.2015 16:42

Hallo Lukita,

>Welche Werte hatten eigentlich die Gläser Deiner Brille zu Beginn des Trainings?<

Das waren rechts 2,75 und links 3,5. Ich hatte auch Zylinder, die weiß ich nicht auswendig, ehrlich gestanden.

>Und wie ist der aktuelle Stand?<

In harten Zahlen kann ich dir den nicht sagen. Ich kann sagen, dass ich nur noch in ganz bestimmten Situationen und zu ganz bestimmten Zwecken meine Brille brauche und den überwiegenden Teil meines Alltags inzwischen sehr gut und stressfrei ohne bestreite. Es sind dies:

1. Autofahren, weil ich noch nicht komplett durchgängig vollscharfsichtig bin. Sollte dies (irgendwann) der Fall sein, muss ich mir ja auch beim Opiker bzw. Augenarzt erst einmal die "Erlaubnis" holen, Auto wieder ohne Brille zu fahren. Ich nutze hierzu die stärkste Brille, die ich habe - Werte siehe oben.
2. Beim Musizieren (Chor, Klavierspielen), weil es, wie ich in etlichen Selbstversuchen festgestellt habe, einfach wichtig ist, die Noten und sämtliche darin befindlichen "Interpunktionen" durchgängig richtig scharf zu sehen und das ggf. bei hohem Lesetempo. Ist das nicht gegeben, verlese und verspiele ich mich dauernd, was mich stört. Hierfür nutze ich das schwächere Vorgängermodell der stärksten Brille.
3. Sonstige Situationen, die es aus unterschiedlichen Gründen erforderlich machen, die Brille zu Hilfe zu nehmen, weil der Visus ohne noch nicht ausreicht. Das kann dann alles Mögliche sein, meinethalben bei einem Vortrag, wo ich auf den projizierten Folien nicht alles genau sehen kann. Oder im Kino, weil ich da den ultimativen Genuss des Scharfsehens durchgängig haben möchte. Das klappt dann auch mit der Brille, es ist nicht so, dass sie mich dabei stören würde, etwa weil meine Augen ja insgesamt viel besser sind als die, wofür sie ursprünglich mal gedacht war.

In 3. zusammengefasste Situationen habe ich immer seltener, im normalen Alltag ohne besondere Zwischenfälle eigentlich fast gar nicht mehr. Hatte ich bis vor ein paar Monaten dann die Brille auch in absehbar "normalen" Lebenslagen außer Haus noch dabei, verzichte ich schon eine ganze Weile darauf, sie mitzunehmen bzw. vergesse es schlicht. Ich fahre inzwischen auch nachts ohne Brille Rad, das war die letzte mir bewusste Veränderung, die mir jetzt einfällt. Ansonsten geht das Bessersehen so kleinschrittig vorwärts, dass es nicht immer eine Änderung meiner Handlungs- und Verhaltensweisen mit sich bringt, die mir jetzt konkret in Erinnerung blieben. Lege ich nach einer bestimmten Weile sozusagen mal wieder die eigene Messlatte an (etwa bei einer bestimmten mir vertrauten Sehszenerie), dann merke ich eben, wie viel besser ich die Objekte darin - verglichen mit einem ungefähren Zeitpunkt x in der Vergangenheit - jetzt erkenne.

Ich kann dir nicht sagen, wie mein Visus genau im Schnitt ist, nur dass sich die Scharfsehphasen mehren und immer länger werden. Es gibt nach wie vor auch "ziemliche Einbrüche" der Visusqualität. Das kann dann von einem gegenüber dem aktuell üblichen und gewohnten Niveau deutlich unscharferen Blick bis hin zu mehr oder minder starken Sehartefakten alles Mögliche sein - und meist ist es eine Kombination aus beiden Anteilen.

Ich hoffe, ich habe "meinen Stand" ausreichend verständlich geschildert. Insgesamt geht es auf jeden Fall kontinuierlich vorwärts mit der besseren Sicht. :-)

Viele Grüße
Susa
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Re: Ich hab's geblickt: Sehen ist ganzheitlich!

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