im dunklen lesen...

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im dunklen lesen...

Beitragvon opi12 » 02.11.2012 22:47

Gibt es eigentlich inzwischen gesicherte Erkenntnisse zu der These vieler Eltern, nämlich das die Augen darunter leiden wenn man im halbdunklen liest? Ich würde so gerne meine Mutter widerlegen :)
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Beitragvon moobe » 03.11.2012 00:26

Ich denke, dass diese Frage bereits vor 100 Jahren von Bates beantwortet wurde. Es ist eine Motivationsfrage: Ist es eine Qual für dich, den Stoff zu lesen?

Wenn ja, wirst du deine Augen wohl ruinieren. Wenn nein ist es sogar gut für die Augen. Ich glaube, es stärkt die Muskulatur, wenn du es tust.


Mein Bruder ist aber zum Beispiel alles andere als eine Leseratte - aus diesem Grund würde ich ihm das also auch nicht empfehlen.

Aber wenn du es beispielsweise angenehm empfindest, im Liegen zu lesen, dann sollst du das auch ruhig machen ;)



LG Moobe
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lesen im dunklen

Beitragvon lulja30 » 08.01.2013 12:28

Ich lese auch gern aber ich verstehe nicht, warum muss man im dunkeln lesen??? Gibt es in der Wohnung denn nicht genug Licht oder es geht um Stromsparen?? Als Kind habe ich oft unter der Decke gelesen, wo ich schon längst schlafen sollte und wollte nicht, dass meine Eltern mitbekommen, dass ich noch wach bin. Aber zum Glück habe ich keine Augenbeschwerden jetzt.... Also, was ist der Grund dafür, dass man im dunlklen lesen muss?? LG
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Re: lesen im dunklen

Beitragvon Darem » 08.01.2013 17:18

lulja30 hat geschrieben: Also, was ist der Grund dafür, dass man im dunlklen lesen muss??


Hier geht niemand davon aus, dass man im Dunkeln lesen muss - ganz im Gegenteil. Natürliches, helles Licht ist doch viel besser. Der Threadsteller wollte doch nur wissen, wie das mit der Im-Dunkeln-Lesen=Augen-leiden-Beziehung aussieht. Und die Antwort liefert Bates.
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Re: im dunklen lesen...

Beitragvon brillos » 01.11.2013 02:14

opi12 hat geschrieben:Gibt es eigentlich inzwischen gesicherte Erkenntnisse zu der These vieler Eltern, nämlich das die Augen darunter leiden wenn man im halbdunklen liest? Ich würde so gerne meine Mutter widerlegen :)


Denke das hängt von der individuellen Genetik ab.

Das Problem ist, daß die optische Abbildungsqualität der Hornhaut im Zentrum (Mitte) am Besten ist und dann zum Rand zu etwas schlechter wird, bei manchen Menschen mehr, bei anderen weniger.
Bei hellem Licht spielt dies keine Rolle, da werden diese Fehler durch die enger gestellte Pupille ausgeblendet, bei schlechterem Licht und grösserem Pupillendurchmesser immer weniger.

Je nach Veranlagung könnte es daher sein, daß das Auge auf diese, bei Dunkelheit auftretende Unschärfe mit verstärktem Wachstum reagiert, wie gesagt, je nach Veranlagung und natürlich nur nach stundenlangen Lesen.

Das Kurzsichtikkeitsrisiko allgemein soll sich aber bei täglichem 2 stündigen Aufenthalt draussen im Sonnenlicht stark reduzieren.

Also, nach viel Lesen einfach mal rausgehen ohne sich natürlich dabei von der Sonne blenden zu lassen.
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Beitragvon brillos » 06.02.2014 02:58

moobe hat geschrieben:Ich denke, dass diese Frage bereits vor 100 Jahren von Bates beantwortet wurde.
LG Moobe


http://www.iblindness.org/ebooks/perfec ... ve-errors/

Was mich hier verblüfft ist Bates Interpretation:

denn schauen wir auf das hier, von ihm dokumentierte Experiment, so zeigt dies zunächst doch nur, daß die Versuchsperson bei zu wenig Licht unterakkomodiert, sich also im Nahbereich verhält als wäre sie weitsichtig.

Bates schließt hieraus, daß Naharbeit weitsichtig machen würde, was aber im krassen Gegensatz zu den hohen Myopieraten von berufsbedingten Naharbeitern steht.

So ist bekannt, daß die Schüler einer israelitischen Religionsschule, welche ständig extrem kleingeschriebene Schriften lesen oder selber verfassen zu >80% kurzsichtig sind und auch Schriftsetzsteller, welche früher die Bleiplatten für die Druckmedien erstellten, waren offensichtlich zu ~70% myopisch.

Auch ist bekannt, daß Uhrmacher, Schneider, Teppichknüpfer und auch Mikroskopisten ein erhöhtes Myopierisiko haben.
Erstaunlich hierbei, daß z.B. Mikroskopisten, zur Zeit wo Stereomikroskope noch selten waren, oft nur auf dem "Mikroskopieauge" kurzsichtig wurden aber auf dem anderen Auge normalsichtig blieben.

Mittlerweile, 100 Jahre nach dem Bates Experiment wissen wir nun aber, daß das Auge im Zuge des Emmetropisationsprozesses auf länger anhaltende "Weitsichtigkeits-Unschärfe" (hyperopic defocus) mit der Verlängerung des Augapfels reagiert, was ja bei "echter" Weitsichtikkeit (bei Fernsicht) auch sinnvoll ist, da dies ja dann auch tatsächlich zur Emmetropie führt.

Bei "Pseudo-Weitsichtigkeit" durch Unterakkomodation im Nahbereich erhöht sich hierdurch aber das Risiko zur Kurzsichtigkeit, ein Umstand welcher sich nicht nur in der hohen Korrelanz von Myopierate und Naharbeitstätigkeit wiederspiegelt sondern auch schon lange durch die alte Volksweisheit, daß Lesen im Dunkeln schlecht für die Augen sei, bekannt ist.


PS:
kurzzeitige Naharbeit scheint hingegen teilweise zunächst entspannende Wirkung zu haben?
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