"Man sieht nur mit dem Herzen gut."

Hier ist Platz für alle kleinen und grossen Erfolge auf dem Weg zur Verbesserung der Sehleistung. Ausserdem könnt ihr euch hier vorstellen.

"Man sieht nur mit dem Herzen gut."

Beitragvon Stärker » 18.05.2009 20:58

Nachdem ich seit einem Monat nun hier nicht mehr geschrieben habe und auch nicht im Forum zu Besuch gewesen bin, habe ich dass Bedürfnis nach Ausdruck und beginne hier mein erstes (zweites, wenn ich das Zitat von Hizon dazu zähle) eigenes Thema.

Ich bin in ein ziemliches Loch gefallen. Schlimmer als sonst. Obwohl eigentlich so alles supi ist, kann ich nicht mehr. Ich kann nicht mehr. Auch nicht sehen. Ich bring es nicht mehr auf die Reihe. Und ich hab keine Kraft mehr. Ich schlepp mich irgendwie durch die Tage, und obwohl ich ausgefüllt bin und im Grunde mit meinem Leben zufrieden sein könnte, ist mir alles zu viel. Ich seh keinen Sinn mehr. Es ist sinnlos und ich will gar nichts mehr. Ich mach nur noch, weil ich machen soll.

Ich will nicht mehr arbeiten und ich hab kaum Kraft früh aufzustehen, wenn nichts anliegt.

Obwohl es zwar immer noch die Momente des klaren Sehens gibt, ist mein Sehen ziemlich schwach. Ich brauch wieder öfter meine Brille von 2,5 dpt. und mir fehlt einfach die Kraft irgend etwas dagegen zu machen.

Warum "mit dem Herzen sehen"? Weil für mich trotz aller Übungen das Sehen vom Herzen kommt, man muss etwas darin "sehen", einen Sinn. Exupery hat damit wohl eigentlich gemeint, dass man die Liebe mit dem Herzen sehen kann, aber auch das steckt im Sehen. Denn nur wer Liebe (im Sehen) empfindet kann auch sehen (ich hab es ja selbst schon erfahren). Und im Moment fühle ich mich einfach nur beladen, funktioniere, weil ich funktionieren muss, aber nicht will.
Und ich kann einfach nicht (sehen), und leben wie es wohl eigentlich in mir ist.

Ich weiß auch warum das so ist. Ich habe die Beziehungen zu Menschen gefunden, die ich immer gesucht habe und ich empfinde sie als irgendwe nicht erfüllend. Sie geben mir nicht das was ich brauche.
Sie geben mir nicht das was ich mir von ihnen gewünscht habe.

Und im Moment weiß ich nicht ob es besser ist alles (oder besser gesagt: das Sehen) aufzugeben. Denn so wie es ist kann es nicht gehen. Aber ich kann einfach nicht anders.

Ich weiß, dass ich einen neuen Weg brauche für mich und mein Leben. Aber ich weiß nicht wie dieser sein kann.
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Beitragvon sven » 18.05.2009 21:42

@Staerker: Es sind die Dinge vor denen man sich fuerchtet mit denen es weitergeht. Die dunklen Sachen, die Angst machen, weh tun. Wenn du so etwas aus der Tiefe der Verdraengung in dein Bewusstsein kommen laesst wirst du merken das es gar nicht so schlimm ist und das die unangehnemen Gefuehle eigentlich nur starke Lebensenergie sind und dann geht es weiter.

So geht es mir zumindest.

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Beitragvon Martin/T. » 18.05.2009 22:57

Hallo Marcus,

ich hab in Deiner langen Abwesenheit schon geahnt, da steckt was dahinter, aber so tief hatte ich's jetzt ehrlich nicht erwartet.

Was Du da anrührst, da kann man wirklich nun nicht mehr von Sehen her drauf antworten, sondern mir würde was einfallen zum Sinn des Lebens und zu der "Zu-Flachheit" aller rein zwischenmenschlicher Sinnfindung. Aber ich krieg das heute nicht zusammen und irgendwie scheu ich mich auch ganz grundsätzlich davor, das (hier) in der Öffentlichkeit zu machen.

Ich weiß noch nicht, wie ich da verfahre. Soll man sich im Internet so weit öffnen, selbst wenn's halb anonym ist? Und selbst wenn ich's tue, ich fürchte, ich könnte Dir auch nur von meiner eigenen Schwermut noch dazugeben.

Was Du schreibst ...

Ich weiß, dass ich einen neuen Weg brauche für mich und mein Leben. Aber ich weiß nicht wie dieser sein kann.


... gilt jedenfalls zehnmal fett umrandet auch für mich.

:|
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Beitragvon Stärker » 19.05.2009 08:04

@ Sven:
und das die unangehnemen Gefuehle eigentlich nur starke Lebensenergie sind und dann geht es weiter


Das ist auf alle Fälle wahr. Diese Gefühle saugen die Kraft zum Leben, eben den Sinn auf. Negative Gefühle gehören zum Leben, aber wenn sie in einem stecken bleiben machen sie krank.

@ Martin:
sondern mir würde was einfallen zum Sinn des Lebens und zu der "Zu-Flachheit" aller rein zwischenmenschlicher Sinnfindung. Aber ich krieg das heute nicht zusammen und irgendwie scheu ich mich auch ganz grundsätzlich davor, das (hier) in der Öffentlichkeit zu machen.


Musst du auch nicht zusammen kriegen, ich versteh dich auch so. Ich scheu mich auch hier meinen "Lebensweg" reinzuschreiben. Da fehlt einfach die persönliche Beziehung und das Vertrauen, die im "normalen" Leben wächst. Die Anonymität machts schwer da abgeholt zu werden, wo man abgeholt werden möchte (oder sollte). Und das ist auch ein Augen-training-Forum und nicht ein Sinn-Suche-Lebenstiefe-Forum. Das was ich jetzt schreibe ist schon etwas entfernt vom reinen Augentraining, für mich aber wesentlich entscheidender, was das Sehen betrifft.

... gilt jedenfalls zehnmal fett umrandet auch für mich.


Ich glaube der Weg kann nur ein ganz anderer sein. Weit weg von dem was sich jetzt in meinem Leben abspielt. Eine Bewusstsein-Veränderung. Sich selbst und sich in der Welt anders sehen, anders leben. Das Leben auf etwas anderem aufbauen, eine Befreiung von allem was einem jetzt das Leben so schwer macht. Eine Zuwendung em Hier und Jetzt. Eine Zuwednung sich selbst zu spüren, sich selbst zuzulassen. Wie ein Erwachen. Eine Zuwendung sich selbst.

Ich glaube tief in mir ist die Antwort auf all das. Sonst könnte ich gar nicht eimpfinden wie ich jetzt empfinde. Ich glaube die (Er-)Lösung ist verschüttet unter einem Berg von Ängsten, Einsamkeit, der Suche nach Liebe und Anerkennung, dem älltäglichem und Lebensgewohnheiten.

All das scheint gar nichts mehr mit dem Sehen zu tun zu haben, aber hier geht es für mich um das Sehen als einen Teil des Lebens, der nicht abgetrennt werden kann von dem Rest.

Im Moment würde ich mich einer Verzweiflung hingeben wollen ... es bringt doch alles nichts ...bleib doch den ganzen Tag und die Nacht im Bett liegen und ignorier alle die dich aufscheuchen wollen... doch wenn ich das tue, weiß ich dass ich dann noch schwerer wieder aufstehen kann, weil ich mich dem, was mich fertig macht noch mehr hingebe. Ich würde mich noch mehr verlieren. Doch zu den bekannten und "bewährten" Konditionen will ich auch nicht aus dem Bett aufstehen... :P

Ich bin fest davon überzeugt, dass dieser Weg, und dieses Leben, wachsen muss. Ich hab im Moment keine Antwort... und ich kann auf der Ebene auch keine Antwort finden... ich glaube ich kann mich nur öffnen ... was genau weiß ich aber auch nicht.

Und hier kommt wieder eine Sehmeditation ins Spiel: Atembewusstsein. Nichts mehr denken, nur noch atmen und loslassen. :idea: Mal schauen...
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Re: Das Unheimliche ist immer allgegenwärtig

Beitragvon sven » 19.05.2009 08:13

Stärker hat geschrieben:@ Sven:
und das die unangehnemen Gefuehle eigentlich nur starke Lebensenergie sind und dann geht es weiter


Das ist auf alle Fälle wahr. Diese Gefühle saugen die Kraft zum Lben, eben den Sinn auf.


So meinte ich es nicht. Diese Gefuehle sind Lebenskraft.
Ich weiss nur je mehr du nichts machts, desto weniger Kraft und Energie hast du. Energie muss ausgegeben werden damit du mehr bekommst.

Darf ich dich fragen ob du eine Arbeit hast ?
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Beitragvon NinaBerger » 19.05.2009 08:47

@sven: Gute Frage

Wäre es sonst für dich machbar, einige Tage in einem relativ unbewohnten Gebiet abzutauchen und dich deinen Gedanken hinzugeben und auf die Vision zu warten? Vision heißt, seinen Lebensweg zu sehen und zu erkennen. Und da sind wir wieder beim Augentraining..

Nimm einen Regenschutz, Isomatte, Schlafsack, wenig Reserveklamotten, Trinkwasser mit, meinetwegen noch ein Taschenmesser. Nimm nichts zu essen oder zu lesen mit. Lass alle elektronischen Sachen zu Hause (außer ggf. Kompass/GPS, wenn du so weit draußen bist. Ist in Deutschland jedoch normalerweise entbehrlich. Ohren auf und der AUtobahn entgegen, dann weißt du wieder, wo du bist). Rechne mit mindestens 3-4 Tagen, kann auch eine Woche sein.

LG Nina
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Beitragvon Martin/T. » 19.05.2009 10:49

Sven hat geschrieben:Darf ich dich fragen ob du eine Arbeit hast ?


NinaBerger hat geschrieben:@sven: Gute Frage


Ich glaube, Marcus HAT eine Arbeit (oder hatte, ... soll ja Leute geben, heutzutage, die sie ganz schnell verlieren), aber ich denke, dass auch das bei der Sinnsuche heute ganz, ganz wenig nur hilft. Und zwar um so weniger, je mehr einer zu den denkenden, aufrechten, unangepassten Menschen gehört.

Ich meine, unser ganze Leben in der heutigen (westlichen) Gesellschaft gleicht doch nur noch einer einzigen Groteske. Es ist eine Schlafwandlergesellschaft, ein gelebtes Requiem, ein fanatischer Verdrängungswettbewerb. Wir taumeln einem Abgrrund entgegen, schlimmer als alle Filme, die man über die Stimmung in Belin 1944 etwa gesehen hat. Und wir klammern uns emsig an die llusionen eines untergehenden Zeitalters "postmaterialistischen Wohlstandes" (eine Groteske an sich, aber hat zu uns gepasst!) und seines individualistischen Glücksversprechens, damit wir – wie der Affe, der die Augen verschließt, um die Wirklichkeit auszuschalten – nicht realisieren müssen, dass die Welt, in der wir aufgewachsen sind, am Ende ist, absolut am Ende.

Wer IST heute noch PRODUKTIV beschäftigt (?!) - echt produktiv: aufbauend, ehrbar, zukunftsweisend (egal ob allein oder im Team, dieses Marxsche Topos ist NICHT das Entscheidende!) - und kennt den Sinn seiner Arbeit, aus dem er sich täglich an der Seele „ernährt“? Es mag noch einige geben, aber die werden von der Politik aktiv bekämpft und demnächst zur Strecke gebracht werden. Das Rennen machen die Angepassten, die Wellnesspfleger und Trendsetter, die Liebediener und Bürokratentypen, die Spekulaten und offenen Betrüger. Demnächst strömt auch wieder alles zu den Urnen, um dieselben abgewirtschafteten und aktiv gegen das Volk verschworenen Parteien (ich sage nur: Lissabon, Dr.-Seltsam-Raketenpläne in Osteuropa, elektronischer Überwachungsstaat, - da waren die Stasis Waisenknaben, bei Gott,- Vernichtungskrieg in Afghanistan) erneut in das sogenannte Europaparlament zu wählen, - das übrigens eine Farce ist, wasimmer das Wunschdenken auch darüber spinnt.

Ich könnte endlos weiterreden, aber worum es mir geht, sind nicht diese Äußerungen – das ist ja auch kein Politikforum -, sondern die Tatsache, dass derlei Äußerungen zwar Befremden und die Neigung zum Widersprechen, aber innerlich in den meisten auch irgendwo Zustimmung oder das Gefühl des Ertapptseins (ja irgendwo hat er ja auch recht, nur SOO darf man das ja nicht sagen ...) in Euch auslösen .

Ich behaupte: Wir sind Bauern (ach nein, eigentlich Staubkörner, und entsprechend bei den Oberen auch angesehen) auf dem Schachbrett eines gigantischen – und unvorstellbar teuflischen – Menschheitsexperiments, in dem es darum geht, die vital gewachsenen Strukturen der (speziell christlich-abendländischen) Gesellschaft auszuschalten, zu unterminieren, der Lächerlichkeit preiszugeben und (inzwischen geht es immer mehr in die Richtung) anzufeinden, damit die Menschen in der Masse vereinzelt und jeder Widerstand gegen eine Eine-Welt-Regierung mit totaler Überwachung des Individuums ausgeschaltet wird.

Ich habe Hofnung, dass China und Russland (mit ihren immer noch mehr bodenständigen und in gewisser Hinsicht auch vom westlichen imperialen Kapitalismus „gebrannten“ und darum auf der Hut seienden Gesellschaften und vor allem auch - ja das soll's auch noch geben - kompetenten Regierungen) diese Pläne noch einmal durchkreuzen können, aber wie auch immer dem sei, der Fallout dieser Lage auf die Seele und Moral des Einzelnen ist gigantisch und kann eigentlich nur unter-, nie überschätzt werden. Aus ihm (aus seinen hundertsten und tausendsten Verzweigungen natürlich) erklären sich solche Seelenzustände, wie Marcus (und ich, verschlüsselt) uns bisher bekannt haben, darunter zu leiden.

Bei der Sinnsuche immer weiter ins Innere zu gehen, wie es viele hier empfehlen, ist eine verständliche Reaktion und bis zu einem gewissen Punkt auch sinnvoll.. Aber es ist auch wieder eine raffinierte Falle: Es ist vielmehr genau diese Umerziehung zum New Age-verinnerlichten Menschen, die den oben genannten Strategien den für ihre Zwecke brauchbaren weil unverankerten, formbaren Menschen zur Verfügung gestellt hat. Der Mensch ist nun mal ein soziales Wesen, und dabei wird es auch bleiben. Jeglicher Sinn kommt von der VEREINIGUNG der Herausforderungen der inneren und äußeren Lebenswelten, im gleichzeitigen Bestehen des Menschen auf beiden „Kampfplätzen“ und geht sehr viel mehr in der Richtung historisch zurück:

Der Sinn liegt bei dem alten Gott, dessen Sohn, unser Herr und einzig wahrer Erlöser, für uns am Kreuz gestorben ist.

Aber nun fragt bitte bloß keinen der heute organisierten Christen, wie das zu verstehen ist. (Und weil ich als Christ ohne Gemeinschaft selbst eine „Missgeburt“ bin, und damit konfus, fragt bitte auch nicht mich, jedenfalls nicht in der Erwartung, dass ich es erklären könnte.) Die haben ALLE (alle, die ich irgend kenne) vor der Aufgabe, das Evangelium zu verkünden und in den heutigen kulturellen Kontext zu überliefern) total kapituliert und sich vor dem Zeitgeist prostituiert.

Man muss gar nicht in das (derzeit rasant verrottende) Amerika schauen (dem sich allerdings kulturell auch alle zu Füßen geschmissen haben, bes. hier in Dtl.), um zu sehen, dass die Fundamentalisten die allerschlimmsten Beförderer der Verlumpung von Politik und öffentlicher Moral darstellen.

So, nun dürft Ihr über mich herfallen. Ihr dürft es aber auch lassen und stattdessen lieber in euch gehen, so wie ich das seit mindestens 17 Jahren tue (seit der großen Psy-Op „glückliches Ende der Geschichte“, „friedliche deutsche Wiedervereinigung“ und was der Säuseleien mehr ist).

Ihr werdet (würdet) Euer blaues Wunder erleben – und vielleicht (nur ganz vielleicht) auch ewiges Leben finden.

Gott befohlen. :wink:
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Beitragvon Stärker » 22.05.2009 18:49

So bevor ich weiterlese:

@ Sven: Japp, ich hab nen Job ... und bin auch realtiv erfolgreich darin. Ist auch kein Geheimnis was ich mach: ich bin Altenpfleger und arbeite Teilzeit dreißig Stunden. Und bin auch neben meinem Job ausgefüllt.
Und mit der Kraft: Ich kann das nachvollziehen mit der Kraft was du schreibst. Ich hab demnach eigentlich sehr viel Kraft. Der Job ist nur ein ein relativ kleiner Teil meines Lebens. Partnerschaft, Freunde, Hobbies, dabei sein wo was los ist ... es lief selten so gut wie zur zeit. Und eigentlich hab ich mir immer genau das gewünscht. Jetzt wo ich habe was ich glaubte und fühlte zu wollen, freue ich mich auf der einen Seite darüber und auf der anderen bin ich unglücklich, weil ich keinen Sinn in meinem Leben sehe. Es sind zwar alles schöne Dinge, aber mir fehlt der tiefe Grund wfür mein Leben gut ist. Und das steht für mich auch sehr in Verbindung mit dem Sehen. Gestern war ich aufm Fußballplatz. Und ich hab mich entschieden meine Kontaktlinsen nicht rein zu machen. Und es gab an diesem Tag so viele schöne Momente des Sehens die mit Kontaktlinsen ausgefallen wären. Dafür bin ich dankbar. Doch das Sehen steht für mich (und das ist ein Empfinden in mir) noch mit etwas in Zusammenhang was viel tiefer als die reine Fähigkeit sich befindet, in einer anderen Ebene nicht im Fühlen nicht im Denken, aber totzdem genau in mir. Ich weiß dort ist die Antwort auf meine Frage. Und in den Momenten des klaren Sehens fühle ich mich dem näher. Ich glaube dort ist die Kraft.

@ Nina: Ein guter Vorschlag. Raus aus alledem. Das hab ich auch vor. Ich stelle es mir aber etwas anders vor. Eine andere Umgebung, eine andere Aufgabe und Menschen, die mich nicht kennen.

So jetzt les ich noch was Martin geschrieben hat.
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Beitragvon Stärker » 22.05.2009 19:27

Ich meine, unser ganze Leben in der heutigen (westlichen) Gesellschaft gleicht doch nur noch einer einzigen Groteske. Es ist eine Schlafwandlergesellschaft, ein gelebtes Requiem, ein fanatischer Verdrängungswettbewerb. Wir taumeln einem Abgrrund entgegen...


Ich empfinde unser Leben, also das Gesellschaftliche als ein Leben mit Maske. Die meisten Menschen setzen sich eine maske auf um einem Bild zu entsprechen, um "cool" zu sein, um etwas zu erreichen, um erfolgreich zu sein. Ich habe aber festgestellt ich brauche auch eine Maske, sonst kann ich nicht leben. Doch ich will mit dieser Maske nicht verwachsen sein.
Das tat mir lange weh, dass es so ist.
Jetzt ich freue mich über jede Beziehung, egal ob real oder virtuell in welcher die Masken fallen und man die Wahrheit sieht. Es ist das Schönste im Moment für mich auf Menschen zu treffen, die nach einigem Kontakt auf einmal offener sind und anders sind. Auch wenn es oft zwei Schritte vorwärts und dann wieder fünf Schritte zurück sind. Es ist eine Entwicklung in dieser Beziehung, die ich als gut empfinde. doch ist es auch selten solche menschen zu treffen, die sich wirklich öffnen wollen.

Wer IST heute noch PRODUKTIV beschäftigt (?!) - echt produktiv: aufbauend, ehrbar, zukunftsweisend (egal ob allein oder im Team, dieses Marxsche Topos ist NICHT das Entscheidende!) - und kennt den Sinn seiner Arbeit, aus dem er sich täglich an der Seele „ernährt“?


Ja, Arbeit hilt bei der Sinnsuche nur sehr bedingt. Es kommt sicher darauf an, was jeder für Vorstellungen von seinem Leben hat. Vielen meiner Kollegen, auch der früheren, machen ihren Job mechanisch, weil sie arbeiten "müssen". Viele wollen auch einen Status-Job mit viel Kohle und irgendwelchen materiellen Werten.
"Altenpflege - da hab ich ja voll den Respekt, aber ICH könnte das nicht machen." So oft hab ich das gehört, mittlerweile ist es mir egal, aber gut find ich so eine Einstellung ganz sicher nicht.
Es ist nun mal so, jeder muss selbst den Weg für sich finden.
Und die meisten gehen den Weg der Angepassten...

Der Mensch ist nun mal ein soziales Wesen, und dabei wird es auch bleiben.

Das ist einfach nur wahr. Und deswegen wird jeder Weg IM Leben und IN DAS Leben auch ein Weg in die Anpassung. Weil ein leben ganz ohne Anpassung nicht funktioniert. Zumindest ist das meine Erfahrung.

Der Sinn des Lebens ist Liebe. Und aus Liebe ist Jesus gestorben.
Die Liebe ist von Gott gegeben und sie ist die größte (wahrscheinlich sogar) die einzige Kraft des Lebens dieses Universums.

Und der Zeugen Jehovas Aufruf: "Erwachet!" ist gar nicht so falsch. Doch kann es kein Dogma geben, dem es zu folgen lohnt.

Das Herz hat die Antworten, die der verstand nicht kennt. Was immer auch das Herz ist...

Ich danke dir für diese Offenheit, Martin.
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Beitragvon Stärker » 22.05.2009 19:29

"Ich traf im Wald auf zwei Wege, ich ging den weniger begangen und das veränderte mein ganzes Leben."

Dieses Augentraining-Forum hier ist auch nichts anderes ... als der weniger begangene Weg.
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Beitragvon Martin/T. » 23.05.2009 11:16

Stärker hat geschrieben:Ich empfinde unser Leben, also das Gesellschaftliche als ein Leben mit Maske. Die meisten Menschen setzen sich eine maske auf um einem Bild zu entsprechen, um "cool" zu sein, um etwas zu erreichen, um erfolgreich zu sein. Ich habe aber festgestellt ich brauche auch eine Maske, sonst kann ich nicht leben. Doch ich will mit dieser Maske nicht verwachsen sein.
Das tat mir lange weh, dass es so ist.


Mensch, Marcus, das ist der "Wahnsinn", wie du das mit wenigen Sätzen genau auf den Punkt bringst. Ich stimme damit 100 % überein und ich bestätige auch die Folgen dieses Grundimpulses in den anderen, "Lebensbereichen", wie Du sie in den folgenden Abschnitten beschreibst.

Sogar zu den Zeugen Jehovas kann ich Dir so gut zustimmen. Ich hatte erst letztens an einer Arbeitsstelle einen getroffen; es war der einzige, der mir irgendwie anders, irgendwie geheimnisvoll, tiefer-lebendig zu sein schien; und nach einiger Zeit "outete" er sich als Zeuge Jehovas. Leider war genau von dem Punkt an das (Spannung in der Konversation erzeugende) Maskenlose an ihm erschöpft und eine neue, tiefere dogmatische Maske begann für mich bei ihm erkennbar zu werden, wo sie ihn noch fester, noch schlimmer "am Wickel" hatte. :cry: "Glücklicherweise" (möchte ich fast sagen) verlor ich kurz darauf diese Arbeitsstelle.

Trotzdem bin ich (noch?) nicht resigniert. Ich freue mich auf das Ende der namenchristlichen Weltherrschaft. Was immer es Positives in der europäischen Kultur gibt oder gab, und was bis heute überlebt hat oder sich wiederbeleben lässt, hat dann die Chance, - nur die Chance, aber immerhin - zu neuem Leben zu kommen. Wenn wir es wollen. Wenn jeder seinen Lebenssinn in einer Weise zu finden lernt (und dieses Finden selbst zu lieben lernt), die auch für die Gemeinschaft einen Nutzen abwirft, indem sie andere zu Vergleichbaren animiert.

:)

Dann hätte das, was anrollt, sein Gutes. Auch wenn es hammerhart wird. Ich fand es auch fast wie Gedankenübertragung, dass Du Walt Whitman zitiert hast ...

"Ich traf im Wald auf zwei Wege, ich ging den weniger begangen und das veränderte mein ganzes Leben."


..., denn genau dieses Verslein, von mir in der Schule damals so verkannt, hat mich in den letzten Jahren regelrecht verfolgt.

Und für die, die notorisch immer den breiten Weg gehen (oder sind die nur zu kurzsichtig und können den schmalen gar nicht sehen :x ), naja, vielleicht gibt's ja demnächst in Deutschland wieder "Bahnsteigkarten" für das hierzulande bitte doch höflichst nicht mal Auszusprechende?!

Das erste Frühlingszeichen soll das vermehrte Auftreten von Wendehälsen sein. Hatten wir alles schon mal, vor einer knappen Generation. Eininge Hälse laufen dabei immer Gefahr, zu oft gewendet zu werden, mit bedauerlichen Folgen für das Rückgrat. Aber Übung hat sie ja, unsere Kanzlerin.

:roll:
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Beitragvon Stärker » 01.06.2009 16:46

Ich hatte heute eine Art Vision, die Umstände zu erklären führt zu weit. Doch ich glaube zu wissen woran es (zumindest für mich) liegt nicht klar zu sehen.

Sehen pegelt sich von selbst ein. Und Heilung findet über das Bewusstsein statt. Um zu sehen vollzieht sich ein tiefgreifender Wandel der gewohnten Einstellungen, an denen ich so sehr festhalte, von den ich glaube sie zu brauchen um leben zu können. Ich hatte bei dieser "Vison" Angst als sie in mir war. Mir vorzustellen loszulassen was mich ausmacht, um ganz anders zu sein macht mir Angst. Doch auf der anderen Seite ist es das was ich mir wünsche und was ich brauche. Ich werde noch n bißchen damit experimentiren.
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Beitragvon Stärker » 07.06.2009 21:25

Hallo Freunde!

Es ist schon erstaunlich. Man kämpft immer und dann ist es doch kein Kampf. Es gibt diese Momente wo ich aufgeben will, all das sein lassen will und sage mir: warum ??

Und dann weiß ich wieder warum, weil ich es durch subtile Dinge wie Begegnungen mit Menschen und im Alleinsein wieder finde. Ich habe mich mal im Internet informiert, für euch sicher nichts neues: Kinder lernen durch unbewußtes Üben das klare Sehen, im Alter von sechs Jahren soll sich diese Fähigkeit verlieren.

ICH glaube aber das diese Fähigkeit dennoch in uns schlummert, ihr sicher auch.
Es ist erstaunlich welche Fortschritte ich in den letzten Tagen gemacht habe. Es geht zwar immer wieder zwei Schritte vor drei zurück vier Schritte vor ...
Aber es ist der Wahnsinn für Minuten klar zu sehen, viel besser als mit Kontaktlinsen oder Brille...

Gut das ist nun bei mir nichts neues... hab das ja immer wieder.
Ich will nun versuchen einen Weg heraus zu finden ... aus diesen immer wieder kommenden Rückschlägen...

Ich arbeite weiter daran ...
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Beitragvon maddin » 07.06.2009 23:23

mhm minutenlanges klares sehen würd ich auch gern mal haben^^
aber irgendwie bin ich faul geworden und mach nicht mehr soviel...bzw nur noch lese bzw rasterbrille....
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Beitragvon Stärker » 08.06.2009 21:19

Man muss wissen, was es einem gibt... geben kann... das ist meine Motivation... und das ist viel mehr als nur klar zu sehen...
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