Mein Weg zu klarem Sehen ohne Sehhilfe

Hier ist Platz für alle kleinen und grossen Erfolge auf dem Weg zur Verbesserung der Sehleistung. Ausserdem könnt ihr euch hier vorstellen.

Beitragvon peddy » 30.10.2007 22:15

Also das tibetanische Rad ist auf einem Blatt Papier aufgedruckt das man sich knapp vor die Nase hält. Ohne dieses Hilfsmittel habe ich das noch nie probiert. Wenn du mir in einer PN deine email Adresse nennst kann ich es dir ja mal zuschicken.
Liebe Grüße
Patrick
peddy
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Beitragvon Fabianx » 31.10.2007 03:29

So weiter gehts mit meinen Erfolgen und meiner Geschichte.

Erstmal ein deutlicher Erfolg und was nachdenkliches:

Ich habe gerade Astigmatismus links getestet und der ist so gut wie weg (was ich subjektiv eh schon wußte).

Mit der älteren Brille (meiner ersten) von 1998 sehe ich wieder ohne Astigmatismus den Astigmatismusspiegel scharf.

D.h. ich habe links jetzt ungefähr neuen Wert für Cylinder:

-0.5 (von -1.25) allerdings noch nicht 100% stabil, aber durch "speziellen" Blick immer wieder herstellbar.

Mit der Brille konnte ich jetzt auch 20/25 auf der Sehtafel (bei schlechtem Licht erkennen). *freu*

Vorher nur 20/30 und 20/20 konnte ich zwar noch nicht erkennen, aber immerhin knapp erahnen.

Und die alte Brille überkompensiert, d.h. starker Astigmatismus in neuer Richtung. Interessanterweise _können_ sich die Augen auch wieder auf den alten starren Blick einstellen (scheinbar sind sie das alte noch sehr gewöhnt, wie ein altes "Suchtmuster"), aber bei jeglicher Entspannung oder "weit" (im Sinne von rechts / links gucken) wird es sofort zu stark und Astigmatismus ist deutlich

Was mich hierbei erschreckt ist, dass die Augen derart "süchtig" nach der alten Sehhilfe sind, dass sie _sofort_ wieder in den alten Blick eingesprungen sind (was ich ja auch beim Optiker schon erlebt habe), aber bei jeglicher Entspannung trat sofort Unschärfe ein.

Buschra hat geschrieben:die Übung kannte ich noch gar nicht.
Wenn Du diese Übung machst, siehst Du dann auch den Hintergrund unscharf, weil sich der Focus auf das gedachte Rad, das ja in der Luft hängt, einstellt?
So ist es bei mir.


Eigentlich ist es wie peddy geschriben hat eine Übung auf Papier. Ich habe sie aber witzigerweise heute auch einmal in der Luft gemacht.

Und ich muss sagen. In der Luft oder mit geschlossenen Augen ist sie sogar noch anstrengender und damit wirksamer.

Ansonsten hab ich noch folgendes erlebt:

Als ich aus der Bahn ausstige sah ich eine Leuchtreklame von einem Hotel.

Was mir aber aufgefallen ist, war dass ich die Schrift ohne Brille einmal scharf sah und dann noch ein paar Mal doppelt und dreifach.

Da war mir erstmal klar, wie sich meine Kurzsichtigkeit überhaupt im Alltag auswirkt und spannenderweise konnte ich durch leichte Augenbewegungen die Leuchtreklame auch näher zussamenschieben oder weiter auseinander. Zudem hab ich festgestellt, dass wenn ich die Augen geschlossen, entspannt hab und dann wieder geöffnet, dass die Schrift dann zuerst scharf war und dann blitzschnell zurück in die Einzelbilder gegangen ist. Das _das_ dann aber wiederum fluktuiert hat, wenn ich den Blick nicht starr gelassen habe. Also die Bilder sich auch automatisch näher zusammengeschoben haben.

Daraus habe ich geschlussfolgert, dass man mit hellem Licht auf dunkler Fläche (zum Beispiel am Monitor) die Auswirkungen von Astigmatismus, Kurzsichtigkeit selber beobachten kann.

In vielen bisherigen Berichten ist von kurzen Klarsichtphasen die Rede.

Meine Idee war, dass man vielleicht mit Hilfe dieser "Übung" die Klarsichtphasen stabilisieren kann bzw. gucken kann, was verschiedene Gedanken, Atemtechniken, usw. direkt für eine Auswirkung haben.

Bisher habe ich damit noch keine klare Sicht erreicht (okay das war auch ein bisschen zu hoch gegriffenes Ziel für eine Nacht), aber doch einiges über mein Sehvermögen gelernt.

Vielleicht sollten bei Kurzsichtigkeit alle Augentafeln eigentlich Weiss auf Schwarz sein ...

Auch meine Motivation Kontaktlinsen ohne Astigmatismus zu bestellen hatte vor allen Dingen den Grund, dass ich wissen wollte, wie die Welt aussähe, wenn ich nur Astigmatismus hätte. Praktischerweise war er gering genug (bzw. durch mein Training), dass ich die Linsen gleich als neue normale Linsen nehmen konnte.

Okay, gearbeitet habe ich mit der angehängten "schwarz-klares-sehen.pdf", die ich selbst erstellt hab und die ihr gerne weitergeben könnt.

Dann hab ich es vollkommen dunkel im Zimmer gemacht (was aber nicht absolut notwendig ist den Effekt nur klarer macht) und nur noch den Monitor angehabt und die schwarz-klares-sehen auf Vollbild gestellt (Normalerweise Strg+L beim Acrobat Reader).

Kurz zur Warnung: Das ist eine von mir entwickelte Idee und das Ausprobieren geschieht auf eigene Gefahr. Ich kann weder sagen, dass es den Augen hilft noch, dass es ihnen nicht schaden kann. Das ganze ist einfach nur ein Experiment.

Dann hab ich soviel Abstand, wie möglich zum Monitor gewonnen und die Augen zugemacht. Dann die Augen aufgemacht.

Der gleiche Effekt:

Erst scharf, dann verschwimmt es stark.

Plötzlich bin ich in der Lage mehrere Einzelbilder wahrzunehmen.

Kurz zur Erklärung dazu:

Astigmatismus ist ein Brechungsfehler, wo etwas punktförmiges stabförmig abgebildet wird.

Durch Kurzsichtigkeit verschwimmt das Bild nur, wie bei einem Foto, wo der Hintergrund unscharf ist, weil im Vordergrund ein Objekt fokussiert wurde.

Durch Kombination von Astigmatismus und Kurzsichtigkeit wird der Astigmatismus z.B. in mehrere diskrete Bilder gestreut und zwar um so geringer, um so geringer Astigmatismus und Kurzsichtigkeit sind. (Bei mir linkes versus rechts Auge).

Durch Konzentration auf das unterste Einzelbild kann ich das Einzelbild mit der Weile zum Verschwinden bringen.

So übe ich eine Weile und stelle fest, dass ich willentlich zumindest einen Teil der gestreuten Bilder verbinden kann.

Dann mache ich eine faszinierende Entdeckung:

Ich öffne die Augen und entspanne sie und schaue einfach nur zu was mit ihnen passiert ohne aktiv einzugreifen.

Die Augen fangen an zu "schwingen", weshalb wohl auch Bates seine Übungen Schwingübungen nannte.

Die Augen passen sich ganz langsam (super langsam aber doch merklich) der Sicht an und fokussieren die Weite automatisch.

Es dauert zwar eine halbe Ewigkeit aber irgendwann sehe ich den Text ganz klar!

Das heißt zumindest meine Augen sind sehr an Heilung interessiert und adaptieren sich, brauchen dazu aber einfach ihre Zeit.

Durch Augen schließen wird übrigens wieder die alte Position eingenommen und der Vorgang beginnt von vorn. Kurzes Blinzeln habe ich noch nicht ausprobiert.

Könnte ich ja mal kurz machen.

Einen Moment bitte, es geht gleich live! weiter.

- Werbepause -

Also blinzeln hat den gleichen Effekt, es fängt von vorne an.

Allerdings haben sich die Augen in beiden Fällen schon an die Entfernung gewöhnt und stellen sich wesentlich schneller wieder ein.

Ganz wichtig ist den Augen zu erlauben sowohl schlechter als auch wieder besser zu werden, damit sie frei schwingen können.

Als ich sie am Anfang nur besser worden lassen wollte, habe ich sie damit total verkrampft und das Bild wurde eher noch unschärfer.

Das passt zu meiner Beobachtung als ich zum ersten Mal am Computer wieder scharf gesehen hab, dass ich den Augen gesagt hab "Ihr dürft ruhig ganz unscharf sein" und das Bild plötzlich ganz scharf wurde.

Meine Erklärung dafür ist: Schonmal versucht mit nem verkrampften Bein Sport zu machen? Eben!

Indem ich den Muskeln erlaube auch beim Sehen zu entspannen, löse ich den Krampf langsam auf. Durch das Schwingen scheinen die Muskeln sich auch in die andere Richtung bewegen zu können, wie bei einem Gummiband um sich dann wieder zu arretieren.

Ich habe außerdem gerade beobachtet, dass das ganze sehr anstrengend wird. Also der Muskel entsprechend gereizt wird, was ich gut finde und was mir zeigt, dass die "Übung" (eigentlich ist es nur "sein") irgendwas bewirkt.

Außerdem hatte ich Phasen, wo ich ein Bild in der Mitte scharf gesehen habe und drumherum noch so ein bisschen unscharfes Zeug, wie als wenn man durch eine verstaubte Brille guckt und dann das Licht einer Strassenlaterne als Schein drumherum sieht.

Das ganze kann man auch mit einem Auge bedeckt machen und dann sogar bewusst versuchen den Astigmatismus nach innen zu schieben und die Sicht klarer zu machen, aber gefühlsmäßig die effektivste Wirkung hatte das "Training", wenn ich nichts gemacht habe außer zuzuschauen, wie die Augen sich langsam anpassen. Die Wirkung konnte ich noch verstärken indem ich an den letzten Urlaub gedacht habe und daran weit über den Strand zu gucken.

Also einfach mal mit verschiedenen Bildern spielen. Schön fand ich auch die Vorstellung, dass alles Unscharfe auf meine Netzhaut trifft und die die Unschärfe auch unbedingt haben will (und mir sonst auch was fehlt) und alles Scharfe auf die Foeva. (vergleiche "Integrative Sehtherapie", wo dieser innovative Gedanke angesprochen wird).

Zudem kann man sich, wenn man mal das ganze Ausmaß der Kurzsichtigkeit+Astigmatimus bewusst wahrnimmt auch noch mal klarer werden:

Ist das wirklich, wie ich sehen _will_?

Für mich ein klares: Nein! So nicht.

Ich bin sehr sehr zufrienden mit meinen Fortschritten und werde auch ab und zu immer mal wieder mit dem oben vorgestellten "passiven" Augentraining üben, weiterhin meine Energieübungen machen und mich von weiteren limitierenden Glaubenssätzen lösen.

Zum Beispiel sind für _mich_ ab jetzt alle Glaubenssätze, wie man den Augen schaden kann vollkommener Quatsch.

Ich wette zu fast 100%, dass es Normalsichtige gibt, die nachts im Bett bei schlechtem Licht lesen, ganz viel am Computer sitzen, usw.

Und alle weiteren "bösen" Sachen tun, die den Augen ja so sehr schaden. Und die davon trotzdem nichts merken.

Es kann sein, dass die Sachen wirklich schaden, es kann aber auch nicht sein.

In jedem Fall sind sie aber eine wunderschöne Ausrede.

"Ja, meine Augen haben sich so verschlechtert, weil ich ja soviel vorm Computer saß."

Oder noch "besser":

"... weil ich ja so viel vorm Computer sitzen musste."

Ich weiss nicht ob es dadurch kam. Das kann so sein, kann aber auch nicht sein.

Mein Punkt ist:

Jeder Glaubenssatz in Richtung "Augen verschlechtern sich dadurch" ist mir nicht hilfreich auf meiner Reise zu klarer Sehkraft.

Im Gegenteil, wenn ich davon ausgehe, dass Lesen im Nahbereich hilft, dass die Augen sich dort entspannen können und dass vorm Computer sitzen eine gute Übung für die Augen ist (okay, vielleicht auch ohne Brille und mit mehr Monitorabstand), dann verhindert zumindest nicht mehr mein Glaubenssystem mögliche Erfolge, in der Art von:

"Oje, jetzt hab ich schon wieder bei Kerzenlicht gelesen, das wird sich sicher negativ auf meine Augen auswirken."

Stattdessen wäre toller:

"Oje, jetzt hab ich schon wieder bei Kerzenlicht gelesen, das wird sich sicher positiv auf meine Augen auswirken."

Einfach die negativen Wirkung durch die positive Wirkung ersetzen, wenn der negative Gedanke mal wieder aufkommt. (den Rest ruhig als Befürchtung so lassen)

Ist beides vermutlich Quatsch, aber der positive Gedanke hemmt wenigstens nicht die "Heilung".

Und wenn dann kann man es ja auch einfach ausprobieren: Zu verlieren hat man nichts und zu gewinnen im besten Fall, dass der Glaubenssatz die Heilung verstärkt, im schlechtesten Fall einfach ein besseres Gefühl.

Punkt ist: "Bewiesen" ist keine der beiden Aussagen (genau so wenig, wie "das ist alles angeboren") und ich habe freie Wahl, welche ich wähle. Da mein Ziel die Verbesserung der Sehkraft ist, wähle ich die Positive, denn die kann mir auf der Reise helfen.

Bei Leo Angart gibt es auch einen Abschnitt zu Glaubenssätzen.

Als Beispiel hierfür auch noch der Glaubenssatz "Du darfst nicht schielen", den ein Patient von Kaplan hatte und deshalb im Nahbereich nicht klar sehen konnte, da sich die Augen geweigert haben sich auch nur ein bisschen nach innen zu drehen. Nach dem Auflösen des Glaubenssatzes konnte er nach ein paar Übungen im Nahbereich wieder klar sehen.

So stark _können_ solche Glaubenssätze sein und seien es auch nur "blöde Aussagen" über die Veränderung des Sehvermögens.

Okay und als drittes:

Ich hab mit Erschrecken festgestellt, dass wenn ich 2 Objekte gleichzeitig angucke und von nah auf fern fokussiere das Nahe Objekt gleich scharf bleibt, also so gut wie keine Veränderung stattfindet.

Erkenntnis :

Okay, ich glaube ich habe jetzt verstanden, wie Fokussierung funktioniert, obwohl wir nur jeweils einen Muskel dafür haben.

Ich habe mich die ganze Zeit gefragt:

Wo ist der Gegenspieler wie bei Bizeps / Trizeps oder Adduktoren / Abduktoren zum Beispiel?

Der "Gegenspieler" ist der Augapfel, der wie ein Gummiband gegen den Muskel wirkt, weshalb auch schwingen und dehnen eine Möglichkeit zum Training darstellt.

Und das Modell erklärt auch warum der Augapfel bei verkürztem Muskel verlängert ist.

Das ist wie ein ständig gespanntes Gummiband.

Und das erklärt auch warum sich die Muskeln durch frei schwingen ganz langsam anpassen können (wie oben beschrieben):

Denn wie kann ich Bewegung in ein Gummiband bringen?

Durch erst ziehen (Sicht wird unschärfer), dann locker zurückschwingen lassen (die Dehnung wirken lassen) (Sicht wird schärfer) wieder ziehen, usw. bis das ganze System möglichst "weit" in Schwingung ist.

Um dann das ganze zu arretieren (auf einem Platz festzuhalten) und dafür dürften die äußeren Augenmuskeln dienen, die bei Weitsichtigkeit verspannt sind also das Auge immer in dieser Position halten.

Alterssichtigkeit ist dann aber nicht ein Ausleiern des Gummibandes, sondern eine Verhärtung, so dass mehr Kraft benötigt wird, die der meist nicht trainierte Muskel aber nicht mehr aufbringen kann.

Das erklärt auch warum Weitsichtigkeit so schnell zu heilen ist und Kurzsichtigkeit so lange braucht, denn bei Weitsichtigkeit muss ich nur lernen den Muskel zum Fokussieren ein bisschen anzuspannen (und zu trainieren) und die äußeren Muskeln allmählich etwas lockerer zu lassen.

Im Kurzsichtigkeitsfall muss ich den Muskel gegen das Gummiband dehnen um die ursprüngliche Flexibilität zurückzugewinnen.

Das Modell passt außerdem zur Wirksamkeit von "kommen" und "gehen":

Die äußeren Muskeln werden entspannt, durch die ständige Nahfernfokussierung wird der Fokussier-Muskel trainiert.

Außerdem auch dazu, dass eine stärkere Brille bei Kurzsichtigkeit immer wieder sich anpasst.

Der Fokussier-Muskel muss sich ja einfach nur mehr anstrengen (was er problemlos kann, denn fokussieren in die Nähe ist ja einfach) und arrettieren. Die starken Kopfschmerzen bei zu starker Brille kommen einfach von der starken Anstrengung ein neues Gleichgewicht gegen das Gummiband permanent herzustellen.

Damit erklären sich auch die Schwingübungen von Bates und anderen:

Durch das Schwingen wird der Fokussiermuskel entspannt, da er ja eh nicht scharf fokussieren "kann" und die äußeren Muskeln werden durch die ständige Bewegung aus der Starre gerissen, wodurch sich der Fokussiermuskel überhaupt leicht dehnen kann.

Plusgläser wirken dann, weil die Augenmuskeln im Nahbereich ziemlich entspannt sind also ein Fokussieren problemlos möglich ist. Durch die künstliche Veränderung des Sehbereiches muss der Fokussiermuskel jetzt aber Arbeit gegen den Augapfel leisten (was er aber auch kann, da die äußeren Muskeln auf die nahe Entfernung entspannt sind) und damit erreicht er eine einfache Dehnung.

Damit wäre auch die wirksamste Nah-Fernfokussierung von ganz nah (schielen) auf möglichst weit weg zu fokussieren und dabei zu entspannen, denn damit wird der "Gummiband-Effekt" maximal ausgenutzt.

Und es hätten alle auch Recht, dass progressive Muskelentspannung hilft und es auch hilft im Fernbereich zu entspannen.

Klarsichtphasen bei Entspannung wären erklärt und auch das starke Schwanken (denn Beindehung zum Beispiel ist ja auch nicht jedes Mal gleich).

Zudem sieht man, dass es wichtig ist die Muskeln nicht nur zu dehnen sondern auch bewusst zu trainieren.

(Danke an das Probekapitel von "Ohne Brille seh ich besser").

Und dass die schnellen Augenbewegungen von trainierten Muskeln natürlich zur Entspannung beitragen. Ich vermute sogar, dass das Gesamtsystem im natürlich Zustand die ganze Zeit schwingt oder pulsiert.

Ein wunderbares Gleichgewicht zwischen An- und Entspannung.

Und jetzt zurück zu meinem Experiment von da und dann folgt eine kurze Zusammenfassung.

Ich hab also die zwei Objekte und fokussiere zwischen Nah und Fern hin und her, während ich beide angucke.

Ich decke ein Auge zu und packe meinen Finger so nah, dass ich ihn wenn ich auf den Hintergrund gucke verschwommen sehe.

Dabei hab ich entdeckt, dass der Fokus klarer wird wenn ich von ganz nah auf weit fokussiere als wenn ich von "Ende Sichtbereich" auf Ferne fokussiere.

Daraus hab ich die obige "Theorie" entwickelt, bzw. mein Erklärungsmodell aus allem was ich bisher über Bates usw. gelesen hab.

Zusammengefasst:

Erstens:

- Verspannte Muskeln brauchen massig Energie, wodurch Akkupressur, Energieübung, Palmieren, Sonnen, usw. sehr wichtig sind.

- Astigmatismus ist die Verpannung und Verkürzung einiger Muskeln, die zu einem Brechungsfehler führen, wodurch punktförmiges stabförmig abgebildet wird.

Astigmatismus kann nur in der Ferne auftreten und nicht im Nahbereich. Oder ein jeweils anderer Astigmatismus in der Nähe und für weiter weg. (Die Erklärungsmodelle der Optiker dafür hätte ich gerne)

Dehnen und Trainieren der Muskeln kann die Verspannung lösen, genauso wie man den Rücken bei Rückenproblemen trainiert.

- Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit ist tatsächlich auf eine Verkürzung/Verlängerung des Augapfels zurückzuführen.

Der Fokussiermuskel hält eine Spannung mit dem Augapfel, welcher wie ein Gummiband wirkt. Die äußeren Augenmuskeln halten diesen Zustand dann fest.

Durch Entspannen der äußeren Augenmuskeln kann der Fokussiermuskel frei schwingen und damit sich entspannen und sich der Kraft des Gummibandes hingeben.

Eine Verspannung der äußeren Augenmuskeln führt also nicht nur zu Astigmatismus sondern auch dazu, dass der Fokussiermuskel allmählich verkürzt, da er nicht mehr frei schwingen kann.

Der Effekt, den die meisten Kurzsichtigen anwenden, nämlich die Augen "noch mehr" anzustrengen führt damit genau zum Gegenteil, nämlich zu noch mehr Verkrampfung, womit die Ärzte und Optiker zumindest in dem Teil recht haben. Wenn ich versuche scharf zu sehen und dabei die Augen anspanne, führt das zu Anstregung und Kopfschmerzen. Entspanne ich sie dagegen und lasse sie frei schwingen, dann ist es 100x angenehmer ohne Brille zu gucken als mit.

Bei Weitsichtigkeit ist der Muskel einfach nur zu schwach und die äußeren Muskeln eventuell verspannt.

Je verspannter die äußeren Muskeln, desto mehr Kraft muss der Fokussiermuskel aufbringen um gegen die "Reibung des Festhaltens" anzukommen.

Also hilft es in beiden Fällen die äußeren Augenmuskeln zu dehnen und zu trainieren und damit letztlich zu entspannen und den Fokussiermuskel zu dehnen und zu trainieren.

- Bei Altersweitsichtigkeit ist einfach nur das "Gummiband" verhärteter geworden, wodurch der untrainierte Fokussier-Muskel nicht mehr genug Kraft aufbringen kann. Training hilft da ganz einfach weiter.

Mit dieser Theorie kann ich für mich endlich alles was das Augentraining betrifft erklären.

Inklusive Gähnen, denn das entspannt einfach alle Muskeln im Gesicht, inklusive Fokussiermuskel, was man daran merkt, dass nach einer Zeit des Scharfsehens die Dehnung anfängt sich bemerkbar zu machen.

Liebe Grüße,

Fabian

PS: ui, jetzt sitze ich schon 4 Stunden an dem Artikel hier, war so spannend, bin jetzt müde gute Nacht.
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Test-PDF mit gelbem Text auf schwarzem Hintergrund.
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Beitragvon Nicole » 31.10.2007 10:54

Sehtafeln mit heller Schrift auf dunklem Hintergrund gibt es auch *hier*.
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Beitragvon Fabianx » 02.11.2007 00:10

Nicole hat geschrieben:Sehtafeln mit heller Schrift auf dunklem Hintergrund gibt es auch *hier*.


Oh, danke sehr geil!

Ich denke mal der obige "Artikel" war einfach zu lang zum Lesen *g*.

So, hier meine neuesten Erfolge *freu*:

Heute beim Joggen hab ich massig Klarsichtphasen gehabt. War richtig dankbar. Gab aber ja auch genug Bäume zum Fokussieren *g*.

Der Asti links ist noch schwächer geworden. Rechts auch etwas wieder etwas schwächer.

Oder positiv formuliert *g*:

Links sind die Augenmuskeln fast vollkommen entspannt, Rechts (dominatens Auge) sind oben und unten oder links und rechts immer noch stark verspannt.

Mit Kontaktlinsen (-2.5) kann ich jetzt beide Astis mehr oder weniger "bewußt" von einer Achse auf die Andere verschieben. Irre :-).

Mit den Kontaktlinsen kann ich außerdem jetzt die 20/30 Zeile erkennen. (vorher nur 20/40).

Ohne Übung konnte ich die 20/160 Zeile erkennen *freu* (und die Kontaktlinsen hatte ich gerade erst rausgenommen). Vorher hab ich nichtmal das E scharf gesehen.

Nach meiner neuen Übung (schwarz-klares-sehen.pdf) (direkt danach und nicht sehr lange geübt) habe ich jetzt mit bloßen Augen zum ersten Mal (wieder, denn als Kind hatte ich ja klare Sicht) 20/100 erkennen können!

Es geht also weiterhin mächtig voran und ich hab das Gefühl seit ich komplett verstanden hab, wie das Auge funktioniert (inklusive Augapfel als "Gummiband", s.o.) hat sich meine Verbesserung nochmal enorm verschnellert.

Was ich auch festgestellt hab, das fokussieren auf "Du siehst jetzt klar" egal wie unscharf es auch sein mag, hilft auch bei dem Gucken auf die Sehtafel um es schärfer zu stellen.

Zudem finde ich zum Training auch kleine Schrift bei weit entferntem Monitor toll!

Alles Liebe und auch euch weiterhin viel Erfolg,

Fabian
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Beitragvon Nicole » 02.11.2007 08:14

Hallo Fabian,

Fabianx hat geschrieben:Ich denke mal der obige "Artikel" war einfach zu lang zum Lesen *g*.


Etwas, ja. :wink:

Finde ich toll, dass du so viele gute Erfahrungen gemacht hast.

Mir ist irgendwann auch aufgefallen, dass ich helle Schrift auf dunklem Grund inzwischen besser lesen kann, als dunkle Schrift auf hellem Grund.
Das war früher genau andersherum.
Das fiel mir auf, als ich mal in den Favoriten rumsuchte - auf einmal wurde es da deutlich, wo ich gerade anklickte und der Hintergrung blau wurde.

lg
Nicole
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Wow

Beitragvon Fabianx » 02.11.2007 18:06

Heute habe ich noch gar kein Augentraining gemacht und trotzdem:

Das E kann ich weiterhin gut erkennen, 20/125 ist lesbar.

Und mit meiner alten Brille (von 1998) mit links -1.0 (-0.5 140°) und rechts -2.0 (-0.75 37°) konnte ich die 20/25 Zeile gut lesen und die 20/20 Zeile immerhin erkennen!

Heute (jetzt! :-) ) hole ich die -1.0 Kontaktlinsen und bin gespannt, wie weit ich damit gucken kann.

Edit: Vorhin (frisch drin) waren es immerhin 20/80!

Vom Gefühl her war es ganz gut, aber das Blickfeld doch noch etwas zu eingeschränkt.

Mal schauen wie es jetzt ist und was derzeit maximal (nach Übungen) möglich ist:

Immerhin 20/100 ohne Übungen. Jetzt üben.

Nach meiner eigenen schwarz-klares-sehen Übung konnte ich 20/50 erkennen. Noch nicht sehr stabil, aber ziemlich gut.

Und 20/40 auch, aber ich vermute, dass ich das mehr geraten hab, weil ich wußte, dass da "You can drive now!" bzw. "AUTOFAHREN" steht. (und ja ich weiss mittlerweile, dass es nicht ausreichend ist ;-))

Bin zufrieden jetzt noch ein bisschen ohne Kontaktlinsen üben

Danke Augen :-).

Edit 2:

Nur nach rausnehmen der Kontaktlinsen hab ich 20/80 erkannt und von 20/70 die Hälfte, dann kam aber Tränenflüssigkeit und die Klarsichtphase war wieder vorbei.

Durchschnitt ist so 20/125 bis 20/100.

Jetzt ohne Kontaktlinsen üben :-).

Nach üben erstmal 20/70 gut erkannt.

Durchschnittlich weiterhin 20/125 bis 20/100.

Weiterhin danke: Augen.

Liebe Grüße,

Fabian
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Beitragvon Fabianx » 04.11.2007 15:50

04.11.2007:

Und weiter gehts. Gestern abend bei schlechten Lichtverhältnissen hab ich mit den -2.5 Kontaktlinsen ohne Asti zum ersten Mal 20/20 erkannt und 20/25 war absolut klar lesbar, 20/15 konnte ich fast erkennen war mir aber noch etwas zu klein.

Zur Erinnerung -2.5,-2.5 war das, wo mir die Augenoptikerin noch am 18. Oktober 2007 gesagt hat, dass ich damit kein Autofahren dürfte. Ohne offiziellen Test würde ich natürlich weiterhin kein Auto fahren und zum Optiker treibt es mich gerade auch nicht.

Aber von 20/40 am 25.10 auf 20/20 gestern (03.11) finde ich einen weiterhin anspornenden Erfolg.

Jetzt will ich neben den Asti-Übungen nochmal neue Trainingsreize für die Ferne schaffen.

Mal gespannt, wie es sich weiter entwickelt.

05.11.2007:

Ich editier mal fleißig weiter ,sonst muss ich mir so oft selbst antworten.

Gestern zum ersten Mal mit bloßen Augen 20/60 erkannt und mit alter Brille 20/20 erkannt.

Außerdem hab ich noch einen erstaunlichen vorher-nachher Effekt gehabt:

- Vor-Energieübung: Augen träge und kaum Effekt beim Üben
- Nach Energieübung + Akkupressur; Augen erfrischt und mit viel Erfolg beim Üben.

Liebe Grüße,

Fabian
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It has begun ...

Beitragvon Fabianx » 07.11.2007 17:29

So und da ist sie auch schon die lang-ersehnte erste Krise ...

Ja, ich hab gestern beschlossen die Brille komplett abzulegen und nur noch als Sehhilfe, wenn es gar nicht anders geht zu verwenden.

Außerdem hab ich die Kontaktlinsen von -2.5 auf -1.0 Sehhilfe reduziert.

Das reicht locker für mein Salsa und Hip Hop Training.

Aber meine Augen bzw. ich wehre mich massivst gegen diesen Schritt.

Noch vor kurzem fand ich den Gedanken einlecuhtend, aber ganz amüsant, dass die Brille ein Suchtmittel ist, aber jetzt weiss ich: Verdammt das stimmt.

Ich fühle mich wie als wenn mir etwas essentielles fehlt. Nur kurz mal wieder klar sehen können. Nur kurz alles wieder klar sehen.

Mein Magen rebelliert ein wenig, meine Nase geht leicht zu, mein Atem will flacher sein. Und doch weiss ich ganz genau. Das ist nur das Wehren gegen diesen Schritt. Diesen Schritt, dass ich nie für längere Zeit klar sehen werde, wenn ich nicht wieder natürlich klar sehe, da ich (außer in absoluten "Notfällen") keine Brille mehr aufsetze und auch nicht stärker als -1.0 im Moment.

Und dennoch: Nur kurz die Brille aufsetzen, entspannen und dann wird alles wieder guit ...

Aber ich bleibe standhaft und krame stattdessen in meinem Wohlfühlarsenal. Guter Tee, heiße Dusche, Entspannungsübungen, Atem kontrollieren und loslassen.

Und meine Augen können bereits auf 50 cm klar sehen, wenn sie es nur wollen. Doch bisher wollten sie nicht.

Ich hätte nie gedacht, dass die Brille ganz abzulegen ein so enormer Schritt ist. Aber es ist tatsächlich wie ein Rauschmittel loszulassen.

Sitze jetzt 60 cm vom Monitor entfernt und habe immer öfter Klarsichtphasen.

Heutiges Fazit: Mit genug Energie können meine Augen, wenn sie nur wollen.


Liebe Grüße,

Fabian
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Beitragvon sven » 07.11.2007 17:56

Hallo Fabian,

ich wuensch dir auf jeden Fall viel Glueck.

Ich hab damit auch angefangen vor 3 Wochen und ich muss sagen, dass ich es mittlerweile viel spannender finde ohne Brille. Ich bin immer wieder erstaunt was ich manchmal sehen kann.

Schoene Gruesse

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Beitragvon peddy » 07.11.2007 20:50

Die erste Zeit, wenn ich eine Brille abgeschwächt habe, war immer sehr hart, aber zum Glück geht das vorbei. Man braucht halt nur etwas Geduld und Durchhaltevermögen. :D
Liebe Grüße
Patrick
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Und weiter gehts

Beitragvon Fabianx » 09.11.2007 01:19

Ha ha, gerade habe ich meine Augen (mich) ausgetrickst ;-).

Ich konnte etwas nicht ganz scharf lesen und mein Griff ging automatisch zur Brille.

Ja, es war die Plusbrille und die hab ich dann auch aufgesetzt. Dadurch war es zwar noch schlechter lesbar, aber die Sucht meiner Augen erstmal befriedigt.

Ansonsten finde ich Plusbrille geil. Wenn man mal die so bei der Hausarbeit auf hat dann gewöhnt man sich doch sau schnell daran.

Und wie scharf alles erstmal ist, wenn man sie absetzt. Geil.

Und als Lesebrille wirklich sehr gut geeignet. ;-) So kann man selbst im Bett noch Augentraining machen.

Ansonsten hab ich heute während meines Trainings mal komplett auf Brille / Linsen verzichtet und ich glaube ich versuche erstmal dabei zu bleiben. Es war ein bisschen schwierig mich im Spiegel zu erkennen, aber ab und zu gab es schon so Klarsichtphasen.

Es wird spannend und bleibt spannend.

Auf der anderen Seite sollte ich die Astigmatismusübungen wieder mehr integrieren. Auf 3x täglich bin ich gestern und heute nicht gekommen.

Auf der anderen Seite ist es auch nicht sooo wichtig, da ich weiss, dass ich mit reinen -2.5 Linsen 20/20 Sicht erreiche und der Asti denke ich von alleine auch schwächer wird.

Ansonsten finde ich:

http://www.metodobates.it/buena-vista/bessersehen.htm

sehr interessant und das bei Beziehungen traf auch noch früher alles auf mich zu *bäh*.

Auf der anderen Seite hab ich sowieso schon viel verändert. Also die Vorraussetzungen sind sowieso schon andere als damals als ich meine Kurzsichtigkeit bekam / mir geholt habe ;-).

Und weiter gehts.

Liebe Grüße,

Fabian
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Beitragvon Fabianx » 12.11.2007 00:02

So, ich muss als erstes mal eine neue Erkenntnis loswerden:

Ich habe gerade erkannt, warum (meiner Meinung nach) Schulpflicht zu Kurzsichtigkeit führen kann:

Denn die Schule ist nicht zum Lernen, sondern zum Können da.

Genau das verursacht ja den ganzen Druck.

Es geht eben nicht darum, dass man lernt und sich über die Erfolge freut und Fortschritte macht und Fehler auch dazugehören.

Nein es geht rein darum es zu können. Von der Minute an, wo der Lehrer es sagt und spätestens dann wenn es abgefragt wird, muss es gekonnt sein. (es war zumindest in meiner Schule so)

Ich mache diese Erfahrung gerade beim Tanzen und es war ein Schlüsselerlebnis. Der Lehrer hat es schon öfter angesprochen, dass wir da sind um es zu lernen, nicht um es zu können oder um zu zeigen, dass wir es können. (Dann wäre die Schule ja auch überflüssig)

Mir ist ganz wichtig, dass Disziplin zum Lernen durchaus dazugehören kann (und meiner Meinung nach auch sollte) und das ganze Lernklima auch das gleiche sein kann, aber die Einstellung den ganzen Unterschied macht.

Bekomme ich vermittelt und nehme ich als Galubenssatz an:

"Ich _muss_ das jetzt, hier, sofort und auf der Stelle können. Ich _muss_ ... möglichst perfekt machen."

Oder habe ich als Einstellung:

"Ich darf das jetzt lernen."

Meinetwegen, weil gerade die Schule ja nicht immer frewillig besucht wird auch noch:

"Ich muss das jetzt lernen, aber ich habe Zeit dafür und muss es nicht von jetzt auf sofort können."

Wobei mir das "muss" überhaupt nicht passt, da es so gut zu der Kurzsichtigkeit passt.

Hausaufgabenkontrolle:

Es ging nie darum, ob man Lernfortschritte gemacht hat, sondern immer nur um richtig oder falsch.

In der Art von "Kannst du es? Oder bist du blöd?"

Und wenn man versucht etwas richtig zu machen, führt das zu?

Verkrampfung.

Sobald man es kann ist es leicht, so lange man es nicht kann, aber es können muss und dann versucht es "richtig" zu machen anstelle von es zu lernen, bekommt man den berühmten Knoten im Kopf.

Denn das Gehirn richtig sich nur noch drauf auf es irgendwie richtig zu machen und nicht mehr es zu lernen.

Ich behaupte sogar, dass das Lernen in dem Moment fast abgeschaltet ist und der Körper ein Notfallprogramm fährt.

Und so ist es auch mit dem Sehen.

Als ich mit dem Sehtraining angefangen hab, hab ich in gewohnt kurzsichtiger Weise gesagt:

So machen wir nen Jahr Sehtraining, dann sind Brille und Kontaktlinsen weg und ich kann wieder klar sehen.

Ich habe jetzt festgestellt, dass es in meinem normalen Alltag _eine_ einzige ca. 15 minütige Situation gibt, wo ich eine Brille brauche (und natürlich zum Autofahren). (Und selbst diese Situation _könnte_ ich anders gestalten).

Da ich gelernt habe kurz scharfzustellen durch Blinzeln ohne die Augen zusammenzukneifen und zu verkrampfen, bemerken die Leute im Alltag nicht mal mehr, dass ich keine Brille oder Kontaktlinsen trage.

Früher, wenn ich mal meine Brille vergessen hatte oder Probleme mit den Kontaktlinsen wurde ich sofort darauf angesprochen, im Moment weiss es keiner und es interessiert auch keinen.

Also für 15 min ist die Brille in der Woche ganz praktisch.

_Alles_ andere kann ich ohne machen.

Ich habe also das Ziel (Kontaktlinsen und Brille ablegen) sozusagen schon erreicht.

Natürlich wäre es toll, wenn ich wieder vollkommen klar sehen könnte, aber ich habe festgestellt.

Das ist erstens gar nicht notwendig.

Zweitens erlaube ich mir damit klares Sehen zu lernen in meinem Tempo und so wie es für mich gut ist.

Ich muss es nicht jetzt können und es wäre auch eine Katastrophe. wenn die Sicht sofort wieder klar wäre.

Ich habe jetzt gerade festgestellt, was ich mir mit Brille und Kontaktlinsen angetan habe.

Ich war früher sehr sehr schüchtern und außerdem war die Meinung von anderen sehr sehr wichtig für mich.

Ich war Freitag und Samstag in Discos und habe festgestellt, dass es mir leichter denn je gefallen ist Kontakte zu knüpfen, denn endlich war die Welt mal so, wie ich sie auch sehen wollte.

Es fiel mir erst schwer es einzugestehen, aber ja. Ich fand es gut, dass ich eben nicht jede Gestik, Mimik, usw. erkennen konnte.

Anderseits war da auch so ein:

"Die Leute da interessieren mich"

Und dann bin ich eben hingegangen, denn sonst hätte ich sie ja nicht klar sehen können und bin mal ganz ungezwungen ins Gespräch gekommen, mal auch nur einfach wieder weitergezogen.

Diese ganzen blöden Gedanken, wie

"Warum guckt der oder die so?"

"Oh, was müssen die denken?"

waren alle nicht da.

Ich hab mich so wohl, wie schon lange nicht mehr gefühlt.

Und ich war meinen Augen so dankbar, dass ich das nicht mehr sehen musste, was ich nicht sehen wollte und womit ich nicht umgehen konnte.

Das schöne ist, so (mit Augentraining) kann ich in meinem Tempo den Radius der Klarheit langsam erhöhen.

Viele Stressfaktoren sind "komischerweise" jetzt, wo ich die Brille abgelegt habe, nicht mehr vorhanden.

Mit dem Ablegen des Zwanghaften Scharfsehen müssens und alles erkennen und sehen müssen und alles lesen müssen, ist viel Entspannung eingekehrt.

Ich fühle mich auch viel authentischer und kann mich mehr geben, wie ich bin.

Ich fühle mich außerdem viel wohler in meiner Haut.

Ja, ich muss zugeben:

Ich bin zum ersten Mal richtig dankbar dafür, dass ich im Moment kurzsichtig bin.

Manchmal kann ich vielleicht nicht 100%ig erkennen, was irgendwo passiert, aber dafür kann ich viel mehr "instinktiv" fühlen.

Mit "instinktiv" meine ich, wie man zum Beispiel "wahrnehmen" kann, dass zwei ineinander verliebt sind, dass jemand zum Beispiel fröhlich oder auch traurig ist.

Dafür braucht man keine 20/20 Sicht um sowas zu "sehen" / eben fühlen.

Vorher hab ich aber oft so schon fast "panisch" in der Gegend herumgeguckt, dass mir solch feine Nuancen überhaupt nicht aufgefallen sind.

Meine Augen dürfen sich jetzt langsam wieder verbessern und so wie mein Augapfel sich wieder verkürzt, wachse ich mit Ihnen.

Natürlich mache ich weiter meine Übungen und tue auch aktiv meinen Beitrag zur Heilung und sporne mich selbst damit immer mal wieder an, fordere und fördere mich und sie.

Aber seit vorgestern kann und will ich einfach nicht mehr leugnen, dass ich die Dinge in der Ferne tatsächlich nicht mehr sehen will / wollte, da ich einfach eine verdammte Angst davor hatte / habe und das Tragen von Sehhilfe nur zu Verkrampfungen geführt hat.

Und mein steigender Kopfschmerz, der in dem Moment einsetzte als ich Angst schrieb, bestätigt das.

Und ich habe normalerweise nie Kopfschmerzen und schon gar nicht so heftig.

Und durch tiefes Durchatmen ist er auch wieder fast weggegangen.

Das passt auch dazu, dass ich oft wenn das Bild von alleine zu scharf wird regelrecht Angst bekomme "Scheiße, ist das scharf".

Kann mir mal jemand erklären, warum die Augen zu schmerzen beginnen können, wenn ich nichts fokussiere oder sogar etwas nahes fokussiere. (Anderseits fühl es sich genau so an, wie am Anfang mit tibetischem Rad oder Schwingübungen, wo die Augen an Flexibilität gewonnen haben).

Einfach nur so? Und gerade wenn ich anfange sie zu entspannen.

Hm, anderseits sehe ich danach meist insgesamt schärfer. (Auch ohne Tränenflüssigkeit) Insofern könnte das schon so ein "Selbstheilungseffekt" sein.

Das werde ich mal weiter beobachten. :-)

So weit von mir mal wieder.

Euch auch weiterhin aus ganzem Herzen alles Liebe und Gute.

Es bleibt spannend und ist doch viel entspannter jetzt.

Liebe Grüße,

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Beitragvon peddy » 12.11.2007 10:04

Hallo,

viele Erfahrungen die du machst habe ich auch in der Schule gehabt. Ich bin ein sehr wissbegieriger und neugieriger Mensch, aber die Form wie wissen vermittelt wird war einfach für mich nicht gemacht. Dies zeigte sich vor allem in Fächern in denen man einfach nur stur lernen musste, wie Englisch. Das war mir zu langweilig und deswegen habe ich es oft nicht gemacht. Dadurch wurde ich natürlich in dem Fach schlechter und es baute sich ein Druck auf, da jede Englisch Stunde für mich eine Quälerei war.

Ich war früher sehr sehr schüchtern und außerdem war die Meinung von anderen sehr sehr wichtig für mich.

Dies trift auch auf mich zu. Ich glaube schon das viele Kurzsichtige eher zurückhaltend sind, aber zum Glück kann man das mit der Zeit ändern und an sich arbeiten.
Liebe Grüße
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Beitragvon sven » 14.11.2007 17:25

Fabian,

du sprichst mir aus der Seele. Mir ist auch aufgefallen, das ich im Prinzip auch nicht sehen will. Vor allem mit Gesichtern habe ich grosse Probleme. MIr ist das auch schon aufgefallen durch das Weglassen der Brille. Andererseits bin ich auch wieder total gluecklich wenn ich wieder mal ein nettes Detail erkennen kann.

Aber ich denke die Kurzsichtigkeit kommt vom Geist, der Koerper folgt nur dem Geist. Man kann es nicht mehr, weil man es nicht will. Erst muss man wieder Spass am Sehen bekommen, dann kommt das Koennen von alleine, so wie bei allen anderen Sachen die man lernt. Zur Schule habe ich eine sehr schlechte Meinung, da ich denke das die ueberhaupt nicht wissen wie man etwas schnell und effektiv lernt.

Liebe Gruesse zu dir und Danke fuer deinen Beitrag.


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Beitragvon Fabianx » 21.11.2007 01:57

Ich bin erstmal wieder einen Schritt zurück gegangen. Die Änderungen waren mir zu heftig. Da ging es mir echt überhaupt nicht gut letzte Woche, was mir inzwischen nur noch selten passiert. Dafür ist seit dem WE wieder alles in Butter :-).

Da ich aber zwei Schritte vorwärts und einen Zurück gegangen bin, bin ich letztlich immer noch einen Schritt vorwärts gegangen *lächel* :-).

Erstmal kurz an Gisander: Du bist klasse!

So, dann noch meine Erkenntnis des gestrigen Tages:

Ich neige dazu mich gerne selbst zu "bestrafen", wenn mir etwas nicht gelingt. Sicherlich noch eine weitere Folge des kurzsichtigen "Das muss jetzt aber klappen", "Ich versuch das jetzt (krampfhaft) richtig machen" Denkens.

Es ging ums Tanzen und es ging um Drehungen und ich wurde scherzhaft gefragt, was man denn als Strafe tun solle, wenn man 20 Drehungen verpatzt.

Ich dachte kurz nach und hatte dann die Antwort:

"Nochmal 20 _verpatzte_ Drehungen. Nicht richtige, sondern willentlich "

Im Moment in dem ich es aussprach war mir klar: Das ist genial (für mich!).

Das tolle ist das wirkt (für mich) auf mehreren Ebenen:

1. Ist es genauso schwer etwas willentlich falsch zu machen, wie etwas richtig zu machen. Nur macht es 100mal mehr Spaß etwas falsch zu machen. *lach*

Ich hab es probiert nachdem ich mich schon wieder bei einem grummeligen Gedanken erwischt habe (und bestimmt kein Lächeln auf meinem Gesicht war - *auf die Sühne bei Eselsweisheit anspiel*) nachdem eine Drehung nicht so geklappt hat.

Ich hab es gemacht, ich wollte es falsch machen. Es _ging_ nicht. Es ging einfach nicht.

(Ich bin sowieso großer Fan von lustigen Verdrehungen um das Prinzip vom Teufelskreis positiv zu nutzen, aber das hat selbst mich überrascht).

2. Wenn man es schafft es nochmal falsch zu machen, dann wird einem klar wie ridiculous / blödsinnig es ist, sich für einen eigenen Fehler bestrafen zu wollen.

3. Man lernt Fehler zu machen und dabei zu lächeln :-).

Und das tollste ist: Wenn man es dann endlich geschafft hat den Fehler zu machen, dann freut man sich auch noch darüber.

Also ich glaube es gibt wirklich keine härtere Strafe als nochmal einen Fehler machen zu müssen. Zum Glück kann man ja genädig mit sich sein und wenn es auch beim 10. Versuch noch nicht klappt es falsch zu machen, es dann okay sein lassen. ;-)

Klingt irgendwie verrückt? Ja, ich denke schon.

Aber anderseits gibt es ja den berühmten "Vorführeffekt" durchaus im Volksmund.

Und auch das tolle:

Denk jetzt NICHT an einen rosa Elefanten.

Das Gehirn kennt kein "nicht", genausowenig ein richtig oder falsch. Und so lässt sich jeder negative Effekt auch positiv nutzen und umgekehrt.

Und wenn das mit dem: "Ich versuche es krampfhaft richtig zu machen und es gibt enoermen Stress und geht dann doch schief" klappt, dann klappt natürlich auch die Negation. :-)

Ansonsten geht es mir ohne Brille echt gut.

Ich bau jetzt mal noch das Lächeln und die aufrechte Haltung ein und da ich gerade keinen Felsweg mit 16 Liter Wasser zur Verfügung habe, kombiniere ich das obengesagt und meine Strafe ist, dass ich für jede Minute, die ich nicht bewusst lächele und keine aufrechte Haltung habe, die gleiche Zeit _bewusst_ es falsch machen muss.

Also es gilt nicht:

Okay, ich hab es 20 min "falsch" gemacht, also 10 min falsch, 10 min Strafe == erlöst ;-).

Ich bin sehr sehr gespannt. Habe auch schonmal eine ähnliche Erfahrung in Richtung Lächeln gemacht. Das wird toll ... :-)

Liebe Grüße,

Fabian

PS: Mir ist gerade noch was aufgefallen: Fast kein Mensch (von einer gewissen sexuellen Orientierung mal abgesehen) will bewusst leiden. Und fast jeder würde absolut protestieren, wenn man ihm sagt, dass es ihm ab jetzt nicht mehr gut gehen darf und die Augen schlechter werden und er nicht mehr lächeln oder lachen darf ... Dennoch ist das das, was sich viele Menschen tagtäglich selber antun (ich mich eingeschlossen).

Durch die Erkenntnis und das Erleben, was man sich antut (zum Beispiel mit obiger Idee), kann man bewusst neu wählen.
Fabianx
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