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BeitragVerfasst: 24.08.2012 11:17
von Flo
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Re: 133

BeitragVerfasst: 25.08.2012 00:45
von moobe
Flo hat geschrieben:[Zitat momentan entfernt. (15) /Flo]


jaja, natürlich wollte ich das und habe es auch getan. Denn wie man es dreht und verbiegt, man kommt um diese Behutsamkeit einfach nicht herum, einfach aufgrund der Funktionsweise des menschlichen Auges.


Die Hypothese verdeutlicht: Es gibt genug Möglichkeiten, scharfe Bilder zu bekommen, aber weil sich diese Grenzen einfach wegen der neuen psychischen Situation ("mental strain") verschieben und verändern können, führt dies wieder langfristig nicht zu Erfolgen.

Das meinte ich eigentlich mit dem "im Kreis drehen".


Zuerst beginne ich, durch bewusstes und auch erzwungenes Blinzeln und Anstrengen, das Sehen besser zu machen. Dann werden die Grenzen "immer enger" und ich muss mich noch mehr anstrengen. Irgendwann geht es dann nicht mehr und man entspannt wieder ein wenig. Die Grenzen verschieben sich wieder nach oben und nach rechts, doch man merkt, dass man ja plötzlich noch schlechter als vorher sieht (weil bestimmt nicht die gesamte Augenanstrengung plötzlich weg ist).


Und wenn doch dann hat man ja wieder die Ausgangssituation, von der aus man auch nicht weiter kommt.


Dass man durch Entspannung und häufigeres Blinzeln(was ein großer Schlüssel meiner Meinung nach ist, der wiederum mit der Atmung zu tun hat) besseres Sehen erreicht, macht das Diagramm also klar. Doch um die hohen y-Werte halten zu können, darf nichts zwanghaft ausgeführt werden, also aus motorischen oder auch mechanischen Gründen.


Man merkt, dieser Post ist eigentlich unnötig, da das alles bereits geklärt wurde. Doch diese Sätze sind wichtig:

Anstrengung führt zu mental strain.
Entspannung führt zu besserer Sicht [und ist Ziel des Augentrainings]
erzwungene Entspannung führt zu mental strain.



Das sind eigentlich die "Schlüsse", die man daraus ziehen kann. Das Wort "erzwungen" gefällt mir zwar selbst nicht, aber mir fällt nichts besseres ein^^



LG Moobe

BeitragVerfasst: 28.08.2012 21:11
von moobe
Erkenntnis, die ich nicht erwartet hätte:

Es lag doch an den Verspannungen, die gerade dadurch zustande kamen, dass ich aufgrund des Autofahrens deutlich mehr auf die Schärfe mit Brille geachtet habe und dann immer maximale Sehschärfe verlangte - ein großer Fehler!


Nun laufe ich seit Tagen ganz ruhig (teilweise stundenlang) mit Brille herum, achte auf Blinzeln und Sakkaden und bin glücklich. Danke nochmal an alle, das hat mir mal wieder die Augen geöffnet.


Leider habe ich dadurch wieder einen Schritt in eine andere Richtung gemacht (sozusagen einen Schritt zurück zur Ausgangsstellung^^). Den Satz von Flo "man kann auch mit Brille gut sakkadieren" lese ich "mit ganz neuen Augen"!



LG Moobe

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BeitragVerfasst: 30.08.2012 16:19
von Flo
(momentan entfernt /Flo)

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BeitragVerfasst: 30.08.2012 21:29
von moobe
Also das mit dem Fahren ist klar, aber soll ich meine Gläser wirklich mit neuer Stärke versehen lassen?


Ich habe folgende Erfahrung gemacht: Trage ich die Brille lange, sehe ich mit ihr besser. Nehme ich sie ab, sehe ich schlechter.
Laufe ich aber nun lange Zeit ohne sie rum, sehe ich ohne Brille besser und mit Brille wird das Sehen schwer. Erklärung..? :o


Die Geschichte mit dem Wasser verstehe ich nicht. Sie haben so lange ins Wasser geschaut, bis sie scharf sehen konnten. Was bedeutet das nun für mich?




LG Moobe

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BeitragVerfasst: 30.08.2012 21:54
von Flo
(momentan entfernt /Flo)

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BeitragVerfasst: 31.08.2012 08:49
von Susa
Hallo Moobe,

natürlich solltest du mit einer Brille autofahren, mit der du (oberflächlich betrachtet) anstrengungsfrei scharf sehen kannst. Ohne dir jetzt Gedanken darüber zu machen, ob du dir einen "mental strain" verursachst oder nicht. Darauf kommt es ja beim Autofahren nicht an, sondern dass du unfallfrei autofährst. :-)
Bedenke: Zu Bates Zeiten war der Verkehr noch ein anderer, mit der sehtechnisch anspruchsvollen Verkehrssituation von heute mussten er und seine Patienten sich nicht auseinandersetzen.

> Ich habe folgende Erfahrung gemacht: Trage ich die Brille lange, sehe ich mit ihr besser. Nehme ich sie ab, sehe ich schlechter.
Laufe ich aber nun lange Zeit ohne sie rum, sehe ich ohne Brille besser <

Dein Auge-Geist-System stellt sich auf die Bedingungen ein, die es vorfindet, würde ich sagen. Ist bei mir auch so, zumindest was den Teil "ohne Brille wird es immer besser" angeht. Wenn ich die Brille lang aufhabe, sehe ich nicht unbedingt besser. Das ist ein Zeichen dafür, dass ich persönlich das gute Sehen MIT Brille noch nicht richtig beherrsche. Entspricht auch ganz unbedingt meinem eigenen Empfinden. Ich empfinde immer, dass ich sakkadierfaul werde, wenn ich die Brille aufhabe. Daher auch neulich die Beschreibung meines eigenen Empfindens, dass das Sakkadieren mit Brille wie Mit-angezogener-Handbremse-Fahren sei. Also daran muss ich weiter bleiben. Aber nicht beim Autofahren - oder wenigstens nur dann, wenn grade wirklich außer einer langen graden Straße nix vor dir ist. Und irgendwann wird das dann mit Brille hoffentlich auch ein Selbstläufer.

Viele Grüße
Susa

BeitragVerfasst: 02.02.2013 18:42
von moobe
Es läuft gerade in letzter Zeit immer besser!

Entscheidend ist, dass Du lernst, Deine Augen mit UND ohne Brille optimal zu verwenden.


Besonders diesen Satz habe ich seit Anfang des Jahres sehr beherzigt und brauche somit die Brille auch (fast) nicht mehr in der Schule. Manchmal ist es nu eine Sache der Psychologie. Ich merke nämlich, dass die Augen verspannter werden, dann muss ich die Brille nur für ein paar Sekunden aufsetzen, lege sie daraufhin wieder ab und sehe scharf.
Manchmal habe ich sie den ganzen Vormittag auf, es ist sehr unterschiedlich. Wenn doch bloß die Zeit vorhanden wäre, all die Übungen mit mehr Herz zu vollführen, statt das Gefühl zu haben, dass man mehr üben müsste...

BeitragVerfasst: 03.02.2013 13:35
von Susa
Hi Moobe,

Entscheidend ist, dass Du lernst, Deine Augen mit UND ohne Brille optimal zu verwenden.


>Besonders diesen Satz habe ich seit Anfang des Jahres sehr beherzigt und brauche somit die Brille auch (fast) nicht mehr in der Schule. <

Na bestens, du scheinst also weiterhin auf einem guten Weg zu sein. Bei mir tut sich auch grade einiges, es geht immer von Plateau zu Plateau, wie beim Bergsteigen. Der Gipfel mag noch im Nebel liegen - aber wir kommen da hin! Irgendwann!

Mit dem Gefühl "zu wenig zu machen" würde ich mich an deiner Stelle gar nicht belasten, das produziert nur wieder "strain". Denk dran, was das Ziel ist: Normal und vollscharf zu sehen. Immer. Oder in der Häufigkeit so nahe an Immer wie gerade eben möglich. Normalsichtige üben auch nicht. Sie praktizieren, das richtige Sehen nämlich. Genau das müssen wir uns beibringen.

Sage einfach nicht: "Ich übe." Sondern sage: "Ich praktiziere." Praktizieren ist letztlich nichts anderes als sehen, und das musst du sowieso den lieben langen Tag als Mensch. :-)

Natürlich ist das erst mal eine Gedankenhilfe, denn wenn wir Noch-Maulwurfsartigen 24/7 das richtige Sehen praktizieren würden, sähen wir ja 24/7 richtig. Der Punkt ist, sich das richtige Sehen immer wieder und immer öfter bewusst zu machen, es dann einzusetzen und dadurch immer länger am Stück mühe- und schwerelos praktizieren zu können. Wichtig ist eben auch das Dranbleiben, wenn es mal besser geworden ist. Genau dann eben nicht sagen: Ach, läuft doch, jetzt entspann ich mich mal - i. S. v. "jetzt schlaff ich mal wieder ab".

Die Sache ist doch: Das vollauf richtig sehende Auge-Geist-System schlafft eben nie ab, wenn die Augen offen sind.

Und es gibt so viele Gelegenheiten, das gute Sehen bewusst zu praktizieren. Diese "Inseln" muss man versuchen, in den Alltag einzubauen, dann wird sich die gute Praxis bald auch in die unbewusster gehandhabten Tagesanteile einschleichen.

Ein kompletter Selbstläufer jenseits unserer bewussten Wahrnehmung wird es vermutlich nie werden, aber ich frage mich: Wäre das überhaupt wünschenswert aus der Perspektive einer Person, die sich das vollscharfe Sehen "wiedergeholt" hat? Denn ein Vorteil dieses Lernprozesses ist es doch, diese hohe und filigrane (Selbst-)Bewusstheit dabei zu erwerben.

Dazu kann vielleicht mal jemand Stellung nehmen, der auf diesem Weg schon weiter ist (Flo? Wer sonst noch?). Wie erlebt ihr das?

Wünsche dir jedenfalls weiterhin viel Erfolg, du machst das!
Viele Grüße
Susa

BeitragVerfasst: 14.02.2013 22:47
von moobe
Hi Susa,

danke für deinen tollen Beitrag! Im Prinzip ist es das, was ich ganz oft auch selbst anderen im Forum schreibe, aber dann es auch meist selbst wenns drauf ankommt nicht schaffe, zu beherzigen. Von daher danke ich dir vielmals, meine Augen erneut ein Stück weiter geöffnet zu haben.

Nach meinem tollen Sehtag gestern war der heutige sehr sehr enttäuschend. Beim Lesen deines Beitrages ist mir aber erneut vieles wieder bewusst geworden und deshalb freue ich mich nun und fühle mich wieder gut! :)


Schöne Valentinstagsgrüße
Moobe

BeitragVerfasst: 15.02.2013 10:08
von Susa
Hi Moobe,
>
Im Prinzip ist es das, was ich ganz oft auch selbst anderen im Forum schreibe, aber dann es auch meist selbst wenns drauf ankommt nicht schaffe, zu beherzigen. <

Schon klar: Der Wegweiser geht ja auch nicht den Weg, den er weist. ;-)

>
Nach meinem tollen Sehtag gestern war der heutige sehr sehr enttäuschend. Beim Lesen deines Beitrages ist mir aber erneut vieles wieder bewusst geworden und deshalb freue ich mich nun und fühle mich wieder gut! :)<

Schön! Wir irren vorwärts durch den Nebel. Bei mir geht es ja grade insgesamt ziemlich steil voran, aber ich habe auch immer wieder Einbrüche. Einfach nicht kirre machen lassen. Was du mal begriffen hast, begreifst du ja auch weiter. Flo nannte das mal "unverlierbares Lernen".

Viele Grüße
Susa