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Betrachtungsabstand - Fernseher

BeitragVerfasst: 24.10.2012 17:01
von Aniram
Hallo

Zufällig bin ich auf diese Seite gestossen:
http://www.fernseherkaufen.com/kaufbera ... berechnen/
Angeblich gelten Abstandsempfehlungen von früher inzwischen als überholt und man sollte für den optimalen 'Genuss' viel näher am Bildschirm sitzen.
Ist das – Eurer Ansicht nach – nur ein 'Verkaufsargument', um die grösseren, teueren Fernseher auch für 'Otto-Normalgrosses-Wohnzimmer-Habenden' interessant zu machen? :

Früher wandte man die Formel Bilddiagonale multipliziert mit 3 an (Diagonale * 3). Das ist aber für hochauflösendes Bildmaterial zu weit weg. Bei einem 50-Zoll-Fernseher (die Diagonale beträgt 127cm) säßen Sie 381cm weit entfernt. Das sind fast 4 Meter. Viele Wohnzimmer bieten gar nicht die Möglichkeit, so weit entfernt zu sitzen.


Für meinen 'winzigen', alten Fernseher mit 55cm Diagonale beträgt laut 'Rechner' der optimale Abstand nur 115cm – also für ein 'normales' Wohnzimmer völlig ungeeignet, es sei denn, man stellt ihn mitten auf den Wohnzimmertisch.
(Ich habe trotzdem meinen 'Genuss' aus etwas mehr als 3m Entfernung...)

Gruss
Marina

BeitragVerfasst: 24.10.2012 17:27
von Nicole
Steht doch da:

Das sind fast 4 Meter. Viele Wohnzimmer bieten gar nicht die Möglichkeit, so weit entfernt zu sitzen.


Die Fernseher werden immer größer - die Wohnzimmer aber nicht. :wink:

Mein neuer Fernseher hat 106 cm Diagonale und ich sitze ca. 3m davon entfernt - passt also gerade eben.

Wollte ich weiter weg sitzen, müsste ich das komplette Wohnzimmer umräumen und das Klavier verschieben. :lol:

BeitragVerfasst: 24.10.2012 17:40
von sven
Das liegt daran, dass die neuen Fernseher viel mehr Auflösung haben, als die Alten.
Auf der selben Fläche werden mehr Details dargestellt, als früher (zumindest bei HD), daher kann man auch näher ran, da es ja was zu sehen gibt.

schöne Grüße

Sven

BeitragVerfasst: 24.10.2012 17:50
von Aniram
Früher sprach man von "Mindestabstand".
Das soll ein Ammenmärchen sein:

Oft hört man von den Ammenmärchen, dass zu nah vorm Fernseher sitzen die Augen kaputt macht. Das stimmt so aber nicht.


Jetzt heisst es: den "optimalen Betrachtungsabstand", "um das Fernseherlebnis auch wirklich genießen zu können."
Also waren frühere Empfehlungen wirklich nur ein Ammenmärchen oder gehen heutzutage Verkaufsargumente über Gesundheit?

BeitragVerfasst: 24.10.2012 19:31
von Gismo
Aniram hat geschrieben:Früher sprach man von "Mindestabstand".
Das soll ein Ammenmärchen sein:

Oft hört man von den Ammenmärchen, dass zu nah vorm Fernseher sitzen die Augen kaputt macht. Das stimmt so aber nicht.


Jetzt heisst es: den "optimalen Betrachtungsabstand", "um das Fernseherlebnis auch wirklich genießen zu können."
Also waren frühere Empfehlungen wirklich nur ein Ammenmärchen oder gehen heutzutage Verkaufsargumente über Gesundheit?


Hallo Marina,

wie Sven schon richtig sagte ist der Grund technischer Natur und in der Weiterentwicklung der Fernsehgeräte und deren Auflösung zu begründet.

Wenn du ein TV-Gerät besitzt, welches in der Lage ist HD-Auflösungen darzustellen, so ist beim schauen von HD-Material einen gewisse Nähe zum Fernseher notwendig, damit das Auge die feinen Details überhaupt auflösen kann. Du kannst es ja einmal selbst ausprobieren und bei einer HD-Auflösung den Betrachtungsabstand vergrößern und Du wirst bemerken, dass du ab einem gewissen Abstand nichts mehr von dem höher aufgelöstem Bild hast...

Bei SD-Material (z.B. normale Fernsehsendungen) sitzt du aber am besten wie gewohnt weiter weg, da das Bild aufgrund der fehlenden Details aus der Nähe eher grob und pixelig aussieht.

Der Grund warum das Bild auf den alten Röhrengeräten nicht pixelig aussieht ist, dass die Röhrengeräte noch nicht das hohe Auflösungvermögen der heutigen LCD- und Plasmafernseher besaßen. Daher fehlen bei schlechtem Bildmaterial auch keine Informationen im Gegensatz zu den neueren HD-fähigen Geräten. Hier müssen die fehlenden Bildinformationen hinzugerechnet (interpoliert) werden, was oftmals zur "Verschlimmbesserung" führt (je nach Algorithmus und eingesetzter Hardware).

Das Ganze hat also nicht nur etwas mit Marketing zu tun.

Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen!

Gismo©

BeitragVerfasst: 24.10.2012 19:46
von Aniram
Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen!


Ja, danke Dir für die ausführliche Erklärung!

Gruss
Marina

BeitragVerfasst: 25.10.2012 21:14
von moobe
sven hat geschrieben:Das liegt daran, dass die neuen Fernseher viel mehr Auflösung haben, als die Alten.
Auf der selben Fläche werden mehr Details dargestellt, als früher (zumindest bei HD), daher kann man auch näher ran, da es ja was zu sehen gibt.

schöne Grüße

Sven


Genau das sehe ich auch so. Nagel also auf den Kopf getroffen.

Doch welcher Fernseher bzw. welche Technologie ist am meisten zu empfehlen, der die Augen nicht allzustark beansprucht? Liegt es an der richtigen Technologie? (also Plasma, LCD, bzw. LED?)
Oder liegt es am Hersteller? Weil wenn ich im Laden bin, dann merke ich ganz deutlich Unterschiede und manche Fernseher gehen einfach gar nicht, besonders die von Sony!

Welche mir meist eher gefallen sind die von Samsung. Theoretisch kann es ja Einbildung sein, aber praktisch ist es tatsächlich so, geht mal in ein Elektronikgeschäft und schaut nach.

Und an die anderen: Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? - Das würd mich glaub ich hier am meisten interessieren^^


LG Moobe

BeitragVerfasst: 25.10.2012 21:41
von Aniram
Hallo Moobe
Doch welcher Fernseher bzw. welche Technologie ist am meisten zu empfehlen, der die Augen nicht allzustark beansprucht? Liegt es an der richtigen Technologie? (also Plasma, LCD, bzw. LED?)
Oder liegt es am Hersteller? Weil wenn ich im Laden bin, dann merke ich ganz deutlich Unterschiede und manche Fernseher gehen einfach gar nicht, besonders die von Sony!


In eine ähnlche Richtung ging auch eigentlich meine Frage - ob die moderne Technologie die Fernseher so viel 'augenfreundlicher' gemacht hat, dass man sich ihnen 'ungefährdet' auf 'optimalen Genussabstand' nähern kann - oder ob die jahrzehntelang 'gepredigte' Schädlichkeit tatsächlich nur ein Ammenmärchen war.

Denn wenn man das Bild mancher Fernsehmarken als 'unangenehm' und 'die Augen stark beanspruchend' empfindet, wird vielleicht doch nicht nur der 'Genuss' gemindert, sondern eventuell auch den Augen geschadet?
Gruss
Marina

BeitragVerfasst: 26.10.2012 10:19
von Gismo
moobe hat geschrieben:
Genau das sehe ich auch so. Nagel also auf den Kopf getroffen.

Doch welcher Fernseher bzw. welche Technologie ist am meisten zu empfehlen, der die Augen nicht allzustark beansprucht? Liegt es an der richtigen Technologie? (also Plasma, LCD, bzw. LED?)
Oder liegt es am Hersteller? Weil wenn ich im Laden bin, dann merke ich ganz deutlich Unterschiede und manche Fernseher gehen einfach gar nicht, besonders die von Sony!


LG Moobe


Hallo Moobe,

genaugenommen gibt es nur LCD- und Plasmafernseher!

Wenn das Marketing den Begriff LED benutzt ist damit immer ein LCD-Fernseher mit LED-Hintergrundbeleuchtung gemeint.
Eigentlich heutzutage nicht mehr erwähnenswert da mittlerweile überwiegend Standard. Aber hört sich halt als Verkaufsargument besser an (zur Abgrenzung).

Was die Qualität der Darstellung anbelangt, gibt es nicht mehr viele unterschiedliche Hersteller für die in den verschiedenen Geräten verbauten Displays.

Bendenke auch, dass bewußt mit den Bildeinstellungen gespielt wird um Kunden dazu zu bewegen ein gewisses Produkt zu kaufen und ein anderes eher nicht!

Dann kommt noch der subjektive Geschmack hinzu.

Das Kunstlicht in den Verkausräumen ist ebenfalls nicht optimal für ein perfektes Bild.

Wenn du Geräte vergleichen möchtest, würde ich im Laden erstmal alle "Bildverbesserer" deaktivieren und Helligkeit, Kontrast, Farbwiedergabe etc. meinen individuellen Bedürfnissen anpassen und dann vergleichen.

Gruß Gismo©

PS:

Für mich persönlich geht nicht über Phillips mit Ambilight 8)
Alles andere ist schon ziemlich anstregend für die Augen im direkten Vergleich.

BeitragVerfasst: 26.10.2012 15:56
von moobe
Hi,

danke für deinen Tipp, aber das war mir schon klar, daher das "bzw.", aber nun gut, dann haben wir uns missverstanden.

Philips finde ich auch super, mit "Ambilight" und/oder 3D-Fernsehen habe ich bisher keine Erfahrungen gemacht, weil ich es ein wenig verwirrend empfinde.


Wenn das Verstellen der Kontraste usw. die einzige Möglichkeit ist, es genau herauszufinden, dann ist das ja doof.

Auf der anderen Seite muss ich ehrlich sagen: Wenn die Händler nicht in der Lage sind, ihre Geräte optimal einzustellen, dann ist das nicht mein Problem. Denn sollte es tatsächlich so sein, ist es ja nicht meine Schuld, wenn ich das Gerät nicht kaufe^^



LG Moobe