Warum haben viele Asiaten so schlechte Augen?

Akkomodieren, Fusionieren, Lichtbaden, Lichtblitzen, Palmieren, Visualisieren u.a.

Warum haben viele Asiaten so schlechte Augen?

Beitragvon Adlerauge1996 » 26.06.2013 15:09

Kann es sein, dass sie schon früh in die Schule müssen und auch sehr lange Schule haben und sich dadurch ihre Augen stark verschlechtern?
erste Messung (Sommer 2010; nur Kontaklinsen): links: -1,75; rechts: -1,5



aktuelle Werte (Messung vom April 2013): links: -3,75
rechts: -3,25 (Kontaklinse rechts -3,5)
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Warum haben viele Asiaten so schlechte Augen?

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Beitragvon lukita » 26.06.2013 17:32

Wie viele "Asiaten" haben denn schlechte Augen?
1986 Brille R sph -1.50 cyl -0.00, L sph -1.50 cyl -0.00
2008 Brille R sph -4.75 cyl -1.00, L sph -5.00 cyl -0.00
2013-04 Beginn Sehtraining
2013-09 Augenblicke mit Visus > 0.7 ohne Brille

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Beitragvon lukita » 26.06.2013 18:12

Habe gerade einen Artikel vom 03.08.2012 dazu gefunden:
http://www.heise.de/tp/blogs/3/152520

Zitat:

Kürzlich hatte der australische Mediziner Ian Morgan bei einer Untersuchung der Kurzsichtigkeit, die in Asien bei Hochschulabgängern epidemische Ausmaße erreicht hat, festgestellt, dass dies mit genetischen Anlagen nicht begründet werden könne. Jetzt sind 80-90 Prozent der Schulabgänger kurzsichtig, nach dem Zweiten Weltkrieg waren 20-30 Prozent.

Auch in westlichen Ländern gab es einen Sprung, auch wenn mit 25-50 Prozent kurzsichtigen jungen Menschen die Verbeitung in Asien noch unterboten wird.

Die explosive Zunahme müsse auf Umweltbedingungen zurückzuführen sein, meint Morgan und verwies auf australische Studien, nach denen es einen Zusammenhang zwischen dem Sehvermögen und der Zeit gebe, die man draußen beim Sport im Tageslicht verbringt.
1986 Brille R sph -1.50 cyl -0.00, L sph -1.50 cyl -0.00
2008 Brille R sph -4.75 cyl -1.00, L sph -5.00 cyl -0.00
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Beitragvon Flo » 26.06.2013 18:14

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Beitragvon Nicole » 26.06.2013 18:41

Hier im Forum steht das irgendwo. :wink:

Man findet es aber auch schnell im Internet:

Kinder in natürlicher Umgebung (auf der Pazifikinsel Valuatu) waren bis zum 17. Lebensjahr nur zu 1-3% kurzsichtig. In städtischer Umgebung (auf der Insel Taiwan) fanden sich 28% der Grundschulkinder, 70% der Mittelschüler und 85% der Gymnasiasten kurzsichtig. Die Medizinstudenten schlussendlich waren es zu 90,5% (National Taiwan University).


Quelle: http://www.strunz.com/news.php?newsid=1881

Auch Scheaffel erwähnt es, meine ich. Bei Leo Angart findet man es auch.

Interessant ist, was peixuan über das Leben im asiatischen Raum schreibt:

peixuan hat geschrieben:Also, dass nur 90% der Medizinstudenten in Taiwan eine Sehhilfe benötigen, ist doch ein toller Fortschritt. In der Klasse meiner ältesten Tochter (13 Jahre, 2. Klasse Mittelschule in Taichung, Taiwan) gibt es kaum ein Kind ohne Sehhilfe. Bei meinen Studenten an der Uni sind solche ohne Brille oder Kontaktlinsen eine Seltenheit. An der Straße, die zum Haupteingang der Uni führt und die gerade mal 200 m lang ist, gibt es 5 Optikerläden, dicht nebeneinander. Woran das liegt? Die Kinder fangen schon im Kindergartenalter, also mit 3 Jahren, an Lesen zu lernen. Ab der 3. Klasse Grundschule geht der Unterricht bereits 3 x in der Woche von 8-16 Uhr und dann gibt es noch jede Menge Hausaufgaben. Ab der 5. Klasse sind es dann schon 4 Tage ganztags und nur noch ein Tag halbtags. In der Mittel- und Oberschule haben die Kinder ab 7:30 in der Schule zu sein. Da werden erst mal Tests geschrieben - täglich! Danach Unterricht bis um 17 Uhr - gute Schüler dürfen bis um 18 in der Schule pauken. Nach der Schule geht es zur Nachhilfe bis um 22 Uhr. Danach werden noch Hausaufgaben gemacht, häufig bis Mitternacht. Außerdem schreiben die Kinder mit ihren Nasen, d.h. der Abstand zwischen Augen und Papier ist nicht mal so lang wie ihr Bleistift. Die Lehrer achten kein bisschen auf gute Haltung und die Kinder werden vom vielen Schreiben ja auch müde und lassen ihre Köpfe immer tiefer und tiefer sinken. Wundert sich noch jemand über den hohen Anteil der Studenten mit Sehschwäche? Ich jedenfalls nicht.

Gruß aus Taiwan,
Peixuan


Aus dem oben verlinkten Artikel:

Warum es gut für die Augen ist, viel Zeit draußen zu verbringen, können die Wissenschaftler nicht sagen.


Hat vielleicht mal jemand daran gedacht, das a) die Kinder dadurch weniger Zeit in die Nähe sehen und b) dass das Auge somit viel mehr entspannt in die Ferne sehen kann? (Was der "Normalzustand" für unsere Augen ist.) :wink:
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Beitragvon Nicole » 26.06.2013 18:49

Interessant für Deutschland - hier hat die Kurzsichtigkeit nämlich nicht zugenommen:

Die erste augenärztliche Untersuchung an Schülern fand 1845
an der Fürstenschule zu St. Afra in Meißen statt, die zu dieser Zeit eine
sehr angesehene höhere Lehranstalt war. Der Bezirks- und Schularzt
Dr. Meding befand, daß, trotz bester Lebensverhältnisse, von den 130
Schülern fast die Hälfte kurzsichtig war. Ähnliche Untersuchungen an
anderen Schulen erbrachten vergleichbare Resultate.


Quelle:

Susanne Buck
Der geschärfte Blick
Zur Geschichte der Brille und ihrer Verwendung
In Deutschland seit 1850

Inauguraldissertation

zur Erlangung des Grades einer Doktorin der Philosophie
archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2002/0109/pdf/z2002-0109.pdf

Kurzsichtigkeit unabhängig von Schulbildung:

Ähnliche Ergebnisse erzielten die Militärärzte Dr. Veszely und

Dr. Hoor in Wien. Sie konnten 1887 anhand der Protokolle eines Garnisonsspitals feststellen, daß von den 1.405 Militärpflichtigen, die von 1881-1886 untersucht worden waren, 233 "Ungebildete", hingegen aber nur 130 "Gebildete" hochgradig kurzsichtig waren. 470 Hoor untersuchte außerdem im Zeitraum von 1891-1895 in einem Garnisonshospital in Budapest 183 kurzsichtige Wehrpflichtige aus verschiedenen Berufs- und Gesellschaftsklassen, und stellte die höchsten Grade von Kurzsichtigkeit fast ausschließlich bei Personen fest, die "zum größten Teil überhaupt keine Schule besucht hatten."


Deutschland 2011:

Die Häufigkeit der Myopie hat in den letzten Jahren in vielen
Ländern zugenommen und es liegen neuere Daten vor z.B. aus
den USA (Zunahme von 1972 – 2004 von 25 auf 41% [35]) sowie
aus Deutschland: Hier liegt der Anteil der kurzsichtigen
Bevölkerung bei 35% (Pfeiffer et al. ARVO 2011, #2506) bzw. bei 41,3% [19].


Quelle:

Myopie-Update 2011 von F. Schaeffel
DOI [[http://dx.doi.org/10.1055/]]
s-0031-1281584
Online-Publikation: 27.7.2011
Klin Monatsbl Augenheilkd
2011; 228: 754–761 © Georg
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Beitragvon Flo » 26.06.2013 18:49

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Beitragvon Adlerauge1996 » 26.06.2013 19:18

Danke für die Antworten!



Warum es gut für die Augen ist, viel Zeit draußen zu verbringen, können die Wissenschaftler nicht sagen.



Es müsste heißen:

"Warum es gut für die Augen ist, viel Zeit draußen zu verbringen, wollen die Wissenschaftler nicht sagen, da sie große finanzielle Einbußen von Seiten der Optikerindustrie befürchten"
erste Messung (Sommer 2010; nur Kontaklinsen): links: -1,75; rechts: -1,5



aktuelle Werte (Messung vom April 2013): links: -3,75
rechts: -3,25 (Kontaklinse rechts -3,5)
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Beitragvon Adlerauge1996 » 26.06.2013 19:25

Also, dass nur 90% der Medizinstudenten in Taiwan eine Sehhilfe benötigen, ist doch ein toller Fortschritt. In der Klasse meiner ältesten Tochter (13 Jahre, 2. Klasse Mittelschule in Taichung, Taiwan) gibt es kaum ein Kind ohne Sehhilfe. Bei meinen Studenten an der Uni sind solche ohne Brille oder Kontaktlinsen eine Seltenheit. An der Straße, die zum Haupteingang der Uni führt und die gerade mal 200 m lang ist, gibt es 5 Optikerläden, dicht nebeneinander. Woran das liegt? Die Kinder fangen schon im Kindergartenalter, also mit 3 Jahren, an Lesen zu lernen. Ab der 3. Klasse Grundschule geht der Unterricht bereits 3 x in der Woche von 8-16 Uhr und dann gibt es noch jede Menge Hausaufgaben. Ab der 5. Klasse sind es dann schon 4 Tage ganztags und nur noch ein Tag halbtags. In der Mittel- und Oberschule haben die Kinder ab 7:30 in der Schule zu sein. Da werden erst mal Tests geschrieben - täglich! Danach Unterricht bis um 17 Uhr - gute Schüler dürfen bis um 18 in der Schule pauken. Nach der Schule geht es zur Nachhilfe bis um 22 Uhr. Danach werden noch Hausaufgaben gemacht, häufig bis Mitternacht. Außerdem schreiben die Kinder mit ihren Nasen, d.h. der Abstand zwischen Augen und Papier ist nicht mal so lang wie ihr Bleistift. Die Lehrer achten kein bisschen auf gute Haltung und die Kinder werden vom vielen Schreiben ja auch müde und lassen ihre Köpfe immer tiefer und tiefer sinken. Wundert sich noch jemand über den hohen Anteil der Studenten mit Sehschwäche? Ich jedenfalls nicht.

Gruß aus Taiwan,
Peixuan


Ich wundere mich auch nicht...
erste Messung (Sommer 2010; nur Kontaklinsen): links: -1,75; rechts: -1,5



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Beitragvon Flo » 26.06.2013 19:34

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Beitragvon Darem » 05.07.2013 13:35

Oh, das ist wahnsinnig interessant - erzählt doch bitte weiter :D


Ich denke, dass in den asiatischen Ländern die Kurzsichtigkeit viel höher ist als in Europa, weil dort weniger auf Gesundheit, Fitness, Sport... geachtet wird. Aber das ist auch nur eine Vermutung, vielleicht ist dem gar nicht so.
Darem
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