wie kann man der Kurzsichtigkeit vorbeugen?

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wie kann man der Kurzsichtigkeit vorbeugen?

Beitragvon Nicole » 18.12.2010 19:46

Fünf Tipps, um Kurzsichtigkeit vorzubeugen

Tipp 1:
Sehen Sie beim Lesen, bei der Bildschirmarbeit oder anderen Naharbeiten alle 30 Minuten kurz in die Ferne.
Der Biophysiker Frank Schaeffel, Leiter des Instituts für Experimentelle Kurzsichtigkeit der Uni Tübingen, sowie sein Kollege William Stell von der Universität Calgary haben in einem spektakulären Versuch bewiesen: Naharbeit (z. B. Bildschirmarbeit), die länger als 30 Minuten andauert, kurbelt das Längenwachstum des Augapfels an und macht kurzsichtig. Wie Schaeffel im Fachmagazin „nature neuroscience“ vom August 1999 berichtet, setzte er Hühnern Spezialbrillen auf und beobachtete, dass ihre Netzhaut bei andauernder Nahsicht (Akkomodation) Wachstumssignale aussandte und sich der Augapfel streckte. Die Hühner wurden kurzsichtig. „Wird das Nahsicht-Signal unterbrochen, passiert dem Auge nichts“, so Schaeffel.

Tipp 2:
Tragen Sie zum Lesen und bei Naharbeiten eine unterkorrigierte Brille.
Zu schnelles Ausgleichen der Kurzsichtigkeit verstärkt die Anzahl der Dioptrien. Zum Autofahren empfiehlt Frank Schaeffel allerdings exakt korrigierte Gläser der Sicherheit wegen.

Tipp 3:
Lesen Sie lieber Groß- als Kleingedrucktes.
Das Lesen von extrem Kleingedrucktem wirkt sich negativ auf das Längenwachstum des Augapfels und damit auf die Kurzsichtigkeit aus.

Tipp 4:
Lesen Sie nur bei gutem Licht.
Die Bildhelligkeit ist beim Lesen entscheidend, fand Schaeffel heraus. „Das Auge benötigt mindestens 300 Lux“, so der Augenexperte. Während der dunklen Jahreszeit ist deshalb in Arbeitszimmern auf ausreichend Kunstlicht zu achten. Dämmerlicht und Lesen unter der Bettdecke schaden dem Auge.

Tipp 5:
Machen Sie Sehübungen, indem Sie z. B. abwechselnd auf einen nahen und einen entfernten Gegenstand blicken. Das schult die Sehschärfe-Einstellung des Auges.
Regelmäßiges Sehtraining kann die Sehschärfe leicht steigern. Es übt die Fähigkeit von Netzhaut und Gehirn, selbst in einem unscharfen Bild etwas zu erkennen. Ein optischer Effekt, also eine echte Verbesserung des Sehfehlers mit Verringerung der Kurzsichtigkeit, konnte laut Schaeffel allerdings nicht nachgewiesen werden.

http://www.a-a-m.de/frontend/media/focus.doc

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Myopie: Eher durch Lebensweise als durch Gene bedingt?

(14.07.04) Fernöstliche Nationen verzeichnen einen deutlichen Anstieg von Myopie. Nach neuesten Erkenntnissen sind die Menschen dort nicht genetisch anfälliger als andere Bevölkerungsgruppen.

Die steigende Zahl Kurzsichtiger in Singapur und Japan ist auf Veränderungen in der Lebensweise zurückzuführen und könnte auch bald in westlichen Ländern beobachtet werden. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Australischen National Universität in Canberra.

In Singapur sind den Wissenschaftler zufolge 80% der 18-jährigen männlichen Armee-Rekruten kurzsichtig (25% vor 30 Jahren). Dazu kommt ein steigendes Auftreten von extremer Kurzsichtigkeit vor, die ein Erblindungsisiko darstellt. Warum die Rate an Kurzsichtigkeit in Ostasien so hoch ist wie nirgends sonst, gibt den Wissenschaftler ein Rätsel auf. Nach der Überprüfung von 40 Studien kommen ein Forscherteam um Ian Morgan von der Australischen National Universität in Canberra und Kathryn Rose von der Universität von Sydney zu dem Schluss, dass die Vorstellung einer genetischen Bedingtheit nicht stichhaltig und die Lebensweise der Betroffenen ausschlaggebend ist.

Dementsprechend leiden 70% der 18-jährigen Männer indischen Ursprungs in Singapur an Myopie, aber in Indien selbst nur 10%. Auch in Schweden sind 50% der 12-Jährigen kurzsichtig. Fachleute vermuten, dass diese Rate auf 70% steigt, bis diese Kinder erwachsen sind. Bislang sind noch nicht alle Faktoren untersucht, die für eine Kurzsichtigkeit verantwortlich sein können. Studien zeigen, dass Kinder die Sport treiben, weniger anfällig für Kurzsichtigkeit sind. Andere Experten halten die Ernährung für einen signifikanten Faktor.

Auch wenn es keine signifikanten Unterschiede auf genetischer Ebene gibt, seien diesbezügliche Studien unvermeidlich, erklärt Christopher Hammond vom St. Thomas´ Hospital in London, der im Zusammenhang mit der Myopie 506 Zwillingspaare untersuchte. Hammond fand heraus, dass die Gene zu 87% die Variation in Kurz- und Weitsichtigkeit bedingen. Das Team hat mehrere Gene identifiziert, die beteiligt sein könnten, einschließlich von PAX-6, das für seine Bedeutung bei der Entwicklung des Auges bekannt ist.

http://www.wvao.org/index.jsp?path=/pag ... oc1113.xml
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Spiegel online

13.9.2010: Erbgutanalysen: Forscher entdecken Fehlsichtigkeits-Gen - die Hoffnung auf eine Gentherapie für Kurzsichtige und Weitsichtige

aus: Spiegel online; 13.9.2010; http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens ... 32,00.html

REUTERS

Wissenschaftler sind den Ursachen für Fehlsichtigkeit auf die Spur gekommen: Sie haben ein Gen entdeckt, das bei der Entwicklung des Sehvermögens eine große Rolle spielt. Jetzt setzen sie Hoffnung in eine Gentherapie - die vielen Menschen die lästige Brille ersparen könnte.

Die komische Kristallkugel, die Archimedes der Überlieferung nach vor seinem Auge getragen haben soll, könnte der Vorläufer der ersten Brille gewesen sein. Seinerzeit war der griechische Ingenieur noch ein seltener Fall von Kurzsichtigkeit - heute ist die "Myopie", wie sie wissenschaftlich korrekt heißt, ein Massenphänomen.

Bis heute liegen die Ursachen der Kurzsichtigkeit weitestgehend im Dunkeln. Jetzt sind Forscher auf ein Gen gestoßen, dass zumindest in Teilen eine Erklärung dafür liefern könnte: RASGFR1 heißt der Kandidat, den sie mit einer Fehlsicht in Verbindung bringen. Wie der britische Zwillingsforscher Christopher Hammond vom Londoner King's College und sein internationales Team im Fachjournal "Nature Genetics" berichten, haben die Wissenschaftler eine Reihe von Mutationen in diesem Gen entdeckt, die bei der Fehlsichtigkeit - sowohl Kurz- als auch Übersichtigkeit (Hyperopie) eine große Rolle spielen könnten.

Für ihre Analysen untersuchten die Forscher das Erbgut von insgesamt mehr als 13.000 Probanden aus sieben verschiedenen kaukasischen Gruppen. Den Wissenschaftlern zufolge, ist RASGFR1 vor allem in Nervenzellen und der Retina aktiv: "Es ist für die Funktion der Retina und das visuelle Erinnerungsvermögen besonders wichtig", sagte Terri Young vom Center for Human Genetics in Duke, der auch an der Studie beteiligt war.

Segen für Blinde?

Dass RASGFR1 auch tatsächlich eine tragende Rolle spielt, konnten die Wissenschaftler in Mäuseexperimenten zeigen: Sie züchteten eine genetisch veränderte Maus, in dessen Erbgut das korrekte RASGFR1-Gen fehlt.

Die Erkenntnisse könnten möglicherweise bei der Entwicklung einer geeigneten Gentherapie helfen. Erste Erfolge mit Gentherapien bei Erkrankungen der Augen sind Medizinern in der Vergangenheit bereits mehrfach gelungen. Vor einem Jahr beispielsweise hatten Ärzte eine experimentelle Gentherapie nahezu blinden Kindern wieder zum Sehen verholfen.

Um die Kurzsichtigkeit zu heilen, müsse man künftig nur noch das funktionstüchtige RASGFR1-Gen in das Auge des Patienten schleusen - so die Vision der Forscher. Für gewöhnlich werden dafür genetisch manipulierte Viren als Transportvehikel genutzt und ins Auge gespritzt. Bis eine derartige Behandlung tatsächlich zur Verfügung steht, die auch sicher ist, dürften aber noch einige Jahre vergehen.

Derweil müssen Menschen mit Fehlsichtigkeit auf die gute alte Sehhilfe zurückgreifen. Oder aber ihre Zeit nicht so häufig vor dem Rechner verbringen: "Die Menschen müssen mehr nach draußen und in die Ferne schauen", sagt Young. Die stundenlange Arbeit vor dem Computer oder über Papier, führe dazu, dass die Augen ständig im Nahbereich fokussieren.

cib

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n-tv online

25.10.2010: Kurzsichtigkeit kommt von zu viel Computer, Büchern und Lernen- die Kinder in Taiwan sind fast nie draussen - und im Alter droht Erblindung

Menschen, die vergessen, dass es eine Natur mit dem Blick ins Weite gibt, bei denen vergessen auch die Augen, dass es einen Blick ins Weite gibt, und so verkümmern die Augen. Kurzsichtigkeit ist also keineswegs erblich, wie dumme Optiker immer wieder behaupten, sondern ist die Konsequenz eines abormalen Computer-Bücherwurm-Lebenswandels. Aber lesen Sie selbst:

aus: n-tv online: Taiwan, Land der Kurzsichtigen: Ferien schädigen Kinderaugen; 25.10.2010;
http://www.n-tv.de/wissen/Ferien-schaed ... 83386.html

In den Industrieländern sind besonders viele Menschen kurzsichtig. Computer, Bücher und langes Büffeln verderben die Augen. Vor allem in Taiwan gibt es viele kurzsichtige Kinder - jetzt wurden die Ferien als gewichtiges Problem entdeckt.

Taiwan gilt als "Insel der Kurzsichtigen". Neun von zehn Taiwanesen werden im Laufe ihres Lebens kurzsichtig. Zwar nimmt die Kurzsichtigkeit (Myopie) in allen Industrienationen zu, doch sind die Statistiken in Taiwan besonders dramatisch. Schon viele Erstklässler erkennen nicht, was der Lehrer an die Tafel schreibt. Bisher schob man die Schuld auf lange Unterrichtstage sowie die vielen filigranen chinesischen Schriftzeichen. Doch nach den neuesten Erkenntnissen der Augenärzte sind es die Ferien und nicht die Schulzeit, die die Kinderaugen am meisten schädigen. Neben Fernseher und Computer werden auch die familiären vier Wände als Hauptproblem benannt.

"Die meisten Schüler bevorzugen, die gesamten Sommerferien in geschlossen Räumen zu verbringen, und genau das verschlimmert alle Arten von schon existierenden Augenproblemen", berichtet Liao Chang-bin, Direktor einer Augenklinik in Taipeh. "Ein 12-jähriger Patient von mir, der sich zu Hause während den ganzen Ferien mit Videospielen beschäftigt hat, erlitt eine 300-prozentige Verschlimmerung seiner Kurzsichtigkeit", erzählt Liao.
95,8 Prozent der Studenten betroffen

Untersuchungen des Bildungsministeriums zeigen, wie ernst die Lage ist. Kurzsichtigkeit ist zumeist Folge eines zu langen Augapfels, der dazu führt, dass optische Abbildungsfehler erzeugt werden. Von diesem Defekt des Auges sind bereits die Hälfte der Grundschüler Taiwans betroffen. Bei den 12- bis 15-Jährigen sind es sogar zwei Drittel, die von Myopie betroffen sind. Die beunruhigende Erhebung zeigt, dass 95,8 Prozent der Studenten der Elite-Universität des Landes einige Meter entfernte Objekte nur noch verschwommen wahrnehmen.

Wer schon früh im Leben schlecht sieht, kann in der zweiten Lebenshälfte ernste Probleme bekommen. Zwar ist es in den meisten Fällen möglich, die Sehschwäche mit Brillen und Kontaktlinsen zu lindern oder sie mit einer Laser-Operation gar ganz zu beheben. Doch bei drei Prozent der Bevölkerung Taiwans gilt der Defekt als nicht korrigierbar. Besonders erschreckend: Fortschreitende Myopie ist die führende Ursache vollständiger Erblindung in Asien.
Arbeiter weniger betroffen

In Deutschland gibt es keine aktuellen Statistiken. Doch es wird vermutet, dass die Situation derjenigen in den skandinavischen Ländern ähnelt. Dort sei etwa ein Drittel der Universitätsstudenten kurzsichtig, berichten Forscher der Universität Tübingen. Den Wissenschaftlern ist schon lange aufgefallen, dass Angehörige von Naturvölkern nur sehr selten kurzsichtig sind, und dass in den Industrienationen das Problem eher Akademiker trifft als Arbeiter. Deshalb gilt die einfache Formel: je mehr Bücher und Bildung, desto schlechter die Augen. Jetzt kommen in Taiwan noch die Ferien als wichtiger Faktor hinzu.

Was die Taiwanesen tun sollten, damit ihr Land den unrühmlichen Ruf als "Insel der Kurzsichtigen" loswird, weiß Augenarzt Liao: Am wichtigsten sei es, hin und wieder auf Objekte in mehr als sechs Metern Entfernung zu schauen. Auch sollten sich die Augen nach je 30 Minuten Fernsehen oder Computerspielen für fünf bis zehn Minuten ausruhen können.

Jens Kastner, dpa
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Beitragvon brillos » 04.12.2013 02:36

"Die meisten Schüler bevorzugen, die gesamten Sommerferien in geschlossen Räumen zu verbringen, und genau das verschlimmert alle Arten von schon existierenden Augenproblemen", berichtet Liao Chang-bin, Direktor einer Augenklinik in Taipeh. "Ein 12-jähriger Patient von mir, der sich zu Hause während den ganzen Ferien mit Videospielen beschäftigt hat, erlitt eine 300-prozentige Verschlimmerung seiner Kurzsichtigkeit", erzählt Liao.


Hi Nicole,

das bestätigt doch die z.Zt. immer wieder auftauchenden Berichte über die vor Kurzsichtigkeit schützende Wirkung des Aufenthalts im Freien bei hellem Licht (ohne natürlich dabei direkt in die Sonne zu schauen)

Hier noch ein Bericht von Professor Frank Schaeffel:

"Ein weiterer Zusammenhang ist: “Wer viel liest oder am PC sitzt, ist selten draußen.” Denn Licht mit einer bestimmten Intensität stoppt Kurzsichtigkeit."

http://www.tagblatt-anzeiger.de/Home/au ... 09635.html
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Re: wie kann man der Kurzsichtigkeit vorbeugen?

Beitragvon lukita » 05.09.2014 15:09

Nicole hat geschrieben:Tipp 1: [...] Der Biophysiker Frank Schaeffel, Leiter des Instituts für Experimentelle Kurzsichtigkeit der Uni Tübingen, sowie sein Kollege William Stell von der Universität Calgary haben in einem spektakulären Versuch bewiesen: Naharbeit (z. B. Bildschirmarbeit), die länger als 30 Minuten andauert, kurbelt das Längenwachstum des Augapfels an und macht kurzsichtig. Wie Schaeffel im Fachmagazin „nature neuroscience“ vom August 1999 berichtet, setzte er Hühnern Spezialbrillen auf und beobachtete, dass ihre Netzhaut bei andauernder Nahsicht (Akkomodation) Wachstumssignale aussandte und sich der Augapfel streckte. Die Hühner wurden kurzsichtig. „Wird das Nahsicht-Signal unterbrochen, passiert dem Auge nichts“, so Schaeffel.


Mit dieser Versuchanordnung kann ich mir auch andere Erklärungen zur Verstärkung der Kurzsichtigkeit vorstellen. Wie wäre es z.B. mit Sehstress oder auch einfach Angst?

Nicole hat geschrieben:Tipp 2: Tragen Sie zum Lesen und bei Naharbeiten eine unterkorrigierte Brille. Zu schnelles Ausgleichen der Kurzsichtigkeit verstärkt die Anzahl der Dioptrien. Zum Autofahren empfiehlt Frank Schaeffel allerdings exakt korrigierte Gläser der Sicherheit wegen.


Dieser Tip darf sich gerne weiter verbreiten. :-)

Nicole hat geschrieben:Tipp 3: Lesen Sie lieber Groß- als Kleingedrucktes. Das Lesen von extrem Kleingedrucktem wirkt sich negativ auf das Längenwachstum des Augapfels und damit auf die Kurzsichtigkeit aus.


Da schreibt Bates etwas anderes:
http://www.iblindness.org/ebooks/perfec ... sses/ch17/

Nicole hat geschrieben:Tipp 4: Lesen Sie nur bei gutem Licht. Die Bildhelligkeit ist beim Lesen entscheidend, fand Schaeffel heraus. „Das Auge benötigt mindestens 300 Lux“, so der Augenexperte. Während der dunklen Jahreszeit ist deshalb in Arbeitszimmern auf ausreichend Kunstlicht zu achten. Dämmerlicht und Lesen unter der Bettdecke schaden dem Auge.


Jetzt wüsste ich gerne, wie Schaeffel das herausgefunden hat. Wenn er sich wieder auf die Hühner bezieht, die ohne Licht eine Kurzsichtigkeit ausgebildet haben, dann kann das auch eine andere Erklärung haben. Das Licht selbst ist wichtig für die Augen. Wenn ein Kind also den ganzen Tag über im Freien gespielt hat und abends den Lieblingsschmöker unter der Bettdecke liest, sollte das nach meinem Verständnis kein Problem darstellen.

Nicole hat geschrieben:Tipp 5: Machen Sie Sehübungen, indem Sie z. B. abwechselnd auf einen nahen und einen entfernten Gegenstand blicken. Das schult die Sehschärfe-Einstellung des Auges. Regelmäßiges Sehtraining kann die Sehschärfe leicht steigern. Es übt die Fähigkeit von Netzhaut und Gehirn, selbst in einem unscharfen Bild etwas zu erkennen. Ein optischer Effekt, also eine echte Verbesserung des Sehfehlers mit Verringerung der Kurzsichtigkeit, konnte laut Schaeffel allerdings nicht nachgewiesen werden.


Wie Schaeffel den letzten Satz belegt, würde mich sehr interessieren.
1986 Erste Brille R sph -1.50 cyl -0.00, L sph -1.50 cyl -0.00
2008-10 Brille R sph -4.75 cyl -1.00, L sph -5.00 cyl -0.00
2013-04 Beginn Sehtraining
Seit 2013-09 Es gibt Augenblicke mit Visus > 0.7 ohne Brille.

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Re: wie kann man der Kurzsichtigkeit vorbeugen?

Beitragvon brillos » 08.09.2014 20:23

lukita hat geschrieben:
Nicole hat geschrieben:Tipp 1: [...] Der Biophysiker Frank Schaeffel, Leiter des Instituts für Experimentelle Kurzsichtigkeit der Uni Tübingen, sowie sein Kollege William Stell von der Universität Calgary haben in einem spektakulären Versuch bewiesen: Naharbeit (z. B. Bildschirmarbeit), die länger als 30 Minuten andauert, kurbelt das Längenwachstum des Augapfels an und macht kurzsichtig. Wie Schaeffel im Fachmagazin „nature neuroscience“ vom August 1999 berichtet, setzte er Hühnern Spezialbrillen auf und beobachtete, dass ihre Netzhaut bei andauernder Nahsicht (Akkomodation) Wachstumssignale aussandte und sich der Augapfel streckte. Die Hühner wurden kurzsichtig. „Wird das Nahsicht-Signal unterbrochen, passiert dem Auge nichts“, so Schaeffel.


Mit dieser Versuchanordnung kann ich mir auch andere Erklärungen zur Verstärkung der Kurzsichtigkeit vorstellen. Wie wäre es z.B. mit Sehstress oder auch einfach Angst?

Nicole hat geschrieben:Tipp 2: Tragen Sie zum Lesen und bei Naharbeiten eine unterkorrigierte Brille. Zu schnelles Ausgleichen der Kurzsichtigkeit verstärkt die Anzahl der Dioptrien. Zum Autofahren empfiehlt Frank Schaeffel allerdings exakt korrigierte Gläser der Sicherheit wegen.


Dieser Tip darf sich gerne weiter verbreiten. :-)

Nicole hat geschrieben:Tipp 3: Lesen Sie lieber Groß- als Kleingedrucktes. Das Lesen von extrem Kleingedrucktem wirkt sich negativ auf das Längenwachstum des Augapfels und damit auf die Kurzsichtigkeit aus.


Da schreibt Bates etwas anderes:
http://www.iblindness.org/ebooks/perfec ... sses/ch17/




Hi Lukita,

Du solltest bedenken, daß der von Bates festgestellte, unmittelbare, kurzfristige "hyperopic Shift" bei längerer, ununterbrochener Naharbeit auf der Netzhaut zu "hyperopic defocus" führt.
Und wie wir mittlerweile aus unzähligen Experimenten wissen, führt letzterer langfristig zur Längendehnung des Augapfels.

Für unsere "Jäger & Sammler"-Vorfahren dürfte dieser Effekt keine Rolle gespielt haben, da diese immer wieder in die Ferne schauen mußten um nach Feinden oder Beute zu suchen.
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Re: wie kann man der Kurzsichtigkeit vorbeugen?

Beitragvon lukita » 09.10.2014 21:29

brillos hat geschrieben:Du solltest bedenken, daß der von Bates festgestellte, unmittelbare, kurzfristige "hyperopic Shift" bei längerer, ununterbrochener Naharbeit auf der Netzhaut zu "hyperopic defocus" führt.
Und wie wir mittlerweile aus unzähligen Experimenten wissen, führt letzterer langfristig zur Längendehnung des Augapfels.


Hättest Du einen Link zur Beschreibung eines solchen Experimentes?
Die Ergebnisse des Hühner-Experimentes mit Spezialbrille (...) stelle ich wie gesagt aufgrund der Versuchsanordnung in Frage.

Und sven bemerkte hier sehr passend:
sven hat geschrieben:Ziemlicher Quatsch an Huehneraugen zu forschen. Huehner sind Fluchttiere und haben ganz andere Augen als Jaeger.
Sie haben keine Nachtsicht (Staebchen) sehen auf der ganzen Retina gleich gut/schlecht (keine Zentrale Fixation) und sie haben keine Stereovision.
1986 Erste Brille R sph -1.50 cyl -0.00, L sph -1.50 cyl -0.00
2008-10 Brille R sph -4.75 cyl -1.00, L sph -5.00 cyl -0.00
2013-04 Beginn Sehtraining
Seit 2013-09 Es gibt Augenblicke mit Visus > 0.7 ohne Brille.

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Re: wie kann man der Kurzsichtigkeit vorbeugen?

Beitragvon Boris » 01.06.2016 20:30

lukita hat geschrieben:
Nicole hat geschrieben:Tipp 1: [...] Der Biophysiker Frank Schaeffel, Leiter des Instituts für Experimentelle Kurzsichtigkeit der Uni Tübingen, sowie sein Kollege William Stell von der Universität Calgary haben in einem spektakulären Versuch bewiesen: Naharbeit (z. B. Bildschirmarbeit), die länger als 30 Minuten andauert, kurbelt das Längenwachstum des Augapfels an und macht kurzsichtig. Wie Schaeffel im Fachmagazin „nature neuroscience“ vom August 1999 berichtet, setzte er Hühnern Spezialbrillen auf und beobachtete, dass ihre Netzhaut bei andauernder Nahsicht (Akkomodation) Wachstumssignale aussandte und sich der Augapfel streckte. Die Hühner wurden kurzsichtig. „Wird das Nahsicht-Signal unterbrochen, passiert dem Auge nichts“, so Schaeffel.


Mit dieser Versuchanordnung kann ich mir auch andere Erklärungen zur Verstärkung der Kurzsichtigkeit vorstellen. Wie wäre es z.B. mit Sehstress oder auch einfach Angst?


Ich belebe das mal wieder :D

Die Erklärung "Angst" fällt weg. Es wurden Studien durchgeführt, bei denen den Hühnern nur vor obere Hälfte des Auges Minus-Linsen gesetzt wurden. Dementsprechend verlängerte sich auch nur der obere Teil ihres Auges (s. hier: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0896627304004933)

wie sollen sie nur in einer Hälfte des Auges Angst haben?
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Re: wie kann man der Kurzsichtigkeit vorbeugen?

Beitragvon Boris » 01.06.2016 20:42

lukita hat geschrieben:
brillos hat geschrieben:Du solltest bedenken, daß der von Bates festgestellte, unmittelbare, kurzfristige "hyperopic Shift" bei längerer, ununterbrochener Naharbeit auf der Netzhaut zu "hyperopic defocus" führt.
Und wie wir mittlerweile aus unzähligen Experimenten wissen, führt letzterer langfristig zur Längendehnung des Augapfels.


Hättest Du einen Link zur Beschreibung eines solchen Experimentes?


Hier: http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1076/ceyr.24.4.289.8418#.V08qVJGLSUk
Hier: http://link.springer.com/article/10.1007/BF01204624#page-1
Da: http://iovs.arvojournals.org/article.aspx?articleid=2162892
Unzählige weiter auf: https://scholar.google.de/scholar?q=nearwork+induced+transient+myopia&btnG=&hl=de&as_sdt=0%2C5


lukita hat geschrieben:Und sven bemerkte hier sehr passend:
sven hat geschrieben:Ziemlicher Quatsch an Huehneraugen zu forschen. Huehner sind Fluchttiere und haben ganz andere Augen als Jaeger.
Sie haben keine Nachtsicht (Staebchen) sehen auf der ganzen Retina gleich gut/schlecht (keine Zentrale Fixation) und sie haben keine Stereovision.


Das ganze ist nicht nur an Hühneraugen erforscht. (http://iovs.arvojournals.org/article.aspx?articleid=2189093&resultClick=1)
Was sagst du dazu, dass es analoge Ergebnisse auch für diverse Säugetiere gibt? Spitzhörnchen, Krallenaffen und Rhesusaffen zeigen die gleichen Veränderungen. Deren Augen sind praktisch baugleich mit denen des Menschen.
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