Zeitaufwand

Beschreibungen von Augentraining-Übungen, Bilder, usw.

Zeitaufwand

Beitragvon Aniram » 16.04.2011 12:15

Hallo
Ich lese gerade Emily Liermans Buch: 'Stories from the Clinic'
Durch die ausführliche Schilderung der Arbeit wird vieles deutlicher, insbesondere auch der Übungsaufwand, der hinter den schnellen Fortschritten steht, die Bates und seine Mitarbeiter erreicht haben. Nach der Lektüre von Bates Buch: 'Perfect Sight Without Glasses' hatte ich ein wenig den Eindruck, als ob sie fast nur Fälle von enorm schneller Komplettheilung erreicht hätten, von der wir alle nut träumen können. Ich habe dann angenommen, dass dahinter vielleicht eine ungewöhnlich starke charismatische Ausstrahlung steht, die bei den Patienten ein besonders hohes Mass an Selbstvertrauen und Glauben an die eigenen Fähigkeiten/Selbstheilungskräfte hervorruft und zu den schnellen Fortschritten führt.
Erst durch E.Liermans Buch ist mir richtig klar geworden, dass das nur einzelne Ausnahmen sind (obwohl auch Bates in seinem Buch darauf hinweist) und dass im Regelfall doch ein recht grosser Aufwand an Zeit, Muhe und auch Motivation nötig ist, um voranzukommen.
So zB die Ratschläge für effektives Palmieren:

"12. Palming is a help, and I suggest that you palm for a few minutes many times during the day, at least ten times. At night just before retiring, it is well to palm for half an hour or longer."

( http://www.iblindness.org/books/lierman/intro.html )

Die Arbeit mit den Patienten muss auch von einem kontinuierlichen Training zu Hause unterstützt und vervollständigt werden:

"They asked for test cards, which I was glad to give to them for practice at home. Instead of playing on the streets after school they went to each other's homes to practice for an hour or more."

Die aktive Mitarbeit wird immer wieder betont:

"She practiced faithfully at home."

Ohne diese bleibt der Erfolg aus:

"Mary, however, failed to practice at home as she was told; nevertheless, the pain did not return even though her sight had not further improved."

( http://www.iblindness.org/books/lierman/ch1-21.html )

Den schnellen Fortschritten bei der Behandlung von Patienten geht meistens auch ein ausgiebiges Palmieren voraus:

"So I asked Joey, very gently, to palm and not take his hands from his eyes until I came back to him. After ten minutes or so I returned and asked what he could see. To my surprise he read five lines of the test card with the blind eye."

( http://www.iblindness.org/books/lierman/ch1-3.html )

Dazu Blinzeln und immer wieder Öffnen und Schliessen der Augen:

"Jennie taught htm how to rest his eyes by palming and alternately closing and opening his eyes. This doctor now uses the Bates method in curing his patients of imperfect sight."

Und/oder dazu noch Erinnerungs- oder Vorstellungsübungen:

( http://www.iblindness.org/books/lierman/ch1-13.html)

"He was told to close his eyes, and white palming to remember a small square printed on the test card. He was directed not to remember all parts at once, but to remember or imagine one part best at a time."

( http://www.iblindness.org/books/lierman/ch1-19.html )

Ebenso das 'Springen' von einem Buchstaben zum anderen und/oder durch Augen/Körperbewegung die Buchstaben in eine Gegenbewegung zu bringen ('shifting and swinging'):

"By alternately blinking and flashing the white of the card, he became able to see the letters as black spots. He was instructed to practice with the test card every day, seeing the letters move opposite to the movement of his body"

( http://www.iblindness.org/books/lierman/ch1-19.html )

Eine weitere Methode - auch sehr gur geeignet, um das lesen im Buch/Computer aus weiterer Entfernung zu trainieren:

"The directions for treatment at home and in school were simple. For Instance, when she was asked to read something on tbe blackboard, she was not to look at the whole of a word or a sentence at one time. She was to look at the first letter of a word and blink her eyes. It would then clear up, and she could see the whole word without staring. In order to read a sentence without staring, she was to look at the first letter of the first word and then look at the last letter of the last word of the sentence, and to blink her eyes frequently while doing this."

( http://www.iblindness.org/books/lierman/ch1-7.html )

Das funktioniert sehr gut, wenn man die Schrift bis über den leicht unscharfen Bereich hinaus wegschiebt, so dass man gerade nichts mehr lesen kann. Wenn man sich dann nur auf den jeweils ersten Buchstaben konzentriert, wird das ganze Wort auf einmal klar - wenn man danach in die Ferne schaut, bemerkt man, dass sich dadurch auch gleichzeitig die Fernsicht verbessert. ( Dies Methode taugt natürlich nicht dazu, einen Text schnell zu überfliegen oder gar ein Buch quer zu lesen, bringt aber als Übung ziemlich viel).

Das alles hört sich ziemlich zeitaufwändig an, aber immerhin betrug die Heilungszeit für Bates/Emilies 'normalen' Patienten im Schnitt mit dieser Methode wohl zwischen 3 Wochen und 6 Monate....

Gruss
Marina
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Re: Zeitaufwand

Beitragvon sven » 18.04.2011 07:08

Aniram hat geschrieben:Das alles hört sich ziemlich zeitaufwändig an, aber immerhin betrug die Heilungszeit für Bates/Emilies 'normalen' Patienten im Schnitt mit dieser Methode wohl zwischen 3 Wochen und 6 Monate....


Es ist auch aufwendig. Ich hatte irgendwo in seinen Studien gelesen, daß es noch schwieriger ist, wenn der Patient lange eine Brille getragen hat.

Ich investiere viel Zeit und habe einen langsamen, aber kontinuierlichen Fortschritt.

Das wollen die meisten aber nicht hören. Das soll hopplahopp gehen.

Ich denke das wichtigste beim Üben ist, das der Kopf versteht was er genau machen muss. Dann läßt es sich beschleunigen.

Einfach nur stures Üben bringt meiner Meinung nach nicht viel.

Am Anfang haben viele eher Angst etwas falsch zu machen und die Augen kaputt zu machen und zu überlasten. Ich denke von der Vorstellung muss man sich befreien.

LG

Sven
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Beitragvon Aniram » 18.04.2011 12:11

Hallo Sven
Ich kann mir vorstellen, dass man wirklich rasante Fortschritte erreicht, wenn man (zB im Urlaub) tatsächlich mehrere Stunden pro Tag investiert, dh:
- mindestens 1 Std Palmieren, davon mindestens 1/2 Std vor dem Schlafen (sofern man nicht dabei vor lauter Entspannung
direkt einschläft)
- mindestens 1Std Sehtafel
- einige Zeit für Schwingübungen (zB 'Elefantenschwung')und Sonnenbaden (bei geschlossenen Augen)
- möglichst viel entspannt in die Ferne sehen beim Spazieren oder Radfahren)

Dass es bei uns heutzutage in der Regel viel langsamer vorangeht mit den Fortschritten, liegt meiner Meinung nach - neben der meist langen Tragezeit von Brillen/Kontaktlinsen - auch daran, dass wir schon ab der Schulzeit darauf 'gedrillt' werden, möglichst viel auf einmal zu erfassen, auch mit unseren Augen (zB Texte schnell zu überfliegen, Bücher querzulesen usw). Die vielbeschworene 'Reizüberflutung' tut ein übriges dazu, dass wir uns nicht mehr auf Details konzentrieren und 'in die Tiefe gehen' , sondern eher zum 'flächigen Starren' angeregt werden. Das betrifft nicht nur die Augen, sondern auch das Denken: man ist nur noch halb bei dem, was man gerade macht und halb schon bei dem, was als nächstes kommt...
Mir ist aufgefallen bei den Sehtafelübungen, dass oft der erste Buchstabe der Reihe mir viel heller und undeutlicher vorkommt - manchmal nur hellgrau oder sogar fast gar nicht zu sehen - ich bin mit meiner Konzentration immer schon halb beim nächsten Buchstaben (der viel deutlicher erscheint) und muss mich direkt zum Verweilen zwingen.
Beim Radfahren (geht jetzt übrigens schon ganz gut ohne Brille/Kontaktlinsen) habe ich gemerkt, wie gut das tut und entspannt, die Augen (und die Konzentration) auf einem Detail zur Ruhe kommen zu lassen - und dann von da aus weitere Detailpunkte anzuvisieren.
Es fasziniert mich immer wieder gerade beim Radfahren, wie klar die Sicht schon wird; zwar gibt es noch ziemlich störende Doppelbilder, aber das klare Bild wird immer deutlicher, so dass ich oft das Gefühl habe, nur noch ein paar mal blinzeln und alles wird ganz klar (ähnlich wie früher nach dem Einsetzen der Kontaktlinsen, wo ich auch erst ein paarmal blinzeln musste, bis sich der Tränenfilm richtig verteilt hat).
Gruss
Marina
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