Hab ich's doch gewusst: Kurzsichtigkeit ist eine Einstellung

Hier ist Platz für alle kleinen und grossen Erfolge auf dem Weg zur Verbesserung der Sehleistung. Ausserdem könnt ihr euch hier vorstellen.

Beitragvon e7df4 » 26.01.2010 21:23

Hasenfreak hat geschrieben:Wo gibt es die Sehtafel,die ihr habt :?:


Meine habe ich von hier: http://vision-training.com/en/Download/Download.html

Zusätzlich gibt es da ein tibetanisches Rad.

(ich hoffe das posten von Links ist erlaubt...)
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Beitragvon Martin/T. » 28.01.2010 17:58

Hallo Sven,

ich hab gerade erst Deinen Post entdeckt. Also, es stimmt schon, ich hatte lange gedacht, 'was wollen die eigentlich alle? Mit -2 dpt. oder gar mehr kann man in der Ferne keine wirklich feinen Strukturen erkennen; ob's nun mal schöner, mal ein bisschen schlechter kommt, man soll nicht mit dem Kopf durch die Wand', ... aber dann hab ich auch selber bemerkt, dass, wenn ich mich mal wirklich drauf einlasse, mich mit Plusbrille künstlich kurzsichtig zu machen (was ich jetzt mit +1 schon mal öfter mache aus schon erwähnten Gründen), aber wenn ich mich mal +2 kurzsichtig mache, ist erst mal alles ein Nebel, doch dann, sobald ich das Bild mental akzeptiere und mir vorstelle, das wäre jetzt mein Sehen, dann kommen tatsächlich die (relativen) Schärfeoptima, von denen Du sprichst, und die man dann ausbauen könnte.

Also, diese relativen Schwankungen, die ich auf meinem Übungsauge immer und bis heute beobachte, zeichnen sich auch in dieser Anordnung mit vorgeschaltetem "Handicap" bei mir ab, und zwar deutlicher als man a priori meinen könnte, dass die Amplitude der Schwankungen zu gering sei, damit sie gegen die 2 dpt. überhaupt ins Gewicht fallen. Sie tun es, - interessanterweise auch auf dem linken Auge deutlicher als auf dem rechten, bei dem dann alles relativ gleichmäßig vernebelt ist.

Also ich verstehe schon, dass Du an Deiner Stelle versuchst, solche guten Momente auszubauen. Wo Du mich nur immer abhängst, sind die Gedankengänge, deren Du Dich bedienst, um Deine persönliche Balance zwischen Fordern und Entspannen, zwischen Trainieren (aktiv) und Wachsen lassen (passiv) zu finden. -- Allerdings, so formuliert, wird auch schon wieder klar, dass hier ein Streiten über anderer Leute Erfahrungen eigentlich müßig ist.

Ach ja, und die "Krampf"-Debatte trennt uns noch. Da bleibe ich schon bei meiner Position, soweit die jemand versteht und nachvollziehen kann. (gebe zu, ist noch ein bisschen konfus) Die volle Gewissheit werde ich da allerdings erst haben, wenn ich das "müde Gefühl" ums Trainingsauge, sowie die Verspannungen, die ich auch als Grund für die noch vorhandene Beeinträchtigung des beidäugigen Sehens ausmache, überwunden haben sollte. Bis dahin bleibe ich ein "Lehrling".

Wünsche allen Lesenden noch viele, stabile Fortschritte :wink:
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Sehe wieder normal ... aus

Beitragvon Martin/T. » 17.02.2010 11:36

So, seit Freitag ist es soweit: Ich trage keine Streifenbrillen mehr. (mit undurchsichtigem Klebeband streifenförmig abgeklebte Brillengläser auf dem besseren Auge)

Frühere Versuche, die Brillen wegzulegen, scheiterten immer daran, dass ich nach einiger Zeit das Gefühl hatte, dass das linke (Übungs-)Auge im gleichberechtigten Sehen mit dem rechten nicht mehr gefordert wird. Das hat sich jetzt geändert. Häufiges Blinzeln (möglichst sanft) mit rechts wie links überzeugt mich, dass links genauso oft und gewöhnlich gute oder schlechte Momente auftreten wie mit der Streifenbrille. Und bei geschlossenem rechten Auge scheint sich der Liddruck des Partnerauges nicht mehr negativ auf den Zustand links auszuwirken, wie bisher.

:wink:

Inzwischen hat sich bei der Heterophorie (Winkelabweichung zwischen beiden Augen bei Fehlen von Fusionsreizen, i.d.R. durch wechselnde Verdeckung des Hintergrundes) schon Gewaltiges getan. Auch gerade in den letzten Tagen wieder. Ob durch den Rolladen oder mit einer Hand vor den Augen; der Hintergrund erscheint zunehmend bruchlos und mit immer weniger schmierenden oder gar springenden Bewegungen bei der Verschiebung der Abdeckung im Vordergrund.

Auch das Öffnen eines zweiten Auges erzeugt nur noch selten bzw. schwach einen Sprung oder ein Zucken des Bildes im ersten Moment bis zur Herstellung der Fusion.

Solch ein Zucken ist übrigens in letzter Zeit besonders noch beim Zu-Öffnen des linken (bisher kurzsichtigen) Auges aufgetreten, während es vor dessen großen Fortschritten erwartungsgemäß eher beim Zu-Öffnen des (rechten) Führungsauges auftrat. Der erstere Fehler war aber seit jeher da, ist mir früher nur nicht so aufgefallen. Ich betrachte dieses Phänomen übrigens bei mir selbst als einen weiteren guten Beweis, dass die ganze Fehlsichtigkeit (also auch die Myopie an sich, nicht nur die Heterophorie) sehr wohl etwas mit der Kondition der äußeren Augenmuskeln zu tun hat. Denn immer dann ist es schwach, wenn das von mir beobachtete "müde" Gefühl ums linke Auge schwach ist und das Blinzeln leicht abläuft. Dieses Augengefühl ist aber wiederum gut auch mit dem Fernvisus links korreliert (also mit dem Rest der Myopie). :!:

An diesem eigentlichen verbliebenen Trainingsziel tut sich zwar noch nicht Revolutionäres, aber es geht immer weiter. Ich denke, es wird in Zukunft auch wieder schneller gehen, weil jetzt der Hemmschuh wegfällt, den diese Streifenbrillen an sich ja auch bedeutet haben, und zwar durch ihre Einschränkung der Beweglichkeit der Augen. Das war ja noch extremer als Brilletragen an sich, weil der Blick immer um die Streifen orientiert war.

Das fällt jetzt weg, und ich spüre schon ein wenig, wie meine Augen dadurch aufleben. Aber, wie gesagt, ich denke, es war trotzdem richtig, erst den Durchbruch bei der beidäugigen Koordination abzuwarten.

Im März, hoffentlich, den nächsten Sehtest.

:)

Ach ja, Fernpunkttraining an sich mach ich natürlich nach wie vor. Also Lesebrillen +1 bzw. +2 dpt. und, manchmal, "Vernebelung" mit +1 für die Ferne. Bis links vom Fühlen wie Sehen voll dabei ist. :feil:

------------------------------------

:arrow: Nachtrag, 2.3.: Ist natürlich so gedacht, dass ich dann die nächste Zeit, bis zu weiteren Durchbrüchen, sehr oft ein Auge, besonders das rechte, einzeln zublinzle. Das linke soll keine Gelegenheit bekommen, in die alte Passivität zurückzuschlüpfen. Hat allerdings bisher auch keine Anstalten dazu gemacht. :wink:

Bei der Visuskontrolle unter Lidschluss des Partnerauges muss man aufpassen, dass das wirklich ganz zu ist. :!: Da hab ich mich schon mal nicht schlecht gewundert; denn um's Übungsauge scharf zu bekommen, braucht man entspannte Muskeln im ganzen Gesicht. Aber sehr schnell bleibt ein Spalt offen und man sieht perfekt - mit dem falschen Auge.

Weil ich aus diesem Dilemma früher überhaupt nicht herausgekommen war, hab ich ja die Streifenbrillen so lange getragen.


Das neue Frühjahr mit Fahrradfahrten ohne Brille (Übungsbrille) begrüßen zu können und trotzdem immer wieder auch links und zunehmend ungebrochen beidäugig perfekt scharf zu sehen, ist schon ein echter Gewinn des Augentrainings. :fröhlich:

:arrow: Nachtrag, 6.3.: Seit gestern trage ich Lesebrillen erst mal wieder nur mehr mit vollständig abgeklebtem rechtem Glas, öfter mal gar nicht und beidäugig nur noch gerade für die Fernsicht (+1 dpt.). Ich will damit vermeiden, dass die Koordination zwischen Akkommodation und Konvergenz weiter verwirrt wird, nachdem ich Grund gefunden habe, an meiner bisherigen Annahme zu zweifeln, dass das so ohne Auswirkungen bleibt. Oder zumindest sollte ich sagen, ohne schädliche Auswirkungen, denn nebenher habe ich diesen Effekt bisher sogar gesucht, weil so die Augen in ein der bisherigen Exophorie entgegengesetztes Muster von mehr Konvergenz als der (jeweiligen) Akkommodation entspricht gezwungen werden (außer für die Fernsicht, wo mit oder ohne Brille Null Akk. mit Null Konvergenz einhergeht).

Aber nachdem die Exophorie jetzt fast weg ist, macht es wenig Sinn, weiter mit einem "Gegengeift" zu hantieren. Umgekehrt spüre ich, wie die Augen sich ohne Plusbrille in der Nähe nicht mehr richtig wohlfühlen. Dieses Phänomen, was ich für eine Übergangserscheinung gehalten hatte, habe ich jetzt erkannt, wird mit der Zeit nicht wirklich weniger. Sondern verlangt wahrscheinlich nach einem Kurswechsel.

Mal schaun, wie sich das weiter macht. :wink:

:arrow: Nachtrag, 11.3.: Ich gewöhn mich langsam wieder ans Sehen ohne Brille, in der Ferne schon ständig. Ansonsten aber öfters noch einäugig mit der Lesebrille.

Dieser Wochen tut sich auch endlich wirklich tiefer Gehendes bei der Höhenphorie. Am Rolladentest nur erste Impulse (das ist immer noch recht chaotisch, ist aber, wie gesagt, auch der härteste Test), aber deutlich sichtbar beim Test mit der Faust vor beiden Augen: - so halten, dass ein schmaler "Kernschatten" entsteht, der rechtes von linkem Bild trennt, und dann schauen, ob der Hintergrund ohne Stufe bleibt, z.B. Dachgiebel. - Das ist inzwischen schön öfter der Fall als nicht.

:wink:
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Fern-Sehen in der Nähe

Beitragvon Martin/T. » 18.03.2010 16:19

So Leute,

ich habe mir jetzt doch so eine Brille besorgt (siehe hier besprochen), die einem eine gewisse Entfernung (ich hab 1m genommen, nicht wie der in dem Link 80 cm) beidäugig auf die Ferne transformiert, - bei F..n zu haben schon für 14 € - und bin hochzufrieden.

Werte: beide Gläser +1 dpt. und 3 Primen (3 cm/m) Basis innen [3 cm entspr. dem - ungefähren, mit Rundung nach unten; das hat der TE unter dem Link auch falsch berechnet, vllt. erklärt das auch was - halben Pupillenabstand].

Man darf damit (natürlich!) nicht in die Ferne gucken (außer man schließt ein Auge, aber da kann ich auch gleich über den Rand schauen), und ich denke, man sollte sie auch für wechselnde Blickeinstellungen (in der Nähe) die Brille eher absetzen, weil man sonst mental die Umstellung nicht nachvollzieht: man muss sich wirklich einbilden, der Bildschirm sei diese Kinoleinwand in der Ferne, von der Threadersteller (unter dem Link in das Optikerforum) gesprochen hat.

Wenn man das beachtet, sehe - und fühle - ich aber keine Probleme. Ich trage sie jetzt schon an die 2 Stunden, und glaube wirklich, dass sie für meinen restlichen Übungsbedarf das richtige Werkzeug ist: das Sehen am Fernpunkt wird naturgerecht als echte Fernsicht simuliert.

Noch besser ist nur noch draußen in der Natur. Aber wer macht das schon, stundenlang, speziell für die Augen? Und wo in der Natur kann man aus 50 Meter Entfernung laufend unbekannte Dinge lesen?

Also nochmal: ich bin hochzufrieden. Nicht als Ersatz, selbstverständlich, für die Natur, so möchte ich das nicht verstanden wissen. Das wird dasselbe sein wie die Vitaminpillen und die gesunde, abwechslungsreiche Ernährung. Übrigens ist die Frühlingsbelebung ist bei mir auch schon in vollem Gange. :arrow: :arrow: :!: Aber für's Training, und für Prävention (für die langen Winterabende am PC, ... wo man sicher an den wenigsten Arbeitsplätzen alle halbe Stunde fünf Minuten in die Ferne gucken kann ... und es auch tut :!:), würde ich diese Brillen empfehlen.

:dance:

------------------------------

Nachtrag, 23.5.10: Seit Ende April trage ich auch gelegentlich eine entsprechende Prismenbrille für die Entfernung 50cm. (+2 / 6 innen). Wahrscheinlich werde ich mir über kurz oder lang auch noch weitere Stärken anschaffen. Wenn's nach mir ginge, würde es die "von der Stange" geben. Aber die meisten Menschen lassen sich vom ersten Eindruck schockieren - der ist heftig, aber mittlerweile sehe ich damit perfekt entspannt -, und zur Eingewöhnung überredet sich keiner, weil die Fachleute abraten. Ich verstehe diese professionellen Gesundheitsratgeber hierin nicht. Ich glaube, dass sie irren.
Zuletzt geändert von Martin/T. am 23.05.2010 13:25, insgesamt 4-mal geändert.
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Mit der Prismenbrille ...

Beitragvon Martin/T. » 19.03.2010 09:27

... allerdings muss ich nach einem Tag Experimentieren nun sagen, dass die Prismenbrille, was den Wert für's Training anbelangt, nun auch nicht SOOOO der Brüller ist. Ich hatte das ein bisschen gehofft, aber es scheint sich nicht zu bestätigen; das (wieder) einäugige Training aus den letzten eins/zwei Wochen ist momentan fast lieber.

Nebenher normalisiert sich das beidäugige Sehen derzeit spürbar; und das wiederum hat Rückwirkungen auf die Pseudomyopie links, die sich langsam Bahn brechen. Welche Rolle da der Prismenbrille bleibt, muss ich langfristig sehen; wahrscheinlich nur, wie ich schrieb, die eines Werkzeugs für gelegentliche Auflockerung des Sehens innerhalb von Sitzungen von Naharbeit.

:wink:

-------------------------------

Nachtrag 22.3.: Ja, habe jetzt doch eine Anwendung gefunden. Mit dem Brillenetui vor der Nase, genau so dass ein minimaler schwarzer Strich im Bild entsteht, in dem beide Augen verdeckt sind, kann man wunderbar mal mit mal ohne Brille am Monitor verfolgen, wie die Heterophorie, speziell die Höhe, arbeitet. Man kriegt dann auch schön plastisch den direkten Vergleich der allgemeinen Bildqualität zwischen Fernpunkt und unverfälschtem Monitorabstand. Beides ist schon ziemlich gut. Kein Vergleich zum ersten halben Jahr (Dez. 08-Mai 09), als ich noch einäugig gegen den linken Fernpunkt trainierte. Da wäre solch ein Test ausgegangen wie das Hornberger Schießen. Manche guten Male heute muss ich mir direkt erst vergegenwärtigen: seh ich jetzt durchs Glas oder darüber?

:fröhlich:

Bei der Heterophorie ist immer noch ein bisschen viel "Bewegung" drin und viel "Geschmiere" im Bild in diesem Übergangsfeld von einem zum anderen Auge, wenn die Abdeckung über den Hintergrund wandert, aber meistens sind die Zeilen rechts und links schon zuverlässig ordentlich auf derselben Höhe.

Also, die Winkelfehlsichtigkeit bei mir ist bald Geschichte.

Nachtrag 23.3.: Und diese "Binokulartests" sind durchaus keine Spielerei. Sondern mit der Prismenbrille habe ich erstmals die Möglichkeit, direkt sehend zu verfolgen, welche meiner eingeübten Methoden, (halb unterschwellig) "an den Muskeln zu zupfen", um die Einstellung des linken Auges zu beeinflussen (verbessern), zielführend sind (um verbliebene Verkrampfungen zu lösen) und welche einfach nur auf eine ihrerseits krampfartige Versuch der zusätzlichen Desakkommodation darstellen. Denn solche schlechten Versuche sehe ich dann direkt an der (Rückkehr der) Divergenzstellung der Augen.

Die guten Methoden sind wirklich die der kompletten Leichtigkeit. Ich hoffe und glaube, dass es durch gelegentliches Sehen duch die Prismenbrille zu einer schnelleren Befestigung des guten Sehmusters kommt. Zumindest zum Aussortieren von falschen Ansätzen.
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Winkelfehlsichtgk. (va Höhe) abhängig v. Neigung des Kopfes

Beitragvon Martin/T. » 26.03.2010 16:51

Martin/T. hat geschrieben:Was ich jetzt beobachtet habe, ist, dass über die 14 Wochen des Tragens von mit senkrechten Streifen abgeklebten Übungsbrillen, die Rechts-Links-Komponente in diesem Stellungsfehler praktisch verschwunden ist. :dance: Ich kann das sehr deutlich sehen, wenn ich durch das Lattenwerk eines Rolladens (horizontale Latten mit sehr schmalen Zwischenräumen) mit leicht schrägem Kopf auf den Laternenpfahl an der anderen Straßenseite sehe. Früher war er immer gebrochen in der einen Richtung (rechtes Auge sieht Bild weiter links, latentes Auswärtsschielen); jetzt ist er sehr oft ungebrochen und manchmal vermischt so oder so gebrochen. Aber am Oben-unten-Anteil des Stellungsfehler hatte sich bis hierher noch nichts verändert. (Ein Hydrantenschild am Latenenmast "hüpft" noch vertikal.)


(Zitat vom 4.9.09)

Seitdem habe ich immer wieder die Entwicklung meiner Winkelfehlsichtigkeit u.a. an diesem "Rolladentest" geprüft, und dabei immer wieder geschrieben, dass dieser Test wohl der anspruchsvollste sei (vgl. mit Tests mit der Hand vor den Augen oder Zu-Öffnen eines Auges). Ich hatte das bisher immer darauf zurückgeführt, dass durch die Bewegung des Vordergrundes falsche Fusionsreize gegeben würden, die die alte Heterophorie wieder heraufbeschwören, aber das ist Unsinn.

Es klingt fast unglaubwürdig, aber ich hab erst jetzt gemerkt: es liegt ganz einfach an der Kopfneigung: mit geradem Kopf ist meine Höhen-Heterophorie meistens schon vollständig verschwunden. Mit nach rechts geneigtem Kopf wird sie begünstigt und tritt meistens noch auf, mit nach links geneigtem Kopf kommt es etwas häufiger als nicht zur Fehlstellung in der umgekehrten Richtung (linkes Bild tiefer als rechtes). :?

Die Lateralphorie (Exo) ist eigentlich verschwunden und tritt nur gelegentlich noch auf, meistens wenn meine Augen irgendwie "müde" sind. Manchmal tritt auch kurz Esophorie auf. Vielleicht hängt das auch mit der Kopfneigung zusammen, aber nicht so eindeutig wie bei der Höhe.

Zusammengefasst heißt das, es herrscht ganz allgemein noch recht viel Labilität, aber es pendelt schon ein aufs Ziel.

:)

-----------------------------------
Nachtrag Sa, 27.3.: Ich hatte jetzt wieder einen lausigen Abend - nachdem ich bisher in der Woche schon so zufrieden war, dass ich fast daran dachte, vllt. heute schon in einem Sehtest mir den nächsten Etappenerfolg bescheinigen zu lassen, - und ich vermute mal, es hängt auch damit zusammen, dass ich gestern wie verrückt versuchte, diese verbliebene Fehlstellung bei Kopfneigung zu 'zwingen'. Denn an manchen günstigen Momenten merke ich schon, dass dieser Mechanismus existiert, auch dieses Problem zu lösen, und eben manchmal schon geschmiert funktioniert.

Aber es scheint noch etwas strapaziös zu sein. Wenn ich mich beherrschen könnte, würde ich das einfach in Ruhe lassen und nur eine Handvoll Mal über'n Tag den Fortschritt messen. :?

Aber dann denke ich mir auch wieder: vielleicht auch nicht, vielleicht gibt es doch auch hier so etwas wie den Übungseffekt, und man muss durch diese Täler hindurch, immer wieder, bis es geschafft ist. Und das WANN bei diesem Geschafft, das merkt man schon. Ich schreib das hier mal so offen, damit keiner etwa denkt, bei mir wär das was anderes als reines Rumexperimentieren und 'auf das innere Gefühl hören'.

Ich weiß, in die Gefahr kamt Ihr sowieso nicht. :wink:

2. Nachtrag, Samstag: Also, die Prismenbrille ist ein unschätzbares Werkzeug. Ich bin sehr froh, sie beschafft zu haben. Ich trage sie zwar (einstweilen) nur momentweise oder mal für eins, zwei Minuten, aber auch das ist ja voll im Rahmen des Geplanten. Seitdem ich nicht mehr beidäugig durch (unprismatische) Lesebrillen schaue (siehe hier, Nachtrag v. 6.3.), hat sich mein Sehen auch schon umgestellt, und ich "erwarte" (unterschwellig) den Eindruck, den ich mit der Prismenbrille habe, für den Fall, dass ich ein zweites Auge zuschalten würde, - weil ich ja die meiste Zeit noch einäugig durch +1 schaue.

Mit der Prismenbrille kann ich am Monitor direkt vergleichen, wie sich die Heterophorie am Fernpunkt ordnet, im Vergleich zu wie sie das in mittlerer Entfernung (ohne Brille) tut. Und da stelle ich fest, dass - wie erwartet - das am Fernpunkt etwas (noch) schwerer geht, weil hier ganz einfach in der kurzen Frist betrachtet (!) ein "Tradeoff" (wie man das so schön sagt, also ein Zielkonflikt) besteht zwischen scharfem Sehen links (wozu völliges Entspanen gebraucht wird) und Fortschritten beim Beidäugig-Sehen (was noch ein wenig einem Krafttraining für die Muskeln gleicht). Erst längerfristig (d.h. mit der Verbesserung der Grundkondition) fördert die Kurierung des einen Mechanismus auch die des anderen.

Bei 1 dpt. Akkommodation (also im langjährig gesicherten Bereich) ist die Entfernungseinstellung einfach (noch) robuster, so dass die äußeren Augenmuskeln mehr Spielraum haben zu operieren (die auch am Nahpunkt noch neue Orthophorie zu finden), ohne dass darauf Rücksicht genommen werden muss, dass die (De)Akkommodation gehalten wird.

:)

Nachtrag Di, 30.3.: Und natürlich "kann ich's nicht lassen" und mache jetzt diese Tests bei schrägem Kopf (auch am Bildschirm) so oft, dass man's als Übung bezeichnen muss (kann). Aber ich denke, es hilft auch tatsächlich. Mehr weiß ich in einigen Tagen.

Nachtrag Do, 1.4.: Bei diesen Binokulargeschichten mit schrägem Kopf spielen, wie ich jetzt beobachtet habe, auch leichte zyklophorische Komponenten hinein. Zyklophorie ist die latente relative Augenstellung bezüglich der schrägen Augenmuskeln, die bei Schrägstellung des Kopfes das Auge drehen, um die Kopfneigung (nach meiner Beobachtung allerdings nur teilweise) wieder wettzumachen.

Ich hatte früher gedacht, das macht allein das Gehirn; dem ist aber nicht so: Schaut euch euer Auge genau an; dank der Struktur in der Iris kann man das live verfolgen. :)

Nachtrag Fr, 2.4.: Seit gestern trage ich die Prismenbrille +1/3i für alle Anwendungen, wo ich zuvor die Lesebrille hatte, ausgenommen natürlich das (gelegentliche, vernebelte) beidäugige Sehen in der Ferne (mit der Lesebrille). Daneben gewöhne ich mich weiter, langsam aber sicher, zurück ans unbebrillte Sehen auf alle Entfernungen in allen Alltagssituationen. ...
(edit 23.5.: Naja, das bleibt noch bis 29.05.10 [Datum wird später eingestellt] Zukunftsmusik. Erst muss das Sehen am Fernpunkt fixierte Norm sein, bis ich freiwillig wieder mehr als gelegentliches Nahpunktsehen zulasse. siehe hier) (edit 30.5.: Datum IST eingestellt worden. Manche Sachen gehen halt erst dann schnell, wenn man nicht mehr damit rechnet. siehe hier Und "fixierte Norm" ist gut, darf man aber keineswegs mit 'festgefahrener Norm' verwechseln. Da hab ich wohl doch wieder etwas länger als gut aufs falsche Pferd gesetzt. Ein eingerostetes Sehen ist nicht einmal am Fernpunkt erstrebenswert.)
... Ich fühle mich mit der Prismenbrille aber wohl und bin mir ziemlich sicher, dass das nichts schadet. Warum auch? ein natürlicher Mechanismus (Naheinstellung unter Wahrung der Proportionen von Akkommodation und Konvergenz) wird einfach in seiner Anwendungshäufigkeit etwas verschoben; das subjektive Wahrnehmen gewöhnt sich schnell an beide Sehmuster nebeneinander.

Schließlich ist eine Brille keine bewusstseinsverändernde Droge. Sondern es findet eine Anpassung der großhirnmäßigen Bewertung sensomotorischer Eindrucksmuster statt. Den Eindruck, der Bildschirm sei 'eine Kinoleinwand in der Ferne' konnte ich schon nach wenigen Tagen gar nicht mehr richtig aufkommen lassen.

Damit ist nun der Stand (komplett) erreicht, den ich am 17.2. beschrieb:

An diesem eigentlichen verbliebenen Trainingsziel tut sich zwar noch nicht Revolutionäres, aber es geht immer weiter. Ich denke, es wird in Zukunft auch wieder schneller gehen, weil jetzt der Hemmschuh wegfällt, den diese Streifenbrillen an sich ja auch bedeutet haben, und zwar durch ihre Einschränkung der Beweglichkeit der Augen. Das war ja noch extremer als Brilletragen an sich, weil der Blick immer um die Streifen orientiert war.

Das fällt jetzt weg, und ich spüre schon ein wenig, wie meine Augen dadurch aufleben. Aber, wie gesagt, ich denke, es war trotzdem richtig, erst den Durchbruch bei der beidäugigen Koordination abzuwarten.


Das beidäugige Sehen ist passives Beweglichkeitstraining; meine häufigen Heterophorietests mit schrägem Kopf (solange ich sie noch brauche) aktives.

Der "Durchbruch" - im Sinne eines Endes von Bedarf an speziellem, aktivem Training - wird bald kommen. :huepf:

Nachtrag Do, 8.4.: Diese Binokulartests mit schrägem Kopf (mit oder ohne Prismenbrille, aber meistens am Fernpunkt), die ich seit ein bis zwei Wochen mache, haben sich zu einer richtigen Power-Übungseinheit entwickelt, - wahrscheinlich der letzten, die ich brauche. Sehr zeitaufwendig, sehr nervend (weil man für plemplem angeguckt wird), auch kopfweherzeugend - aber eben auch ergiebig: die immer häufigeren Vorstöße sind ausgesprochen gut. Wie ich schon lange vermute, dürften Klarblick und Lockerheit für's linke Auge zusammen und ganz zum Schluss kommen.
Zuletzt geändert von Martin/T. am 30.05.2010 10:36, insgesamt 3-mal geändert.
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Fielmann

Beitragvon Martin/T. » 09.04.2010 18:55

Ich war heute noch einmal bei einem Sehtest, und es war erst einmal nicht so toll:

R: 0.0 mit -0.5 auf 18°
L: -0.25 mit -0.25 auf 130°
:?

:arrow: Positiv ist, dass sich die gemessenen Werte rechts und links erkennbar angleichen. (wie auch in Einklang mit meiner Alltagserfahrung der Überwindung der geringen, aber merklichen 'Monovision', von der ich herkomme, d.h. einer Spezialisierung der Augen auf unterschiedliche Entfernungsbereiche mit einem je etwas passiven Auge beim Binokularsehen in den meisten Alltagssituationen).

:arrow: Methodisch kritisiert werden muss, dass ich so langsam den Eindruck habe, dass ich das Ergebnis mit meinen Antworten auch gleich selbst aufschreiben kann. Die eigentlichen Unterschiede sind nicht zwischen gutem und schlechten Glas, sondern zwischen gutem und schlechtem Moment. Zumindest beim linken Auge, beim rechten sind die ganzen Unterschiede minimal und der Vorgang eher Kaffeesatzleserei. Sicher wr der Gesamteindruck nachher in der Testbrille mit den gemessenen Werten schon recht überwältigend, und damit auch das rechte Auge gegenüber Natur verbessert; aber das liegt m.E. eher daran, dass aus irgendwelchen Gründen diese Glasvorsätze die noch vorhandenen Spannungen zwischen beiden Augen minimieren: zu Hause mit meinen alten Brillengläsern kann ich keinen stabilen Unterschied rechts zwischen Natur und dem gemessenen Zylinder produzieren. (Und dieser letzte Umstand war mir übrigens auch schon bei meinem Sehtest im Herbst 08, also vor Beginn des Augentrainings aufgefallen!)

... der Unterschied zwischen gutem und schlechtem Moment: Der Prüfer fragt immer, ob es mit einem anderen Glas besser wird, also schärfer, oder nur heller, anders, blumiger. Und immer öfter weiß ich das nicht auf Anhieb, sondern verlange das alte Glas zurück. Und nun ist es so, dass ich in diesem Bereich, wo wir herumtesten, - also zwischen langjährigem Fernpunkt und Nullrefraktion - die negativeren Gläser häufiger gute Momente produzieren, - nicht mehr und nicht weniger. Und ich, akribisch, wie ich bin, versuche die Frage gewissenhaft zu beantworten und entdecke den Unterschied dann in einem schlechten Moment, der für das weniger negative Glas nicht mehr ausreicht. Um wirklich die anatomisch-physikalische Grenze zu testen, müsste man einen guten Moment abpassen und dann, möglichst ohne vorher zu blinzeln, die verschiedenen Gläser in schneller Folge geben und dabei möglichst noch objektiv auf Visus testen.

Das macht natürlich kein Prüfer mit; sondern der will ja oder nein hören und keine Statisktiken oder Argumentationen. Ich hatte ihn heute direkt an dem Punkt, wo er das so gesagt hat. Gute und schlechte Momente gibt es nicht in der Optikerwelt. Das Ziel, die guten Momente gegen die schlechten Raum gewinnen zu lassen ist der Störfall außer dem System. :P

:arrow: Nach diesem Maßstab ist das obige bis dato mein Status quo; und im Grunde wusste ich das auch schon aus dem Alltag. Eine interessante neue Entwicklung ist, dass es sehr oft auch schlechte Momente des rechten Auges gibt, besonders dann bei den Binokulartests mit schrägem Kopf, wenn das linke grade einen guten hat. :idea: Damit scheint mir auch der Zylinder rechts als ein Folgeproblem an den (noch gestörten) binokularen Status angeknüpft. :!:

Fortschritte erwarte ich, trotz des Rückschlags heute, eigentlich schon sehr bald, wenn nämlich die (binokulare) Heterophorie endgültig überwunden sein wird. Das wird die Spannung aus beiden Augen nehmen. Und dann kommt der Durchmarsch für den Alltag.

:)

Ach ja: ... Die maschinelle Messung hat heute erst wieder Phantasiewerte ausgespuckt (er sagte was von -1 für links). Der Prüfer vermutete 'Gerätemyopie', d.h. die subjektive Schwerigkeit, auf Ferne zu schalten, wenn man in ein erkennbar kurzes Rohr schaut. Aber als geübter Plusbrillenträger glaube ich daran bei mir nicht. Ich habe eher einen anderen Verdacht: Genau wie bei Optik Fink (vgl. 28.7.09) verwendete er ein echtes Bild, das mal scharf mal unscharf; und so schnell, wie das geht, funktioniert mein Deakkommodationsmechanismus noch nicht. Bei Optik Longin (wo in der Computermessung schon Null links herausgekommen ist), muss irgendwie ein anderer, sicherer weil nicht über das Bewusstsein wirkender Mechanismus zur Akkommodationslösung verwendet worden sein. Man sah dort zwar auch einen Zoomeffekt, aber dahinter lag kein visuell stimmiges Bild.

Etwas mysteriös bleibt mir das schon. :?
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Augenarzt, Zwischenbilanz

Beitragvon Martin/T. » 28.05.2010 13:01

Ich war gestern zum ersten Mal seit Beginn des Augentrainings beim Augenarzt, um u.a. noch einmal in Zykloplegie (Akkommodationslähmung mit Zyklalat) zu messen:

Ergebnis (siehe Signatur - oder besser, ich stell sie hier doch ein, sind ja schließlich nicht für die Ewigkeit :!:).

R: +0.25 mit -0.5 auf 11°
L: -0.25 mit -0.25 auf 120°


Sieht erst mal wenig verändert aus, ist es aber nicht. Entscheidend (aus meiner Sicht) ist, dass hier erstmals bei einer Computermessung ("Voruntersuchung") praktisch dieselben Werte herausgekommen sind wie nachher in der subjektiven Feinabstimmung mittels Vorschaltgläsern und Sehzeichen. Ich durfte heute noch mal die Werte von der Computermessung vom September 08 sehen, und die waren wie bei Optik Fink bzw. neuerdings bei Fielmann eher Richtung -1 für links, so dass er dann bei subjektiv schon wieder ein wenig zurückgegangen war. D.h., der ganze "Krampf", besonders im linken Auge, beginnt sich zu lösen, die (De-)Akkommodationsfähigkeit wächst.

(Rückblickend muss ich also doch einräumen, dass mir nun doch eher das Gerät bei Longin verdächtig geworden ist, denn die Werte für's rechte Auge hab' ich ihm ja auch noch nie "geglaubt"; was soll's :? )

Was die verbliebenen Werte angeht, macht mir eigentlich nur der Asti (Zylinder) rechts Sorge, weil der scheinbar unbeeindruckt seit Anbeginn erhalten ist und ich jetzt auch unter Zykloplegie gemerkt habe, dass der doch das Sehen ziemlich beeinträchtigt, sobald nämlich die Akkommodation nicht mehr so flott geht (wie sie das wahrscheinlich unmerklich ständig tut, um beide Achsen scharf zu bekommen). Sprich also wohl auch mit zunehmendem Alter. Aber vielleicht tut sich ja doch noch was, wenn jetzt das beidäugige Sehmuster Gewohnheit wird. Beim linken Auge bin ich zuversichtlich, denn (a) die guten Momente sind noch nicht mitgemessenen, und (b) jeweils ein Viertelchen in Sphäre und Zylinder kann zweimal gerundet schon jetzt sehr nah bei Null sein.

:wink:

Interessant ist noch, dass Zykloplegie fast nichts an den Werten verändert hat (nur rechts +0,5/-0,5 statt +0,25/-0,5; also ein rein hyperoper Zylinder), und ich daraus nun endgültig schließe, dass die Muskeln, die beim Augentraining wirken und für die "guten Momente" verantwortlich sind, nicht ganz dieselben sein können, die die normale Akkommodation steuern. Trotzdem interessant, dass unter der Wirkung des Zyklolats übrigens gute Momente schwerer bis gar nicht herbeizuführen waren; aber das ist verständlich, weil ein komplexer Mechanismus (die beim Augentraining arbeitende Muskulatur) eben nicht mehr recht funktioniert, wenn nur ein Teil davon gelähmt wird.

Und noch ein Lacher zum Schluss: Als der Arzt die neuen Werte sah und mit den alten verglich, da las er noch mal die E-Mail, worin ich ihm geschrieben hatte, das sich meine Werte verändert haben, und sagte dann, also den Verdacht einer Verschlechterung könne er nicht bestätigt finden.

:lachweg:

Also, planvolle Verbesserung der Augenwerte ist für Augenärzte absolut kein Thema. Mehr noch, als dass sie sie ablehnen würden, das Thema kommt bei ihnen einfach nicht vor. Genauso übrigens, wie die "Deakkommodationsbeschwerden", also die Unsicherheit in der Ferneinstellung (einschließlich der von mir explizit erwähnten vorübergehender einäugiger Doppelbilder), wegen der ich mich ja eigentlich (zuerst) an ihn gewandt hatte.

Das muss man einfach so zur Kenntnis nehmen.

:)
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Re: Augenarzt, Zwischenbilanz

Beitragvon Nicole » 29.05.2010 17:05

Martin/T. hat geschrieben:Und noch ein Lacher zum Schluss: Als der Arzt die neuen Werte sah und mit den alten verglich, da las er noch mal die E-Mail, worin ich ihm geschrieben hatte, das sich meine Werte verändert haben, und sagte dann, also den Verdacht einer Verschlechterung könne er nicht bestätigt finden.

:lachweg:


Das muss man einfach so zur Kenntnis nehmen.

:)


*mitlach*

Mein Augenarzt glaubt auch nicht wirklich an Verbesserungen. Leider hat der keine Vorwerte von mir gehabt, weil er neu hier war und ich auch noch nicht sooo lange hier wohne und Augenärzte normalerweise meide.
Die Messung in Zykloplegie hatte ich ja auch schon mal - bei DIESEM Augenarzt als Anhaltspunkt machen lassen. Leider habe ich keine Werte von VOR dem Augentraining in Zykloplegie...........
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Augen aufleben lassen, Sehtraining in den Alltag nehmen

Beitragvon Martin/T. » 30.05.2010 10:09

(29. 7. 10) -- ich habe das mal alles hier klein gesetzt, weil sich das hier beschriebene Vorhaben nicht bewährt hat, vgl. hier, und auch davor schon nie materialisiert hat. Denn auch die im Nachtrag beschriebene extra-schmale Brille habe ich nicht bekommen. All das hat sich jetzt wohl erübrigt. :wink:

So Freunde,

seit gestern habe ich Mut und Lust in mir gefunden, wirklich den Übergang in den "reformierten Alltagsgebrauch" meiner Augen zu wagen.

Ich trage die Prismenbrillen verschiedener Stärken (ausgelegt auf künstliche Fernsicht in 1m, 50 cm und demnächst auch 66,6 cm) bewusst so (weit vorn auf der Nase), dass ich oben und unten über Rand oft und regelmäßig hinwegsehe, und dann wieder durchs Glas.

Den wirklichen Härte- (sprich also: Dauer)test hab ich zwar noch nicht gemacht, aber die ersten Erfahrungen sind schon sehr vielversprechend.

Durch den neuen Modus bekomme ich sowohl die Bewegsfreude in der Nah-/Ferneinstellung der Augen, die gerade bei Naharbeit so viele Leute klagen zu vermissen, als auch dass ich, ohne umständlich daran denken zu müssen, in den Randbereichen des Blickfeldes getrieben werde, um an der Brille (für die Hälfte der Zeit [oder welche Proportion auch immer, das bleibt abzuwarten]) vorbeizusehen.

Ich denke, das wird sich als ein wunderbares passives Beweglichkeitstraining erweisen, das auch schwerlich durch irgendwelche 'Übungen' zu ersetzen wäre.

Am Anfang meiner Prismen-Nahbrillen-Tragezeit hätte ich mir das nicht vorstellen können, aber inzwischen habe ich beim Übergang nicht einmal mehr das Gefühl einer Bildverschiebung, obwohl die ja für jedes Auge für sich genommen objektiv gegeben ist.

Optiker und vielleicht auch Augenärzte mögen den Kopf schütteln über mein Selbstexperiment. Aber ich habe bisher nur positive Erfahrungen mit meinen Prismenbrillen gemacht. Sollten die ersten negativen objektiv feststellbar sein, würde ich das mitbekommen. Und es auch hier berichten.

Es sollte jedoch niemand den Atem anhalten. :lol:

Natürlich ist diese Sehanforderung nicht "natürlich" im eigentlichen Sinne. Aber :!: es ist dieselbe Art der Verwendung von einfacher Technik, um naturähnliche Verhältnisse (nämlich wechselnde Seheinstellungen) herbeizuführen, die z.B. auch beim Fahrradfahren für das Beweglichkeitraining des orthopädischen Apparates mir schon so unschätzbare Dienste geleistet hat.

Auch Fahrradfahren, was das betrifft, ist schließlich nicht "Natur pur". Aber es ist eine der Natur nachempfundene "artgerechte" der Fortbewegung und (wäre) vor allem eine (prinzipiell) praktikable Ergänzung des von der Gesellschaft meist vorgegebenen Sitzalltags, die mir - wie verschiedentlich schon bemerkt - unschätzbare langfristige Gesundheitsprofite gebracht hat.

:fröhlich:

------------------------------

Nachtrag, 10.6.10:

Es lässt sich vernünftig kaum so richtig realisieren. Natürlich gucke ich jetzt viel öfter als früher über den Rand der Brille und wieder zurück, aber die Brille ständig so weit vorn auf der Nase sitzen zu haben, wie es eigentlich nötig wäre, nervt mich zu sehr. Das kommt nicht zustande.

Nächste Woche, hoffentlich, kriege ich eine Spezialanfertigung mit extra schmalen Gläsern. War gar nicht so leicht, das beim Optiker durchzusetzen. Selbst mit mitgebrachter, randloser "Fassung". Alle möglichen Einwände werden vorgebracht und vorgeschützt. Die Mode diktiert doch alles: als ich vor eineinhalb Jahren nach "echten" Brillen (also zum dauernd durchsehen) suchte, hab ich mich nur so gewundert, wie schmal doch die "Vollbrillen" sind, und dass sich das die Leute bieten lassen. Heute wundere ich mich, wie wenig schmal die sogenannten "Halbbrillen" sind, wenn man es bewusst so will.

Mein Sehen ist in den letzten Tagen wieder dabei, sich deutlich zu verbessern. Und zwar an der Hauptfront: :!: Augengefühl ("Krampf") und Häufigkeit/Schnelligkeit der guten Einstellungen links. :!: Hoffenltich gibt's bald messbare Fortschritte.

:wink:
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Beitragvon Martin/T. » 30.05.2010 10:14

Hallo Nicole,

ja so ist es: Selbst wenn ich beeindruckendere Ergebnisse vorzuweisen gehabt hätte, ich glaube, es hätte sich nie die Situation ergeben, in der ich in einem Hinweis auf Augentraining bzw. planvolle Verbesserung irgendeine Pointe gesehen hätte. Ich hätte höchstens erreichen können, mir erfolgreich wie ein Rechthaber vorzukommen. Das hätt ich wohl auch dann gelassen, wenn ich schon exakt auf Null gekommen wäre.

:|

Hattest Du eigentlich mit den getropften Augen auch gemerkt, wie schlecht stark auf einmal der Asti zu Buche schlägt? (Besonders natürlich in der Nähe, aber irgendwie dort MINDESTENS wie derselbe Wert an zusätzlicher sphärischer Unschärfe. Eher mehr und irgendwie 'fieser'.)

:?:
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Beitragvon Nicole » 30.05.2010 11:42

Martin/T. hat geschrieben:Hattest Du eigentlich mit den getropften Augen auch gemerkt, wie schlecht stark auf einmal der Asti zu Buche schlägt? (Besonders natürlich in der Nähe, aber irgendwie dort MINDESTENS wie derselbe Wert an zusätzlicher sphärischer Unschärfe. Eher mehr und irgendwie 'fieser'.)

:?:


Keine Ahnung, was der Asti da noch gemacht hat - ich habe insgesamt grottenschlecht gesehen und war natürlich total blendempfindlich. Ich saß mit Sonnnebrille am PC. :lol:

Mein Augenarzt hatte mich ja gefragt, ob ich mir wirklich freiwillig 3 Tage lang schlechtes Sehen zumuten will.
Und so lange dauerte es bei mir dann auch, bis ich wieder normal sehen konnte.
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Beitragvon Martin/T. » 31.05.2010 12:59

Nicole hat geschrieben:Mein Augenarzt hatte mich ja gefragt, ob ich mir wirklich freiwillig 3 Tage lang schlechtes Sehen zumuten will.
Und so lange dauerte es bei mir dann auch, bis ich wieder normal sehen konnte.


Und Du hast es trotzdem gemacht? Alles für die Dokumentation? :o

Nicole hat geschrieben:Die Messung in Zykloplegie hatte ich ja auch schon mal - bei DIESEM Augenarzt als Anhaltspunkt machen lassen. Leider habe ich keine Werte von VOR dem Augentraining in Zykloplegie...........


Und, waren es die "-1,25" aus der Signatur? Hast du wirklich beide Augen gleich?

:?:

... kann ja gar nicht sein, wenn da ein Asti dabei war. Oder hattest du den da schon überwunden? :? :? :autsch:
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Beitragvon Nicole » 31.05.2010 13:57

Naja, zum einen für die Dokumentation, zum anderen wollte ich für mich wissen, ob es mit gelähmter Akkomodation vielleicht weniger ist, als objektiv und subjektiv gemessen.

Damals kam etwas um die -2 raus, steht auf meiner kleinen Webseite.
Die Brillenwerte vor dem Augentraining waren -2,75 und -2,5 mit Asti um die - 1,25/-1,5.
Von daher hätte es mich schon inrteressiert, ob die Werte in Zykloplegie vor dem Augentraining auch so gewesen wären. Aber von sich aus macht das ja kaum ein Augenarzt bei solchen Werten.............
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Beitragvon Martin/T. » 17.07.2010 12:47

Seit an die zwei Wochen hat die Lockerung des linken (Übungs-)Auges ein solches Ausmaß erreicht, dass die "Ein-Glas-Probe" (d.h. Gegenstand in etwa 1 m Entferung betrachten und +1-dpt.-Glas vor- und wegschieben) genauso oft ganz oder fast optimale Ergebnisse (d.h. gleicher Visus mit oder ohne Glas bei nicht zu spürender Reaktion des Auges) liefert wie noch verkrampfte Momente (mit dann mehr oder weniger schlechterem Bild bei mit Glas).

Kleiner Nachtrag: Das Ganze kann man natürlich auch auf Zimmerentfernung und mit (leichten) Minusgläsern machen, wenn man solche von alten Brillen noch hat. Gibt ein sichereres Gesamturteil: die ganz guten Momente (vlt. ein Sechstel) wären reif für den Sehtest; die halbguten (ein weiteres Drittel der Zeit) fast und die Gesamtheit aus guten und verblockten Momenten (leider immer noch etwas die Hälfte) zeigt: es fehlt noch ein Schrittlein. Nicht mehr und nicht weniger.

Das ist ein strategischer Fortschritt, denn traditionell und faktisch bis vor kurzem noch meistens war es immer so, dass sich nach Vorhalten des Glases das Auge neu sortieren muss, erst mal alles unscharf wird und dann über irgendeinen "Entkrampfungstrick" die guten Momente mit Glas sich aufbauen. Der Blick musste quasi erst "in die Ferne geworfen" werden (was natürlich im Alltag und auch bei Sehtests nicht gelang). Was auch immer diese guten Momente damals waren, sie waren nicht einfach normaler Augengebrauch am Fernpunkt. Denn idealerweise wird Akkommodation praktisch nicht gespürt, geht blitzschnell und unbewusst. Das Richtige, was jetzt langsam Standard wird, war früher die seltene Ausnahme, die ich "Kristallmomente" nannte.

Ich versuche jetzt, ein Sensorium dafür zu entwickeln, wie ich "latent gute" (d.h. krampflose) Momente schon im akkommodierten Sehen (ohne Übungsbrille) von solchen unterscheiden kann, wo beim Wechsel in die Ferneinstellung (durch Glasvorhalten oder Blickschwenk) das Bild vernebelt würde. Wenn es mir dann möglich wird, die letzteren zurückzudrängen, kann ich endlich gefahrlos brillenlose Nahsicht genießen.

Und dann wäre die aktive Phase meines Augentrainings zu Ende.

:D

Mehr darüber im nächsten Eintrag.
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