Hab ich's doch gewusst: Kurzsichtigkeit ist eine Einstellung

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Hab ich's doch gewusst: Kurzsichtigkeit ist eine Einstellung

Beitragvon Martin/T. » 22.12.2008 19:13

...., und zwar mehr noch der Seele als des Auges. Irgendwie hab ich's ja immer geahnt, aber das auch im Alltag zu behaupten, ... ist halt doch was anderes.

Edit: Beachte bitte zum Titel die Fußnote im Nachtrag hier unten.

Liebe Mitverschworenen (im Ringen um eine unverglaste Weltsicht :roll: ),

nachdem ich jetzt anderthalb Wochen mitlese, möchte ich mich auch gern vorstellen. Ich lasse es erst mal bei einigen Gedanken bewenden; okularer Werdegang, bzw. Schlüsselerlebnis, will ich gerne nachreichen.

Erst mal vorab: Dieses Forum ist sehr wichtig. Ich kam jetzt aktuell darauf, wie auch auf das ganze Thema, über einen thematischen Querlink zu Leo Angarts Buch. Und ich muss sagen, dass ich in diesem Stadium, nebenbeschäftigt mit der Zielsetzung, schnell herauszufinden, ob sein Anspruch seriös ist (Vergiss deine Brille, es geht auch ohne ...) , schon fast ein negatives Resümmee gezogen hätte, weil er auf seiner Website ein Forum verlinkt, das einen einzigen Uralt-Beitrag enthält.

Also Kompliment, dass hier Leute wirklich tagesaktuell dranbleiben. Das verleiht Glaubwürdigkeit.

Ja, ich selber habe nach kürzlicher Messung folgende (humanen, - ich weiß, etliche werden denken: geradezu glücksschweinischen) Werte (aber das war nicht immer so ...): R: 0.0 mit Asti -0.5 auf 15°; L: -0.5 mit Asti -0.25 auf 105°. Da man bei meinen Werten (Astigmatismus bis 0.5 gilt selbst der Schulmedizin im erweiterten Sinne als normal, vgl. wikipedia) subjektiv und im Normalfall nur den leichten Schleier (auf links) ab ca. 1,60m merkt (und dann, wg. einseitig, fast mehr „spürt“), kam ich bis vergangenes Jahr (beruflich bedingt) gar nicht in die Versuchung einer Brillenkarriere.

Das war aber zu einem früheren Zeitpunkt schon mal radikal anders. Vgl. Vorgeschichte hier (30-07-09 (die objektiven Daten) & 05-09-09 (verstreute Hinweise zum damaligen Erleben)). :!:

Okay, ich muss zugeben, ich HABE mir in den vergangenen Wochen zwischenzeitlich die offizielle Doktrin von dem festen, anatomischen Baufehler tatsächlich angezogen :shock: , - und das sogleich bitter gebüßt, indem ich, mein Perfektionismus erst mal auf einen Fehler, noch dazu einen unsymmetrischen, scharf gemacht, ein Heidengeld für Brillen und Kontaktlinsen herausgeworfen habe, um die zwar kleinen, aber „komischen“ Fehler in den verschiedenen Alltagssituationen der passenden Korrektur zuzuführen. -- Und trotzdem war mir, sobald ich mir erst einmal eingelesen hatte, sofort wieder und irgendwie wie seit jeher klar, daß „dieser Bates recht hat“.

Ich hatte in der Vergangenheit nichts aktiv unternommen. (außer traditionell die Augen viel bewegt, viel akkomodiert, und weder Sonne noch Dunkellesen gemieden etc.) Erst in diesem Jahr – nach meiner ersten Brille und nach (instinktiver) Feststellung, dass, seltsam, mit der nicht nur meine Nase, sondern auch meine Augen einfach nicht Freundschaft schließen wollen – hatte ich lediglich eine Übung gemacht: Fernpunktlesen mit Gegenbrille (+1dpt und Pflaster auf das rechte Glas) vor dem Monitor (bei 80 bis 100 cm Augenabstand). 8)

Diese Übung habe ich jetzt als erstes wieder aufgenommen. Ich hatte schon damals (also Mai/Juni 2008) den Eindruck, dass ich da häufig richtig klare Momente habe. Doch dann habe ich mir das vom Augenarzt wieder ausreden lassen. Jetzt kommen die klaren Momente fast regelmäßig, oft auch schon in der natürlichen Fernsicht, und ich spüre sogar ziemlich deutlich und fast möchte ich sagen: direkt, d.h. vom Sich-Anfühlen, dass sich „da was tut an den Muskeln“. Wie sie im Normalfall verkrampft sind (speziell links), und im Zusammenhang mit guten Momenten dann irgendwie „zupfen“ und bei Erfolg für ein oder zwei Blinzelperioden in Position kommen.

Soweit schreibe ich mal für's erste. Bisher habe ich noch keine Bücher gelesen (außer Bates, online, und der lässt leider doch einige Fragen offen). Aber das ändert sich über Weihnachten.

An alle, die mit meist viel schwierigerer Ausgangslage und teils echtem Abenteuermut (Brillen von -10 u.ä. einfach weglassen, also mir graust's :!: ) hier vorgearbeitet haben: Ich wünsche euch neuen Auftrieb und viel und regelmäßigen Erfolg. Gerade jetzt auch über den Winter. Und dass Ihr alle (die Kurzsichtigen unter euch) demänchst MEINE Probleme haben werdet.

v. G., Martin

------------------------------------------------------------

Nachtrag, 17.2.11: Kurz vor Abschluss meines Trainings gegen Kurzsichtigkeit und nachdem dieser Themenpfad doch recht weitschweifig geworden ist, hier eine Art Inhaltsverzeichnis.

Zuvor aber noch eine Bemerkung zum Titel:

"Einstellung" ist hier gemeint als eine Art Gebrauchsausprägung im Gegensatz zu einer vorgeformten Naturvariante, wie Optiker und Augenärzte die Sache sehen. In deren Weltbild ist Normalsichtigkeit der (zufällige) Mittelgrund zwischen Kurz- und Übersichtigkeit, und die Augenwerte eine Art Schuhgröße, zu der die Brille passen soll wie der Schuh zum Fuß.

Dagegen gehen meine Erfahrungen in die Richtung, dass gesunde Emmetropie noch einmal eine andere Dimension ist als selbst bestmöglich korrigierte Fehlsichtigkeit. Und das nicht nur wegen der optischen und gesundheitlichen Defizite von Brille oder Kontaktlinsen. Im Bild gesprochen entspräche das eher einem Plattfuß, als einfach einem übermäßig großen oder kleinen. Auch zu dem gibt es vielleicht ein passendes Schuhwerk, aber das Entscheidende ist, dass diese Gebrauchsform des Fußes einher geht mit der Gefahr von orthopädischen Folgeschäden (Fersenschmerz, wovon ich selbst noch immer ein Lied singe): das ist ein qualitativer Unterschied, kein quantitativer.

Bei dem, was die "Einstellung" ausmacht, denke ich aber nicht (jedenfalls nicht in erster Linie) an den psychischen Aspekt (sondern an das chronifizierte Produkt der geistig-körperlichen Gesamtheit des Sinnesgebrauchs) und spreche weder für noch gegen den bestimmenden Effekt der Veranlagung. Ich denke daran, dass sich Kurzsichtigkeit in aller Regel erst nach dem Kindesalter einstellt über eine Entwicklung, die IM GEGENSATZ zum Gebrauchsinteresse des Körpers am Organ Raum gewinnt und eben darum nicht einfach "natürlich" sein kann.

Selbst auskorrigierte kurzsichtige Augen sind, von Individualfällen abgesehen, im Vergleich zu den sprichwörtlichen brillenlosen Adleraugen weniger beweglich mit der Tendenz zu Verspannungen, und erreichen oft auch verminderten Visus. Ich habe das selber im Herbst 2008 gemerkt, als ich das Sehen durch eine Korrektionsbrille auf dem linken Auge und insgesamt unentspannt fand und auf dem rechten Auge der Visus bei keiner Anpassung optimal wurde.

Die Entwicklung einer Kurzsichtigkeit kommt erst zum Stillstand, wenn der Prozess der Verkümmerung der Fernsicht (durch den Myopen-typischen Sinnesgebrauch, der etwa in diesem Beitrag von Sven sehr gut beschrieben wird, suche nach „Teufelskreis“), der Längenwachstumsimpulse für den Augapfel setzt, mit dessen genetisch defnierter organischer Dehnungstoleranz in ein Gleichgewicht kommt.

An ersterem anzusetzen ist das Ziel des Augentrainings und kann, entgegen der etablierten Meinung der Schulmedizin, wie mein Beispiel zeigt, auch viele Jahre nach Verfestigung der Kurzsichtigkeit zu deren Rückbildung führen.

:lesen: :lesen:

INHALTSVERZEICHNIS

Abschnitt I: ....................... Diskussion mit Sven über Krampf und Entspannung -- die mentale und die physische Komponente, sowie die Eindrücke bei den Vorformen klaren Sehens -- Motivation zum Augentraining .............. 23-12-08 (Begrüßung & Diskussion); 27-12-08 (zur Motivation und zum ganzheitlichen Aspekt)

Abschnitt II: ...................... Refraktionsgewinn erstes, agressives Kapitel -- Entspannung als Pionierarbeit ............ 01-02-09(„Vorankündigung Triumph“); 06-02-09 (Aufkommen einer Phase schmerzbehafteten Augentrainings); 07-02-09 (Nina Berger und die Herausforderung Entspannung); 08-02-09 (Krampf kontra Konditionsschwäche); 11-02-09 (Ausklingen der Schmerzen, „Nebelschwadenjagen“ am Monitor); 11-02-09 (William/Sven: Schmerzen als Warnsignal und die Notwendigkeit einer Abkehr vom Mainstream); 15-02-09 (Nicht Krampf, aber Neigung zum Verkrampfen); 15-02-09 (Nahsehen wird lästig, sollte aber nicht); 27-02-10 (Linkes Auge erwacht im Fernblick)

Abschnitt III: .................... Refraktionsgewinn zweites, defensives Kapitel -- Entspannung als Loslassen und Schlüssel zum Erfolg .............. 08-03-09 (Absetzen der „Droge Erzwingung der guten Momente“); 12-03-09 („zwangartige Einmischung“ des Geistes); 12-03-09 (Hinweise auf anatomische Hemmklötze); 12-03-09 (Einmal Verkrampfen, um dann Entspannen zu lernen); 14-03-09 (Diskussion mit Hizon: Gute Sicht im Loslassen begründet; Kristallmomente und das „Brett vor'm Kopf“); 17-03-09 (Hizons mentaler und Svens Sehinteressen-geleiteter Ansatz widersprechen sich nicht); 17-03-09 (meine Methoden-Philosophie noch näher entwickelt); 22-03-09 (Stärker: Der Schlüssel in der Seele; ich könnte (!) perfekt sehen); 30-03-09 („Kristallblick“, einen Vormittag im „Seh-Himmel“); Wie schön ist der April!!! (... und keiner hat's gemerkt :lol: ); 06-04-09 (William mahnt, dass die klassische Bates-Lehre nicht haltbar ist; von mir damals noch zu eng verteidigt)

Abschnitt IV: .................... Nach dem ersten verbrieften Erfolg – Übertragung des Trainingserfolgs ins beidäugige Sehen .............. 24-04-09 (die ersten Sehtests seit Trainingsbeginn); 28-04-09 (nochmal Einwurf Psychisches: für mich nicht der Dreh- und Angelpunkt); 08-05-09 (unwillkürliche kleine Zoomeffekte zeigen Aneignung eroberten Terrains); 27-05-09 (Streifenbrillen zur Überbrückung der Kluft in den Alltag); 14-06-09 (Schatten, Schlieren, Dopplungen der neue Hauptfeind - Indizien einer sich reformierenden Auganatomie, auch wenn ich's damals noch nicht so sah); 30-07-09 (zweiter Sehtest, leider noch nichts Neues); 04-09-09 (neuer Trainingsschwerpunkt: Heterophorie, Verbesserung der beidäugigen Koordination); 14-10-09 (noch ein Sehtest zeigt einen Teilabschluss; Gratulationen)

Abschnitt V: ..................... Zweites, konservatives Trainingsjahr – Langanhaltendes Fernpunktsehen u. -lesen, mit Prismenbrillen auch in der Nähe .............. 09-01-10 (Rückmeldung im Januar, nach Teilabschluss gegen die Heterophorie); 17-02-10 (Streifenbrillen abgelegt, keine Lesebrille mehr für's beidäugige Sehen in der Nähe); 18-03-10 (Prismenbrillen für langanhaltendes Fernpunktsehen auch in der Nähe); 09-04-10 (Sehtest Fielmann, leider noch kein Durchbruch); 28-05-10 (Sehtest Augenarzt, wieder ein positiver Trend); 30-05-10 (ein misslungener Versuch zur Auflockerung des Sehalltags, Übernutzung der Prismenbrillen); 17-07-10 (ein Gesundungstrend gewinnt Fahrt, „Kristallmomente“ werden häufig)

Abschnitt VI: .................... Lange stagnative Phase auf hohem Niveau und Durchbruch im dritten Jahr – Nicht mehr Bildlagefehler, aber Bildverzerrung am Fernpunkt .............. 29-07-10 (ein erster, gescheiterter Versuch der Entwöhnung von der Prismenbrille); 19-10-10 (erfrischende Klimmzüge für die Augenlinse: Nahpunkttraining mit Minusbrillen gegen Vorboter der Presbyopie); 22-01-11 (Sehtest ohne Minuswerte; Vernebelungsbrille für die Fernsicht, Kampf gegen letzten Feind „Ghosting“)
Zuletzt geändert von Martin/T. am 18.02.2011 10:40, insgesamt 14-mal geändert.
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Hab ich's doch gewusst: Kurzsichtigkeit ist eine Einstellung

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Re: Hab ich's doch gewusst: Kurzsichtigkeit ist eine Einstel

Beitragvon sven » 23.12.2008 02:31

Martin/T. hat geschrieben:Jetzt kommen die klaren Momente fast regelmäßig, oft auch schon in der natürlichen Fernsicht, und ich spüre sogar ziemlich deutlich und fast möchte ich sagen: direkt, d.h. vom Sich-Anfühlen, dass sich „da was tut an den Muskeln“. Wie sie im Normalfall verkrampft sind (speziell links), und im Zusammenhang mit guten Momenten dann irgendwie „zupfen“ und bei Erfolg für ein oder zwei Blinzelperioden in Position kommen.


Hallo Martin,

schoen, dass du da bist. Vielen Dank auch an deine Komplimente fuer alle Forumsteilnehmer. Mir tut es gut zu lesen, das unsere Diskussionen anderen Menschen helfen.
Deine Beschreibung aus dem Zitat trifft ziemlich genau das, wie es sich bei mir anfuehlt. Der einzige Unterschied ist, das die klaren Momente bei mir sicherlich noch viel verschwommener als deine verschwommenen Momente sind :-), aber genauso ist es bei mir und es wird von Tag zu Tag bei mir besser :-)

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Woher kommen die "klaren Momente"?

Beitragvon Martin/T. » 25.12.2008 14:20

Hallo Sven

erst mal vielen Dank für Deine Begrüßung hier. Ich nehme mal kurz den Faden von einer anderen Diskussion (siehe hier + Kommentare davor) wieder auf, die sich an der Stelle etwas vom Ausgangsthema entfernt hat. ...

Verwirren wollte ich Dich nicht, und ich bitte auch alle Leser, den konfusen Teil am Ende (meines letzten Beitrags) wieder zu vergessen. Es war nur ein Versuch, mit Dir zusammen zu einer “Theorie” zu kommen, wie man beide Kandidaten für den Hauptfeind des Sehübenden (“Krampf”) oder (“Ablenkung”) unter einen Hut bringen kann.

Also im Geiste Delete drüber.

Ich will aber erklären, warum ich das versucht habe. Und zwar, weil ich persönlich, - direkt gefragt: WAS hältst du für deinen Hauptfeind, wenn mal gar nichts klappt? - traditionell, im Grunde eher an eine Art Krampf denke als an Arbeitsüberlastung und mentale Ablenkung. (... etliche Einwände könnte man hier diskutieren ...)

Aber kurz zur Erklärung: Meine guten Momente auf meinem fehlsichtigen (linken) Auge kommen – das muss ich hier vielleicht mal “beichten” – weniger durch irgendeine mentale Arbeit, und leider überhaupt nicht durch Fixierpunktarbeit wie in der Beschreibung von Bates zur “central fixation” (die ich leider bisher nur höchst ansatzweise verstehe!) zustande, sondern durch eine Art “inneres Massieren” und (sobald die Einstellung mal stimmt) sensomotorisches Festhalten an der (günstigen) Augapfelstellung. Früher (Anfang 2008) ging das regelrecht über eine Art Zusammenkneifen. Bald schon habe ich aber gemerkt, dass eine Art von Entspannung besser funktioniert: Das Auge wird äußerlich entkrampft und voll geöffnet, aber innerlich irgendwie aktiv fixiert. (wie über Muskel-Gegenmuskelarbeit) Diese Technik klappt mal mehr, mal weniger gut, aber wenn sie richtig gut klappt, ist der Erfolg durchschlagend; ich gehe davon aus, dass ich zeitweise normale Refraktion erreiche (d.h. 0.5 dpt weniger; nur die Kontraste sind dann noch schwach, und irgendwas am Panoraeindruck stimmt nicht ganz).

Aber ich fühle mich etwas “schuldig”, weil ich nicht weiß, inwieweit das nicht doch noch, immer noch ein Verkrampfen ist. Dagegen spricht aber, dass ich durch mein Fernpunktlesen am Monitor gewisse Langzeitbeobachtungen (über Stunden) anstellen kann, die einen Gewöhnungseffekt an diese (so erreichte) Scharfstellung anzeigen. (...)

Anfangs gelang dieses “innere Massieren” am leichtesten und sichersten über einen Kunstgriff, nämlich viel und “richtiges” Blinzeln. Richtiges Blinzeln heißt: im Moment des Öffnens dann irgendwie mit Geschick (und Glück) vorgehen. Deswegen hatte ich zeitweise gedacht, der Effekt hänge mit dem Tränenfilm zustande.

Bis mir die Entdeckung dieses “Zupfens” bewies, dass es doch um die Muskeleinstellung geht.

Also, um zum Punkt zu kommen: Wenn mal gar nichts klappt in Richtung Scharfstellung, dann kommt es mir subjektiv vor, als herrscht ein großer “Krampf” im Auge. Das spricht für die “Krampftheorie”. Aber objektiv passiert es vorzugsweise dann, wenn ich längere Zeit orientierungslos bin (ich brauche für die Rückmeldung über Erfolg/Misserfolg "genormte Situationen", plus die Chance, mein rechtes Auge zuzuhalten (nicht zu -drücken), sonst AHNE ich nur den Zustand meiner inken Refraktion). Und das spricht vielleicht doch für die “Softwaretheorie” (also Überlastung/Ablenkung, Koordination Hirn-Auge).

Verstehst Du jetzt besser, was ich meine. Ich fürchte, wir reden doch von zu verschiedenen Erfahrungen. :?
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Beitragvon sven » 26.12.2008 00:22

Ja ich kann deiner Beschreibung sehr gut folgen.
Ich beschreibe mal wie es bei mir ist.

Es kommt vor allem wenn ich mich auf einen kleinen Punkt konzentriere und die Augen machen lasse wie sie wollen. Dann ziehen sie wie verrueckt zur Nasenwurzel hin, ich sehe ganz viele scharfe Kanten und wenn ich Blinzel scheint das den Effekt stark zu verstaerken. Das Blinzeln scheint mit an den Nasenmuskeln zu ziehen. Es wird fuer einen Moment viel schaerfer. Ich sehe dann auch oft doppelt (was ein Fortschritt bei mir ist). Richtig verstaerkt wird der Effekt aber durch Gaehnen. Dann wird es extrem viel schaerfer.
Ich hab viel probiert und es ist am besten wenn ich mit den Augen gar nichts mache also meine Aufmerksamkeit nicht auf die Augenmuskeln verschwende, sondern einfach alles loslasse. auch die Bildschaerfe, dann wird es erstmal kurz unschaerfer dann ziehen die Muskeln und dann wird es schaerfer. Es fuehlt sich so bisschen wie Stiehlaugen an. Also ob die Augen rauskommen wollen und sich dann in der Extremposition aber kaum noch bewegen koennen. Sie versuchen es aber trotzdem, das kann ich fuehlen.

Versuch mal alles loszulassen auch die Bildschaerfe und dich nur auf einen kleinen Fleck zu konzentrieren. Es fuehlt sich bei mir ein wenig an wie Augen weit aufreissen (edit:) und dabei in die Wangen hinein Grinsen. Lass es ruhig unscharf werden und warte einfach mal eine Weile ab.
Erzaehl mal was da bei dir passiert.

Das ist uebrigens die Art von Diskussion wie sie mir gefaellt, also versuchen einander Erfahrungen naeher zu bringen. Diese teilweise fast schon polemischen Grundsatzdiskussionen find ich furchtbar.
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Stielaugen und Einfach-nur-Loslassen, Problem: zentrales Fix

Beitragvon Martin/T. » 26.12.2008 19:14

“Stielaugen”, haha, der ist gut; und du hast recht, so was Ähnliches spüre ich auch öfters, nur dass wahrscheinlich bei mir alles um einige Grade sachter abläuft, als wenn du zu Werke gehst. :wink:

Sven, auch mir gefällt die Debatte, und ich hätte viel dafür übrig, wenn wir uns die Muße nehmen, das in aller Ausgiebigkeit ausdiskutieren, was wir da für verschiedene Erfahrungen gemacht haben. Das sind nämlich nur scheinbare Wiederholungen, in denen man sich da mit Worten an sensomotorische Realitäten herantastet, die meist ganz distinkt erlebt werden, wenn sie auch in ihrer Bedeutung ungewiss sind, und die aber vor allem – das ist das Problem – nur ohne Worte funktionieren oder eben nicht funktionieren. In Wirklichkeit braucht man mehrere Anläufe, dasselbe zu beschreiben, bevor man Erfahrungen wirklich miteinander vergleichen oder gegeneinander abgrenzen kann.

Mich interessiert durchaus auch, WAS du da so alles herumprobiert hast, bevor du auf den richtigen oder besseren Trick mit der Entspannung gekommen bist. Und zwar deshalb, weil ich mit Entspannung allein erst mal nicht viel anfangen kann. Es bewegt sich bei mir auch in Richtung Entspannung, aber irgendeinen “Impuls” (kann auch manchmal ein fast rein mentaler sein) muss ich schon erst mal reingeben, sonst bildet sich bei mir erst gar kein “Stielauge”. Wobei auch dieses “Stielauge” für mich eher ein “angeregter Zustand” ist, als schon der gute Moment selbst. In diesem Zustand muss dann immer noch der letzte “Klick” zum guten Bild (oder zu dessen Vorstufen wie Doppelbilder oder “narbige Klarheit”, sowas kenne ich von mir auch) dazukommen. Und er kommt dann sehr oft, aber muss nicht.

Wenn ich sage, es “bewegt sich” bei mir “Richtung Entspannung”, dann meint das durchaus das, dass ich nicht mehr viel kneifen muss, sondern der “Impuls” immer mehr zu einem "rein mentalen” wird.

Aber ich sage dir, worin noch ein ganz praktisches Problem liegt, mit deinem Rat: reines Entspannen. Wenn ich nur “loslasse”, sehe ich alles Alltägliche perfekt, - aber vom rechten Auge her. Das linke Auge ist nicht eindrucksprägend; und deswegen denke ich, dass sich bei einfach nur Entspannen gar nichts tut, weil der "sensomotorische Leitkontakt" fehlt. Von dem ich annehme, dass er auch bei dir zum reinen Entspannen unterbewusst dazugehört (soweit ich weiß, hast DU ja fast gleiche Werte). Wenn ich mit Lesebrille vorm Computer sitze (rechtes Glas abgeklebt), ist bei 90 cm Abstand die Schrift schon recht klein (vor allem dünn), und ich MUSS ein gewisses Ergebnis bringen. Also werde ich mir wohl auch erst eine “Brille” für die Ferne präparieren müssen.

Zweites Problem: Ich kann mit dem Rat 'konzentriere dich auf einen kleinen Fleck' irgendwie nichts anfangen. Bin “zu dumm” dafür. Lass uns das noch ein bisschen diskutieren. Ich weiß, das ist das Ein-und-Alles bei Bates. Aber ich sagte ja, den habe nicht wirklich verstanden. :grübel: Ich MEINE eigentlich, dass ich IMMER aktiv mit dem Zentrum sehe. Allerdings ist es gerade der Einfluss des peripheren Seheindrucks in klarer Schrift, der mir bei der künstlichen Fernsicht am Monitor das Scharfstellen ohne Kneifen, Massieren oder sonstigen Krampf leichter macht als in der natürlichen Fernsicht, - wo du ja fast immer nur einzelne Ausschnitte mit klarer Schrift und guten Kontrasten im Blickfeld hast. Irgendwie hab ich den Eindruck, dass die periphere Schrift und das ganze Blickfeld voll scharfer Kontraste daran beteiligt ist.

Grüße alle, die hier mitlesen.
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Beitragvon sven » 27.12.2008 02:57

Hallo Martin,

wenn du sagst du verstehst Bates nicht, dann bist du schon weiter als viele viele andere.

Ich habe dasselbe Problem und hab ihn deswegen am Anfang erstmal Beiseite gelegt. Auch mit den anderen Buechern hatte ich meine Probleme. Ich habe dann erstmal angefangen eigene Erfahrungen zu sammeln und konnte spaeter meine Erfahrungen oft in den Buechern wiederfinden.

Das mit dem auf einen Punkt konzentrieren weisst du auch schon, nur du bist nicht sicher ob es das ist was Bates meint, da es so einfach ist. es kennt an sich jeder.

Mach es einfach mal in einem Sehbereich wo du dir sicher bist, was passiert, also wenn du kurzsichtig bist zum Beispiel in der Naehe.

Versuch 1:
Schau deine Hand an, aber fixiert nicht irgendein Detail, sondern versuche die ganze Hand + den ganzen Raum gleichzeitig wahrzunehmen ohne irgendein Detail zu fixieren. Jetzt muesste das Bild recht verschwommen und diffus werden.

Versuch 2:
Jetzt schau ein einzelnes Haar oder eine einzelne Pore auf der Hand an. Wenn du etwas wartest muesste die ganze Hand jetzt recht detailliert zu sehen sein und nicht nur die eine Pore. Das meine ich mit ein Detail fixieren. Mehr ist es ist und das loest bei mir die Stielaugen aus.

Deswegen vermute ich mal, dass es das ist, was Bates mit "central fixation" meint. Sicher bin ich mir aber nicht.
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Re: am: Sa 27.Dez 2008 02:57

Beitragvon Martin/T. » 27.12.2008 10:16

Aber Sven, ich dachte, beim erfolgreichen zentralen Fixieren geht es darum, ein fliegendes Detail im Zentrum der Netzhaut scharf zu sehen - also genau den infintesimalen Fleck im jeweiligen Zentrum der Netzhaut -, während man den Rest des Bildes und seinen scharfen Eindruck getrost dem unterschwellig funktionierenden Bildaufbau des Gehirns überlässt. Was Du (unter Versuch 2) beschreibst, ist doch die sicherste Methode, die natürlichen Scan-Bewegungen des normalsichtigen Auges (“Sakkadenbewegungen”, hast Du sie hier genannt) zu unterdrücken, - und demnächst gar nichts mehr zu sehen. :!:
Denn ist es nicht DAS, wovon Bates geschrieben hat ...

...It is impossible for the eye to fix a point longer than a fraction of a second. If it tries to do so, it begins to strain and the vision is lowered. This can readily be demonstrated by trying to hold one part of a letter for an appreciable length of time. No matter how good the sight, it will begin to blur, or even disappear, very quickly, and sometimes the effort to hold it will produce pain...


[Zitat Bates, von der Titelseite der Webpage www.central-fixation.com]

Übrigens, wenn ich versuche, “Versuch 1” auszuführen, gelingt es mir nur dann, irgendetwas unscharf zu stellen, wenn ich innerlich bewusst auf “Grobblick” umschalte. D.h., jedes Fixieren aufgebe, so dass dann Fusion und Akkomodation auch nicht mehr richtig funktionieren. Beim normalen Blicken habe ich immer ein jeweiliges Blickzentrum, eine (sehr weitgehende, vielleicht aber nicht völlig exakte ...) Übereinstimmung von Aufmerksamkeitszentrum mit diesem Blickzentrum und, zumindest im Nah- und Übergangsbereich, unterhalb meines “optometrischen Fernpunktes”, weithin perfekten Scharfeindruck von der gesamten überscannten Fläche.

Ich glaube aber schon, dass an meinem 'zentralen Fixieren' irgendwas Profundes noch nicht stimmt. Ein geeigneter Versuchsaufbau, um Maß und Natur dieses bei mir nur kleinen Fehlers zu verstehen, um ihn dann zu korrigieren, ist aber sehr, sehr anspruchsvoll, - und mir (noch) nicht gelungen. Deswegen habe ich mich bisher immer auf dem anderen Weg, Gewöhnung an das verfügbare, relative Funktionsoptimum, bewegt.

Und, noch eins: Meine Fähigkeiten zum “Visualisieren”, zum sich einfach mal was anderes Vorstellen, als man wirklich sieht, sind sehr begrenzt. [edit: Das sage ich ohne Stolz, rein faktisch. Und ich] denke dabei an Bates' tanzende, schwarze Fußbälle, o.ä.. Deswegen, glaube ich, brauchen wir “Nicht-Esoteriker” beim Augentraining auch einfach mehr Geduld. :(
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Beitragvon sven » 27.12.2008 11:50

Hallo Martin,

Das mit dem Grobblick hast du genau richtig gemacht. Dann funktioniert auch die Fusion nicht mehr, das ist richtig.

das
Martin hat geschrieben:Was Du (unter Versuch 2) beschreibst, ist doch die sicherste Methode, die natürlichen Scan-Bewegungen des normalsichtigen Auges (“Sakkadenbewegungen”, hast Du sie hier genannt) zu unterdrücken, - und demnächst gar nichts mehr zu sehen.


hab ich am Anfang auch gedacht. Den Satz, den du von Bates geschrieben hast kenne ich auch und ich verstehe den in dem Zusammenhang auch nicht.

Ich denke aber das es das ist. Du fixierts ein kleines Detail mit deiner Aufmerksamkeit, aber die Augen bewegen sich trotzdem. Du merkst es nur nicht direkt. Es wird auf jeden Fall nicht nur das Detail scharf, sondern alles andere auch. Die Augenmuskeln fangen auch unwahrscheinlich stark zu ziehen an und es kann auch erstmal unscharf werden und dann wieder scharf. Ich bemerke auch wie schwarz weiss Kontraste verstaerkt werden, indem es vor dem schwarzen ein wenig heller ist.

Auf jeden Fall ist es das, was ich soviel wie moeglich mache. Es verbessert auch jedenfall das visuelle Gedaechnis und die Faehigkeit sich Dinge vorzustellen. Schau dir mal irgendetwas lange an indem du alle moeglichen Details fixierst. Dann schliesse die Augen. Du wirst sehen, alles was du fixiert hast kannst du dir auch vorstellen, alles andere nicht. Das Vorstellen geht vor allem genau wie das Sehen. Du gehst nach und nach alle Details ab.

Eigentlich ist es also total einfach und wir kennen es alle schon.

Palmieren sollen die Patienten ja auch immer wenn sie an der Sehtafel ueben im Wechsel mit Fixieren der Sehtafel. Ich denke es ist eine Art Intervalltraining. Durch das Palmieren erreicht man kurzzeitig ein wenig bessere Resultate.
So als wenn man Lauftraining macht und immer Sprinten und Gehen im Wechsel macht.

Es gibt ein Problem, was sich bei mir ergeben hat: Was wenn du glaubst da kann kein Detail sein, weil zB die Entfernung zu gross ist ? Dann fixierst du auch nicht und dann ist da auch kein Detail. Es ist ein Teufelskreis, der glaube ich das ist, was Bates mit "strain to see" beschreibt.
Solange man moeglichst viel fixiert ziehen die Augenmuskeln und alles wird gut. Das ist mein Eindruck. Allerdings gebe ich die Warnung, es wird zwar bei mir besser allerdings bin ich immer noch stark fehlsichtig. Ich kann eigentlich erst genau wissen wie es geht wenn ich es auf >100% geschafft habe.

Fuer mich war das andauernde Fixieren von Dingen am Anfang uebrigens mentral sehr anstrengend, da mein Geist offenbar nicht daran gewoehnt war, soviele visuelle Informationen aufzunehmen.

Ich denke "Versuch 1" und "Versuch 2" bechreiben genau die zwei entgegengesetzten Zustaende. Der "Grobblick" ergibt sich uebrigens automatisch wenn dein Geist stark mit etwas anderem beschaeftigt ist (vgl. Bates "mental strain" = geistige Anstrengung).

Es spricht noch etwas dafuer, dass es so einfach ist. Alle Patienten von Bates konnten es anderen beibringen. Sogar Kinder konnten es Kindern und auch Erwachsenen zeigen.


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Reine Spontanantwort

Beitragvon Martin/T. » 27.12.2008 12:44

Fuer mich war das andauernde Fixieren von Dingen am Anfang uebrigens mentral sehr anstrengend, da mein Geist offenbar nicht daran gewoehnt war, soviele visuelle Informationen aufzunehmen.


Darf ich mal direkt fragen: Wie liest du eigentlich meine Antworten, - am Monitor, ganz praktisch? Scannst du, oder fixierst du? Liest du wortweise, oder forschst du im Nebel nach Details, die kleiner sind als Buchstaben?

Ich denke, du verstehst auch, wie ich's meine, wenn ich mal ausspreche, es sind Sätze wie dieser, der dich wohl den meisten Teilnehmern etwas unheimlich macht, weil es aussieht, als würdest du dich ständig selbst kasteien. Dein 'Geist ist nicht an Informationen gewöhnt', du 'siehst keine Details', weil du sie vom Gehirn her 'nicht erwartest, nicht aufnahmebereit dafür bist'. Ich möchte wetten, du fragst (vom Hirn her) nicht zehn-, nicht hundert-, sondern tausendmal mehr nach Details, als der durchschnittliche unbewusste (junge) Normalsichtsbürger jede Sekunde geradezu nachgeworfen bekommt. Und wenn nun doch einfach deine Augäpfel sozusagen "ausgeleiert" sind? Weil die Muskeln über prägende Jahre zu verkrampft waren, und die Lederhaut nun einfach ZEIT braucht, um unter dem Einfluss der Muskelstellung, an die du dich in deinen guten Momenten herantastest, wieder straff und wohlgeformt zu werden. (?!?)

Ich meine, es ist natürlich einfach nur weise, weil sinnvoll, den 'Fehler' da zu suchen, wo man Einfluss nehmen kann; aber bitte gib mir hier mal recht, dass man nicht automatisch 'schuld' ist an dem, was man 'falsch' macht. :arrow: Damit sich auch andere hier mal (zurück) in die Debatte trauen. :wink:


Es spricht noch etwas dafuer, dass es so einfach ist. Alle Patienten von Bates konnten es anderen beibringen. Sogar Kinder konnten es Kindern und auch Erwachsenen zeigen.


Das muss man allerdings auch mal bedenken. Es ist kaum zu glauben, aber mir scheint fast, wir sind wirklich hundert Jahre "weiter", in der "Zivilisation". :x
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Re: Reine Spontanantwort

Beitragvon sven » 27.12.2008 14:00

Martin/T. hat geschrieben:Darf ich mal direkt fragen: Wie liest du eigentlich meine Antworten, - am Monitor, ganz praktisch? Scannst du, oder fixierst du? Liest du wortweise, oder forschst du im Nebel nach Details, die kleiner sind als Buchstaben?


Wie ist das denn bei dir wenn du etwas in der Naehe fixierst. Also bei mir wird beim fixieren auf ein Detail ja alles GLEICHZEITIG scharf. Ich denke das ist durch die unbewussten Augenbewegungen. Davon bekommt man ja nichts mit!
Ganz praktisch gehe ich soweit weg vom Monitor wie es grade geht (Fernpunkt). Der haengt aber davon ab wieviel Gehirnleistung ich reinstecke und vor allem wie schnell ich ein Ergebnis brauche. Also wenn ich relativ schnell lesen will, muss ich naeher ran, wenn ich mir viel Zeit nehme kann ich weiter weg gehen.
Je nachdem wonach mir grade ist.

Martin/T. hat geschrieben:Ich denke, du verstehst auch, wie ich's meine, wenn ich mal ausspreche, es sind Sätze wie dieser, der dich wohl den meisten Teilnehmern etwas unheimlich macht, weil es aussieht, als würdest du dich ständig selbst kasteien. Dein 'Geist ist nicht an Informationen gewöhnt', du 'siehst keine Details', weil du sie vom Gehirn her 'nicht erwartest, nicht aufnahmebereit dafür bist'. Ich möchte wetten, du fragst (vom Hirn her) nicht zehn-, nicht hundert-, sondern tausendmal mehr nach Details, als der durchschnittliche unbewusste (junge) Normalsichtsbürger jede Sekunde geradezu nachgeworfen bekommt.

So musst du es aber machen. Du bekommst ja auch keine Details nachgeworfen, sie sind ja immer schon da, nur sind sie uninteressant fuer dich.
Beispiel:
Wenn du dir deine Schuhe zubindest schaust du dir deine Schuhe dabei genau an ?
Wenn du isst, schaust du dir dein Essen an oder denkst du grade drueber nach wie du deine Woche planst ?
Wenn du die Treppe runtergehst schaust du dir dein Treppenhaus an ?
Schaust du dir die Menschen die du triffst an ?

Wenn du alle Fragen mit nein beantwortest, siehst du schon, dass das Sehen einen niedrigen Stellenwert in deinem Leben hat. Bei mir war es halt so. Deswegen sind die Augen auch schlecht. Es ist einfach nicht wichtig genug. Wenn sie besser werden sollen, dann muessen die Augen irgendwie nuetzlich werden. Je nuetzlicher sie werden desto oefter gebrauchst du sie bei maximaler Aufloesung desto besser werden sie.

Ich mein das ist ja keine Esotherik, wenn ich meine Beine viel benutze werden sie ja auch stark und wenn ich viel mit den Haenden arbeite werden die Haende stark oder geschickt oder beides.

Ich hab einfach angefangen die mehr zu benutzten als ich es ueblicherweise tue und dann faellt einem zB auf, dass es anstrengend ist und einen muede macht, aber jede Anstrengung ist ja nur ein temporaerer Zustand. Muedigkeit und Anstrengung resultieren ja bei Wiederholung immer in Leistungsaufbau. Es geht ja mit der Zeit immer leicher.


Martin/T. hat geschrieben:Und wenn nun doch einfach deine Augäpfel sozusagen "ausgeleiert" sind? Weil die Muskeln über prägende Jahre zu verkrampft waren, und die Lederhaut nun einfach ZEIT braucht, um unter dem Einfluss der Muskelstellung, an die du dich in deinen guten Momenten herantastest, wieder straff und wohlgeformt zu werden. (?!?)

Ich meine, es ist natürlich einfach nur weise, weil sinnvoll, den 'Fehler' da zu suchen, wo man Einfluss nehmen kann; aber bitte gib mir hier mal recht, dass man nicht automatisch 'schuld' ist an dem, was man 'falsch' macht. :arrow: Damit sich auch andere hier mal (zurück) in die Debatte trauen. :wink:


Im Koerper leiert ja nichts aus. Er lebt ja.
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Beitragvon William » 27.12.2008 17:27

Hallo Sven, eine ehrliche Frage an Dich, mit der Bitte um eine ehrliche Antwort ! Bist Du in der Lage, ohne Sehhilfe auf die Strasse zu gehen bzw. den ausserhäusslichen Alltag zu bestehen ( und was machst Du beim Autofahren ). Du sagtest etwas von inzwischen 7 Dioptrien, auf die Du von 10 herunterkamst. Ich halte es für unmöglich, mit 7 Dioptrien im normalen Berufsalltag zu bestehen, da ich schon mit 3,5 Dios am absoluten Limit bin.
Wenn Du das schaffst, bist Du sicher eine bewundernswerte Ausnahme !

Gruss William :roll: :roll: :roll: :roll: :roll: :roll: :roll: :roll: :D
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Beitragvon sven » 27.12.2008 17:40

Also erstmal hab ich bei ca ~8 rechts und ~7 links gestartet und nicht bei 10 (das war der Peddy), dann fahr ich ja nicht andauernt Auto, ich bin ja kein Taxifahrer. Bei wieviel ich bin kann ich nicht genau sagen, aber ich schaffe meinen Alltag. Es gibt zwar immer wieder Herausforderungen, aber ich bekomme es hin. Ich hab nicht alles auf einmal ohne Brille gemacht, sondern Stueck fuer Stueck immer mehr.
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Beitragvon Martin/T. » 27.12.2008 20:25

Wie ist das denn bei dir wenn du etwas in der Naehe fixierst. Also bei mir wird beim fixieren auf ein Detail ja alles GLEICHZEITIG scharf. Ich denke das ist durch die unbewussten Augenbewegungen. Davon bekommt man ja nichts mit!
Ganz praktisch gehe ich soweit weg vom Monitor wie es grade geht (Fernpunkt). Der haengt aber davon ab wieviel Gehirnleistung ich reinstecke und vor allem wie schnell ich ein Ergebnis brauche. Also wenn ich relativ schnell lesen will, muss ich naeher ran, wenn ich mir viel Zeit nehme kann ich weiter weg gehen.
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[Sven am: Sa 27. Dez 2008 14:00]

Na gut, das klingt ja noch ganz menschlich; und nicht viel anders mach ich's auch. Und wenn Fixieren auch bei dir alles gleichzeitig scharf macht, dann brauche ich dich auch nicht mehr des Starrens zu verdächtigen ...

Sven, du hast mir empfohlen, es mal mit völligem Loslassen und mehr zentralem Fixieren zu versuchen. Ich denk zur Zeit drüber nach, wie ich das umsetzen kann. Ich komm auf jeden Fall da drauf zurück. Im Moment versuch ich erst mal den nächsten Schritt, mal für einige Zeit wirklich viel mit "Augenklappen" einäugig zu üben. Die Abdeckung des rechten Auges reich nämlich inzwischen an sich schon oft aus, um im linken Auge ein "Stielaugengefühl" auszulösen; da brauch ich schon gar nicht mehr viel dazuzutun. Höchstens noch Auge aufreißen, als Ergänzung, was übrigens sowieso nicht so schlecht wäre, denn es scheint so, als ist mein linkes Auge auch gewöhnlich etwas weiter zu.

Also im Moment ist auch in der dritten Woche seit ich wieder an den Erfolg glaube immer noch viel Bewegung. :fröhlich:
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Mea culpa

Beitragvon Martin/T. » 27.12.2008 20:52

Wenn du dir deine Schuhe zubindest schaust du dir deine Schuhe dabei genau an ?
Wenn du isst, schaust du dir dein Essen an oder denkst du grade drueber nach wie du deine Woche planst ?
Wenn du die Treppe runtergehst schaust du dir dein Treppenhaus an ?
Schaust du dir die Menschen die du triffst an ?


[Sven am: Sa 27. Dez 2008 14:00]

Ich fürchte, ich gehöre zu den allerschlimmsten Zeugen bei der Polizei. Mir ist das schon seit längerem bewusst, aber ich hab es nie ändern können. Vielleicht hilft mir ja die Synergie mit Augentraining.

Wenn du alle Fragen mit nein beantwortest, siehst du schon, dass das Sehen einen niedrigen Stellenwert in deinem Leben hat. Bei mir war es halt so. Deswegen sind die Augen auch schlecht. Es ist einfach nicht wichtig genug. Wenn sie besser werden sollen, dann muessen die Augen irgendwie nuetzlich werden. Je nuetzlicher sie werden desto oefter gebrauchst du sie bei maximaler Aufloesung desto besser werden sie.

Ich mein das ist ja keine Esotherik, wenn ich meine Beine viel benutze werden sie ja auch stark und wenn ich viel mit den Haenden arbeite werden die Haende stark oder geschickt oder beides.


[Sven ebenda]

Auch das ist richtig. Und das ist eigentlich das wahre "Sehwunder" in meinem Leben, dass ich trotzdem so konstant und fast normal bin. Womit sich allerdings auch wieder beweist, dass es manche eben nachgeschmissen kriegen ... :wink: :arrow:
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Beitragvon Martin/T. » 27.12.2008 21:00

[...] Ich hab nicht alles auf einmal ohne Brille gemacht, sondern Stueck fuer Stueck immer mehr.


[am: Sa 27. Dez 2008 17:40]

Aber du machst's jetzt? Komplett ohne?

Was ist eigentlich das Entscheidendere, um sich bei so was durchzubeißen? Der Hass auf das Gestell, - oder die Liebe zur Natur? Hand auf's Herz ... :?:
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