jetzt will ich auch...

Hier ist Platz für alle kleinen und grossen Erfolge auf dem Weg zur Verbesserung der Sehleistung. Ausserdem könnt ihr euch hier vorstellen.

jetzt will ich auch...

Beitragvon Julka » 11.07.2012 20:58

Hallo zusammen!

Ich habe seit meiner Schulzeit immer schlechter werdende Kurzsichtigkeit mit Astigmatismus.
Meine aktuelle Korrektur bei den Kontaktlinsen ist:

rechts - 3,5 und Asti von -0,75
links - 3,5 und Asti von -1,25

Ich habe mir lange Zeit nicht wirklich was dabei gedacht, dass es immer schlechter wurde, zuletzt besonders stark in der Zeit meiner Examensarbeit an der Uni...

Und dann habe ich vor einiger Zeit zufällig das Buch "Natürlich besser sehen" gefunden und gelesen. Tja, so einige Zusammenhänge werde mir da jetzt auch deutlich: Starrendes Lesen über lange Zeit, viel am PC Sitzen usw. usf.

Nach dem Buch habe ich gedacht, das muss ich unbedingt ausprobieren, aber verstanden hab ich nicht alles (bzw. fand es z.T. doof). Dann hab ich dieses Forum hier gefunden und u.a. den langen Bates-Thread angefangen zu lesen. Echt, total spannend. Auch da habe ich noch nicht alles kapiert, aber versuchen will ich es jetzt auch!

Ich muss dazu sagen, dass ich meine Brillen total hasse (habe noch keine gefunden, die ich von der Optik her mochte) und bin darum der totale Kontaktlinsen-Junkie. Und das ist echt teuer, weil ich mit den "normalen" Asti-Linsen einfach nicht klar komme.
Ich wünschte es mir sooo sehr, wenn ich im Alltag ohne Linsen auskäme.

Ich hab dann gleich mal heute einen linsenfreien Tag draußen mit meinem kleinen Sohn eingelegt. Erstaunlich, wieviel ich doch sehen kann, ohne Linsen, wenn man sich erstmal dran gewöhnt.
Das zentrale Sehen hab ich noch nicht hinbekommen. Bei mir waren da keine helleren, kontrastreicheren oder schöneren Stellen zu sehen (außer dem ganz offensichtlichen, dass stark kontrastreiche Dinge nahe bei mir waren... aber so ist es ja offensichtlich nicht gemeint)
Nun ja, ich schau mal ob ich meinen Alltag nicht auch fast ohne Linsen hinbekomme. Da geht sicherlich mehr, als ich ursprünglich dachte.

Ich bin jedenfalls gespannt, wann/ob sich bei mir eine Verbesserung zeigt.

Allen schöne Grüße aus dem Norden!
Julka
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Beitragvon Flo » 11.07.2012 21:23

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Beitragvon moobe » 11.07.2012 22:04

Huhu,

versuch es mal ein wenig anders als sonst.


Zuerst einmal schaust du so, wie du es sonst gewohnt bist. Schau dich so um, wie du es für normal haltest (keine Erzwungenen Sachen machen). Mache dir erst einmal einen "Gesamteindruck" deines Blickfeldes.

Du bemerkst schnell, dass du manche Sachen, obwohl sie vielleicht schwerer zu sehen sind als andere, trotzdem besser siehst. Das ist eigentlich das, was mit dieser "kontrastreicher, schärfer etc..." Geschichte gemeint ist. Nun liegt es nur noch an dir, diese sogenannten "Optima" geschickt auszunutzen und präzise Sakkaden zu und von diesen Stellen weg zu machen.


Mache aber nicht den Fehler und sei so feige wie ich. Habe keine Angst, vorübergehend die "scharfe Sicht" zu verlieren, indem du die "Enterhakenmethode" benutzt, also dich an deinen Optima festbeißt und immer von dort aus neue Sehfelder zu erschließen. Nimm es einfach mit mehr Entspannung und Gefühl ;)


LG Moobe

P.S: Ich komme auch aus dem Norden ;)
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Re: jetzt will ich auch...

Beitragvon Nicole » 12.07.2012 14:30

Julka hat geschrieben:Ich hab dann gleich mal heute einen linsenfreien Tag draußen mit meinem kleinen Sohn eingelegt. Erstaunlich, wieviel ich doch sehen kann, ohne Linsen, wenn man sich erstmal dran gewöhnt.
Das zentrale Sehen hab ich noch nicht hinbekommen. Bei mir waren da keine helleren, kontrastreicheren oder schöneren Stellen zu sehen (außer dem ganz offensichtlichen, dass stark kontrastreiche Dinge nahe bei mir waren... aber so ist es ja offensichtlich nicht gemeint)


Hi Julka,

hast du zufällig einen Motivausstanzer?
Meine Idee wäre, sich ein Stück Pappe zu nehmen (ca. 10x10cm, was in eine Jackentasche passt) und mittig ein Loch rauszustanzen (ungefähr 0,5 -1cm Durchmesser).

Dann nimmt man dieses Stück Pappe und guckt durch das Loch wie früher durch den Sucher einer Kamera.
So ist man gezwungen die Aufmerksamkeit auf einen winzigen Teil der Landschaft zu legen, wenn man spazierengeht.
Die Pappe dabei nicht ganz dicht vor das Gesicht halten, sondern ein wenig mit dem Abstand spielen.

Auch eine Übung mit deinem Sohn zusammen:
Ich sehe was, wa du nicht siehst. Und dabei ganz gezielt den Focus auf alles nacheinander legen, was eben diese Farbe hat.

Lieben Gruß aus dem Norden zwischen HH und HB

:D
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Beitragvon Julka » 12.07.2012 21:14

Hallo!

Vielen Dank für die Antworten!

Ich habe heute nochmal einen halben Tag ohne Linsen hinbekommen, inkl. Einkaufen und allem drum und drann (und danach kam die neue Babysitterin und die "mußte" ich mir dann doch genauer ansehen ;) )

Jedenfalls habe ich da, glaube ich, besser gesehen, was Ihr meint.
Es gab z.B. den Eindruck, dass ich bestimmte Dinge in der Ferne zwar nicht scharf aber doch deutlich sehen konnte - so Bäume vor dem Himmer, Fensterrahrem, das U-Bahnschild. Und das Merkwürdige daran war, dass nach einigen Schritten, wenn ich sozusagen "näher dran " war, waren die Dinge wieder viel schlechter zu sehen (auch bei einigen Autokennzeichen). Und "normalerweise" ist es ja so, je näher dran, desto mehr kann man sehen. Aber hier hatte ich gleich mehrfach das Gefühl, nein, einige Ferne Dinge habe ich viel besser gesehen als das Nahe Zeugs um mich rum.

Und auch insgesamt (könnte aber auch der Gewöhnungseffekt sein, dass das Unscharfe ohne Linsen einfach nicht mehr so störte), hatte ich den Eindruck, ich könnte wirklich "mehr" sehen (obwohl es noch ziemlich unscharf ist).
Ist schwer zu Beschreiben der Eindruck.

Motiviert mich allerdings weiter.

Und wenn es das oben Beschriebene ist, worauf es beim zentralen Sehen Üben ankommt, dann verstehe ich es jetzt besser.

Ich hatte mich nämlich auch gefragt, wie "groß" denn diese Stelle optimalen Sehens so ist. Wenn es der nach Außen gestulpte Kegel des Augeninnern ist (wie Flo am Anfang des Bates Threads beschreibt), dann ist die Stelle ja doch eher klein, nicht? Aber so genau abgrenzen kann man es wohl auch nicht, denn immerhin bewegen sich die Augen ja und damit auch die Stelle, wo der Kegel hinzeigt.

Ich werd auch mal Nicoles Idee mit dem Loch mal versuchen, obwohl ich dieses Abtasten glaub ich, jetzt doch ganz gut auch verstanden habe.

Zunächst bestell ich mir jetzt erstmal unterkorrigierte Linsen, denn die heutigen wenigen Stunden mit Linsen haben mir Kopfschmerzen beschert, obwohl ich nicht das Gefühl hatte, dass sie zu stark waren (abeer vielleicht hab ich wieder mehr gestarrt).

Habt Ihr denn einen Tipp, ob es besser mit unterkorrigierter Brille oder unterkorrigierten Linsen geht - "besser" im Sinne von: welches ist die bessere Lösung, wenn man im Augentraining ist udn trotzdem im Alltag was sehen muss?
Ich habe mal nach Gläsern beim Optiker gefragt und für meine randlose Brille müßte ich pro Glas 90 Euro ausgeben und das ist arg viel für ein Objekt, dass ich nur möglichst selten tragen will....

Ach ja, mit meinem Sohn kann ich leider noch nicht "Ich sehe was, was Du nicht siehst" speieln, der ist einfach mit 17 Monaten noch zu klein. Aber er spielt sehr gern: "Such das Kind" auf dem Spielplatz ;)

Toll dass es das Forum hier gibt und dass es aktiv ist.
Das kann man beim Anmelden so kaum erkennen und ich kenne es aus einem anderen Forum (also, da geht es nicht um Augentraining sondern um Hausgeburten), wo ich auch schreibe, dass man Aktive Themen ansehen kann. Dann hat man schnell raus, wieviel so passiert. Sowas gibt es hier aber nicht so recht, oder?

So, schöne Grüße
Julka

Ach ja: Alles Nordmenschen hier... Sehr schön. Also, ich wohn im Osten von Hamburg.
Julka
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Beitragvon moobe » 13.07.2012 22:12

Ich habe heute nochmal einen halben Tag ohne Linsen hinbekommen, inkl. Einkaufen und allem drum und drann (und danach kam die neue Babysitterin und die "mußte" ich mir dann doch genauer ansehen )

Jedenfalls habe ich da, glaube ich, besser gesehen, was Ihr meint.
Es gab z.B. den Eindruck, dass ich bestimmte Dinge in der Ferne zwar nicht scharf aber doch deutlich sehen konnte - so Bäume vor dem Himmer, Fensterrahrem, das U-Bahnschild. Und das Merkwürdige daran war, dass nach einigen Schritten, wenn ich sozusagen "näher dran " war, waren die Dinge wieder viel schlechter zu sehen (auch bei einigen Autokennzeichen). Und "normalerweise" ist es ja so, je näher dran, desto mehr kann man sehen. Aber hier hatte ich gleich mehrfach das Gefühl, nein, einige Ferne Dinge habe ich viel besser gesehen als das Nahe Zeugs um mich rum.

Und auch insgesamt (könnte aber auch der Gewöhnungseffekt sein, dass das Unscharfe ohne Linsen einfach nicht mehr so störte), hatte ich den Eindruck, ich könnte wirklich "mehr" sehen (obwohl es noch ziemlich unscharf ist).
Ist schwer zu Beschreiben der Eindruck.

Motiviert mich allerdings weiter.


Hi,

nach meinen Erfahrungen scheint das genau das richtige zu sein, ich denke, dass du auf dem richtigen Weg bist!

Ich hatte mich nämlich auch gefragt, wie "groß" denn diese Stelle optimalen Sehens so ist. Wenn es der nach Außen gestulpte Kegel des Augeninnern ist (wie Flo am Anfang des Bates Threads beschreibt), dann ist die Stelle ja doch eher klein, nicht? Aber so genau abgrenzen kann man es wohl auch nicht, denn immerhin bewegen sich die Augen ja und damit auch die Stelle, wo der Kegel hinzeigt.


Doch doch, das stimmt schon und ist auch anerkannt von der allgemeinen Lehrmeinung. Die Dichte der "Zäpfchen" ist hier gewaltig, das sind etwa 120 Millionen Stück. Und jedes dieser Zäpfchen hat dort seinen eigenen Sehnervkanal, also eine direkte Verbindung zum Gehirn. Das ist schon ziemlich luxoriös, denn an anderen Stellen außer dem "gelben Fleck" kann dies nicht gefunden werden...

Ich werd auch mal Nicoles Idee mit dem Loch mal versuchen, obwohl ich dieses Abtasten glaub ich, jetzt doch ganz gut auch verstanden habe.


Ist ne ziemlich nette Idee, aber ich glaub die brauchst du nicht mehr. Ich hab sowas Ähnliches auch mal mit ner Plastikflasche gesehn in einem Video, aber naja.. Du hast es schon ziemlich schnell so weit begriffen, es scheint dir gut erklärt worden zu sein :D


Habt Ihr denn einen Tipp, ob es besser mit unterkorrigierter Brille oder unterkorrigierten Linsen geht - "besser" im Sinne von: welches ist die bessere Lösung, wenn man im Augentraining ist udn trotzdem im Alltag was sehen muss?
Ich habe mal nach Gläsern beim Optiker gefragt und für meine randlose Brille müßte ich pro Glas 90 Euro ausgeben und das ist arg viel für ein Objekt, dass ich nur möglichst selten tragen will....


Eine Frage, die ich hier auch mehrmals gestellt habe, aber auf die keiner eine Antwort haben will. Ich habe mit der Brille viel herumexperementiert und habe herausgefunden, dass:

-Die unterkorrigierte Brille eine starke Tendenz hat, dich zum Sehen mit deutlich erhöhter Anstrengung zu bringen (was zur kurzzeitigen Besserung der Sicht führt, das Auge aber dann "ruiniert" wird)

-Die Brille es deutlich erleichtert, einen Buchstaben sehr kontrastreich und gut zu sehen

-Es mit der Brille nur noch möglich ist, "de"-zentral zu sehen.


All diese Punkte klingen ziemlich hart, entsprechen aber der Wahrheit. Ich muss sagen, dass unterkorrigierte Brillen helfen, die Sehstärke halbwegs beizubhalten, ABER: Deine Augen werden sich sehr sehr viel anstrengen und du wirst Probleme haben, zentrales Sehen mit Entspannung begreifen zu können. Mit Brille ist es verrückt:

Schaue ich mit ihr auf die Sehtafel, sehe ich alle Buchstaben gleich. Fange ich an, einzelne Buchstaben gezielt zu fokussieren, ist dies mit Anstrengung verbunden. Fast immer ist es so: Ich sehe den BENACHBARTEN Buchstaben besser als den eigentlich angeguckten!


Schließlich las ich bei Bates nach, und was der schrieb enttäuschte mich leider ein wenig, denn er ist der festen Meinung:

Wenn man die "perfect sight without glasses" haben will, muss man lernen, in allen Lebenssituationen auf die Brille zu verzichten, und das ohne Ausnahme. Gerade heutzutage ist dies aber leider unmöglich und naja... Man muss es eben durchhalten und extra lange trainieren (Bates: "mindestens 1 Stunde/Tag").



"Ich sehe was, was du nicht siehst..." ist für mich ein sehr gut geeignetes Spiel, das Sehen wiederzuerlernen, behalt das mal bei ;)


Nochmal zum zentralen Sehen:
Du musst noch lernen, die Dinge kontrastreicher (und auch, wie ich empfinde, "dreidimensionaler") zu sehen. Mach es so: Wenn du mal wieder etwas sehr gut sehen kannst, schau vor dich auf den Boden, also auf einzelne Steine oder was auch immer da gerade herumliegt. Du siehst diese dann "kontrastreicher", also zentral. Wende das gelernte dann auf die Ferne an.


LG Moobe


P.S: Wenn irgendwo was aktualisiert wurde, dann leuchtet es orange :D
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Beitragvon Nicole » 13.07.2012 23:23

Hi Julka

Julka hat geschrieben:Zunächst bestell ich mir jetzt erstmal unterkorrigierte Linsen, denn die heutigen wenigen Stunden mit Linsen haben mir Kopfschmerzen beschert, obwohl ich nicht das Gefühl hatte, dass sie zu stark waren (abeer vielleicht hab ich wieder mehr gestarrt).

Habt Ihr denn einen Tipp, ob es besser mit unterkorrigierter Brille oder unterkorrigierten Linsen geht - "besser" im Sinne von: welches ist die bessere Lösung, wenn man im Augentraining ist udn trotzdem im Alltag was sehen muss?


Ich habe das so gemacht, wenn ich längere Zeit am Tag gut sehen musste:
Unterkorrigierte Linsen und dann zum Autofahren noch eine Brille mit -0,5 bis -0,75 dpt (je nachdem, wieviel zu schwach die Linsen sind) drüber. Günstige Brillen dafür gib es bei Onlineoptikern.

Julka hat geschrieben:dass man Aktive Themen ansehen kann. Dann hat man schnell raus, wieviel so passiert. Sowas gibt es hier aber nicht so recht, oder?



Oben rechts auf der Startseite kann man sich neue Beiträge anzeigen lassen. :wink:
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Beitragvon Susa » 14.07.2012 16:59

Hallo Julka,
ich bin grad auch verschärft (sic!) daran, das zentrale Sehen zu üben. Meine Werte sind ähnlich wie deine, links 3.5, rechts 2.75. Irgendwelche lästigen Astis habe ich auch.

Ich habe mir Bates bezüglich dieses Punktes mal näher zu Gemüte geführt. Das Entscheidende für mich an dieser "Hin- und Herguck-Bewegung" zwischen zwei Punkten, die zum zentralen Sehen führen soll, ist demnach, dass man

a) nicht versuchen/annehmen soll, alles gleich scharf zu sehen (das übliche Problem, das "Falschseher" haben),
b) sich nicht darauf konzentrieren soll, das gerade Angesehene sei besonders scharf (obwohl genau das ja letztlich beim zentralen Sehen passieren soll, oder?) sehen zu können/zu wollen (weil das auch wieder zu Verkrampfungen führt), sondern vielmehr
c) Objekt 1 anzusehen, dann Objekt 2 anzusehen und dabei zu registrieren, dass Objekt 1 im Vergleich zum jetzt angesehenen Objekt 2 schlechter/schwächer anzusehen ist. Und dann wieder zurück zu 1 und wieder registrieren.

Wenn ich mich darauf konzentriere, es so zu machen, kommt diese Schweif- oder Schwingbewegung dessen, was ich da im Hin und Her betrachte, zustande, und das soll ja laut Bates fürs zentrale Sehen passieren, wenn ich ihn richtig verstehe. Ich behalte sozusagen das grade nicht angesehene Objekt sozusagen doch noch irgendwie im Gesichtsfeld, aber halt mehr am Rand und bloooß nicht wirklich hingucken! Hm, drücke ich mich überhaupt verständlich aus?

Das betreibe ich jetzt seit ein paar Tagen so, auch mit ziemlich weit voneinander entfernten Objekten, weil ich gemerkt habe, dass ich diese Feinheit, bei der es letztendlich landen soll (also dass man bestimmte Stellen eines Buchstabens schärfer als andere sieht, da bin ich noch längst nicht), einfach noch nicht hinkriege. Versuche ich es doch, dann strenge ich mich wieder nur unnütz an und sehe hinterher viel schlechter.

Ich habe beschlossen, diesbezüglich alle Scheu und allen Ehrgeiz abzulegen. Es geht darum, dieses Prinzip zu erlernen, und Klavierspielen habe ich vor vierzig Jahren auch mit nur fünf Tasten pro Hand - eine für jeden Finger - erlernt. :-)

Ein Nebeneffekt ist, dass man immer neue Sachen entdeckt, mit denen man das üben kann. Man kann dann richtig Sehsport draus machen, wie Flo das immer nennt. Und wenn es halt nicht scharf ist, ist es halt nicht scharf. Alles, was passieren muss, ist, dass die Augen flinker und flexibler werden, die Muskeln wieder gezielter auf Kommando feinste Bewegungen machen können. Oder? Wie seht ihr das, die ihr euch schon länger mit central vision befasst?

Viele Grüße
Susa (übrigens ein Südwest-Licht :-) )
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Beitragvon Flo » 14.07.2012 17:24

Susa hat geschrieben:Ein Nebeneffekt ist, dass man immer neue Sachen entdeckt, mit denen man das üben kann. [Literally everything...!] Man kann dann richtig Sehsport draus machen, wie Flo das immer nennt. Und wenn es halt nicht scharf ist, ist es halt nicht scharf. Alles, was passieren muss, ist, dass dass die Augen [Nein. Wenn, dann der Geist!] flinker und flexibler werden und die [geraden] Muskeln wieder gezielter auf Kommando feinste Bewegungen machen können. Oder? Wie seht ihr das, die ihr euch schon länger mit central vision befasst?

Ich sehe das genau so. Bild Bild
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Beitragvon Leonora » 14.07.2012 18:09

Ich sehe das auch so, weil es mir einleuchtet. Richtig sehen tue ich ich es noch nicht :cry:

Jedenfalls schaffe ich seit einigen Tagen immer öfter, es einfach zu tun. Und ich hoffe, daß ich irgendwann dann auch mal irgendeine Veränderung bezogen auf meine jetzigen Zustand bemerke.

@Susa: bin übrigens auch Cantienicanerin ;-)
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Beitragvon Flo » 14.07.2012 20:05

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Beitragvon Aniram » 15.07.2012 00:19

Ich lese gerade Huxley und ich finde, was er schreibt, passt zu dem, was ich bei Dir, Susa, über die Cantienica-Methode gelesen habe.
Er geht davon aus, dass übereifriges Bemühen und die Sorge, etwas falsch zu machen, dazu führen, dass die natürliche Leichtigkeit der Augenbewegungen verloren geht und stattdessen Anstrengung und unnatürliche Unbeweglichkeit entstehen:

"Mal-functioning and strain tend to appear whenever the conscious 'I' interferes
with instinctively acquired habits of proper use, either by trying too hard to do well,
or by feeling unduly anxious about possible mistakes. (S.9)

... - by being too anxious to achieve the desired end. But in seeing, as in all other
psycho-physical skills, the anxious effort to do well defeats its own object; for this
anxiety produces psychological and physiological strains, and strain is
incompatible with the proper means for achieving our end, namely normal and
natural functioning. " (S. 9/10)

"This inhibition of the movement of the eyes—a movement of
which we are mainly unconscious—is brought about by a too greedy desire to see.
In our over-eagerness we unconsciously immobilize the eyes, in the same way as
we have immobilized the other parts of the body. The result is that we begin to stare
at that part of the sense-field which we are trying to perceive. But a stare always
defeats its own object; for, instead of seeing more, a person who has immobilized
his sensing-apparatus (an act which also immobilizes the closely correlated
attention) thereby automatically lowers his power of seeing, which depends, as we
have learnt, upon the uninterrupted mobility of the sensing eyes and of the
attending, selecting and perceiving mind associated with the eyes.
Moreover, the act of staring (since it represents an effort to repress movements
which are normal and habitual) is always accompanied by excessive and
continuous tension, and this, in its turn, produces a sense of psychological strain.
But where there is excessive and continuous tension, normal functioning becomes
impossible, circulation is reduced, the tissues lose their resistance and their powers
of recovery. To overcome the effects of impaired functioning, the victim of bad
seeing habits stares yet harder, and consequently sees less with greater strain. And
so on, in a descending spiral." (S. 20/1)

Sein 'Rezept' dagegen:
passive und vor allem 'dynamische' Entspannung durch Bewegung - nicht, um die Augen 'flinker' zu machen, sondern damit sie zu ihmem natürlichen Bewegungsfluss zurückfinden, wieder so 'funktionieren', wie es ihrer 'eigentlichen Natur' entspricht und durch das Wieder-Aufnehmen des natürlichen Bewegungsmusters von den durch Anstrengung entstandenen Blockaden befreit werden:

"To speak of combining activity with relaxation may seem paradoxical ; but in fact
it is not. For relaxation is of two kinds, passive and dynamic. Passive relaxation is
achieved in a state of complete repose, by a process of consciously ' letting go.' As
an antidote to fatigue, as a method of temporarily relieving excessive muscular
tensions, together with the psychological tensions that always accompany them,
passive relaxation is excellent. But it can never, in the nature of things, be enough.
We cannot spend our whole lives at rest, consequently cannot be always passively
relaxing. But there is also something to which it is legitimate to give the name of
dynamic relaxation. Dynamic relaxation is that state of the body and mind which is
associated with normal and natural functioning. In the case of what I have called
the fundamental or primary psycho-physical skills, normal and natural functioning
of the organs involved may sometimes be lost. But having been lost, it may
subsequently be consciously re-acquired by anyone who has learnt the suitable
techniques. When it has been re-acquired, the strain associated with impaired
functioning disappears and the organs involved do their work in a condition of
dynamic relaxation. " (S. 9)

Dabei unterscheidet er zwischen der 'spontanen'= natürlichen, ermüdungsfreien Aufmerksamkeit und der 'willentlichen'= 'von aussen befohlenen', mit Anstrengung verbundenen Aufmerksamkeit, die nötig ist, um eine 'ungeliebte' Aufgabe zu erfüllen, zu der man eigentlich keine Lust hat:

"Spontaneous attention is the kind of attention we share with the higher
animals—the unforced act of selective awareness which is determined by the
biological necessities of keeping alive and reproducing the species, or by the
exigencies of our second nature, in other words, of our habits and established
patterns of thought, feeling and behaviour. This kind of attention involves no effort
when it is shifting and transitory and not much effort when it is prolonged". (S. 18/9)

"Voluntary attention is, so to speak, the cultivated variety of the wild, spontaneous
growth. It is found only in man, and in animals subjected by human beings to some
form of training. It is the attention associated with intrinsically difficult tasks, or
with tasks which we have to perform, even though we don't particularly want to. A
small boy studying algebra exhibits voluntary attention—that is, if he exhibits any
attention at all. The same boy playing a game exhibits spontaneous attention.
Voluntary attention is always associated with effort, and tends more or less rapidly
to produce fatigue."(S.19)

Und die Blickbewegungen beim Sehen sollten natürlich durch die 'spontane' Aufmerksamkeit geleitet werden.

( zitiert aus: http://www.skaidrus.lt/uploads/Aldous%2 ... Seeing.pdf )
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Re: 12

Beitragvon Leonora » 15.07.2012 07:31

Flo hat geschrieben:
Ich sehe das auch so, weil es mir einleuchtet. Richtig sehen tue ich ich es noch nicht. [...] Jedenfalls schaffe ich seit einigen Tagen immer öfter, es einfach zu tun. Und ich hoffe, daß ich irgendwann dann auch mal irgendeine Veränderung bezogen auf meine jetzigen Zustand bemerke.

Natürlich musst Du Dir dabei auch jeweils überlegen, was Du eigentlich genau gerade anschauen willst – "wohlüberlegt" eben... – und das Gesehene auch jeweils wahrnehmen. (Das ist ja der eigentliche Sinn des Sehens und der sollte nicht zu kurz kommen.) Ansonsten verkümmert die Praktizieranweisung schnell wieder zu einer sinnentleerten und mechanischen "Augengymnastik", die am Wesentlichen vorbeigeht, irgendwann ermüdet und schließlich so lästig wird, dass sie nur noch widerwillig und mit unangenehmer Anstrengung verbunden ausgeübt werden kann. Und dann verschwindet der Brechungsfehler natürlich nie. Was blöd wäre.

Grüße, Bild
Flo


Ja, natürlich :-) (habe ich verstanden und mache es auch ;-) )

Es war nur ein blödes Wortspiel, weil ich noch keinen verbessernden Unterschied sehe. Aber ich bin zuversichtlich!!!
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Beitragvon moobe » 15.07.2012 10:41

Hi,

@Aniram: Dein Beitrag gefällt mir sehr und irgendwie kann ich da viele Dinge wiederentdecken, die ich selbst in der kurzen Vergangenheit "entdeckt" habe. Doch dass man die Augen in ihren "Fluss" bekommt, davon bin ich meilenweit entfernt. Denn ich verstehe es so: Das Ziel ist es letztendlich, so sehen zu können, wie wir hören.

Warum man aber Übungen richtig machen kann, ohne eine bessere Sicht zu bekommen, ist eben das große Geheimnis: Und die Antwort ist: Es darf nicht zum Pessimum für sich selbst und für die Augen werden.

Das interessante ist aber, dass wenn man einen Teilerfolg mit einer bestimmten Übung gemacht hat, man sich einbildet, weitere Erfolge damit machen zu können. Die Übung wird zum Optimum.

Wird sie nun aber in doppelter Geschwindigkeit mit 3facher Anstrengung praktiziert, wird die Sicht immer schlechter und sie wird wieder zum Pessimum.


Das ist meiner Meinung nach das, wovon Flo regelmäßig schreibt und dessen wir uns bewusst werden müssen. Daher "entdeckt" man auch immer regelmäßig neue Sachen wieder, probiert neue Sachen aus usw... Diese sind nämlich zu Anfang noch ein Optimum.



Meiner Meinung nach ist dies aber nicht der richtige Weg und so kann es mit Augentraining nicht weitergehen. Ich weiß nicht, was man dagegen machen kann. Flo schreibt regelmäßig davon und alle schreiben immer "ja natürlich hab ichs verstanden" aber in Wirklichkeit beginnen wir doch alle wieder, dieselben Fehler zu machen.


Ich weiß, ich bin sehr von der ursprünglichen Frage abgekommen, doch ich versuche bloß, das Grundproblem beim AT zu lösen, das ja bereits gelöst ist. Bloß heutzutage denke ich gibt es ein anderes Problem, das es damals nicht so ausgeprägt gab und weswegen AT heutzutage schwerfällt. Ich werde das irgendwann mal thematisieren, da ich denke, dass es an der "aufgeklärten" Gesellschaft und Medizin liegt, wo immer alles einen Sinn ergeben muss. Doch keiner von denen kann mir beispielsweise eine Antwort auf die Frage geben, warum Hoffnung Kraft gibt oder warum diese 3000 Jahre alten chinesischen Heilmittel dem Körper helfen usw... Denn auch das Sehen ist ein natürlicher und teilweise unbewusster Prozess, der im Einklang mit dem Geiste sein sollte, genau wie das Hören.

Schauen wir uns nämlich bei Bates die schnellen Heilmethoden an. Sie verlaufen immer nach ähnlichen Systemen und nutzen die bei den Menschen unterschiedlich ausgeprägten Optima "optimal" aus. Er nutzt das gesamte Potenzial, das in ihnen steckt, statt sie zu "verschwenden" und nach neuen zu suchen.


Hoffentlich hat jemand verstanden, was ich geschrieben habe und verdeutlicht sich vielleicht noch einmal die Wichtigkeit der Beiträge von Flo in diesem Forum. Wenn nicht, dann ist das fürs Erste auch nicht schlimm, denn ich werde dem Hauptproblem noch weiter auf die Schliche kommen und es immer wieder immer einfacher ausdrücken können ;)



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Beitragvon Aniram » 15.07.2012 10:55

moobe hat geschrieben:
Warum man aber Übungen richtig machen kann, ohne eine bessere Sicht zu bekommen, ist eben das große Geheimnis



Hi Moobe

Genau dazu nabe ich vor einiger Zeit eine interessante Aussage gelesen:


Viele Menschen aber stellen sich die Frage: "Warum hatten diese Methoden nicht mehr Erfolg?" Während viele positive Ergebnisse berichtet wurden, gab es ebenfalls viele Personen, die trotz sorgfältiger Anwendung nur einen begrenzten Erfolg hatten.

Meiner Meinung nach tritt grösserer Erfolg ein, wenn man die Bereitschaft hat, die notwendigen Veränderungen in seinem Bewusstsein und in seiner Existenzform vorzunehmen und an seinem Leben zu arbeiten. Jeder Erfolg, den ich gesehen habe, war von einer dramatischen Veränderung des Lebensstils der Person begleitet, und zwar von solchem Ausmass, dass die Verbesserung des Sehvermögens von vielen als ein nützlicher Nebeneffekt des durchlaufenen Prozesses angesehen wurde. In meinem eigenen Fall kehrte die Normalsichtigkeit in der Tat zurück, ohne dass ich überhaupt daran gearbeitet hatte. Ich konzentrierte mich nur auf das, was ich tun musste, um glücklich zu sein. Vor allem erlebt eine glückliche Person weniger Stress als eine unglückliche Person. Stress aber beeinträchtigt das Sehvermögen.

Bates' Methode wurde von vielen als zu technisch, zu mechanisch betrachtet. Obwohl die Ideen in seinem Buch eine tiefe Einsicht in die Bewusstseinprozesse zeigen, von denen die Sehstörungen begleitet sind, übersehen viele Benützer seiner Techniken diese Ideen. Sie konzentrieren sich auf die äussere Form dessen, was sie tun, anstatt an ihre innere Erfahrung, während sie es tun. Zwangläufig ist ihr Erfolg dann begrenzt.


( http://www.healer.ch/de/eine_neue_art_zu_sehen.htm )
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