Messung der Refraktion

Akkomodieren, Fusionieren, Lichtbaden, Lichtblitzen, Palmieren, Visualisieren u.a.

Messung der Refraktion

Beitragvon lukita » 18.09.2013 15:00

So langsam will ich mich mal in die Theorie einarbeiten... Was und wie kann man eigentlich messen? Was sind Vor- und Nachteile der eingesetzten Geräte? Ich fange jetzt einfach mal mit ein paar Definitionen an...

Refraktion...
Wikipedia hat geschrieben:Der Begriff axiale Refraktion (lat. re ‚zurück‘, frangere ‚brechen‘) bezeichnet in der Optometrie und Augenheilkunde den Brechwert der optischen Korrektur, mit der zusammen ein bestimmtes Auge ohne Akkommodation ein scharfes Bild eines in unendlicher Entfernung befindlichen Objekts erzeugt. Ist dieser Wert Null, spricht man von Normalsichtigkeit oder Emmetropie, ansonsten von einer Ametropie.


Unter Akkommodation wird hier nur die Form-Änderung der elastischen Linse angenommen. Bates hingegen geht von einer Form-Änderung des Augapfels, der sogenannten Hüll-Akkomodation aus.

Retinoskopie bzw. Skiaskopie...
Roche Lexikon hat geschrieben:Durch einen zentral gelochten Planspiegel in das Auge geworfenes parallelstrahliges Licht wird von der Netzhaut unter rotem Aufleuchten der Pupille reflektiert; bei Winkeldrehung des Spiegels erscheint in der Pupille ein Schattenreflex, der beim normal- u. weitsichtigen Auge mit, beim kurzsichtigen entgegen der Spiegeldrehung wandert (bei Verwendung eines Hohlspiegels umgekehrt); durch Vorsetzen von Linsen steigender Brechkraft so lange, bis der Pupillenschatten nicht mehr wandert bzw. der Hell-Dunkel-Umschlag ohne Schattenbildung erfolgt, wird Vollkorrektur erreicht. Bei Strichskiaskopie ergibt ein lotrechtes, in 5 m Entfernung scharf abgebildetes Leuchtfadenbild auf dem Probandenbulbus ein Lichtband, das, horizontal herangeführt, im Pupillenbereich charakteristische Erscheinungen hervorruft.

Schema der Funktionsweise: http://www.riester.de/ri-scope-R-reti.259.0.html?&L=1

Bates betont in Kapitel 2, dass es auf den richtigen Einsatz des Retinoskops ankäme...
Bates hat geschrieben:This means that it must not be brought nearer to the eye than six feet; otherwise the subject will be made nervous, the refraction, for reasons which will be explained later, will be changed, and no reliable observations will be possible.


Autorefraktometer...
Wikipedia hat geschrieben:In der Augenheilkunde und Augenoptik werden manuelle oder automatische Refraktometer zur Bestimmung und Messung der objektiven Refraktion der Augen eingesetzt, Grundlage für die Anpassung von Korrekturlinsen wie Brille oder Kontaktlinse. Beim Autorefraktometer kann das foucaultsche Schneidenverfahren zum Einsatz kommen. Die Automatisierung beschleunigt das Untersuchungsverfahren, macht es auch für den Laien anwendbar, bringt jedoch nicht immer genaue Messergebnisse.


Frage: Wie objektiv ist die Messung mittels eines Autorefraktometers?
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2008-10 Brille R sph -4.75 cyl -1.00, L sph -5.00 cyl -0.00
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Beitragvon Flo » 18.09.2013 15:37

Wikipedia hat geschrieben:In der Augenheilkunde und Augenoptik werden manuelle oder automatische Refraktometer zur Bestimmung und Messung der objektiven Refraktion der Augen eingesetzt, Grundlage für die Anpassung von Korrekturlinsen wie Brille oder Kontaktlinse. [...] Die Automatisierung beschleunigt das Untersuchungsverfahren, macht es auch für den Laien anwendbar, bringt jedoch nicht immer genaue Messergebnisse.

Frage: Wie objektiv ist die Messung mittels eines Autorefraktometers?

Die Messung ist schon sehr "objektiv"... im Sinne der für technisch-mechanisch-computergesteuerte Apparaturen üblichen Akkuratesse. Warum es dennoch problematisch ist, mittels dieses speziellen Messverfahrens eine sinnvolle Aussage über den momentanen Gesamtzustand der Fehlsichtigkeit des Vermessenen zu treffen, siehe zum Beispiel hier.

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Zuletzt geändert von Flo am 18.09.2013 18:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon lukita » 18.09.2013 17:03

Flo hat geschrieben:Warum es dennoch problematisch ist, mittels dieses speziellen Messverfahrens eine sinnvolle Aussage über den momentanen Gesamtzustand der Fehlsichtigkeit des Vermessenen zu treffen, siehe zum Beispiel hier.


Weil ich den Text so gut finde, hole ich den jetzt einfach mal hierher. Bild

Flo hat geschrieben:Aus meiner Sicht und für mein Verständnis stellt sich das Problem, mit dem Du da konfrontiert bist bzw. mit dem Du Dich da konfrontierst, folgendermaßen dar. Das Autorefraktometer gibt Dir zu Beginn der Messprozedur einen Sehanblick in optisch sehr weiter Entfernung ("quasi-unendlich"), also am optisch-geometrischen Fernpunkt vor. Du als jemand, der es noch nicht (so lange bzw. so gut) gewohnt ist, Seheindrücke auch in quasi-unendlicher Entfernung mühelos und stabil zu sehen bzw. wahrzunehmen, schaust nun durch den Apparat auf das Bild. Da Du dabei aber – wenn Du nicht gerade einen "besonders guten Moment" hast – entsprechend Deiner (noch) (zum Teil) "eingefleischten" falschen Gewohnheit auf eine Stelle schaust, die vor dem eigentlichen Fernpunkt liegt, schaust Du letztlich "daneben". Du "vermutest" sozusagen geistig/körperlich die dargestellte Sehszenerie ein Stück weit "näher dran", als sie es "wirklich" ist. Dieses "Zögern", diese unsichere Phase innerhalb der Entfernungsorientierung (welche beim Scharfsichtigen nicht oder nur stets-sehr-rasch-vergehend existiert) "bemerkt" das Gerät durch Messung und passt sich dem zielsicher an, indem es das Bild – sobald es (oder dessen Programmierer) meint, dass "die Wartezeit abgelaufen" ist – näher an Dich heranrückt... das Gerät kommt also Dir und Deinen "Vermutungen" bzw. "Erwartungen" bzw. "Vorgaben" mit dem Fernpunkt "freundlicherweise" entgegen. Das geht solange entsprechend einer mehr oder weniger komplexen Algorhythmus-Feedback-Schleife weiter, bis ihr beide (rein körperlich ausgedrückt meint das: Dein Auge und das Gerät) euch ganz "einig" seid. Je nachdem wie schnell und "nachdrücklich" das Gerät arbeitet und je nachdem, wie schnell und "nachdrücklich" Du "arbeitest", fällt dann das Ergebnis aus.

Das Problem besteht also darin, dass Du zum einen a) es generell noch nicht "ausreichend gewohnt genug" zu sein scheinst, "ausreichend selbstverständlich" "auf die richtige Weise" auf den Fernpunkt (genauer: "in die Ferne") zu schauen, Du also sozusagen noch nicht ausreichend geheilt bist und b) im Speziellen der Anblick durch ein oder zwei Okulare entlang einer "schwarzen Röhre" auf ein Dia von einer Landschaft, die man sich dann optimalerweise "sehr, sehr weit weg" vorstellen möge, für die meisten Menschen üblicherweise sehr ungewohnt ist... und diese ganze Sehwahrnehmung sollte auch noch möglichst zügig voranschreiten, denn man sollte mit der vollständigen Akkomodation fertig sein, bevor der Schneckentrieb in dem Kasten beginnt, "munter draufloszusurren".

Du brauchst, um diese "Sehherausforderung" zu meistern, am besten ein "Übungsgerät", an dem Du das erforderliche Können ganz in Ruhe und nach Deinen eigenen Vorgaben und in Deiner ganz eigenen Geschwindigkeit erwerben kannst. Glücklicherweise gibt es das für wenig Geld überall zu kaufen. Es ist nämlich einfach ein guter Feldstecher. Wenn Du einen besitzt, mache einmal folgendes: Lasse einen Menschen, von dem Du weißt, dass er sehr scharfe Augen hat, den Feldstecher so einstellen, dass er "gerade noch" ein ganz scharfes Bld erkennen kann, wenn er das Fernglas auf einen Ausschnitt der Sehszenerie richtet, der quasi-unendlich weit entfernt ist. Zur Orientierung um diesen Punkt möglichst genau zu finden: Wenn man von diesem Punkt aus in die eine Richtung weiterdreht, wird das Bild nur kleiner, bleibt aber scharf. Wenn man aber in die andere Richtung weiterdreht, beginnt es unmittelbar bzw. "unweigerlich", zu verschwimmen. Bringe dann bei dieser Einstellung kleine Markierungen an den beiden Stellrädchen an (also an dem Hauptrad in der Mitte und an dem Gewinde an einem der beiden Okulare zur relativen Fokussierung der beiden Einzelaugen). Dein Feldstecher ist nun auf den Fernpunkt geeicht und für die Übungspraxis (wie auch immer Du dabei strategisch vorgehst) einsatzbereit. Der Sehanblick, der sich Dir bietet, wenn Du durch einen Feldstecher auf eine sehr weit entfernte Sehlandschaft schaust, unterscheidet sich nämlich prinzipiell in nichts von dem, der sich Dir durch ein Autorefraktometer bietet. Mit den zwei kleinen Unterschieden, dass Du selbst es bist, der hierbei "die Rädchen in der Hand hat" (was keinen Nachteil für die Praxis darstellen muss, im Gegenteil) und dass die Sehlandschaft, die Du da in sehr großer Entfernung betrachtest, beim Feldstecher eben real ist und nicht simuliert (was für die geistig-körperlichen Lernerfahrung(en) egal ist). Und Du hast natürlich weniger psychologischen Stress... aber wenn Du den brauchst, kannst Du ja einen Optiker fragen, ob er sich für ein Weilchen neben Dich stellen und dabei kritisch/ungläubig dreinblicken kann. Auf die Weise könntest Du Dich dann auch diesbezüglich "abhärten". ;)
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Beitragvon die Augentrainer » 19.09.2013 20:29

Hallo Zusammen,

...also wenn ich meinen Senf auch dazu geben darf. Also "wir" ich kann nur für unser Geschäft sprechen, haben die Messungen vom Autorefraktometer nur verwendet also Ausgangspunkt, wenn keine alten Brillenwerte vorlagen. Weil es denn ein guter Anhaltspunkt ist - aber nicht mehr. Die Technik die dahinter steckt, ist aber schon toll. Es ist schnell und dafür schon "genau". Manuell bekommt man so schnell eine Refraktion nicht raus (außer durch Zufall).

Aber du willst ihn dir jetzt nicht für deine Sehpraxis zulegen, oder wie kann man die Frage verstehen???

Es gibt alternative Messverfahren. Ich mache dazu in November ein Seminar mit, wo es grade um solche alternative Messverfahren geht. Und auch wie man andere Probleme der Augen erkennt, die ein Optiker grundlegend nur mit Brille löst.


Liebe Grüße
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Re: Messung der Refraktion

Beitragvon lukita » 02.07.2014 16:26

Nicole hat hier übrigens zu einer Beschreibung des Autorefraktometers verlinkt:
http://www.hfak.de/download/Wesemann%20 ... ometer.pdf
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